Auch andere als ethnisch.nationale Interpretationen sind möglich …

Ein Beitrag von Yonat Shimron auf RNS

Auch andere als ethnisch.nationale Interpretationen sind möglich …

Ein Beitrag von Yonat Shimron auf RNS

Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Naher und Mittlerer Osten der Deutschen Bischofskonferenz, äußerte sich mit deutlichen Worten zu den jüngsten Übergriffen extremistischer Siedler im Westjordanland:
„In diesen Tagen ist die mehrheitlich christliche Stadt Taybeh im Westjordanland in die Schlagzeilen geraten. Sie ist das vorerst letzte Beispiel für die unerträglichen Übergriffe extremistischer jüdischer Siedler auf palästinensische Orte. Längst handelt es sich nicht mehr um Einzelfälle, sondern um die Alltagserfahrung der dort ansässigen Bevölkerung, die eingeschüchtert werden soll, um sie zur Auswanderung zu veranlassen.
Die Gefahr, die von randalierenden Siedlern ausgeht, verschärft die Lebenssituation der Palästinenser, die ohnehin von der systematischen Zerstückelung der Infrastruktur im Westjordanland und der drastischen Einschränkung der Bewegungsfreiheit betroffen sind.
Der israelische Staat muss endlich seiner Verantwortung gerecht werden: Die Übergriffe müssen verhindert und Straftäter zur Verantwortung gezogen werden. Andernfalls wird nicht nur das internationale Renommee Israels beschädigt, sondern jeder Rest an Zukunftshoffnung, der unter den Palästinenser noch gegeben sein mag, zerstört. So ist ein Frieden in der Region auch langfristig undenkbar.
Angesichts des jüngsten Vorfalls sollte auch nicht vergessen werden, dass das christliche Leben ein wichtiger Bestandteil des palästinensischen Volkes ist. Es darf nicht vollständig aus der Region verschwinden!“

Zwischen Hoffnung und Mißbrauch
Wie viel Frieden steckt in der Religion und im Glauben?
Ein Interview mit Pfarrer Dr. Andreas Goetze, Vorstandsmitglied des diAk, seines Zeichens Referent für den Interreligiösen Dialog mit dem Islam im Zentrum Oekumene von EKHN und EKKW über Hoffnung, Mißbrauch von Religion und Dialog im Nahostkonflikt.
Viele heilige Stätten im Nahen Osten sind für Judentum, Christentum und Islam von zentraler Bedeutung: Die Weihnachts-, Oster- und Pfingstgeschichte spielen in dieser Region, ebenso wie weitere christliche, viele islamische und jüdische Überlieferungen. Und doch: Statt Frieden erleben die Menschen dort immer wieder Gewalt. Auch nach dem jüngsten Waffenstillstand zwischen Israel und dem Iran bleibt die Lage angespannt.
Gründe für den Nahostkonflikt und Religion als Ideologie
Goetze betont: Der Ursprung des Israel-Palästina-Konflikts liegt nicht im Religiösen – sondern in Fragen von Land und Besitz. Er beobachtet, wie sich Religion in eine politische Ideologie verwandelt. Die größte Herausforderung liege in religiös aufgeladenen, exklusiven Nationalismen. Deshalb warnt er: „Religion wird dazu mißbraucht, eigene Land- und Besitzansprüche unter Ausschluß der jeweils anderen zu legitimieren. Dann geht es um absolute Wahrheiten ohne Kompromiß.“
Menschen miteinander ins Gespräch bringen – Schmerz teilen
Pfarrer Goetze fordert Gläubige auf, „gegen diesen Mißbrauch von Religion lautstark zu protestieren“, weil das den liebenden, gerechten und barmherzigen Gott bezeuge. Trotz aller Spannungen sieht Goetze Hoffnung. In Begegnungen von jüdischen und muslimischen Gläubigen habe er erlebt, wie Menschen einander zuhören, sich vom Schmerz des anderen berühren lassen. Deshalb empfiehlt Andreas Goetze: „Wir brauchen mehr Verständigungsorte. Räume, in denen wir lernen, den Schmerz des anderen wahrzunehmen.“
Wie sich der Krieg auf die Menschen im Nahen Osten auswirkt und welche religiösen Aspekte außerdem eine Rolle spielen, läßt sich im kompletten Interview nachlesen: evangelisch.de im Juni 2025

Am 8. Mai 2024 starb der jüdische Befreiungstheologe, am 29. Juni erinnern Freundinnen und Freunde an den inspirierenden und spannenden Denker! Zoom-Link


Bekannte christliche Vertreter:innen im Heiligen Land haben zu Pfingsten das israelische Vorgehen im Gazastreifen scharf verurteilt und die internationale Gemeinschaft zu stärkerem Protest aufgerufen.
„Wir flehen euch an, nicht aufzugeben“, so der Appell der christlichen Gruppe an die internationale Gemeinschaft. „Laßt uns zu Pfingsten mit der Kraft der Auferstehung und des Heiligen Geistes erfüllt werden und bekräftigen wir unseren Kampf für Leben und Freiheit unserer Brüder und Schwestern in Gaza und überall sonst in Palästina/Israel.“
Englischer Text (indcatholicnews.com) / Bericht bei Vatican News

Jerusalem, Zionsberg Ort des Pfingstereignisses, dazu die Kirche St.Peter in Galicantu und die Dormitioabtei … (AphorismA 2024)
Marsch der Konfessionen in Jerusalem
600 Tage nach Beginn des Gaza-Kriegs sind Vertreter verschiedener Religionen am Mittwoch von der Jerusalemer Innenstadt in Richtung Altstadt gezogen. Das Motto der Demonstration lautete: Frieden ist der Weg, und am besten geht man ihn gemeinsam.

Gewidmet war die dritte Ausgabe des interreligiösen Marsches der israelischen Friedensaktivistin Vivian Silver, die am 7. Oktober 2023 von der Hamas ermordet worden ist. Er war als Gegenpol zum nationalistisch aufgeladenen und oft gewalttätigen Flaggenmarsch am sogenannten Jerusalem-Tag entstanden, der in diesem Jahr auf den 26. Mai fiel.
Zu Beginn sprach Rabbiner David Rosen (Autor in unserer Schriftenreihe) zu den ‚Marschierenden‘
Zu den Teilnehmer:innen gehörte auch der deutsche Botschafter in Tel Aviv, Steffen Seibert und Ines Fischer, Pfarrerin der deutschsprachigen lutherischen Gemeinde in Jerusalem, sie sagte gegenüber der Nachrichtenagentur KNA.„Es ist so wichtig, dass Menschen zusammen für die Gottebenbildlichkeit auf die Straße gehen – und schön, daß es geht“.
Bericht auf Vaticannews (und Audienz für Vertreter:innen von Friedensbewegungen im Vatikan)
Bericht der Frankfurter Rundschau

In mid-May, CMEP will provide resources to shape Sunday prayers, worship, liturgy, and other aspects of Solidarity Sunday services, including videos from voices in the region.
Resources will be ecumenically and politically diverse, allowing each community to shape their Solidarity Sunday around their own traditions and commitments. This day of prayerful solidarity and calls for justice come as we observe the arrival of the Holy Spirit on Pentecost Sunday.
Im Zoom-Gespräch mit Nadir Mauge
Mittwoch. 21. Mai 2021 (11:00 Uhr)
(CEST / Central European Summer Time)
The Research Centre for Religious Diversity, (Forschungsstelle für religiöse Vielfalt, FAU Erlangen-Nürnberg) is delighted to invite you to an online Discussion with Photographer and Film Maker Mr Nadir Mauge
Mr Mauge will show parts of his film “My tomb, our tomb, Rachel’s Tomb” as well as discuss his monograph „Väter des Heiligen Landes“, a visual work documenting Christian monastic traditions in the Holy Land (co-authored with Michael Ragsch and Sebastian, Be+Be-Verlag, 2020).

Nadir Mauge is a visual storyteller based in Bethlehem, Palestine, specializing in film and photography. His has exhibited and screened internationally, including at the Toronto Palestine Film Festival and Photo Independent in Hollywood. Through his craft, he documents stories that raise awareness of social issues and celebrate the essence of genuine humanity. His work is especially relevant for documenting the religious diversity in Palestine, a diversity embedded in the lives and histories of the people.
The Zoom session is open at
https://fau.zoom-x.de/j/66926391917?pwd=aTwiPxk1YQjNilWnBcR3aYGgq9DNCM.1
Meeting-ID: 669 2639 1917 | Kenncode: 531057

Mit einem wissenschaftlichen Symposium haben die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) und der Zentralrat der Deutschen Sinti und Roma am 29. und 30. April in Berlin das Verhältnis der katholischen Kirche zu Sinti und Roma während des Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit aufgearbeitet.

(Bericht Radio Vatican) (Grußwort Bischof Bätzing) (Zentralrat Deutscher Roma und Sinti)
Gemeinsam mit den Kirchen des Ostens und des Westens