Die Friedrich Eberst Stiftung (Israel-Büro) hat den neuen Medienspiegel „Schlaglicht Israel“ veröffentlicht. Darin werden Schwerpunktthemen israelischer Politik in israelischen Tageszeitungen präsentiert. In der aktuellen Ausgabe für die Zeit vom 16. bis 31. Oktober 2021 geht es unter anderem um die Entscheidung Minister Gantz', sechs palästinensische NGO zu 'Terrororganisationen' zu erklären.
Kategorie: Demokratie
Auch – und nicht nur auch – ihre Stimme hören
Die Auseinandersetzung um Nemi El-Hassan
In einem langen Beitrag, der in Englisch auch auf der Seite des US-amerikanischen Forward zugänglich ist, äußert sich die deutsch-palästinensische Journalistin nun selbst [- und auch dieser Beitrag wird direkt wieder zum Anlaß „wütender“ Polemiken].
„Die Reaktion des WDR zeigt exemplarisch, dass es schlecht steht um die vielfach gerühmte Debattenkultur in diesem Land. Was ich dabei vermisse, ist Ehrlichkeit.“ – so El-Hassan.
Nicht nur dieser Fall zeigt, wieweit unser Weg in Deutschland noch ist, die unterschiedlichen Narrative aller, die dieses Land ausmachen, zu hören, zu würdigen und einen Weg zu finden diese Pluralität auszuhalten und dabei weiter zu versuchen, unserer geschichtlichen Verantwortung gerecht zu bleiben – diese Aufgabe war nie einfach, aber sie darf nicht in Frage stehen.
Von Jerusalem nach München…
Erinnerungen, Einschätzungen, Hoffnungen zur Geschichte, Gegenwart und Zukunft Israels und Palästinas
Judith Bernstein und Adrian Paukstat im Gespräch mit dem Dialoggruppen-Mitbegründer Fuad Hamdan und Dr. Jochim Varchmin
Veranstaltung im Rahmen der Münchner Friedenswochen | Montag, 15. November 2021 von 19:00 bis 22:00 Uhr
Neuer Raum:
Liberales Zentrum, Bichlerstr. 72 – ehemaliger Kiosk am stadteinwärts führenden Gleis. Die S7 braucht von München-Hbf. ca. 20 Minuten bis nach Solln. Abfahrt alle 20 Minuten z.B. 17:53, 18:13, 18:33 usw.
Saal der Münchner Aidshilfe, Rückgebäude, Lindwurmstraße 71.
U3 / U6 Goetheplatz – für die Veranstaltung gelten die 3G-Regel
Judith Bernstein und Adrian Paukstat von der Jüdisch-Palästinensischen Dialoggruppe berichten an diesem Abend über ihre persönlichen Erfahrungen und politischen Einschätzungen zur Situation in Israel und Palästina, sowie den Stand der politischen Kämpfe für Frieden und Gleichheit sowohl in Deutschland als auch vor Ort. – Im Rahmen eines öffentlichen Interviews werden dabei sowohl politische als auch persönlich-biographische Themen angeschnitten.
Judith Bernstein ist als Tochter von Überlebenden der Shoah in Jerusalem geboren und aufgewachsen und später nach Deutschland emigriert. Seit vielen Jahren setzt sie sich für Frieden zwischen Palästina und Israel ein.
Adrian Paukstat ist deutscher Politikwissenschaftler, hat in Jerusalem gelebt, gearbeitet und geforscht und war dort in lokalen Friedensinitiativen aktiv.
Dr. Joachim Varchim ist ebenfalls Mitglied der Jüdisch-Palästinensischen Dialoggruppe München.
Fuad Hamdan, geboren im Flüchtlingslager Qualandia, gründete 1985 die Jüdisch-Palästinensische Dialoggruppe.
Gemeinsame Erklärung von 24 israelischen Organisationen
Joint Statement: Draconian measure against human rights
Adalah |
Akevot Institute for Israeli-Palestinian Conflict Research |
B’Tselem |
Bimkom – Planners for Planning rights |
Breaking the Silence Combatants for Peace |
Emek Shaveh |
Gisha |
Hamoked: Center for the Defence of the Individual |
Haqel – In Defense of Human Rights |
Human Rights Defenders Fund |
Ir Amim |
Kav Laoved – Worker’s Hotline |
Kerem Navot |
Machsom Watch |
Mothers Against Violence |
Parents Against Child Detention |
Peace Now |
Physicians for Human Rights Israel |
Rabbis for Human Rights |
Standing together |
The Association for Civil Rights in Israel |
The Public Committee Against Torture in Israel |
Yesh Din |
Zazim – Community Action |
„The Minister of Defense’s designation of prominent Palestinian civil society organizations, among them our colleagues in the Palestinian human rights community, as terrorist organizations, is a draconian measure that criminalizes critical human rights work. Documentation, advocacy, and legal aid are fundamental activities for the protection of human rights worldwide.
Criminalizing such work is an act of cowardice, characteristic of repressive authoritarian regimes. Civil society and human rights defenders must be protected. We stand in solidarity with our Palestinian colleagues, and call on members of the Israeli government and the international community to oppose this decision unequivocally. “
Kommentierte Bibliographie online
Hilfreicher Service der Rosa Luxemburg Stiftung
„Linke und Antisemitismus, Nationalsozialismus, Shoah, (links-)jüdische Geschichte, Nahostkonflikt“
Das Projekt, das von Lisa Albrecht, Christoph Gollasch, Peter Ullrich und Florian Weis betreut wird und auf der kommentierten Bibliographie «Linke, Nahostkonflikt und Antisemitismus», erstmals erschienen im Jahr 2012, aufbaut, soll zu einer Versachlichung der Diskussion beizutragen. Im Zentrum steht das Anliegen, Zugänge zu Hintergrundwissen, insbesondere wichtigen Forschungsergebnissen aufzuschließen. Damit soll eine Grundlage zur (selbst-)kritischen Reflexion des schwierigen Themas geschaffen werden. Zugleich soll das Unterfangen anregen, den einseitigen Positionen, schablonenhaften Schuldzuschreibungen und ritualisierten Phrasen komplexere Perspektiven entgegensetzen. Schließlich befinden sich die Gesellschaft und somit auch die miteinander verschränkten Themen in einem steten Wandel. Umso wichtiger, aber auch schwieriger ist es, einen Überblick über die Vielzahl relevanter Publikationen und Debattenbeiträge zu behalten.
Es werden (ohne Vollständigkeit garantieren zu können) einige der aus der Sicht der Betreuenden wichtigen Beiträge zum Themenfeld «Linke, Antisemitismus, Nationalsozialismus, Shoah, jüdisch-linke Geschichte und Nahostkonflikt» in Form von Rezensionen vorgestellt.
Als Darstellung der – aus politisch linker wie wissenschaftlicher Perspektive – elementaren Beiträge ist diese kollektive Bibliographie vor allem für die Nutzung in der politischen Bildungsarbeit gedacht. Doch auch Studierende, Wissenschaftler:innen und alle anderen Interessierte werden sich schnell einen Überblick zum Stand der Forschung verschaffen können. Neben der thematischen Gliederung bietet eine Suche nach Schlagwörtern und Autor:innen weitere Zugänge. Schriften, die in der Bibliothek der RLS oder online verfügbar sind, sind auch direkt verlinkt.
Wie die Debatte selbst ist diese Bibliografie work in progress – Gerade die Übersichtlichkeit der Website scheint noch ausbaufähig.
Literaturhinweise und eigene Beitragsvorschläge werden per Mail erbeten an florian.weis@rosalux.org
The decision is a crude attempt to silence
Erklärung des Friedensdorfes Wahat al-Salam – Neve Shalom

Online-Vortrag „Israel’s Impossible Coalition“
Ofer Zalzberg spricht in einer Veranstaltung der George Washington University
Mittwoch, 27. Oktober 2021 – 19.00 Jerusalemer Zeit / 18.00 Berliner Zeit
In Anbetracht der aktuellen Entscheidungen der israelischen Regierung hat der Titel der Veranstaltung, der ja schon lange feststand, eine besondere Note!
Have Religious Zionists, the Islamic Movement and Right and Left-wing secular parties found common ground?
Ofer Zalzberg explores the unprecedented alliance of Arab and Jewish religious conservatives with secular parties that ended Binyamin Netanyahu’s 12 years in power. Zalzberg will trace the evolution of cooperation between the current government’s diverse factions, its political potential and implications for Israeli society and Israeli-Palestinian diplomacy.
Ofer Zalzberg is Director of the Middle East Program at the Herbert C. Kelman Institute for Conflict Transformation. He previously served as Senior Analyst fot the International Crisis Group’s Middle East Program, covering Israel’s relations with its neighbours, with a focus on the nexus between religion, national identity and conflict. Oferhas facilitated dialogue workshops for paramilitary organizations in Northern Ireland and Jewish and Muslim religious authorities in the Middle East.
Anmeldung: https://forms.gle/wcWtewT55gVPPMNu6
EDITORIAL: +972
The magazine stands with Palestinian rights groups under attack
Israel’s labeling of six Palestinian NGOs as ‚terrorists‘ aims to suppress those exposing and challenging apartheid. International actors must intervene
+972 Magazine stands firmly in solidarity with the six Palestinian NGOs recently declared “terrorist organizations” by the Israeli government.
The targeted groups — Al-Haq, Addameer, Bisan Center, Defense For Children International-Palestine, the Union of Agricultural Work Committees, and the Union of Palestinian Women’s Committees — are civil society leaders who are deeply committed to protecting the human rights of Palestinian communities suffering the brunt of Israel’s apartheid policies, including children, women, prisoners, farmers, and other vulnerable groups.
Israel’s decision to officially label these organizations as “terrorists” — opening the door to more severe legal, financial, and violent retribution — is nothing less than an authoritarian move aimed at crushing Palestinians’ ability to resist their oppression. It amounts to a direct attack on all Palestinian human rights defenders, on the communities they represent, and on the local and international publics’ right to information about the reality in the occupied territories.
As journalists who regularly rely on the professional work of these organizations, we cannot imagine having to report on developments on the ground without the access, data, and analyses these groups provide.
+972 rejects the criminalization of the six Palestinian NGOs and fully intends to continue working with them. We call on the international community to intervene and protect the organizations from Israel’s attacks, along with all human rights defenders and journalists targeted by Israel.
Aus dem heutigen Editorial von Haaretz
There is a straight line from defining the nonviolent struggle against the occupation as “diplomatic terror” and designating human rights groups as terrorist organizations. The literal meaning is clear: All resistance to the occupation is terror. Israel is undermining the distinction between legitimate and illegitimate struggle.
This is a boon to terrorist organizations and the use of violence. If all forms of resistance constitute terror, how can one resist the occupation without being a terrorist? It’s not clear what Gantz was thinking when he signed the order.
Is he, like Interior Minister Ayelet Shaked, flirting with an imaginary right-wing electorate, dreaming of the day he’ll be crowned to lead the right after Benjamin Netanyahu? Is it an attempt to counterbalance his meeting with Palestinian President Mahmoud Abbas, which gave him a leftist taint?
In any case, it’s indicative of complete confusion, which positions the so-called ‚change government‘ in the extreme right and turns the participation in it of leftist and centrist parties into a joke.
If this is the change the government is leading and these are its political colors, it’s not clear how its continued defense in the name of a fear of the alternative of another election can be justified. We can only hope that in the absence of internal resistance, the harsh U.S. reprimand and request for clarifications will end this shameful move.
5. Jahreskonferenz Mitvim
Future Pathways for Israel’s Foreign Policy
Join the 5th Annual Conference of the Mitvim Institute
In cooperation with the Friedrich-Ebert-Stiftung. Featuring experts, government officials and politicians.
25 October 2021, 16:30 Israel time (15:30 CET, 09:30 EDT) Via Zoom;
In Hebrew, with simultaneous translation into English | To register, click here
