Krieg beginnt in den Köpfen

Mit dem völkerechtswidrigen Überfall auf die Ukraine ist der Krieg nach Europa zurückgekehrt.  Der Angriffskrieg ist begleitet von ideologischen Umdeutungen der Politik der letzten Jahrzehnte, die mit der Hoffnung einer dauerhaften Friedensordnung, ausgehend von Europa, verbunden war.

Die Arbeit des diAk war und ist einer Friedensordnung in allen gesellschaftlichen Bereichen verpflichtet.  Dabei  ist es uns wichtig, immer wieder darauf hinzuweisen, daß Geschichtsnarrative, die Feindbilder begründen sollen, einen Teil der Kriegsführung darstellen. 

Wir weisen daher hier auf den aktuellen Aufruf des Arbeitskreises Historische Friedensforschung hin.

Erklärung des AKHF zum Krieg in der Ukraine 2022 – Arbeitskreis Historische Friedens- und Konfliktforschung e.V. (historische-friedensforschung.org)

Es ist nicht nur die Rheorik…

… die geschichtlichen „Vergleiche“ können schon erschrecken. Aber der Schrecken ist auch so groß genug: Yad Vashem zur Nazi-Rhetorik im Konflikt.

Jan Bazuin – Tagebuch eines Zwangsarbeiters

Buchvorstellung und Gespräch mit
Barbara Yelin, Barbara Beuys, Paul-Moritz Rabe, Judith Heitkamp, Monika Franz, Rupert Grübl, Leon Bazuin (u.a.)

23.02.2022 | 19.00 Uhr

Rotterdam, im Herbst 1944: Der neunzehnjährige Jan Bazuin erlebt den Hungerwinter. Täglich muss Brennmaterial und Essbares ‚organisiert‘ werden. Sein Vater droht, ihn von den Deutschen abholen zu lassen, wenn er nicht auszieht. Einziger Lichtblick ist die Freundin Annie. Doch Anfang Januar 1945 ändert sich alles. Jan wird zur Zwangsarbeit nach Bayern verschleppt…

Das kürzlich entdeckte Tagebuch des jungen Niederländers Jan Bazuin überrascht durch seinen ungekünstelten, jugendlichen und selbst in größter Not optimistisch klingenden Ton. Die Aufzeichnungen enden am 23. April 1945, kurz nach Jans riskanter Flucht aus dem Lager in München-Neuaubing, also genau von dort, wo das NS-Dokumentationszentrum derzeit die Einrichtung eines Erinnerungsortes plant. 

Der Text ist für die Forschung eine wichtige Quelle. Vor allem aber führt er ganz voraussetzungslos und intensiv vor Augen, wie ein Jugendlicher Deportation und Arbeitslager in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs erlebte. Die Zeichnerin Barbara Yelin hat die knappen, schnörkellosen Notizen illustriert und macht so das Geschehen auf unheimliche Weise präsent. Paul-Moritz Rabe hat das Tagebuch editiert und mit einem Nachwort versehen.

Ort NS-Dokumentationszentrum München und via Livestream unter www.youtube.com/nsdoku

Teilnahme kostenfrei – Keine Anmeldung notwendig

Veranstalter NS-Dokumentationszentrum München in Kooperation mit dem Verlag C.H. Beck und der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit

AFTERWARD 

Zoom-Podiumsdiskussion mit der Filmemacherin Ofra Bloch | (Mit Entgelt)

Jerusalem-born trauma expert Ofra Bloch forces herself to confront her personal demons in a journey that takes her to Germany, Israel and Palestine. Set against the current wave of fascism and anti-Semitism sweeping the globe, AFTERWARD delves into the secret wounds carried by victims as well as victimizers, through testimonies ranging from the horrifying to the hopeful. Seen as a victim in Germany and a perpetrator in Palestine, Bloch faces those she was raised to hate as she searches to understand the identity-making narratives of the Holocaust and the Nakba, violent and non-violent resistance, and the possibility of reconciliation. The film points towards a future – an “afterward” – that attempts to live with the truths of history in order to make sense of the present.

Es kostet ca 12 EUR entsprechend einer Kino-Karte, dafür gibts den Film drei Tage vorher zum Anschauen, um dann die Podiumsdiskussion zu verfolgen.


Hier ist der Link zum Anmelden:
https://stillpoint.org/event/afterward-international-film-screening-and-panel-tickets-254764285837

An der Podiumsdiskussion nehmen teil:

Bassam Aramin
 lives in Jericho in the West Bank. At the age of 17, he was incarcerated and spent 7 years in an Israeli jail. He is the former Palestinian Co-director of the Parents Circle – Families Forum.

Thomas Casagrande, Dr. phil., teacher and political scientist. He published books on the history of “Volksdeutsche” in the Waffen-SS.

>>  https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Casagrande

Pamela Cohn is a film curator, nonfiction story consultant, and writer. Learn more about Pamela: 
>> http://www.pamelacohn.com/

Aleksandar Dimitrijevic, PhD, is a clinical psychologist and psychoanalyst. He works as a lecturer at the International Psychoanalytic University – IPU, Berlin and in private practice. 
>> http://berlinpsychoanalyst.com/about/

Rechtsextremismus in Institutionen

„Ein besonderes Anliegen wird mir sein, die größte Bedrohung, die derzeit unsere freiheitlich demokratische Grundordnung hat, den Rechtsextremismus, zu bekämpfen.“

so Nancy Faeser kurz nach ihrem Amtsantritt als Innenministerin der neuen Bundesregierung.

Die Beiträge: Was ist rechts und was extrem? | Die AfD auf dem Weg der Radikalisierung | Rechtsextremismus und der Verfasungsschutz | Brandmauern und Brückendiskurse. Rechtsextremismus in der Bundeswehr | „Tiefer Staat“? | Vorkommnisse, Vorfälle, Einzelfälle? Rechtsextremismus in der Polizei | Das Rechte im Recht. Rechtsextremismus in der Justiz | Gewerkschaften und die radikale Rechte | „Politische Bildung“ von rechts

Der Analyse dieses Phänomens, speziell dem Rechtsextremismus in Institutionen, nimmt sich nun auch die POLITIKUM an.

Zur Inhaltsübersicht – Den zentralen Grundlagentext „Was ist rechts und was extrem?“ aus der POLITIKUM gibt es zurzeit als kostenlose Leseprobe. Ausführlichere Würdigigung vorgesehen.

Wie wollen wir uns an die Shoa erinnern?

aspekte vom 28. Januar 2022 – mit Jo Schück

Beitrag in der ZDF Mediathek

Straßenumbenennungen in Berlin

Der Intendant der Komischen Oper warnt vor „Listen“ von Namensgebern für Straßen und sagt: „Wir haben im 20. Jahrhundert genug von deutschen Listen gesehen.“ Und: „Mir soll kein Nicht-Jude mehr sagen, was antisemitisch ist.“

Im Dezember hat der Berliner Antisemitismus-Beauftragte Samuel Salzborn ein Dokument vorgelegt, das 290 Straßennamen mit antisemitischen Bezügen auflistet. Angefertigt hat es in Salzborns Auftrag ein Historiker, dieser schlägt bei rund 100 Namen eine Umbenennung vor. Getilgt werden soll etwa der Name Martin Luther, aber auch der des Komponisten Richard Wagner. Barrie Kosky, der Intendant der Komischen Oper Berlin, ist Jude. Was sagt er zu der Debatte?“

Rabbiner Martin Riesenburger zur Wannseekonferenz (1962)

Ein Bild-/Filmdokument aus dem DRA (Aktuelle Kamera) – Ein Blick (nicht nur) auf DDR-BRD Beziehungen

Die Jüdische mit der Allgemeinen Proletarischen Bewegung zu vereinen

Neuerscheinung: Riccardo Altieri, Bernd Hüttner, Florian Weis (Hrsg.)

„Die Jüdische mit der Allgemeinen Proletarischen Bewegung zu vereinen“

In der Rosa-Luxemburg-Stiftung ist ein neuer Band mit höchst interessanten Beiträgen zu „Jüdinnen und Juden in der Internationalen Linken“ erschienen. Das Themenspektrum ist vielfältig und beinhaltet unter anderen Fragen der osteuropäischen Linken Ende des 19. Jahrhunderts, Persönlichkeiten in ihrem historischen Umfeld, so Rosa Luxemburg, Jürgen Kuczynski und Theodor Bergmann, aber auch Erfahrungen und Fragen von Linken in Großbritannien und Südafrika.

Beim Lesen fielen, neben der Thematik an sich und der akademischen Gründlichkeit, zwei Zugaben des kleinen Bandes besonders auf: Zum einen die zahlreichen Fußnoten mit interessanten Informationen sowie reichhaltigen und bemerkenswerten Quellen. Zum zweiten ist der abschließende Teil „Zum Weiterlesen“ mit Hinweisen zum Thema auf verschiedenen Gebieten sehr zu empfehlen. Möge die gesamte Broschüre an sich viele Leserinnen und Leser finden!

Aus der Einführung:

DIE LINKE, JÜDINNEN UND JUDEN UND DIE «JÜDISCHE FRAGE»

Vielleicht war es Isaac Deutscher (1907–1967), der mit seinem Vortrag «The Non-Jewish Jew» im Jahr 1958 das passende Stichwort für die Mehrheit der jüdischen Linken geliefert hat, um die jeweils eigene religiös-ethnisch-kulturelle Identität kurz und treffend umschreiben zu können: Denn ungeachtet des Umstands, dass sie oftmals mit der Tradition ihrer Vorfahr*innen gebrochen und einen säkularen Weg gewählt hatten, wurden sie durch Fremdzuweisung infolge religiöser Intoleranz und übersteigerter Nationalismen weltweit immer wieder auf ihre jüdische Herkunft reduziert und somit eben zu «nichtjüdischen Juden». Michael Löwy sieht in der «Wahlverwandtschaft» (Max Weber) zwischen revolutionärer Weltanschauung und der jüdischen Hoffnung auf Erlösung ein Spannungsverhältnis, das die Positionen und das Denken von Persönlichkeiten wie Hannah Arendt (1906–1975), Walter Benjamin (1892–1940), Ernst Bloch (1885–1977), Erich Fromm (1900–1980) oder Leo Löwenthal (1900–1993) massiv beeinflusst habe. Dabei ist eine Tradition dessen, was unter dem Begriff der «Linken» subsumiert werden kann, mit Jack Jacobs in den Idealen der Französischen Revolution (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit bzw. Solidarität in heutiger Sicht) zu suchen, das heißt aufseiten derjenigen, die die Revolution damals unterstützten. Jüdische Jakobiner*innen gab es zwar, sie waren allerdings eher eine Randerscheinung….“

Der Band ist online abrufbar unter: https://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/luxemburg_beitraege/beitraege_5_Juden_in_der_Linken.pdf

Das bleibt auch 2022 eine zentrale Aufgabe

Widerstand gegen Rechtsextremismus

Die Friedrich Ebert Stiftung hat Empfehlungen zusammengestellt für die besten Graphic Novels zum Thema Rechtsextremismus und Radikalisierung. Der Autor Dr. Thomas Greven ist ein Kenner des Genres und hat – ganz subjektiv und nicht abschließend – seine TOP 5 ausgewählt und weitere 10 Empfehlungen gegeben.

Hier geht es zum direkten Download: http://library.fes.de/pdf-files/pbud/18709.pdf

Und hier finden sich alle weiteren Expertisen für Demokratie und Impulse gegen Rechtsextremismus der FES aus den vergangenen Jahren.