Auch bei einer neuen Regierung…

wie auch immer sie aussehen wird: Viele Fragen bleiben offen, wenn Recht auf Macht / wenn Macht auf Recht trifft…

Aus dem aktuellen Newsletter von Torat Tzedek / Rabbi Arik Asherman

Dear Friends and Supporters,
Will you be in Israel on June 29th in advance of the Hartman Rabbinic Torah Seminar, or for any other reason? – If so, please join us at a crucial Israeli Supreme Court hearing that may decide whether or not the KKL-JNF and Elad settler organization succeed in their unholy alliance to evict the Sumreen family from their home in Silwan, East Jerusalem.

Hier der Link:

Eine wichtige, eine legitime Stimme!

Yazan Khalili im Gespräch mit Hanno Hauenstein von der Berliner Zeitung

[Berliner Zeitung] „Vor wenigen Wochen ist die unsachliche Debatte um vermeintlichen Antisemitismus in den Reihen der Documenta eskaliert. Ende Mai wurde der Ausstellungsraum des Kollektivsin Kassel mit Graffiti beschmiert. Der Akt des Vandalismus richtet sich offenbar gezielt gegen das palästinensische Kollektiv. Die Zahl „187“ und der Name „Peralta“ wurden dabei auf mehrere Wände gesprüht. Wandoberflächen wurden mit einem Feuerlöscher beschädigt.

The Question of Funding war in den vergangenen Monaten auf einem obskuren Online-Blog in die Kritik geraten, Antisemitismus nahezustehen. Die Kritik wurde weitestgehend unkritisch von deutschsprachigen Mainstream-Medien wie Zeit und Welt übernommen. Wir sprachen anlässlich der Eröffnung der Documenta mit einem prominenten Vertreter des palästinensischen Kollektivs, Yazan Khalili.“

A.B. Yehoshua (1936-2022) z”l

in memoriam

Am heutigen 14. Juni 2022 ist der große israelische Dichter und politische Aktivitist gestorben – r.i.p.

Hier der Nachruf in Haaretz, dem auch das Photo von Tomer Appelbaum entstammt

Nachrufe von Peter Münch in der SZ und von Jakob Hessing in der FAZ

Nur wer für die Juden schreit, darf auch gregorianisch singen

Dietrich Bonhoeffer und das Judentum

Studientagung der Evangelischen Akademie Frankfurt und von „ImDialog. Evangelischer Arbeitskreis für das christlich-jüdische Gespräch in Hessen und Nassau“

4. und 5. Juli 2022 im Martin-Niemoeller-Haus in Schmitten

Dietrich Bonhoeffer (1906–1945) wurde vor 75 Jahren auf persönlichen Befehl Hitlers im KZ Flossenbürg ermordet. Als einer von wenigen Theolog/innen seiner Zeit war er mit dem politischen Widerstand gegen das NS-­Regime verbunden. Schon früh hatte er die Bedrohung der Jüdinnen und Juden durch den Nationalsozialismus erkannt und sich als Christ und Bürger für das von der Vernichtung bedrohte jüdische Volk eingesetzt. Der Satz „Nur wer für die Juden schreit, darf auch gregorianisch singen“ war eine Spitzenformulierung seiner „Ethik im Ernstfall“ (Wolfgang Huber).

Welche Impulse bietet Bonhoeffers Werk für die politischen Debatten der Gegenwart und die heute viel diskutierte „öffentliche Theologie“? Diese und andere Fragen werden im Rahmen der Tagung behandelt.

Notstand im Auguste-Viktoria-Krankenhaus auf dem Ölberg

Aus dem Mailing des Jerusalemsvereins in Berlin – auch auf der Gedenkveranstaltung für Reiner Bernstein am heutigen 11. Juni in München wrd um Spenden für das Krankenhaus auf der Auguste Viktoria gesammelt, so wie sein letzter Wunsch war.

Eine ARD-Reportage berichtet über die aktuelle Notlage des Auguste-Viktoria-Krankenhauses auf dem Ölberg. Viele schwerkranke Patientinnen und Patienten könnten derzeit nicht behandelt werden, weil ein EU-Kommissar Zahlungen blockiere.

Sogar die Schließung droht: Das Auguste-Viktoria-Krankenhaus auf dem Ölberg in Ost-Jerusalem ist zurzeit finanziell besonders stark angeschlagen, weil zugesagte EU-Gelder nicht ausgezahlt worden sind. Laut Recherchen der Reporter:innen hält der ungarische EU-Kommissar Olivér Várhelyi  die Mittel zurück. Seine Begründung: Palästinensische Schulbücher hätten antisemitische Tendenzen und müssten überarbeitet werden. Das Krankenhaus muss als Konsequenz die Behandlung von Krebspatientinnen und -patienten unterbrechen.

Dem Verbrechen wird eine Sünde hinzugefügt

Michael Sappir in der Berliner Zeitung über seine Erfahrungen als ‚kritischer, linker Israeli‘ in Deutschland, aus Anlaß einer Veranstaltung auf dem Stuttgarter Katholikentag, aber auch weit darüber hinaus, was es heißt zu erleben, wie der deutsche Diskurs wieder einmal definiert, was ‚gut‘, was ‚jüdisch‘ und was ‚gut jüdisch‘ ist…

Aus dem Beitrag: “ … In der Konsequenz wird erwartet, dass wir still bleiben, während Menschen, die die israelische Realität nur aus der Ferne oder höchstens noch als Touristen kennen, realitätsfremd und idealisierend das dortige System schönreden. Und sich dafür einsetzen, dass es weiterhin die volle Unterstützung der Bundesrepublik genießt….“

Soldaten erzählen…

Noch bis zum 22. Juli 2022 in der Mediathek von Arte – keine einfache Kost, wahrlich!

Israel als Besatzungsmacht – Soldaten erzählen

arte: „Der israelische Regisseur Avi Mograbi läßt Soldaten berichten, die an einer militärischen Besetzung beteiligt waren. Dabei wird deutlich, wie eine kolonialistische Okkupation der palästinensischen Gebiete im Westjordanland funktioniert und welche Logik damit verbunden ist.“

Uri Savir (1953-2022) z”l

Der langjährige israelische Außenpolitiker und ehemalige Knessetabgeordnete Uri Savir ist am 14. Mai in West-Jerusalem gestorben. Savir, der auch als einer der Architekten von Oslo galt, sagte zu dieser Übereinkunft in einem Interview von 2013, aus der Ha’aretz, zu deren gelegentlichen Autoren Savir auch gehörte, in ihrem Nachruf zitiert:

„I think that the title ‚architect of the Oslo Accords‘ is somewhat exaggerated. I was at most a plumber. I got an opportunity to conduct negotiations under clear guidelines laid down by the prime minister and foreign minister.” [Savir did not accept the notion that these accords failed, saying that] “Oslo did not fail or succeed. There was a breakthrough, an opportunity, but it was wasted, since Israel came to their implementation with a prime minister and party who objected to the process. A government can’t implement a policy it opposes,” he said.

Ayman Odehs ‚Odysee‘?

Das politische System in Israel war in den letzten Jahren für einige Überraschungen gut, Parteien blühten auf und verschwanden bei den nächsten Wahlen wieder in der Versenkung, alte Bewegungen kratzten an der Schwelle zur Bedeutungslosigkeit, neue Koalitionen wurden Realität, die noch vor wenigen Jahren undenkbar schienen – for good and bad... An wirklichen Persönlichkeiten, die dem Land eine Vision geben oder die eine Debatte über Entwicklungen anstossen könnten, herrscht durchaus Mangel, während zugleich einige ehemalige Politiker im Gefängnis sitzen oder saßen.

Fathom, eine Onlineplattform („For a deeper understanding of Israel and the region“, so die Selbstbeschreibung), die auch immer wieder kontroverse Themen anpackt und ungewöhnliche Beiträge und Beiträger:innen einlädt, hat gerade einen ausführlichen – und jedenfalls lesenswerten – Beitrag zu Ayman Odeh, Mitglied der Knesset, und Vorsitzender der „Gemeinsamen Liste“, gebracht.

Nach-hören, möglich und wichtig

Die Aufzeichnung der 17. gemeinsamen, israelisch-palästinensischen Gedenkveranstaltung

ist online verfügbar und kann angesehen werden, wer keine Möglichkeit hatte, online live dabei zu sein, oder wer es einfach noch einmal anschauen will.

Hier der Hinweis auf einen Beitrag in der taz dazu: Wir teilen den gleichen Schmerz