Bevor die Welt wieder zur „Normalität“ zurückkehrt – und wir mit ihr … hier die gemeinsame Botschaft der Oberhäupter aller (anerkannten) Kirchen des Heiligen Landes, in der sich die Freude über wieder kommende Pilgerinnen und Pilger mischt mit der Sorge um die Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit der Jugend…
Heute gibt es den Text des lutherischen Bischofs in Jerusalem, Sani-Ibrahim Azar, den in Deutschland ja einige kennen, weil er unterem anderem im Jerusalemsverein aktiv ist und auch in Deutschland studiert hat.
Trotz aller Nachrichten, trotz allem, in zehn Tagen ist Christtag… blicken wir nach Bethlehem
Und schon ein Grußwort der guten Wünsche, nicht von den geistlichen Hierarchen, kommt auch noch, sondern vom Bürgermeister von Bethlehem, der dazu auffordert zu kommen … und andere mitzubringen…
Gedenktag zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte aus dem Jahr 1948
Hier ein Auschnitt aus der Reflektion von Rabbiner Arik Ascherman zum heutigen Tag:
„Israel that has always been plagued by human rights violations, but we can only be embarrassed and horrified that we have now openly and knowingly voted for extremist advocates of massive human rights violations towards non-Jews, the LGBTQ community, non-Orthodox religious Jews and women, and whose first Finance Minister will be an open advocate of neo-liberal policies violating the human rights of Israeli Jews living in poverty. Israel is drifting farther and farther from the principles of international law we celebrate on December 10th. We are slapping in the face the many Jews whose Jewish values and consciousness of Jewish history drove them to be primary authors of these principles representing the highest aspirations of humanity.
Now the question is will be prove ourselves to be worthy descendants of Jacob? Will we succeed in wrestling with our demons and prevail? This is our moment of truth. We are being tested. We are at a moment when each of us is called to say “Hineni – I am here. Count me in to be a part of the struggle for our Jewish values, human rights and decency. Our side is being dragged across the line in a very serious game of tug of war. Will we collapse, or find the inner resources to dig in and pull back?“
Israel Nachrichten – eine Kommentierung von Ariel Kahana:
„Israels außer Kontrolle geratenes Justizsystem wird endlich einer angemessenen Überwachung unterliegen, und die notwendigen Reformen werden das Leben in Judäa und Samaria verbessern.“
Was bleibt da zu sagen? Eine Herausforderung zu begreifen, daß hier über das gleiche Land gesprochen wird, es liest sich eher wie die Nachricht von einem anderen Planeten…
Zwischen den Fronten und an der Seite – um des Friedens willen …
Neben einer Begegnung mit dem Griech.-orth. Patriarchen Theoplilos III. traf die Deleggation unter Leitung des amtierenden Generalsekretärs des World Council of Churches (WCC), Rev. Prof. Dr Ioan Sauca, unter anderem mit dem israelischen Staatspräsidenten Herzog und dem palästinsensischen Präsidenten Abbas zusammen
22 November 2022, Jerusalem, Palestine: World Council of Churches acting general secretary Rev. Prof. Dr Ioan Sauca (right) congratulates Patriarch Theophilos III of Jerusalem (Greek Orthodox Church of Jerusalem) during a celebration of the 17th anniversary of the patriarch’s enthronement. Photo: Albin Hillert/WCC (c)
Auf der 11. Vollversammlung des Weltkircherates in Karlsruhe im September 2022 waren auch die Fragen von Israel & Palästina und die Position zur Verwendung der Begrifflichkeit „Apartheid“ auf der Tagesordnung.
Hier das Heft 2/2002 des PRO ÖKUMENE-Informationsdienstes, das einen Rückblick auf die Tagung und die unterschiedlichen Debatten wirft, auch zu zahlreichen anderen Fragen natürlich.
Eine interessante und jetzt mit Blick auf die Entwicklungen in Israel und im rechten/religiösen Lager spannende Debatte, zu der hier Rabbiner Naftalie Rothenberg auf dem Blog der Times of Israel seine Position darlegt;
Theocracy is simply not a Jewish legal concept – the halachic legal system applies its authority only to those who accept it
Deutsch-Israelisch-Palästinensisches Promotionskolleg in Flensburg wird gefördert
Wissenschaftler*innen präsentieren Arbeit zu internationaler Verständigung im Deutschen Bundestag
Mit insgesamt 2,1 Millionen Euro fördert der Bund die European Wasatia Graduate School for Peace and Conflict Resolution an der Europa-Universität Flensburg. Das hat der Haushaltsausschuß des Bundestages entschieden. Damit ist die Graduiertenschule, in der Promovierende aus Israel, Palästina und Deutschland gemeinsam religionsübergreifend und interdisziplinär zu Lösungen des Konflikts im Nahen Osten forschen, bis zum Jahr 2029 gesichert. Zudem kann mit dem Geld ein Programm für Gastwissenschaftler*innen (scholar-in-residence) aufgelegt und eigene Stipendien vergeben werden.
„Ich freue mich sehr darüber, daß es gelungen ist, dieses in Deutschland bisher einmalige Programm für Promovierende aus Israel, Palästina und Deutschland weiter zu fördern. Die European Wasatia Graduate School for Peace & Conflict Resolution wird zukünftig bis zu 359.000 € jährlich im Rahmen ihrer Arbeit für Frieden, Verständigung und Versöhnung vom Bund erhalten“, so Dr. Wiebke Esdar, zuständige Haushaltspolitikerin der SPD-Bundestagsfraktion für den Etat des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.
Prof. Dr. Ralf Wüstenberg, Professor für evangelische Theologie und Direktor des Graduiertenkollegs bewertet diese Anschlußfinanzierung als wichtiges friedensethisches Signal. „Dieses Zeichen strahlt über den Nahost-Konflikt hinaus und berührt wesentlich auch europäische Fragen. Es ist nun sichergestellt, daß über die gegenwärtig eingeschriebenen Promovierenden zwei weitere Kohorten in 2023 und in 2026 aufgenommen werden können. Neben Israelis, Palästinensern und Deutschen sollen Stipendien auch an junge Promovierende aus andere Transformationsgesellschaften gehen, wie u.a. Südafrika, Irland, Albanien. Gemeinsames Lernen, eigenständiges Forschen und das wechselseitige Entdecken von Konfliktlösungsstrategien im Horizont von Wasatia und Versöhnung sind die Eckpfeiler des Programms.“
Auch Prof. Dr. Udo Steinbach, Leiter des MENA Study Centre der Maecenata Stiftung, das eng mit der Wasatia Graduate School zusammenarbeitet, schätzt die Entscheidung des Deutschen Bundestags als nachhaltigen Beitrag Deutschlands für die Lösung des palästinensisch-israelischen Konflikts ein.
Projektkoordinatorin Dr. Zeina Barakat freut sich über das breite Interesse an der European Wasatia Graduate School for Peace and Conflict Resolution unter den Parlamentariern des Deutschen Bundestages und erklärte: „Als in Jerusalem geborene Palästinenserin, die sich über ein Jahrzehnt auch wissenschaftlich mit Friedensethik befaßt, sind die Ziele der Graduiertenschule auch eine Herzenzangelegenheit.“
Die „European Wasatia Graduate School for Peace and Conflict Resolution“
Das interdisziplinäre, transnationale und multireligiöse Promotionskolleg wurde im November 2021 gegründet. Derzeit sind zwölf Doktorand*innen Teil der „European Wasatia Graduate School for Peace and Conflict Resolution“.
Das Kolleg identifiziert Wahrheit wie Recht als Bedingung für Frieden und Konfliktlösung im israelisch-palästinensischen Verhältnis. Vor dem Hintergrund, dass rechtliche, politische und religiöse Dimensionen der Versöhnung ihrerseits mentale Komponenten beinhalten, wie etwa die Anerkennung von Leid, die Befähigung zur inter-religiösen Toleranz und zur Dekonstruktion festgefahrener Narrative, soll die Wasatia Graduate School als ein interdisziplinäres Forum fungieren, das Versöhnung als zentrales Element zur gesellschaftlichen Konfliktlösung herausstellt.