Eine Ausstellung der Stiftung Topographie des Terrors
Noch lange nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs behaupteten viele Deutsche, nichts von den Massenmorden während der NS-Zeit gewusst zu haben. So wollten sie sich dem Vorwurf entziehen, für die Verbrechen mitverantwortlich zu sein. Bis heute beschäftigt viele Menschen die Frage, was die Deutschen tatsächlich wussten.
Welche Informationen über den Holocaust waren im Deutschen Reich zugänglich? Was nahmen die Deutschen wahr, die nicht direkt an den Taten beteiligt waren und nicht selbst verfolgt wurden? Wie verbreiteten sich damals entsprechende Informationen und Gerüchte? Und was machten einzelne Menschen mit ihrem Wissen? Diesen Fragen geht die Ausstellung nach.
Die Ausstellung besteht aus drei Teilen: „Propaganda“ beleuchtet, was das NS-Regime über die Verfolgung und Ermordung der Jüdinnen und Juden öffentlich bekannt gab. „Hinweise im Alltag“ rückt Gerüchte und inoffizielle Nachrichten über die Massenmorde in den Blick. „Vom Puzzleteil zum Bild“ zeigt, wie einzelne Personen Informationen zusammenfügten, um sich ein Gesamtbild zu verschaffen.
Der 11. Kalender im Rahmen von israel & palästina | Zeitschrift für Dialog!
Dieser Kalender ging in den Druck zu einem Zeitpunkt, an dem es einen fragilen Waffenstillstand im Gazastreifen gab, von dem auch heute niemand weiß, ob er auch 2026 halten wird.
In der Westbank verschärft sich die Lage zugleich weiter und in Israel finden wir eine tiefgespaltene Gesellschaft vor, bei der noch nicht klar ist, ob sich die Kräfte der Dominanz oder der Kooperation durchsetzen werden.
Der Photobegleiter in Kalenderform für das Jahr lädt jeden Monat ein, noch einmal auf die Lage im Gazastreifen zu schauen. Die wenigen Quadratkilometer sind versehrt und zerstört, wie es kaum denkbar schien. Aber es sind nicht nur die zerbombten Häuser, auch die Menschen haben Schaden genommen und der Weg der Heilung wird lang.
Die Wunden sind auf beiden Seiten tief und es gilt, sie nicht gegeneinander aufzurechnen, sondern mit Empathie und Zuwendung nach Möglichkeiten zu suchen, wie eine andere Zukunft aussehen kann und was (man:frau:wir) dafür tun können. Eine Möglichkeit gibt es über die jeweiligen Spendenlinks und QR-Codes der Organisationen.
israel & palästina – Zeitschrift für Dialog | Ausgabe 4-2025
Gaza Skate Team was founded by Rajab Al-Reefi in 2017 as a skateboarding collective that supports young people in the Gaza Strip.
Rajab began skateboarding in 2015 when an Italian organisation – Gaza Freestyle – visited and built a wooden mini ramp in his hometown of Gaza City. Since then, Rajab and other local skaters have been building ramps and holding skate classes wherever they can – and since October 2023 have continued to do so amongst incredibly difficult circumstances.
Es war das elfte Mal, daß im Rahmen von israel & palästina | Zeitschrift für Dialog ein Photobegleiter in Kalenderform für das kommende Jahr erschienen ist:
Gaza – promise, we will rebuild it – Ein Begleiter durch das Jahr 2026
Über 600 Israelis aus dem akademischen Leben protestieren in einer Petition an die internationale Gemeinschaft und Zivllgesellschaft gegen nochmals angestiegenen Siedlerterror. Hier ein Link zu einem kurzen FR-Stück von Inge Günther.
Und dazu ein Gespräch mit Yuli Novak, der Chefin der NGO B’Tselem, geführt von Judith Poppe auf https://qantara.de
Zur möglichen Ausweitung der Todesstarfe in Israel
Die Außenminister aus Frankreich, Italien, Großbritannien und Deutschland haben deutliche Kritik an einer möglichen Wiedereinführung der Todesstrafe in Israel geäußert. Die Todesstrafe sei eine „unmenschliche und erniedrigende Form der Bestrafung ohne abschreckende Wirkung“. Die vier Regierungen lehnten die Todesstrafe weltweit unter allen Umständen ab.
Eine Änderung des Strafgesetzes soll die Todesstrafe in bestimmten Fällen zur Pflicht machen. Ein weiteres Gesetz will die Todesstrafe für Beteiligte am Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 festlegen. Die Zustimmung des Parlaments gilt als wahrscheinlich.
Akiva Eldar schreibt in der Haaretz über Netanyahus (und Trumps) Rede, der ganze Text steht (leider) hinter der Bezahlschranke, wir zitieren hier einige zentrale Passagen:
In the declarations of Prime Minister Benjamin Netanyahu and his friend U.S. President Donald Trump, the word „freedom“ has been used repeatedly since the start of the attack against Iran. In an (emotional) address to the Iranian people, Netanyahu promised „a historic war for freedom.“ Netanyahu knows that the „The Iranian people deserve a better future.“ In other words, he is encouraging the citizens of Iran to rebel in order to win their freedom.
With his considerable obtuseness, Netanyahu legitimized the next intifada and the two that preceded it. Are the rights of the women and children in the occupied territories in better shape than those of the women and children in Tehran? The Iranian security forces fire at citizens who demonstrate against a despotic government. The residents of the West Bank don’t dare to go out into the streets. They’ve learned that even a video on TikTok can lead to arrest.
A boy who throws a stone at a command car is considered a terrorist whose punishment is death. And as is customary in benighted regimes, our secret service terrifies civilians, encourages informers and nurtures collaborators. That’s the only way to rule over a foreign nation for six decades. […]
An Israeli who calls on the residents of the territories to demonstrate against the occupation will end the day at the police station. Foreign peace activists who want to help Palestinian shepherds are expelled from the country. Israeli human rights organizations are subject to incitement and hostile legislation. Any request by Palestinians for help from international organizations is considered „political terrorism“ here, and is accompanied by economic sanctions.
[…]
Yet for almost 60 years Israeli governments have been making a mockery of international law when it comes to settlement across the Green Line and responsibility for the welfare of the population under occupation. Israel defies United National decisions that support the establishment of a Palestinian state, and we’re paying a miniscule price.
Even worse. The government and the security forces operating in the territories are scorning Israeli law. They’re violating the rulings handed down by the High Court of Justice. For example, that the military commander is obligated to invoke his authority while finding a balance between security needs and the welfare of the local population. In another ruling, the High Court judges decided that the laws of belligerent occupation, which apply in the territories, require seeing to the needs of the local population.
At the end of the week, it was reported that 11 Palestinians were wounded in 20 Jewish terrorism incidents. Settlers threw stones at Palestinians, sprayed graffiti, shot fireworks in Palestinian villages and blocked roads.
These reports, which have become as routine as the sirens in Kiryat Shmona, bore Netanyahu. He’s busy fulfilling God’s mission of saving the world from the Iranian bomb. Human dignity and freedom in Iran, and here too, aren’t and never were his main interest. And suddenly he’s calling for a popular uprising against a despotic government. I wonder how it sounds in Palestinian Arabic.
Ein Beitrag von Sanad Sahelia, „a freelance journalist with ACI MENA covering Christian communities and their affairs in Palestine and the Holy Land. He has been working for different media outlets for over 26 years.“
Christinnen und Christen im Nahen und Mittleren Osten bitten um Unterstützung
Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK/WCC) lädt am 26. März 2026, 15.00 Uhr zu einem weltweiten Friedensgebet für den Nahen Osten ein.
Nachtrag 28.3.2026:
For those who participated live: the prayer offered a profound space for lament, hope, comfort, and solidarity, woven together through Psalms, music, and the spoken word. Voices from across the globe —Including Prof. Dr Michel Abs of the Middle East Council of Churches, Bishop Prof. Dr Heinrich Bedford-Strohm, Patriarch Theophilos III of Jerusalem, and youth from the region — gave the prayer its breadth and depth. We are grateful for your presence.
If you were unable to join us this time, we warmly invite you to watch the full recording at your own pace:
Die Gebetsworte stammen von Christinnen und Christen aus der Region, die angesichts von Gewalt, Trauer und existenzieller Unsicherheit um Unterstützung bitten. Es besteht die Möglichkeit, online teilzunehmen und ein Zeichen für Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung zu setzen.
Angst vor neuen Angriffen, Trauer um getötete Angehörige und große Ungewissheit prägen das Leben vieler Menschen im Nahen Osten. Der anhaltende Konflikt erschüttert die Betroffenen zutiefst und belastet auch die christlichen Gemeinschaften in der Region, die dort zum Teil seit fast 2.000 Jahren leben.
Aufruf zum Friedensgebet am 26. März
Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) ruft deshalb weltweit zu einem Gebet für Frieden im Nahen und Mittleren Osten auf – am 26. März um 15 Uhr MEZ. Die Gebetsworte stammen von Christinnen und Christen aus der Region selbst. Mit dem gemeinsamen Friedensgebet seien laut ÖRK alle Menschen guten Willens eingeladen, „Zeugnis abzulegen von der gemeinsamen Sehnsucht nach Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung ist in diesen bedrückenden und leidvollen Zeiten ein ganz wichtiges Zeichen der Verbundenheit und Solidarität“, so Pfarrer Andreas Goetze, Referent im Fachbereich Interreligiöser Dialog und Ansprechpartner für Christ:innen im Mittleren Osten im Zentrum Oekumene EKHN und EKKW.
Bitte der Christinnen und Christen aus Nahost-Region
Im Vorfeld hatte sich der ÖRK über die humanitäre, sicherheitspolitische und pastorale Lage der betroffenen Kirchen informiert. An einer Online‑Konsultation nahm auch Bischof i. R. Prof. Dr. Heinrich Bedford‑Strohm, Moderator des Zentralausschusses des ÖRK, teil. Er berichtete, dass Christinnen und Christen aus der Region den ÖRK ausdrücklich gebeten hätten, für sie zu beten. Bedford‑Strohm sagte: „Wir haben zugesagt, ihrem Gebetsaufruf zu folgen und werden alles in unserer Macht Stehende tun, um ein Ende der Eskalation zu fordern.“
Existenzielle Bedrohung
Viele Gemeinden im Nahen und Mittleren Osten stehen unter existenziellem Druck. In Teilen Syriens etwa fühlen sich Christinnen und Christen durch wiederkehrende Militäroperationen bedroht; auch die medizinische Versorgung ist eingeschränkt. Beispielsweise hat das Zentrum Oekumene von einer Frau erfahren, die ihr Kind unter schwierigen Umständen zur Welt brachte: Wegen Personalmangels und begrenzter Versorgung war die Situation kritisch, umso größer war die Erleichterung, dass Mutter und Kind überlebten. Der Nahost‑Experte Matthias Kopp, Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, warnt daher vor einem möglichen „schleichenden oder sogar eklatanten Christen‑Exodus“.
Sorge des ÖRK über zunehmende Instabilität in der Region und Appell
In einer gemeinsamen Erklärung betonte der ÖRK, dass sich humanitäre Risiken, Leid und Instabilität weiter verschärfen könnten, wenn die Gewalt anhält. Die Erklärung äußert tiefe Besorgnis über Berichte zu möglichen Verstößen gegen das humanitäre Völkerrecht und fordert alle beteiligten Akteure auf, Verantwortung für die Folgen ihres Handelns zu übernehmen. Abschließend heißt es: „Wir lehnen die brutale Logik von Krieg und Herrschaft ab. Wir bitten um Frieden.“
Ein Beitrag in der ARD Mediathek aus dem Magazin ttt.
Die Philosophin Eva von Redecker definiert und erklärt den Rechtsruck unserer Gegenwart.
Ein Rechtsruck geht um die Welt – überall gewinnen autoritäre Kräfte an Macht und Einfluss. In der Folge werden Minderheiten ausgegrenzt oder körperlich angegriffen. Aber welche Entwicklungen in der Gesellschaft begünstigen dies? Der Faschismus der Gegenwart ist nicht mit dem der Vergangenheit zu vergleichen, er hat eine neue Gestalt, die nicht leicht zu erkennen und noch schwerer zu erklären ist. Mit „Dieser Drang nach Härte“ hat die Philosophin Eva von Redecker eine Analyse des neuen Faschismus vorgelegt, der hilft, ihn zu entschlüsseln und Strategien der Gegenwehr zu entwickeln.
EIn Fallbeispiel aus der Westbank: The Occupation of the Sun – digital aufbereitet vom Caravan Collective
Research and documentary project investigating how Israel employs the use of solar energy as a means of Palestinian land confiscation and exploitation in the occupied West Bank. We focus on the Jordan Valley in the northern West Bank, looking at two Palestinian villages – Al-Farsiya and Nu’eima, and two Israeli settlements – Shadmot Mehola and Na’ama.