Historikerstreit versus Illiberalismus

„Wir haben keinen neuen Historikerstreit, sondern einen neuen Illiberalismus“

Im Mai dieses Jahres erschien der Essay Der Katechismus der Deutschen, mit dem sein Verfasser, der Genozidforscher Dirk Moses, internationales Aufsehen erregte. Der in den USA lehrende australische Wissenschaftler „entfachte laufende Diskussionen über das Verhältnis des Holocaust-Gedenkens zur vergleichsweise zaghaften Erinnerungskultur gegenüber den deutschen Kolonialverbrechen – sowie über die Frage der historischen Singularität des Holocaust und die Grenzen der Meinungsfreiheit im deutschen Diskurs“, führte die Berliner Zeitung die Debatte weiter. In der Wochenendausgabe stand keine weitere Rezeption zum Text Moses‘ sondern Dirk Moses selbst antwortete seinen Kritikern.

Steingewordener Schlußstrich

Zur Debatte des Umgangs mit der eigenen Geschichte war am 24. Juli 2021 ein wichtiger und bemerkenswerter Text des Historikers Jürgen Zimmerer in der Berliner Zeitung erschienen:  

„Warum das Humboldt-Forum ein steingewordener Schlussstrich ist

Das neu eröffnete Humboldt-Forum, so der Autor, bedeute das Ende deutscher Demut: In ihm spiegelten sich die erinnerungspolitischen Debatten unserer Zeit.

Erinnerung ist nicht teilbar, aber mitteilbar

Was ein Baum zu erzählen hat

In der neuen Ausgaben (August 2021) von This Week in Palestine findet sich eine kleiner Essay von Claudette Habesch, die viele Jahre ehremamtliche Präsidentin der Caritas in Jerusalem war. Sie erinnert an ihre Jugend und die ihres verstorbenen Mannes, beide wurden aus Talpiot (Talbiyeh), heute in West-Jerusalem, vertrieben.

This Week in Palestine

Geschichte vergeht nicht

Ein Forschungsprojekt widmet sich Tausenden Büchern von Shoa-Opfern, die diese in Berlin zurücklassen mußten.

Ein Beitrag von Andreas Förster in der Frankfurter Rundschau

„Hölzerne Munitionskisten stehen in einem Raum, jede ist gut einen Meter lang und etwa 50 Zentimeter breit. Ihre graue Farbe ist abgeschabt, das Holz rissig, die metallenen Ecken sind angerostet. Aber es liegen keine Patronen oder Granaten darin, sondern Bücher. Tausende. Kleine und große, viele mit grauen, schmucklosen Buchdeckeln, andere mit kunstvoll gestaltetem Einband. Alte Bücher in alten Kisten. Ein Schatz?“

Virtuelle Ausstellung

Leben im Exil“ – so heißt es in der Digitalen Kunsthalle von ZDFkultur. Sie erzählt die bewegenden Geschichten von neun Menschen: von Irma und Hanns W. Lange, Mutter und Sohn; von den Antifaschist*innen Hubertus Prinz und Helga Prinzessin zu Löwenstein; dem Schriftsteller Walter Meckauer und seiner Familie; dem Photographen Eric Schaal und der späteren Bestsellerautorin Stefanie Zweig. Sie alle waren aufgrund ihrer jüdischen Herkunft oder politischen Haltung gezwungen, während der NS-Zeit aus Deutschland zu fliehen.

Anhand ausgesuchter Objekte und Dokumente aus dem Deutschen Exilarchiv 1933–1945 – die sich sozusagen digital ergehen lassen – zeichnet die Ausstellung ihre Lebenswege nach. Die Ausstellung ist ein gemeinschaftlich kuratiertes Projekt zwischen dem Deutschen Exilarchiv und ZDFkultur (-> soviel nur nebenbei zum Inflationsausgleich für die öffentlich-rechtlichen Programme….)

Photo: ZDF Digital, Patrick Pees

2. August – Europäischer Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma

Landkarte Europas von 1942 mit der Überschrift: Stätten des Völkermords an den Sinti und Roma im nationalsozialistisch besetzten Europa. Markiert sind die Grenzen des Deutschen Reiches mit annektierten und besetzten Gebieten und denen verbündeter oder neutraler Staaten. Auf der Karte sind mit Punkten und Symbolen Vernichtungslager, KZ-Lager, Nebenlager sowie die Orte von Deportationen und Massenerschießungen markiert
Quelle: Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma

Ein ausführlicher Beitrag auf der Seite der Deutschen Welle.

A Picture of the Nation

Welche Auswirkungen hatten und haben die Maßnahmen der Regierung 2020 und 2021 auf Gesellschaft und Wirtschaft Israels? Im aktuellen Picture of the Nation des Taub Center for Social Policy Studies in Israel legt Prof. Dr. Avi Weiss die Probleme und Veränderungen in Israel dar. Besonders interessant sind die Teile des Berichts, in denen Weiss Israel in Zahlen und Fakten mit anderen Industriestaaten vergleicht.  

Über die Verwendung des Begriffs ‚palästinensisch‘

Eine Untersuchung von Emanuel Beska und Zachary Foster | ACADEMIA Letters

Während die einen sagen, es gibt das Land nicht und auch nicht das ‚Volk‘, ist für die anderen der Rückgriff auf vorrömische Zeiten der einzige Weg … Wie der Begriff „Palestinian“ sich am Ende des Osmanischen Reiches in seiner Verwendung entwickelt hat, dazu hier eine interessante aktuelle Untersuchung.

CC BY 4.0

Nach 76 Jahren …

Endlich: Verlag beendet Ehrung von Nazis

Wichtige juristische Nachschlagewerke heißen bis heute nach NSDAP-Mitgliedern. Der Münchner Verlag C. H. Beck reagiert nun auf jahrelange Kritik – und vollzieht einen radikalen Schnitt.

(Ob die Auswahl konservativer neuer Namenspatrone ein zukunftsweisender Schritt ist?)

Erinnern … und Erinnerungsarbeit

Ein spannender Bericht aus Anlaß des 100. Geburtags von Hannah Szenes, die in Israel als ‚Heldin‘ bekannt ist und weiter verehrt wird. Die Fallschirmspringerin