Liberale Tradition und Faschismus

Der europäische Faschismus wird üblicherweise als ein Angriff auf die liberale Politik, Kultur und Wirtschaft beschrieben. Ishay Landa, Professor für Geschichte an der Open University of Israel, betont hingegen die lange vernachlässigte Wesensverwandtschaft zwischen liberaler Tradition und Faschismus. Weit davon entfernt, die Antithese des Liberalismus zu sein, war der Faschismus sowohl in seiner Ideologie als auch in seiner Praxis dialektisch dem Liberalismus, insbesondere seiner wirtschaftlichen Variante, verhaftet.

Landa untermauert seine These durch eine prägnante Lesart politischer Denker von Locke und Burke bis hin zu Proudhon, Bagehot, Sorel und Carl Schmitt. Der Faschismus, so Landa, war das organische Ergebnis von Entwicklungen, die zum Großteil innerhalb der liberalen Gesellschaft und Ideologie stattfanden. Er war der extreme Versuch, die Krise des Liberalismus zu lösen, indem man dessen innere Widersprüche durchbricht, um die Bourgeoisie auf diese Weise vor sich selbst zu retten.

Ishay Landa ist Historiker an der Israeli Open University. Im Zentrum seiner wissenschaftlichen Arbeit als Ideenhistoriker steht die Rekonstruktion der intellektuellen Genealogie des Faschismus und seine komplexe Beziehung zur Geistesgeschichte des Westens. Sein neues Buch Der Lehrling und sein Meister. Liberale Tradition und Faschismus, ist in der deutschen Übersetzung von Raul Zelik am 7. Juli beim Dietz Verlag Berlin, aus dessen Pressemitteilung hier auch zitiert wird, erschienen.

„Eliterecht und Massenpflicht“, so betitelt die Tageszeitung Junge Welt den Auszug aus dem ersten Kapitel des Buches von Ishay Landas.

Esther Bejarano (1924-2021) z”l

in memoriam

Am heutigen 10. Juli 2021 ist die große Kämpferin und Aktivistin, Überlebende des KZ Auschwitz-Birkenau, gestorben – geboren am 15. Dezember 1924 in Saarlouis, begriff sie den 3. Mai, den Tag ihrer Befreiung 1945, immer als ihren 2. Geburtstag – r.i.p.

Hier der Nachruf auf der Seite des VVN-BdA, dessen Ehrenpräsidentin sie war.

Photo von der Seite des VVN-BdA

Nachruf auf Deutsche Welle

Würdigung durch Kulturstaatsministerin Grüters

Haaretz obituary.

Trauerrede von Rolf Becker auf der Beerdigung am 18. Juli 2021

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Auch die Zeitschrift M&R gedenkt des politischen und künstlerischen Wirkens der vor im Juli 2021 verstobenen hoch geachteten Esther Bejarano und bringt Veranstaltungen und Interviews mit ihr.

Zusammen denken heißt auch zusammen erinnern

Erinnerungszeremonie am Montag, 12. Juli 2021

Am Montag, 12. Juli 2021 findet die zweite gemeinsame online veranstaltete Zeremonie der Compatants for Peace zur Erinnerung an die Nakba statt, der bei vorheriger Registrierung live beigewohnt werden kann.

Corona-Verschwörungstheorien im Faktencheck

Wie gelingt Aufklärung in der Schule? Online-Materialkoffer erschienene

Die Corona-Pandemie verunsichert viele Menschen. Das begünstigt die Verbreitung von Verschwörungstheorien. Auch Kinder und Jugendliche sind zunehmend mit diesen konfrontiert. Wie Lehrerinnen und Lehrer dieses komplexe Thema im Unterricht aufgreifen und zu einem kritischen Umgang mit Querdenkern und Co. anregen können, zeigt der Politikdidaktiker Prof. Dr. Andreas Petrik von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) in einem Beitrag im Fachjournal ‚Gesellschaft. Wirtschaft. Politik'“. Er entwickelte einen konkreten Vorschlag für eine Unterrichtseinheit, in der sich Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen Verschwörungstheorien auseinandersetzen sollen.

Zu den Online-Unterrichtsmaterialien

„Der Verschwörungsglaube erschüttert die Grundfesten unserer Demokratie. Im schlimmsten Fall führt dies nicht nur zur Politikverdrossenheit und Wissenschaftsfeindlichkeit, sondern zu Gewalt, wie wir beispielsweise bei den Querdenken-Demonstrationen sehen können“, sagt Prof. Petrik, der an der MLU Didaktik der Sozialkunde und politische Bildung lehrt. Schulen hätten die Aufgabe, Kinder und Jugendliche über Verschwörungstheorien und die rhetorisch-manipulativen Mittel, die zu ihrer Verbreitung genutzt werden, aufzuklären, so Petrik.

Zur Pressemitteilung des idw

#dontwaitasinglemoment –

Manifest der Zivilgesellschaftlichen Organisationen

Schluß mit der Lethargie gegenüber der AfD und ihrer Stiftung!

Dreizehn prominente zivilgesellschaftliche Organisationen rufen im Sommer 2021 in einem „Manifest der Zivilgesellschaft“ die Fraktionen im deutschen  Bundestag dazu auf, ihre apathische Haltung gegenüber Parteien wie der AfD und ihrer Desiderius-Erasmus-Stiftung aufzugeben. Sie sollen schnellstmöglich ein Demokratiefördergesetz auf den Weg bringen, das sicherstellt, daß Verfassungsfeinde keine Steuergelder erhalten.

Online-Präsenz

The Politics of the Antisemitism Definition of the IHRA in Germany

Panel discussion will take place on July 6, 2021 | 19:30-21:00 (CET)Academia for Equality lädt zu einem Zoom-Meeting ein.

Zu einem der Diskussionsteilnehmer siehe unseren Blogbeitrag: Nur in Deutschland

https://us02web.zoom.us/j/84389650091?pwd=ckZWQXZCVUw0V2JmREIzeE1CaFZBQT09

Zoom-Meeting beitreten

Meeting-ID: 843 8965 0091 – Kenncode: 130801

Wo fängt Antisemitismus an?

Die Jerusalemer Erklärung bleibt weiter in der Diskussion, damit hat sie schon ein wichtiges Ziel erreicht, nämlich kontroverse Auseinandersetzung, aufrichtiges Ringen im besten Falle. Hier der Beitrag von Sarah Judith Hofmann auf der Platfform Qantara.

22. Juni

Gedenke!

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Über den Weg als Panzersoldat der Roten Armee bis zur Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz und Lehren aus dem Zweiten Weltkrieg. Sevim Dagdelen (MdB Die Linke) im Gespräch mit David Dushman.

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Gedenken und Verantwortung – 80 Jahre Überfall auf die Sowjetunion

Eine Veranstaltung der Bundestagsfraktion Die Grünen (16.00 im Livestream), später auf Youtube.

Claudia Roth MdB, Vize-Präsidentin des Deutschen Bundestag | Agnieszka Brugger MdB, stellv. Fraktionsvorsitzende | Manuel Sarrazin MdB, Sprecher für Osteuropapolitik | Dr. Irina Rebrova, Zentrum für Antisemitismusforschung TU Berlin | Uwe Neumärker, Historiker und Direktor des Mahnmals für die ermordeten Juden Europas | Irina Scherbakowa, Historikerin, Autorin, Gründungsmitglied MEMORIAL | Katja Petrowskaja, Ukrainische Journalistin und Autorin, Trägerin des Ingeborg-Bachmann-Preis | Serhij Zhadan, Ukrainischer Autor – Künstlerische Beiträge von Juriy Gurzhy, Wladimir Kaminer, Koob Dele und Sasha Lurje.

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Und ein Blick aus der Schweiz.

Must read: Hanno Hauenstein zur aktuellen Debatte

Eigentlich soll man:frau mit Superlativen ja vorsichtig sein – aber diesen Beitrag in der Berliner Zeitung sollte gelesen haben, wer zu aktuellen Debatte eine vernüftige, pointierte und zudem auch eloquent geschriebene Position sucht: Hanno Hauenstein in der Berlienr Zeitung: Antisemitismus in Deutschland: Warum Springer-Medien hysterische Kritik üben

Eichmann im Kalten Krieg

Die deutsch-deutsche Berichterstattung über den Eichmann-Prozeß

Herausgeberinnen: Judith Keilbach und Irmgard Zündorf

Online Booklet: https://absolutondemand.de/booklet/eichmann-im-kalten-krieg/

Der Prozeß gegen Adolf Eichmann, der 1961 in Jerusalem stattfand, gilt als Wende­punkt der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Holocaust. Kaum ein anderes Land berichtete ausführlicher über das Gerichtsverfahren als die BRD. Der NDR hatte zwei Korrespondenten entsandt, die in 36 Sendungen der Reihe Eine Epoche vor Gericht darüber hinaus das Land Israel vorstellten. In der DDR wurde keine eigene Sendung zum Prozeß entwickelt, aber sowohl in der Aktuellen Kamera als auch im Schwarzen Kanal wiederholt berichtet.

Die Thematisierung des Prozesses diente hier primär dazu, auf mögliche frühere NS-Täter in der Bonner Regierung zu verweisen. Das spannend zusammengestellte Material aus TV und Presse offenbart die Zuspitzung des deutsch-deutschen Konflikts und die Rhetorik des Kalten Krieges.

Bearbeiterinnen: Tabea Georges, Linda Graul, Anna Kokenge, Vivien Püschel

DVD mit Begleitbooklet: 14,90 € – 978-3-8488-2016-0 – absolut MEDIEN

Bestellbar auch über : bestellung@aphorisma.eu

Das Online Booklet: https://film.absolutmedien.de/ Eichmann im Kalten Krieg

https://absolutmedien.de/bilddatenbank/isbnbilder/2016/9783848820160.jpg