Arabisches Kino frei Haus

Film Programm LONELINESS / UNITY | الوحدة 
 
Kuratiert von Irit Neidhardt (mec film) ab 3.2. 2022 für vier Wochen bei AFLAMUNA online
Ohne Geoblocking, ohne Gebühren, mit Registrierung
LONELINESS/UNITY | الوحدة 
(das arabische Wort für Einsamkeit und Einheit ist im Arabischen identisch | in Arabic the word for loneliness and unity is the same)

Curatorial text by Irit Neidhardt

Many posters of Arab arthouse films of the past ten years show someone from behind or leaving, sometimes looking away. In rare cases where a character is looking at the camera there is still a distance, be it created by a curtain or by the person standing far afield. When the films show in Europe, the programmers usually do not use these posters. They look for a film still with the protagonist making eye contact with the viewer as is custom for the promotion of Western movies. As a distributor of several of these films, I first found this disturbing. Don’t programmers see that the person needs protection? At the same time, didn’t the director make the film to connect with the world? Looking at older Arab film-posters, it appears that protagonists of films dealing with loneliness are less hidden. What role does loneliness play in Arab cinema, and how did it change over time? Loneliness, the mental pain of being isolated, always relates to the social. It seems to be specific to the Arabic language, though, that the word for loneliness, wehda, also means unity. For example, in English, French, or German, loneliness and unity are antipodes. Painful isolation has been integral to Arab cinema since its inception. continue in English | in Arabic    
         
Die Filme | The Films (all Filme in arabischer Sprache mit englischen Untertiteln | all films in Arabic with English subtitles) 3.-10.2.2022

Fertile Memory (Michel Khleifi, Palestine 1980, 99 min)
Quneitra 74 (Mohamad Malas, Syria 1974, 20 min) kein Dialog | no dialogue 11.-16.2.2022
Man of Ashes (Nouri Bouzid, Tunisia 1986, 109 min)
The Memory (Mohamad Malas, Syria 1975, 13 min) 17.-23.2.2022
The Mice Room (Rufy’s Collective, Egypt 2014, 85 min)
Dry Hot Summers (Sherif Elbendary, Egypt 2015, 30 min) 24.2.-2.3.2022
Chronic (Mohamed Sabbah, Lebanon 2017, 99 min)

Wie wollen wir uns an die Shoa erinnern?

aspekte vom 28. Januar 2022 – mit Jo Schück

Beitrag in der ZDF Mediathek

Weihrauchstraße und Wüstenstädte im Negev

Zu finden in der ARD Mediathek


(An diesem Sonntag Gaudete schon ein kleiner Vorgeschmack, das Wort Vorduft kennt die deutsche Sprache ja nicht…)

Bei diesem Kulturdenkmal handelt es sich um die nabatäischen Wüstenstädte im Negev: Haluza, Mamshit, Avdat, Shivta. Früher lag dort das Reich der Nabatäer, Herrscher über die Handelswege, über die das kostbare Gut Weihrauch vom südlichen Arabien in die Metropolen Europas gebracht wurde.

Mandatspalästina von oben

Neu entdeckte Luftaufnahmen der deutschen Luftwaffe

Joseph Croitoru schreibt auf der Online-Plattform Qantara über neu entdeckte Luftaufnahmen der deutschen Luftwaffe, die belegen, daß sich die Militärführung im Zweiten Weltkrieg weit mehr für das von den Briten kontrollierte Palästina interessierte, als bislang bekannt war.

Filmtipp: Die tausend Türen

Ein Film von Daniel Cohn-Bendit und Niko Apel in der ARD-Mediathek

„Ich bin Jude. Was bedeutet das?“, fragt sich Daniel Cohn-Bendit in diesem begegnungsreichen Film. Er bricht auf nach Israel und beginnt eine persönliche Suche nach seinem eigenen Judentum. Die Menschen und Orte, denen er auf seiner Reise begegnet, könnten unterschiedlicher kaum sein, und doch kreist die Diskussion immer um die zentrale Frage dieses Films: Was ist „Jüdische Identität“?
Auf seiner Reise wird er – immer wieder von Neuem – auf sein Verhältnis zum eigenen Judentum zurückgeworfen und gezwungen, es zu überprüfen. Cohn-Bendit diskutiert mit liberalen und ultrafrommen Juden, mit einer Siedlerin in der Westbank, einem Palästinenser in Ost-Jerusalem und sogar mit einem besatzungskritischen Ex-Geheimdienstchef, der zugibt: Wäre er ein Palästinenser, würde er zu den Waffen greifen.“

Und ausführlicher Artikel dazu auf der Website des Süddeutschen Zeitung von Nils Minkmar.

Emmy-Auszeichnung: Film über die Anwältin Lea Tsemel

Dokumentarfilm über die bekannte Menschenrechtsanwältin Tsemel in der Kategorie „Best Documentary“ mit einem „Emmy Award 2021“ ausgezeichnet

Der vom SWR koproduzierte, 90-minütige Dokumentarfilm „Lea Tsemel, Anwältin“ (OT: „Advocate“) ist beim „42. Annual News and Documentary Emmy Award“ als bester Dokumentarfilm („Best Documentary“) ausgezeichnet worden. Die Produktion war zudem für einen zweiten Emmy in der Kategorie „Outstanding Politics and Government Documentary“ nominiert. „Lea Tsemel, Anwältin“ erzählt die bemerkenswerte Geschichte einer israelischen Rechtsanwältin und ihres Kampfs für Gerechtigkeit – insbesondere für palästinensische Angeklagte, die in Israel vor Gericht stehen.

Anläßlich der Auszeichnung ist der Film ab 1. Oktober für drei Wochen in der ARD Mediathek zu sehen sein.

Der Patriarch des Volkes

Verzweiflung und Hoffnung aus dem Heiligen Land

Eine Hybrid-Veranstaltung am 24. September 2021 um 18:00 Uhr über und mit Patriarch em. Dr. Michel Sabbah

Der Priester und ehemalige Präsident der katholischen Universität Betlehem, Dr. Michel Sabbah, war von 1987 bis 2008 das Oberhaupt der katholischen Kirche von Israel, Palästina, Jordanien und Zypern. Johannes Paul II. p.p. hatte den Palästinenser 1987 zum Lateinischen Patriarchen von Jerusalem ernannt. 2008 stimmte Benedikt XVI. p.p. zu, daß Patriarch Sabbah sich im Alter von 75 zur Ruhe setzte. Von 1999 bis 2007 war Patriarch Sabbah Präsident von pax christi international. Er ist immer noch aktiv in vielen Initiativen und Aktivitäten, um seine humane und spirituelle Botschaft in Palästina und in der Welt zu verbreiten.


Im Rahmen der weltweiten Ökumenischen Woche für Frieden in Israel und Palästina des Weltkirchenrates.

VeranststaltungProgramm

Die Oslo-Tagebücher

Was alles möglich schien – als alles möglich schien!

„In Oslo hatte man sich in geheimen israelisch-palästinensischen Friedensverhandlungen angenähert. Frieden schien möglich. Der Dokumentarfilm von Mor Loushy und Daniel Sivan erzählt die wahre Geschichte jener Akteure, die damals versuchten, Frieden zu schaffen.

Im September 1993 gaben sich Israels Ministerpräsident Yitzchak Rabin und Jassir Arafat, Vorsitzender der palästinensischen Befreiungsorganisation PLO, auf dem Rasen des Weißen Hauses die Hände. Eine historische Geste der Versöhnung: Zwei erbitterte Feinde präsentierten sich als Partner.

Im Vertrag von Oslo hatten sie sich verpflichtet, gemeinsam eine Lösung des Konflikts zu finden. Unter strikter Geheimhaltung war er in Norwegen ausgehandelt worden. Von einer Gruppe mutiger Unterhändler, zwei israelischen Professoren und drei PLO-Mitgliedern. Die ehemals erbitterten Feinde einte die Überzeugung, daß das Blutvergießen auf beiden Seiten endlich gestoppt werden müsse.

Die internationale Koproduktion Die Oslo Tagebücher dokumentiert im Film zum ersten Mal, was wirklich bei den geheimen israelisch-palästinensischen Friedensverhandlungen in Norwegen 1992/93 geschah. Der Dokumentarfilm erzählt exklusiv aus der Sicht der wichtigsten Akteure, wie es zu diesem Friedensabkommen kam, und fragt, warum sich die Hoffnungen von Oslo nicht erfüllten.

Für den packenden Politthriller konnten die Autoren Mor Loushy und Daniel Sivan die ergreifenden persönlichen Aufzeichnungen der damals Beteiligten nutzen. Wie in ihrem vorigen, preisgekrönten Film Censored Voices arbeiten sie mit noch nie gezeigtem Archivmaterial.“

Geschichte (aus) einer anderen Generation – (Leider nur) Bis zum 19.September .2021 in der 3sat-Mediathek verfügen. Unbedingt ansehen.

Blutige Linien – Die Grenzziehung von Sykes-Picot im Nahen Osten

Dokumentation auf 3SAT

Noch bis zum 26. September ist die Dokumentation Gerhard Jelinek zu sehen

Der Bürgerkrieg in Syrien, das grausame Schlachten des IS, die Fehden zwischen Sunniten und Schiiten im Irak: Der Nahe Osten ist ein Dauer-Brandherd der Welt – und das nicht erst kürzlich. Gelegt wird das Feuer bereits während des Ersten Weltkrieges, als England und Frankreich die Landkarten zwischen Damaskus und Bagdad im Handstreich neu zeichnen.

Noch während der Erste Weltkrieg 1916 mit voller Härte tobt, ziehen der Engländer Sir Mark Sykes und der Franzose Francois Georges-Picot nach der erwarteten Niederlage des Osmanischen Reiches neue Grenzlinien in den arabischen Sand – ohne Rücksicht auf ethnische und kulturelle Strukturen zu nehmen. Es wurden je drei Provinzen des Osmanischen Reiches vereinigt, aus denen später die Staaten Irak und Syrien hervorgingen.

Den beiden Großmächten geht es vor allem darum, sich längerfristig Einfluß im Nahen Osten zu sichern

STRG_F: Impfgeschichte(n) im Film

Eine sehr engagierte Reportage auf dem ARD/ZDF-Format „Funk“ aus Israel und Palästina, mit einer jungen Journalistin, die auch Israelin ist; am Schluß ein kurzes Gespräch mit Amira Hass, Korrespondentin der liberalen israelischen Tageszeitung „Haaretz“ bei Ramallah (Palästina). Das Votingergebnis bei Youtube und die Kommentare etwa bei Facebook sind (fast) so interessant wie der Film.