Auch wenn in Hamburg aktuell drei Buchhandlungen sich darum mühen, dier älteste Vertreterin des Gewerbes in der Stadt zu sein, diese Umbenennung ist aller Ehren wert!
„Im Oktober 2022 haben Pascal Mathéus und Florian Wernicke die Hamburger Buchhandlung Kortes übernommen – zwei Jahre später soll sie nun Wassermann heißen, nach dem Gründer der Buchhandlung. „Die älteste Buchhandlung in Hamburg bricht mit ihrer NS-Geschichte“, sagen die Inhaber. In der Sonntagsfrage des Börsenblatts erklären sie die Hintergründe.“
DorotheeSchmitz-Köster: Unbrauchbare Väter. Über Muster-Männer, Seitenspringer und flüchtende Erzeuger im Lebensborn
Eine Rezension von Yves Müller (Institut für Landesgeschichte, Halle / Saale) für HSozKult.de:
„Bis heute kann der „Lebensborn e.V.“ als ‚unterforscht‘ angesehen werden. Hatte schon Georg Lilienthal in den 1980er-Jahren dieses Forschungsdesiderat beschrieben, scheint sich daran auf den ersten Blick wenig geändert zu haben. Eine der wenigen Ausnahmen bilden die Veröffentlichungen von Dorothee Schmitz-Köster.“Bis heute kann der „Lebensborn e.V.“ als ‚unterforscht‘ angesehen werden. Hatte schon Georg Lilienthal in den 1980er-Jahren dieses Forschungsdesiderat beschrieben, scheint sich daran auf den ersten Blick wenig geändert zu haben. Eine der wenigen Ausnahmen bilden die Veröffentlichungen von Dorothee Schmitz-Köster. …“
Erich Maria Remarque in Osnabrück geboren, avancierte zu einem der renommiertesten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, vor allem durch den großen Erfolg seines Romans „Im Westen nichts Neues“. Während des ersten Weltkrieges wurde Remarque als Soldat eingezogen und erlebte die Grausamkeiten des Krieges an vorderster Front. Diese Erfahrungen prägten sein literarisches Schaffen.
Remarque veröffentlichte „Im Westen nichts Neues“ im Jahr 1928 und es wurde sofort zu einem internationalen Bestseller. Das Buch erzählt die Geschichte einer Gruppe junger Soldaten im Ersten Weltkrieg, deren anfängliche Euphorie schnell von der traumatischen Realität des Krieges eingeholt wird. Remarques Roman vermittelt die bedrückende Sinnlosigkeit des Krieges.
Von den Nationalsozialisten wurde Remarque als „entartet“ diffamiert und verfolgt. Deshalb emigrierte er 1931 erst in die Schweiz und später in die USA. Im nationalsozialistischen Deutschland wurden seine Bücher verboten und 1933 öffentlich verbrannt. 1938 wurde ihm die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt. 1939 emigrierte er in die USA. Er starb am 25. Spetember 1970.
Herbst 1945: Deutsche Kriegsverbrecher im Visier britischer Soldaten. Sie fahnden nach SS-Leuten, KZ-Schergen und Tätern in Nadelstreifen. Sie suchen und finden Rudolf Höß, den Kommandanten von Auschwitz.
Die britischen Offiziere fahren 1945 und 1946 mit Jeeps durch Norddeutschland – auf der Jagd nach Naziverbrechern. Es sind die Männer der britischen „War Crimes Investigation Unit“. Einer von ihnen ist Captain Anton Walter Freud. Er ist der Enkel von Sigmund Freud, dem Begründer der Psychoanalyse. Anton Walter Freud floh 1938 mit seiner Familie vor den Nazis nach London.
Jetzt ist der Geheimdienstoffizier zurück, um Mörder aufzuspüren, die auf den Fahndungslisten der Alliierten stehen: Killer in Nadelstreifen, brutale SS-Schergen und erbarmungslose Ärzte, die medizinische Experimente an Kindern durchführten.
Freud ist stolz auf seine Herkunft, verehrt seinen weltberühmten Großvater. Der 24-Jährige verfügt über ein besonderes Talent: Er kann sein Gegenüber zum Reden bringen und davon überzeugen, Geheimnisse preiszugeben. Freud ist ein Freigeist, der sich nur ungern unterordnet. Er verabscheut Disziplin und ist für seine unkonventionellen Ideen bekannt. Sein Ziel ist nicht Rache, sondern Gerechtigkeit.
Er will die Täter vor Gericht bringen. „Alles unscheinbare kleine Leute“, wird Freud später in einem seiner seltenen Interviews sagen, „denen man überall begegnen kann, ohne zu ahnen, was sie getan haben.“
Im Team lernt er Hanns Alexander kennen. Der Sohn eines Berliner Arztes ist ebenfalls vor den Nazis nach England geflohen und 1945 als britischer Offizier nach Deutschland zurückgekommen. Im Konzentrationslager Bergen-Belsen hat er das Grauen gesehen, das die Nazis hinterlassen haben, und ist schockiert über die Kaltblütigkeit der inhaftierten Aufseher und SS-Offiziere.
Bergen-Belsen hat Alexander verändert. Er ist nicht länger der sorglose Mann von einst, sondern von einer kaum noch kontrollierbaren Wut erfasst. Das macht ihn zum „Brecher“, ein Ermittlertyp, der auch mit Drohungen operiert und manchmal Grenzen überschreitet – ganz anders als Anton Walter Freud.
Der verhaftet im Oktober 1945 Bruno Emil Tesch, den Geschäftsführer der Hamburger Firma „Tesch & Stabenow“, die das Insektenvernichtungsmittel „Zyklon B“ hergestellt und in die Vernichtungslager geliefert hat – vor allem nach Auschwitz. Die Beweise sind erdrückend, Tesch wird 1946 vor ein britisches Gericht gestellt und zum Tode verurteilt. …. weiterlesen
Zusammen mit dem Ministère de l’Europe et des Affaires étrangères und der Fondation pour la Mémoire de la Shoah eröffnete am 27. Juni 2023 die erste Station der #StolenMemory-Wanderausstellung in Frankreich.
Das digitale „Bildungsportal NS-Zwangsarbeit“ bündelt historische Informationen und pädagogische Materialien. Es entstand aus der Zusammenarbeit von 19 Lern- und Erinnerungsorten – darunter auch das entstehende Museum Zwangsarbeit im Nationalsozialismus, Weimar. Die Gesamtkoordination des Projektes liegt beim Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit in Berlin-Schöneweide.
Das Portal wird am 22. Juni 2023 der Öffentlichkeit vorgestellt. Aus diesem Anlaß diskutieren Expert:innen über gegenwartsrelevante Bildungsarbeit zur NS-Zwangsarbeit – Live am 22. Juni 2023 um 19 Uhr im Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit, die Veranstaltung wird digital übertragen über den YouTube-Kanal des Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit.
Thomas Pegelow Kaplan (Department of History, Program in Jewish Studies, University of Colorado Boulder) in einer ausführlichen <a href="http://Thomas Pegelow Kaplan: Rezension zu: Neiman, Susan; Wildt, Michael (Hrsg.): Historiker streiten. Gewalt und Holocaust – die Debatte. Berlin 2022 , ISBN 978-3-549-10050-9, / Böckmann, Matthias; Gockel, Matthias; Kößler, Reinhart; Melber, Henning (Hrsg.): Jenseits von Mbembe. Geschichte, Erinnerung, Solidarität. Berlin 2022 , ISBN 978-3-86331-677-8,, In: H-Soz-Kult, 15.06.2023, Besprechung auf dem Online-Portal H/Soz/Kult (Kommunikation und Fachinformation für die Geschichtswissenschaften) über zwei wichtige Neuerscheinungen aus 2022 in der aktuellen deutschen Debatte.
Thomas Pegelow Kaplan: Rezension zu: Neiman, Susan; Wildt, Michael (Hrsg.): Historiker streiten. Gewalt und Holocaust – die Debatte. Berlin 2022 , ISBN 978-3-549-10050-9, / Böckmann, Matthias; Gockel, Matthias; Kößler, Reinhart; Melber, Henning (Hrsg.): Jenseits von Mbembe. Geschichte, Erinnerung, Solidarität. Berlin 2022 , ISBN 978-3-86331-677-8,, In: H-Soz-Kult, 15.06.2023, <www.hsozkult.de/publicationreview/id/reb-117616>.
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Meta stellt eine neue Anwendung für Virtual Reality vor: „Erzähl mir, Inge …“ macht interaktive Gespräche mit Shoa-Überlebenden mittels KI-Technologie zugänglich.
Ein Beitrag in der FAZ zum Leben und Überleben von Inge Auerbacher.
Ein Gastbeitrag von Martin Pollack in der NZZ (24. Mai 2023)
Die polnische Regierung geht rabiat gegen Historiker vor, deren Forschung einen Schatten auf das heroische Inbild der Nation wirft. Das betrifft zumal den Holocaust. Doch Polen ist nicht Rußland oder Ungarn, die Bürger verstehen sich zu wehren.