Das rebellische Spiel

Die Macht des Fußballs im Nahen Osten und die Katar-WM

Eine Buchbesprechung von Birte Rodenberg

978-3-7307-0607-7

Jan Busse / René Wildangel (Hgg.), Bielefeld (Die Werkstatt) 2022 | Paperback, 272 S. |978-3-7307-0607-7 | 22,00 €

Wenn es noch einen Beleg brauchte, dass der Profi-Fußballsport der Männer* einem profitorientierten Unternehmen entspricht, dann hat die Weltmeisterschaftsvergabe nach Katar im Jahr 2010 diesen Beleg erbracht. Die FIFA hat ihre Versprechen bis dato nicht eingelöst, sich für die Einhaltung von Menschenrechten und eine nachhaltige Weltmeisterschaft einzusetzen. Zwar sind in Katar durchaus Verbesserungen etwa im Arbeitsschutz zu erkennen: So sind auf internationalen Druck und in Kooperation mit der Internationalen Arbeitsorganisation Reformen, wie die Abschaffung des Kafala-Systems, beschlossen worden. Allerdings bestehen nach wie vor starke Defizite bei der Umsetzung. Zugleich werden im Inneren Katars wesentliche Menschenrechte eingeschränkt, insbesondere die von Frauen und LGBTIQ-Menschen. In Katar prägt der Wahabismus, eine traditionalistische Auslegung des sunnitischen Islam, die Gesellschaft. Human Rights Watch bestätigt, dass Frauen sich durch ein vom Staat durchgesetztes Regelwerk männlicher Vormundschaft bewegen müssen und kein selbstbestimmtes, unabhängiges Leben führen können. Alle nicht heterosexuellen Lebensformen stehen unter Strafe.

Mittlerweile schließt sich eine breite Öffentlichkeit der Kritik an, und die kritische Aufmerksamkeit kann zu positiven Veränderungen beitragen. Es ist nicht nur darauf zu drängen, dass die Reformen zur Einhaltung von Menschenrechten in Katar nach der WM endlich durchgesetzt werden; auch bedarf es dringend grundlegender Reformen der FIFA und ihrer Vergabepolitik. Eine Forderung, der die Herausgeber des Buches „Das rebellische Spiel“ bereits auf den ersten Seiten mit unglaublichen Zahlen zur Kommerzialisierung des Profifußballs Nachdruck verleihen.

Das Buch diskutiert diese politische Dimension des Fußballs und zeigt, welche Strategie hinter der Sportpolitik Katars steckt. Die Ausrichtung der Weltmeisterschaft ist ein Instrument der soft power, das Katar in der Region und darüber hinaus positionieren und legitimieren soll. So wird der Konflikt zwischen den Arabischen Emiraten und Katar von Marlon Saadi und Guido Steinberg ins Blickfeld gerückt.

Doch Katar ist mit diesem Sports Washing keineswegs allein. „Wie Golfstaaten mit Fußball Politik machen“, wie autoritäre Regime den Fußball als Instrument der Machtkonsolidierung nutzen, um von Missständen abzulenken und ihre Herrschaft zu legitimieren, erörtern Cinzia Bianco und Sebastian Sons in einem weiteren Artikel. Die WM in Katar ist nur jüngster Höhepunkt einer langen Entwicklung die seit Jahrzehnten den Spitzensport charakterisiert. Dennoch war es höchste Zeit für die Austragung einer Fußball-Weltmeisterschaft im Nahen Osten; sind doch insbesondere die Länder Nordafrikas, aber auch Iran fußballbegeisterte Nationen – so die Einschätzung der Herausgeber, deren Begeisterung für den Teamsport in den kurzen Zwischenrufen mit biografischen Porträts von Fußballer*innen aus der Region zwischen den Zeilen spürbar wird.

Das besondere an dem Buch ist, dass es einen kaum gekannten Blick in die Geschichte des Fußballs in den Nahen Osten wirft – vom kolonialen Exportartikel zum Massenphänomen. Für die Leser*innen des diAk – blogs mag der dritte Abschnitt des Buches von besonderem Interesse sein: Fußball im Kontext der Nahost-Konflikte. Steffen Hagemann gelingt es hier, den palästinensisch-israelischen Konflikt anhand der Geschichte des Fußballs in und aus Jerusalem bzw. dessen Rolle in beiden Staaten wie in einer Nussschale zu analysieren.

Doch der Fußball im Nahen Osten war und ist nicht nur Propagandainstrument für die Mächtigen, sondern hat oftmals progressive Potentiale von unten entwickelt. Bei den Arabellionen haben Ultras beispielsweise eine zentrale Rolle beim Sturz der autoritären Machthaber gespielt – so etwa die Fans von Al-Ahly, die dazu beigetragen haben, dass der Tahrir Platz gegen die Sicherheitskräfte des Regimes gehalten werden konnte und so zu einem wichtigen Symbol für die Macht der Menschen werden konnte. In diesem hoffnungsvollen vierten Kapitel des Buches aus dem Bielefelder Werkstatt Verlag rücken nun auch fußballspielende Frauen in den Mittelpunkt: ihr beharrlicher Kampf um gleiche Rechte und geschlechtergerechten Zugang zu Stadien und Spielen, zu Trainingsplätzen und zur Möglichkeit, sichtbar zu spielen, wird – wie könnte es in diesen Zeiten anders sein – am Beispiel des Irans dargestellt.

Beiträge aus der ganzen Region von Autor*innen aus Doha, Algier oder Tel Aviv berichten von dem Janusgesicht des Fußballs. Das Buch zeigt die Vielstimmigkeit des Fußballs in der gesamten Region und die Potentiale die das „rebellische Spiel“ für gesellschaftliche Entwicklungen entfalten kann, wenn es Rassismus und Diskriminierung die rote Karte zeigt. Erst recht nach dieser verlorenen WM bietet es eine spannende Lektüre.

Im Nachgang zu Karlsruhe (ÖRK/WCC)

Auf der 11. Vollversammlung des Weltkircherates in Karlsruhe im September 2022 waren auch die Fragen von Israel & Palästina und die Position zur Verwendung der Begrifflichkeit „Apartheid“ auf der Tagesordnung.

Hier das Heft 2/2002 des PRO ÖKUMENE-Informationsdienstes, das einen Rückblick auf die Tagung und die unterschiedlichen Debatten wirft, auch zu zahlreichen anderen Fragen natürlich.

Wir gratulieren

Daniel Barenboim zum 80. Geburtstag

Daniel Barenboim zu 80. Geburtstag

Erinnerung: Morgen, 15. November

diAk-online mit Katharina Konarek (Haifa)

zur Einordung des israelischen Wahlergebnisses und der potentiellen neuen israelischen Regierung, zu der ja in den vergangenen zwei Wochen schon eine Reihe von Namen und möglichen Projekten in der Öffentlichkeit kursieren.

diAk online Konarek

Was heißt: Singularität des Holocaust?

Prof. em. Dr. Michael Wildt:
Überarbeitete und ergänzte Fassung der Abschiedsvorlesung vom 17. Februar 2022 an der Humboldt-Universität zu Berlin

„In der aktuellen Debatte um Holocaust, Kolonialismus und Erinnerung hat Per Leo jüngst angeregt, dass Historikerinnen und Historiker irritierende Fragen stellen sollten. Diesem, wie ich finde, klugen Vorschlag folgend, möchte ich hier diskutieren, ob und inwieweit die Rede von der Singularität des Holocaust angemessen, sinnvoll, erkenntnisfördernd ist. Wie ist sie (in der Bundesrepublik) entstanden, und worin könnte heute ihre Aussagekraft liegen? Müsste die Perspektive nicht erweitert werden? Solche Fragen führen in das Zentrum einer Debatte, die hierzulande seit der Auseinandersetzung vom Frühjahr 2020 um den afrikanischen postkolonialen Theoretiker Achille Mbembe heftig entbrannt ist, dem der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung Felix Klein vorwarf, den Holocaust zu relativieren. Die vor allem in den Feuilletons geführte Debatte verschärfte sich, als der in den USA lehrende Historiker A. Dirk Moses im Mai 2021 mit einem provokanten Essay die deutsche Erinnerungskultur kritisierte: In der Fixierung auf den Holocaust würden die Kolonialverbrechen ausgeblendet. Die Kontroverse um Antisemitismus auf der diesjährigen documenta bildete mit den schrillen Tönen zweifellos den vorläufigen Tiefpunkt dieser Debatte. Nachdenkliche Argumente wie von Micha Brumlik, Sebastian Conrad, Charlotte Wiedemann oder Natan Sznaider scheinen kaum noch Gehör zu finden.“

Der spannende ganze Text kann hier gelesen oder heruntergeladen werden.

Bibliographische Angaben:

Prof. em. Dr. Michael Wildt, Was heißt: Singularität des Holocaust?, in: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History, Online-Ausgabe, 19 (2022), H. 1,
URL: https://zeithistorische-forschungen.de/1-2022/6022,
DOI: https://doi.org/10.14765/zzf.dok-2405,
Druckausgabe: S. 128-147.

Beschluß des Haushaltsausschusses

Deutsch-Israelisch-Palästinensisches Promotionskolleg in Flensburg wird gefördert

Wissenschaftler*innen präsentieren Arbeit zu internationaler Verständigung im Deutschen Bundestag

Mit insgesamt 2,1 Millionen Euro fördert der Bund die European Wasatia Graduate School for Peace and Conflict Resolution an der Europa-Universität Flensburg. Das hat der Haushaltsausschuß des Bundestages entschieden. Damit ist die Graduiertenschule, in der Promovierende aus Israel, Palästina und Deutschland gemeinsam religionsübergreifend und interdisziplinär zu Lösungen des Konflikts im Nahen Osten forschen, bis zum Jahr 2029 gesichert. Zudem kann mit dem Geld ein Programm für Gastwissenschaftler*innen (scholar-in-residence) aufgelegt und eigene Stipendien vergeben werden.

„Ich freue mich sehr darüber, daß es gelungen ist, dieses in Deutschland bisher einmalige Programm für Promovierende aus Israel, Palästina und Deutschland weiter zu fördern. Die European Wasatia Graduate School for Peace & Conflict Resolution wird zukünftig bis zu 359.000 € jährlich im Rahmen ihrer Arbeit für Frieden, Verständigung und Versöhnung vom Bund erhalten“, so Dr. Wiebke Esdar, zuständige Haushaltspolitikerin der SPD-Bundestagsfraktion für den Etat des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Prof. Dr. Ralf Wüstenberg, Professor für evangelische Theologie und Direktor des Graduiertenkollegs bewertet diese Anschlußfinanzierung als wichtiges friedensethisches Signal. „Dieses Zeichen strahlt über den Nahost-Konflikt hinaus und berührt wesentlich auch europäische Fragen. Es ist nun sichergestellt, daß über die gegenwärtig eingeschriebenen Promovierenden zwei weitere Kohorten in 2023 und in 2026 aufgenommen werden können. Neben Israelis, Palästinensern und Deutschen sollen Stipendien auch an junge Promovierende aus andere Transformationsgesellschaften gehen, wie u.a. Südafrika, Irland, Albanien. Gemeinsames Lernen, eigenständiges Forschen und das wechselseitige Entdecken von Konfliktlösungsstrategien im Horizont von Wasatia und Versöhnung sind die Eckpfeiler des Programms.“

Auch Prof. Dr. Udo Steinbach, Leiter des MENA Study Centre der Maecenata Stiftung, das eng mit der Wasatia Graduate School zusammenarbeitet, schätzt die Entscheidung des Deutschen Bundestags als nachhaltigen Beitrag Deutschlands für die Lösung des palästinensisch-israelischen Konflikts ein.

Projektkoordinatorin Dr. Zeina Barakat freut sich über das breite Interesse an der European Wasatia Graduate School for Peace and Conflict Resolution unter den Parlamentariern des Deutschen Bundestages und erklärte: „Als in Jerusalem geborene Palästinenserin, die sich über ein Jahrzehnt auch wissenschaftlich mit Friedensethik befaßt, sind die Ziele der Graduiertenschule auch eine Herzenzangelegenheit.“

Die „European Wasatia Graduate School for Peace and Conflict Resolution“

Das interdisziplinäre, transnationale und multireligiöse Promotionskolleg wurde im November 2021 gegründet. Derzeit sind zwölf Doktorand*innen Teil der „European Wasatia Graduate School for Peace and Conflict Resolution“.

Das Kolleg identifiziert Wahrheit wie Recht als Bedingung für Frieden und Konfliktlösung im israelisch-palästinensischen Verhältnis. Vor dem Hintergrund, dass rechtliche, politische und religiöse Dimensionen der Versöhnung ihrerseits mentale Komponenten beinhalten, wie etwa die Anerkennung von Leid, die Befähigung zur inter-religiösen Toleranz und zur Dekonstruktion festgefahrener Narrative, soll die Wasatia Graduate School als ein interdisziplinäres Forum fungieren, das Versöhnung als zentrales Element zur gesellschaftlichen Konfliktlösung herausstellt.

Logo Europa-Universität Flensburg

Other Israel Film Festival

Bis zum 13. November 2022 auch im Sofa-Kino

Programm und Hintergründe …. https://www.otherisrael.org/

other israel film festival

Shared Homeland …

Analytische Bemerkungen von Rabbiner Arik Asherman

Der Direktor von Torat Tzedek über den Ausgang der Knesset-Wahlen 2022

Eine linke relgiöse Stimme, hier besonders interessant der Punkt 2b

(Link zur Webversion, die auch noch Aktuelles enthält)

***

A FEW QUICK OBSERVATIONS ABOUT THE ELECTIONS

  1. The elections were a choice between bad and worse. We should have no illusions that the outgoing government had a decent human rights record.

a. The failure of Meretz to make it into the next Knesset was not just because of the fact that Labor refused to unite with them or the fact that Yesh Atid siphoned off votes. Many Meretz voters punished the party because they were somewhere between complicit to ineffective regarding serious human rights violations in the Occupied Territories. The violence and the land takeovers didn’t slow down.

b. Since January Torat Tzedek was in contact with a top advisor to Internal Security minister Bar-Lev (Labor). For all their good intentions, they were not able to get the police on the ground to prevent settler flocks from invading and destroying Palestinian fields, groves and vineyards. They were not able to get the police to properly investigate and prosecute even when there was good documentation of violence or invasions.

c. The latest spike in support by Israeli security forces for settler violence more or less coincides with Benny Gantz’s tenure as defense minister both for Netanyahu and in the outgoing government. I don’t know whether that was a matter of policy, or because it was not something Gantz was paying attention to. We had contact with his deputy defense ministers, who had very little real influence.
d. Nevertheless, without intense international pressure that goes beyond words, we are likely to move from bad to worse. We need to wait to see who will receive which ministries, what the coalition agreements look like, etc. However, if already those acting violently against Palestinians and human rights defenders have understood that they will pay no price for acting violently, we could be in a situation in which there will be open season against us and against Palestinians.

e. The Religious Zionism party has made it very clear that further undermining our judicial system is a top priority. They have a great deal of support for this in the Likud and ultra-Orthodox parties. While the courts have not been particularly favorable to human rights or international law, they can be further compromised. Judicial appointments can set the tone for years to come. It is also conceivable that the law will be employed to make it impossible or very difficult for human rights organizations to operate.

f. It may seem surrealistic, but our last best home might be Netanyahu. Before his indictments, he had some red lines regarding the rule of law. He always preferred to be in the political middle of his coalitions, and currently he is the far left of the Likud and of his coalition. The Likud democrats are long gone. Netanyahu may try to balance the radical rights with somebody to his left. Being dependent on Netanyahu’s potential moderating influence is not something to count on or to relish.

g. Arguably the outgoing government has been more neo-liberal and worse on internal Israeli socioeconomic issues than the previous Netanyahu governments. If nothing changes, this coming Tuesday will find many of us barricaded in the home of a single parent mom on the day that she is to be evicted from public housing. It was the current. There will likely be a power struggle in the incoming government between the ultra-Orthodox parties working on behalf of their lower income constituents, and others with clear neo-liberal tendencies. However, the solutions of the ultra-Orthodox parties tend to be band aid solutions that don’t tackle underlying factors keeping people living in poverty.

h. “Meshilut” (governability) is a favorite word of the right wing, and we have heard it a great deal during the campaign and since the elections. It is code for the majority “democratically” imposing laws on non-Jews, particularly Israel’s Negev Bedouin citizens.

  1. It is of course to early to say what the new composition of the Knesset will mean for our political landscape in the future.

a. If Meretz does not survive outside the Knesset, will anything replace it? Will there be a home for the Zionist left? Labor is center left both in terms of the Occupied Territories and socioeconomic justice.

b. It is arguable whether there was ever a political party representing religious Jews who were anti-Occupation. The relatively moderate Orthodox parties in favor of some sort of pluralism and rule of law were always pro-Occupation and had become increasingly neo-liberal. However, all that is left in the Knesset is a religious party supporting the legalization of unauthorized outposts, as well as the expansion of settlements. Their constituents largely support the violent hilltop youth. I know some right wing national religious Orthodox Jews who voted this time for ultra-Orthodox parties because the Religious Zionism/Jewish Power party was too extreme for them. Will this be a trend for the future? Truly progressive Orthodox Jews largely voted for non-Orthodox parties.

  1. The difference in the popular vote between the pro-Netanyahu and anti-Netanyahu coalitions was very small. However, the reason why the outgoing government was no better than the Netanyahu governments regarding Palestinian human rights, and arguably more neo-liberal was because the anti-Netanyahu coalition contained parties that had identical positions on human rights issues to the positions of the parties in Netanyahu’s block, but were anti-Netanyahu. In other words, trying to elect a future government more supportive of human rights is not just a matter of avoiding the strategic mistakes of the anti-Netanyahu coalition or doing better in terms of voter turnout.
  2. We should be careful about not idealizing the past, but there is a change going on in Israel. In the past, uncomfortable truths were swept under the table, but the declared public ethos was one which allowed most Israelis to maintain their self-image of a just people seeking to uphold universal values. Today, there are still many Israeli Jews who want to maintain that self-image. That will now be harder to do because we will now have a government with many members who are completely open about their racist, anti-democratic, and ethnocentric agenda. We may have an opening, if we can capitalize on the cognitive dissonance created when the veneer is stripped away. That will not be simple. I recall hearing from Palestinians that they thought that the election of Ariel Sharon would strip away the veneer.

However, there is also a sizable number of Israelis who knew just what they were voting for when they chose to vote for candidates with the openly racist, anti-democratic and ethnocentric agenda. Given that a large percentage of this population is Orthodox or traditional, can we craft a message of a different Judaism on their terms? I have long commented on how much more those who think differently than we do invest in education. Anonymous educators get to every small community in the country. The Eli settlement created the first pre-army academy dedicated to spreading their world view through a gap year program. They now run programs for post army young adults. There is no quick fix, but can we have “skin in the game?”

  1. These are just some initial thoughts, and I too need to spend a lot more time reflecting on what our strategy must now be, and discussing with others.

a. It is clear to be that we will need to take even further physical risks. Today, the Friday on the eve of Shabbat Lekh Lekha, is the day I was attacked by a knife wielding settler in 2005. The risks may well be becoming even greater, although I hope that I am wrong, and hope that somehow we will find a way of influencing the system to restrain settler violence by creating deterrence. However, that may only happen when the violence gets so bad that it has to be dealt with.

b. We must seek to go on trial, in the best tradition of civil disobedience. As mentioned above, just before the elections I did something I have almost never done. Guy Hirschfeld and I physically blocked the pickup of a violent settler racing into a Palestinian flock. I then grabbed him after he got out of the car and approached the flock on foot with a large rock in his hand, even as he banged my hand with the rock. On social media and in my blog, I begged the police to arrest me. I haven’t been arrested, but if Itamar Ben Gvir becomes Internal Security Minister, I might get my wish.

c. We must have the resources to use every legal strategy remaining to us, even as we keep our fingers on the pulse of the shifting legal sands in order to avoid doing harm. That is why increasing our budget to have a lawyer on staff is such a top priority for us.

d. We must work with our supporters abroad to maximize the impact of the international community.

e. We must find a way to speak to the Orthodox/traditional community in their language and on their terms.

Some may recall that when I was attacked on the eve of Shabbat Lekh Lekha, I asked to be called to the Torah to say the Mi Sh’Berakh prayer after the aliyah in which Abraham chooses not to employ his seniority and power to impose a solution on Lot when their shepherds begin to fight over grazing lands. He invites Lot to make the choice of who will graze where, because they are family, and family shouldn’t fight. Rashi teaches us that the conflict was also one of values:

7) ויהי ריב AND THERE WAS A QUARREL because Lot’s shepherds were wicked men and grazed their cattle in other people’s fields. Abram’s shepherds rebuked them for this act of robbery, but they replied, „The land has been given to Abram, and since he has no son as heir, Lot will be his heir: consequently this is not robbery“. Scripture, however, states: „The Canaanite and the Perizzite abode then in the land“, so that Abram was not yet entitled to possession (Genesis Rabbah 41:5).

May we all understand that we are one human family, that there are enough resources for all if we share them properly, and that we too must respect what belongs to others.

Shabbat Shalom,

Arik

Rabbi Arik W. Ascherman – Executive Director Torat Tzedek

Was hat ‚die Linke‘ erwartet…

… fragt Gideon Levy in einem Meinungsbeitrag in Haaretz, der in seiner Gänze hinter der Bezahlschranke zu finden ist.

Hier einige Zitate:

After More Than 50 Years of Supporting Israel’s Occupation, What Exactly Did the Israeli Left Think Would Happen?

The aftermath of the elections have shown that Israeli society has become partly religious and largely racist, with hatred of Arabs being its main fuel, with no one to stand against it.

No one should be surprised by what happened. It could not have been otherwise. It began with the occupation – pardon the annoying and clichéd mention of that – but that is where it really began, and it had to culminate in a government of racism and transfer. Fifty years of incitement against the Palestinians and scare tactics about them cannot culminate in a government of peace.

It was simply impossible to continue with the illusions – Jewish and democratic, an enlightened occupation, a temporary occupation – and that whole tired repertoire of phrases. The time for truth had arrived, and that is what Netanyahu and Ben-Gvir are going to tell us.

For years, a rudderless left and center that lacks leadership and lacks courage has desperately attempted to grovel to and look like the right. It just had to end with Ben-Gvir and with the nationalist Shas. There was no other possible outcome.

Am Ende faßt Levy zusammen – in einem Absatz, der sehr zu denken gibt … oder wenigstens zu denken geben sollte

For years, Israelis have been about the Chosen People, about the Holocaust after which anything is permitted, about the Arabs who want to throw us into the sea, about our right to the land because of the biblical stories, about the IDF as the world’s most moral army, about David versus Goliath, about Israeli Arabs as a fifth column, about the whole world being against us and that anyone who criticizes us is an antisemite.

What did we think would arise out of all that? Ben-Gvir actually took his time. He could well have made his big splash a long time ago. That’s what happens when you have a Bolsonaro and no Lula facing him. That’s what happens when cries of “Death to the Arabs,” which will now be drilled at morning assembly in schools, were not met with a single cry of “Freedom for the Arabs.”

That is where it began, this is where it ends.