Sonntag – aus Jerusalem

Zwei aktuelle Hinweise aus den Reihen der Christ:innen in der Heiligen Stadt

A Jerusalem Voice for Justice:
An ecumenical witness for equality and a just peace in Palestine/Israel

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Die Oberhäupter der Kirchen Jerusalems zur Lage des Armenischen Patriarchats

World Week for Peace in Palestine and Israel

The World Week for Peace in Palestine and Israel is an annual WCC event held during the third week of September. This year from Saturday 20 to Friday 26 September 2025. The week aims to encourage people of faith to pray for, and work towards, an end to Israeli oppression and allowing both Palestinians and Israelis to live in peace.

Theme 2025 – “We must give account.”

Umfrage zeigt Ausmaß religiöser Spaltung in Israel

Die Spannungen zwischen ultraorthodoxen und säkularen Juden sind für drei Viertel (73 Prozent) der jüdischen Israelis einer der schwerwiegendsten Konflikte in der Gesellschaft. So steht es im jährlichen Religionsstaatsindex des Forschungsinstituts Hiddusch, der am 12. Sptember 2025 veröffentlicht wurde.
Hier ein Bericht des ORF dazu:

Und der Religionsindex

Johannes Friedrich (1948-2025) r.i.p.

1985 wurde Friedrich Propst an der Evangelische Gemeinde deutscher Sprache zu Jerusalem. Dort wirkte er bis 1991 als Repräsentant der EKD in Israel, im Westjordanland und Gaza (Palästina) sowie in Jordanien. Propst Johannes Friedrich pflegte den interreligiösen Dialog mit Juden und Muslimen sowie den interkonfessionellen Dialog mit einer Vielzahl christlicher Religionsgemeinschaften.

Nach einer Zeit als Dekan in Nürnberg, wurde Friedrich Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.

Die Zeit in Jerusalem habe ihn stark geprägt, so sagte er selbst:

„Das war für mich, aber auch für meine Frau und meine Töchter die wichtigste Zeit in unserem Leben“, sagt Friedrich rückblickend – schöne, aber durch die politischen Umstände zugleich auch schwierige Jahre. Für ihn durchaus eine Herausforderung: „Zum ersten Mal in meinem Leben durfte ich mich politisch zu diesem Konflikt nicht äußern, weil ich ja für beide Seiten ansprechbar bleiben mußte. Ich habe erst als ich zurück war, gemerkt, daß das doch eine unglaubliche Spannung war, in der ich gelebt habe.“ (Aus dem Nachruf im Bayerischen Rundfunk)

A Jerusalem Voice for Justice

This is the moment to come together as Church in new ways. It is a time for increased solidarity and selfless mutual support. As individuals we might indeed lament and feel helpless, but as Church we do have within our DNA a way to overcome crises through our shared faith. Within the Christian community, all qualifications, occupations and social classes are represented: rich and poor, healthy and sick are living side by side. How can we put together our ideas, competences and resources?

Steuern als Druckmittel …

Der Streit zwischen den Kirchen und der (West-)Jerusalemer Stadtverwaltung hat einen neuen Höhepunkt erreicht:

„The city of Jerusalem earlier this month froze the bank accounts of the Greek Orthodox Patriarchate of Jerusalem, the church body that represents around half of all Palestinian Christians and is a major landholder in Israel.

Ein Bericht David I. Klein auf dem Portal RNS | Religion News Service.

Photo: B. Doering

On dealing with the past

Der Gewalt nicht das letzte Wort lassen

„Gemeinsam von Auschwitz lernen – Beziehungen konstruktiv gestalten“: Unter diesem Leitwort stand der 16. Europäische Workshop der Maximilian-Kolbe-Stiftung zum Umgang mit der gewaltbelasteten Vergangenheit von Auschwitz. Vom 11. bis 16. August 2025 kamen dafür Menschen aus verschiedenen Teilen Europas sowie aus Namibia in Oświęcim/Auschwitz zusammen, um über Versöhnung und Dialog vor dem Hintergrund der derzeitigen Konflikte in Europa und globaler Instabilität zu diskutieren.

Bericht Radio Vatican | Maximilian Kolbe Stiftung

Eine bittere Lektüre …

Ein Beitrag von Orit Kamir auf dem Blog von Robert Reich:

Halachic Left

Ein Beitrag von Yonat Shimron auf RNS

Ein deutscher Bischof zur Siedlergewalt

Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Naher und Mittlerer Osten der Deutschen Bischofskonferenz, äußerte sich mit deutlichen Worten zu den jüngsten Übergriffen extremistischer Siedler im Westjordanland:

„In diesen Tagen ist die mehrheitlich christliche Stadt Taybeh im Westjordanland in die Schlagzeilen geraten. Sie ist das vorerst letzte Beispiel für die unerträglichen Übergriffe extremistischer jüdischer Siedler auf palästinensische Orte. Längst handelt es sich nicht mehr um Einzelfälle, sondern um die Alltagserfahrung der dort ansässigen Bevölkerung, die eingeschüchtert werden soll, um sie zur Auswanderung zu veranlassen.

Die Gefahr, die von randalierenden Siedlern ausgeht, verschärft die Lebenssituation der Palästinenser, die ohnehin von der systematischen Zerstückelung der Infrastruktur im Westjordanland und der drastischen Einschränkung der Bewegungsfreiheit betroffen sind.

Der israelische Staat muss endlich seiner Verantwortung gerecht werden: Die Übergriffe müssen verhindert und Straftäter zur Verantwortung gezogen werden. Andernfalls wird nicht nur das internationale Renommee Israels beschädigt, sondern jeder Rest an Zukunftshoffnung, der unter den Palästinenser noch gegeben sein mag, zerstört. So ist ein Frieden in der Region auch langfristig undenkbar.

Angesichts des jüngsten Vorfalls sollte auch nicht vergessen werden, dass das christliche Leben ein wichtiger Bestandteil des palästinensischen Volkes ist. Es darf nicht vollständig aus der Region verschwinden!“