Solidaritätsbesuch israelischer Juden und Jüdinnen auf dem Zionsfriedhof

Israeli Jews Support Christians after Church-Run Cemetery Desecrated

Und in Ergänzung zu den Hinweisen von gestern hier noch eine Sammlung zur Berichtertattung aus einer Mail von Dr. Uwe Gräbe, EMS Stuttgart und eine Ergänzung zu seiner vorigen Mail:

***

„Zu guter Letzt – weil ich darauf ebenfalls angesprochen wurde: Natürlich kann es m.E. nun kaum darum gehen, an zwei offenkundig fehlgeleiteten Jugendlichen ein juristisches Exempel zu statuieren. Die Frage stellt sich jedoch, warum es bei den zahlreichen Übergriffen gegen christliche Einrichtungen und Geistliche im Heiligen Land in den vergangenen Jahren – inklusive Brandanschlägen, Spuckattacken und Friedhofschändungen – immer wieder jugendliche Schüler aus Talmudschulen einer bestimmten politischen Richtung waren, die anschließend als (oftmals strafunmündige) Täter identifiziert wurden. Diese religiös-politische Strömung lässt sich klar identifizieren, und sie spielt in der israelischen Politik leider eine große Rolle.

Die Schneller-Schulen im Libanon und in Jordanien setzten derweil ihre Bestrebungen fort, christliche und muslimische Schülerinnen und Schüler, zumeist aus sehr armen, zerbrochenen Familien und vom Rande der Gesellschaft, in gegenseitigem Respekt und Toleranz aufwachsen zu lassen.

Und wer sich weiter über die Geschichte des protestantischen Zionsfriedhofs in Jerusalem informieren möchte, kann dies auch mit meiner hier erhältlichen, diesbezüglichen Publikation tun: : https://shop.aphorisma.eu/products/aphorisma_978-3-86575-494-3

Mit freundlichen Grüßen

Uwe Gräbe“

diAk-online – 10. Januar 2022

Alles nicht so schlimm – oder kalter Staatsstreich?

Mit der neuen Regierung ist der historische Gründungskompromiß Israels offensichtlich an ein Ende gekommen.  Die Vorstellung eines demokratischen jüdischen Nationalstaates, der durch eine Friedenslösung seine Grenzen sichern könnte, erodierte in den letzten Jahren zusehends.

Mit der Ankündigung der Annexion der Westbank und einer nationalreligiösen Aufladung der Politik in allen Bereichen des öffentlichen Lebens droht Israel nicht nur seine demokratische Konstitution zu verlieren, sondern auch die Traditionen eines liberalen Zionismus über Bord zu werfen.

Vortrag und Gespräch mit dem deutsch-israelischen Soziologen und Philosophen Moshe Zuckermann, Tel Aviv.

Dienstag, 10. Januar 2023 – 18.-19.00 Uhr

Wir schicken vor der Veranstaltung den Zoom-Link an diejenigen, die sich angemeldet haben: online@diAk.org

***

Vorankündigung:

Am Dienstag, 17. Januar 2023 – 18.-19.00 Uhr ist Amjad Mitri unser Gast und spricht über die aktuelle Situation auf der palästinensischen Seite.

Die Welt von Washington aus gesehen

Zwischen Diplomatie und Realität klafft ja öfter eine Lücke, manchmal scheint das aber auch ein tiefer Graben zu sein…

Ein Beitrag in der Times of Israel

Zeiten(w)ende

Netanyahu – und in seinem Gefolge eine Mehrheit des israelischen Parlaments – hat für ein religiös-nationalistisches Projekt entschieden.

Christian Meier, seines Zeichens Korrespondent der konservativen Frankfurter Allgemeinen Zeitung, schreibt heute auf der ersten Seite:

„Im Innern wie nach außen hin präsentiert sich die Regierung als religiös-nationalistisches Projekt. Mit Blick auf den israelisch-palästinensischen Konflikt lässt sich die Ideologie, die einige der Koalitionspartner vertreten, als militaristischer jüdischer Suprematismus charakterisieren. Allen voran betrifft das die nationalreligiösen Politiker Bezalel Smotrich und Itamar Ben-Gvir. Sie haben lange verhandelt, um sich die gewünschten Zuständigkeiten zu sichern.

Nun erhält der Annexionsideologe Smotrich weitgehende Kontrolle über den Siedlungsbau, während der politische Pyromane Ben-Gvir so stark in die Arbeit der Polizei eingreifen darf wie kein Minister vor ihm.

Ben-Gvirs und Smotrichs Erfolg beruht auf wenigen, simplen Parolen. Im Mittelpunkt steht die Behauptung, die Juden würden von den Palästinensern an den Rand gedrängt – in Israel, aber auch in den besetzten Gebieten. Die Juden müssten wieder „Herren im eigenen Haus“ werden. Der Besen, mit dem dieses Haus ausgekehrt werden soll, ist eisern: Terroristen umstandslos erschießen, Soldaten vor Ermittlungen schützen, gegen Menschenrechtsorganisationen
vorgehen sind nur einige der Maßnahmen, die vorgeschlagen wurden, um sich gegen die Übernahme durch „die Araber“ und gegen deren Unterstützer zur Wehr zu setzen, allen voran gegen die EU.

Diese Umkehrung der Realität ist charakteristisch für Ben-Gvir und Smotrich. Sie bietet zugleich einen Schlüssel zum Verständnis ihres Erfolgs. Die israelische Gesellschaft ist von tiefen Gräben durchzogen, etwa zwischen Säkularen und Religiösen oder zwischen Israelis unterschiedlicher Herkunft. Hinzu kommt das seit 55 Jahren währende Besatzungsregime: Es hat die Israelis verhärtet und macht, wie selbst Regierungsmitarbeiter hinter vorgehaltener Hand zugeben, die Gesellschaft kaputt. Die Verbindung von Populismus und Fake News wirkt in
dieser Atmosphäre unwiderstehlich.“

***

Der bekannte israelische Schriftsteller David Grossmann sieht angesichts solcher Perspektiven kaum eine Zukunft für das bisher existierende Israel, vielmehr ein politisches, moralisches und soziales Chaos, in das die Demokratie in Israel versinkt. – Dazu sein Beitrag in der Haaretz vom 28. Dezember 2022.

***

und um 16:07 die diplomatische Ergänzung:

Bundeskanzler Scholz gratuliert dem Premierminister des Staates Israel, Benjamin Netanjahu

Pressemitteilung 392

Donnerstag, 29. Dezember 2022

Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (BPA)

Sehr geehrter Herr Premierminister,

zu Ihrer Amtsübernahme als Premierminister des Staates Israel übermittle ich Ihnen meine besten Glückwünsche.

Israel und Deutschland verbindet eine besondere und enge Freundschaft. Diese Grundlage der partnerschaftlichen Zusammenarbeit unserer beiden Länder werden wir weiter pflegen.

Für die anstehenden Aufgaben wünsche ich Ihnen gutes Gelingen, eine glückliche Hand und viel Erfolg.

Mit freundlichen Grüßen

Olaf Scholz, Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland



Mehrheit – wofür?

Der Spagat – für die einen, Quadratur des Kreises den anderen -, ob Israel ein jüdischer Staat, ein demokratischer Staat oder ein jüdisch-demokratischer Staat sei, bewegt das Land seit Anbeginn. Die neue Regierung des Jahres 2023 und die sie tragende parlamentarische Mehrheit kann – und wird? – das Land umbauen.

Ein Gastbeitrag im Tagespiegel von Suzie Navot, Professorin für Verfassungsrecht und Vizepräsidentin des Israel Democracy Institute, zu diesem Thema, das uns in den nächsten Monaten sicher noch oft beschäftigen wird.

Ausriß Tagesspiegel

Playing with Fire

… und es gibt viel leicht Entzündliches in der ‚Heiligen‘ Stadt‘ …

Alarming developments in coalition agreements and promised ministerial appointments following the Israeli elections in November have left many of us rightfully worried about the future of Israeli democracy and human rights in the region.

The incoming government, comprised of far-right extremist and Jewish supremacist politicians, is shaping up to give their parties profound power and control over a wide range of politically sensitive and explosive issues in East Jerusalem, the West Bank, and within the Green Line.

What does this mean for Jerusalem and the prospects for peace?

Ir Amim invites you to join us for a virtual event exploring the implications of the incoming government on Jerusalem and what it means for civil society organizations active in pursuing justice, equality, and the end of the occupation.

The event will take place on Zoom on Sunday, December 18th @ 12:30 Eastern US | 17:30 London | 19:30 Jerusalem
Register Here for Our Upcoming Virtual Event on Dec 18

** Zoom link will be sent upon registration **

Featuring the expert analyses of:

Professor Naomi Chazan, Professor Emerita of Political Science – Hebrew University of Jerusalem & former MK

Nivine Sandouka, Regional Chief of Staff – ALLMEP & Board Director – Hoqoqna

Ob nicht manche Vergleiche doch hinken?

Auf der Plattform fathomjournal.org reflektiert Kira Lewis über die Erfahrungen und Perspektiven der israelischen Labourparty mit Blick auf die deutsche Sozialdemokratie – soll da der Lahme dem Blinden helfen, oder gibt es gemeinsame Lernerfahrungen?

… aber Totgesagte leben ja bekanntlich länger …

Neu in der 9. Auflage …

Kleine Geschichte des israelisch-palästinensischen Konflikts

Von Jörn Böhme und Christian Sterzing, beide Jahrzehnte im diAk aktiv und unseren Anliegen verbunden …

Das Buch bietet einen kurzen, aber multiperspektivischen Überblick über die komplexe Konfliktgeschichte. Auch wird diskutiert, welche Friedensregelungen nach mehr als fünfzig Jahren israelischer Besatzung palästinensischer Gebiete noch denkbar sind und menschen- wie völkerrechtlichen Maßstäben genügen. Ist die international geforderte, aber heftig umstrittene Zwei-Staaten-Regelung noch machbar? Die Spaltung Palästinas, ein Rechtsruck in Israel und der völkerrechtswidrige Siedlungsbau sowie Krisen und Kriege in arabischen Staaten rücken den Frieden in immer weitere Ferne. Die Kernpunkte kontroverser Debatten werden knapp geschildert: eine erste Orientierung in einem vielschichtigen Diskurs.

978-3-7566-1527-8 | 248 S. | 9. überarbeitete, erweiterte und aktualisierte Auflage | 18,00 €

Eine andere Sicht der Dinge

Israels neue Regierung wird revolutionär sein

Israel Nachrichten – eine Kommentierung von Ariel Kahana:

„Israels außer Kontrolle geratenes Justizsystem wird endlich einer angemessenen Überwachung unterliegen, und die notwendigen Reformen werden das Leben in Judäa und Samaria verbessern.“

Was bleibt da zu sagen? Eine Herausforderung zu begreifen, daß hier über das gleiche Land gesprochen wird, es liest sich eher wie die Nachricht von einem anderen Planeten…

Ein Blick über den Teich

Fragen, die sich auch in Deutschland stellen (werden) …

Webinar Kurtzer Peace Now America