Offener Brief der Combatants for Peace über den Zugang zu Wasser im sog. C-Gebiet der Palästinensischen Gebiete.
Autor: diAk e.V.
Es geht doch beides…
Ein Podcast des US-amerikanischen Forward: Wie kann man:frau Israel verbunden sein und zugleich die Rechte der Palästinenser:innen achten?
Ein hörenswerter Podcast aus den USA – zu einer Frage, die sich auch hierzulande stellt: Deutsch-Israel-Palästina zusammendenken!
Wer gehört dazu – und wer bestimmt das?
Ganz abgesehen von der Frage wozu man:frau denn gehört…
In der Aufgeregtheit mancher Debatte scheint es hilfreich, noch einmal in Ruhe hinzuschauen, was zu den einzelen Fragen der Zugehörigkeit von wem und warum gesagt wird. Und was (klassisches) „Religionsgesetz“ ist und was moderne Entwicklung, was politische Auseinandersetzung, die von ganz anderen Fragen handelt, ist. Jedenfalls scheint etwas Ruhe und Reflektion angebracht.
Hilfreich vielleicht der Beitrag in Die Eule im Gespräch mit Rabbiner Andreas Nachama.
Was gehört zu uns?
In der Debatte um die (ausgesetzte) Berufung von Nemi El-Hassan durch den WDR als Moderatorin in den öffentlich-rechtlichen medien findet sich in der Ausgabe vom 23. September 2021 ein sehr nachdenkenswerter Gastkommentar in der taz von der Deutsch-Palästinenserin Nohma El-Hajj, hier ein Auszug:
„Weil mein familiärer Background El-Hassans ähnelt, habe ich eine Ahnung davon, was es bedeutet, sich als Person mit palästinensischen Wurzeln in Deutschland der Identitätsfrage zu widmen. Ich weiß, in welchen Kreisen wir verkehren – aus dem Wunsch heraus zu verstehen, wo wir hingehören.
Und so stellen sich folgende Fragen: Wie viel Vergangenheit und Entwicklung gesteht uns unsere auf Affekte und rasche Urteile ausgerichtete Gesellschaft noch zu? Und auf welche Weise wollen wir in einer digitalen Welt, die fein säuberlich dokumentiert, auf die Biographie von Personen der Öffentlichkeit blicken?“
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Ergänzung 24. September 2021
Beitrag von Stefan Buchen auf Qantara:
Deutsche Medien decken auf: Es gibt Palästinenser
Eine Nachwuchsjournalistin wird mit Antisemitismus- und Islamismus-Vorwürfen konfrontiert. Es soll sie den Job kosten. Ein pädagogisch wertvolles Lehrstück aus der deutschen Gegenwart.
Der Patriarch des Volkes
Verzweiflung und Hoffnung aus dem Heiligen Land
Eine Hybrid-Veranstaltung am 24. September 2021 um 18:00 Uhr über und mit Patriarch em. Dr. Michel Sabbah
Der Priester und ehemalige Präsident der katholischen Universität Betlehem, Dr. Michel Sabbah, war von 1987 bis 2008 das Oberhaupt der katholischen Kirche von Israel, Palästina, Jordanien und Zypern. Johannes Paul II. p.p. hatte den Palästinenser 1987 zum Lateinischen Patriarchen von Jerusalem ernannt. 2008 stimmte Benedikt XVI. p.p. zu, daß Patriarch Sabbah sich im Alter von 75 zur Ruhe setzte. Von 1999 bis 2007 war Patriarch Sabbah Präsident von pax christi international. Er ist immer noch aktiv in vielen Initiativen und Aktivitäten, um seine humane und spirituelle Botschaft in Palästina und in der Welt zu verbreiten.

Im Rahmen der weltweiten Ökumenischen Woche für Frieden in Israel und Palästina des Weltkirchenrates.
Kunst-Blick: Jordanien
Internationalen Ausstellung der 17. Architekturbiennale Venedig
Sahel Alhiyari: Petrichor – Projekt des jordanischen Architekten in Zusammenarbeit mit Sissel Tolaas, gezeigt in der zentralen internationalen Ausstellung der 17. Architekturbiennale Venedig
22. Mai – 21. November 2021, kuratiert von Hashim Sarkis.

Mit/In Venedig rückt die Region noch näher – ein spannender Blick in den ’nahen‘ Osten – Mit einer Anzahl von Bildern und einem aktuellen Interview von Ende August mit Sahel Alhiyar.
Entschärfung des Nahostkonflikts
Die Vermittler-Lücke füllen ….
„Die israelisch-arabische Annäherung zu fördern und neu zu definieren ist eine große Aufgabe. Für Deutschland und Europa ist sie wie maßgeschneidert.“
In Zeiten, in denen die USA, Großbritannien und Australien sich von der primären Nutzung der kooperativen Militärstrategie in der NATO mit Europa abwenden und ihr eigenes Dreiergrüppchen AUKAS mit Force voranbringen, die BRD sich international wieder aktiver nach eigenen Interessen engagieren will und Brüssel auf „strategische Autonomie in der Welt“ abzielt, kommt Gil Murcianos (MITVIM) außenpolitisch-strategisches Fazit, die BRD und Europa sollten die ‚Vermittler-Lücke‘ in Nahost füllen, gerade recht.
Siehe dazu: TAZ | Informationen zur Deutschen Außenpolitik [German-foreign-policy.com]
Historische Wahrhaftigkeit…
Ein spannender Beitrag auf der Website von Haaretz
Wahrheit gibt es in der Geschichtsschreibung und in der Erinnerung wohl nicht, aber die Leugnung von Fakten macht diese eher virulent. Das gilt mit Sicherheit für die Auseinandersetzung mit der Nakba.
Ob es es das, was im palästinensischen Narrativ Nakba genannt wird, die Katastrophe der eigenen kollektiven Identität, überhaupt gegeben habe, gilt manchen in Israel als Angriff auf die eigene Identität. Der Versuch, das Gedenken daran administrativ zu unterdrücken, zeigt die Hilflosigkeit und das Scheitern einer um Versöhnung und Verständigung bemühten inklusiven Narration …
Der Beitrag von Or Kashti in Haaretz, zeigt anschaulich, wie die Auseinandersetzung mit dem Gewesenen nicht dauerhaft unterdrückt werden kann und wie sie eigentlich zu eine produktiven pädagogischen Herausforderung werden kann, und wird.
Hier ein kleiner Ausschnitt aus dem Beitrag über aktuelle Fragestelllungen in israelischen Schulabschlußprüfungen ([noch] hiter der Bezahlschranke der Zeitung)
It’s not only about Israeli responsibility for the Palestinians’ flight from the Galilee, it’s about inviting students to weigh in on, and perhaps also confront, statements by famous scholars (for example Tom Segev, on the indifference of the Education Ministry and of “most people in the country to the struggle of the clandestine immigrants” – Jews who entered illegally during the British Mandate. Also, “in the curriculum, the First Aliyah and the Second Aliyah are lumped together. Is this justified?)”
Such a challenge isn’t new. When Bennett was education minister, students were asked whether “the main emphasis in teaching the War of Independence” should be on its status as “an existential war of the Yishuv [the Jewish community in the pre-state period] and the State of Israel.”
“Textbooks deal with the Nakba and the refugee problem, so the test reflects the curriculum,” Maniv says, adding that since the test is open-book, “it allows a thinking skill like making a comparison.”
Bei Interesse am ganzen Artikel bitte an den diAk mailen.
Soldaten Gottes
ARTE – Teil 1: Sklaverei und Handel – Teil 2: Die Belagerung Maltas
Auf Arte.tv verfügbar bis zum 16. Dezember 2021
Im 16. Jahrhundert kämpfen Christen und Muslime um die Herrschaft über Europa – im Namen Jesu und Allahs.
Mitte des 16. Jahrhunderts kämpfen Christen und muslimische Osmanen um die Herrschaft über Europa. Jeder im Namen seiner Religion. In diesem Kampf trifft die osmanische Elitetruppe der Janitscharen auf die Ritter der katholischen Johanniter, ein Militärorden, der auf Malta stationiert ist.
Die Geschichte dieser Auseinandersetzung wird aus der Sicht zweier junger Männer erzählt, die in unterschiedlichen Kulturen aufwachsen, zu fanatischen Kämpfern für ihren Glauben erzogen werden und in diesem Kampf aufeinandertreffen.
Die Geschichte wird aus der Sicht von Hasan erzählt, einem zwangsrekrutierten Griechen, der zum osmanischen Janitscharen ausgebildet wird. Und aus der Perspektive von Raymonde, einem Ritter des Johanniterordens auf Malta. Beide werden im Kampf für ihre Religion aufeinandertreffen.
Nur einer von ihnen wird überleben.
Wie im Osmanischen Reich Tradition, wird ein 14-jähriger Bauernjunge in Griechenland zwangsrekrutiert. Er muß vom Christentum zum Islam konvertieren. Nach seiner Ausbildung zum Elitesoldaten wird Hasan auch innerlich zum überzeugten Krieger Allahs. Janitscharen wurden ausschließlich unter Nicht-Muslimen rekrutiert – meist aus den christlichen Gemeinden des Balkans.
Sein Gegenspieler, der junge französische Aristokrat Raymonde, träumt dagegen von einer Karriere beim Johanniterorden, dem letzten christlichen Militärorden aus der Zeit der Kreuzzüge. Auf Malta wird Raymonde Ordensritter und Seefahrer. Bei einer entscheidenden Seeschlacht treffen Hasan und Raymonde als ausgebildete Soldaten aufeinander. Einer zeichnet sich als Offizier aus, während der andere als Galeerensklave endet.
Im 16. Jahrhundert wurde das Ausrauben von Handelsschiffen und der Sklavenhandel im Mittelmeer von Muslimen und Christen gleichermaßen praktiziert. Jeder konnte daran verdienen, jeden konnte es treffen.“
„1565 sticht die Kriegsflotte Suleimans des Prächtigen von Konstantinopel aus in See, um den auf Malta stationierten Johanniterorden unter Großmeister Jean de la Valette zu vernichten. Der Orden stört mit seinen Raubzügen den Handel im Mittelmeer. Und der geschützte Hafen von Malta ist ein ideales Sprungbrett, in Italien einzufallen und von dort Europa zu erobern.
Im Laufe ihres erbitterten Kampfes erkennen Hasan und Raymonde im anderen etwas von sich selbst: den unbezwingbaren Geist, für die eigene Sache bedingungslos einzutreten. Nur einer wird überleben – voller Zweifel über seine Befehlshaber und den Sinn des gnadenlosen Religionskrieges.
Welche ‚Schranken‘ wollen wir?
The Far-reaching Dark Side of Israeli High-tech

Die Meldungen verschiedener deutscher Medien, daß auch das BKA Spionage-Software beim israelischen Unternehmen NSO gekauft habe, dürften kaum jemanden überraschen. Relevanter für Deutschland dürfte die Frage nach dem Einsatz der Software durch das BKA sein. Steuerzahler:innen sollten hierzu und zu sog. Staatstrojanern mehr erfahren als hinter der Bezahlschranke abgelegte Artikel.
Das „Pegasus-Projekt“
Im Mittelpunkt der Recherche steht die Software „Pegasus“, die von der israelische Firma NSO entwickelt wurde. Nach eigenen Angaben stellt sie das Programm nur staatlichen Stellen zur Verfolgung von Kriminellen oder Terroristen zur Verfügung.
Im Rahmen des „Pegasus-Projekts“ haben Journalist:innen eine Liste von mehr als 50.000 Telephonnummern analysiert, zu denen die Pariser Non-Profit-Organisation Forbidden Stories und Amnesty International Zugang bekommen hatten. Bei den Nummern handelt es sich um Ziele, die Kund:innen der Firma als mögliche Ziele für Überwachungsmaßnahmen eingegeben haben.
An der Recherche beteiligt waren in Deutschland die Wochenzeitung „Die Zeit“, die „Süddeutsche Zeitung“, NDR und WDR. Weltweit waren Medien wie die „Washington Post“ in den USA, der britische „Guardian“ sowie „Le Monde“ in Frankreich beteleigt. Koordiniert wurde die Zusammenarbeit von Forbidden Stories. Das Security Lab von Amnesty International trug technische Unterstützung und die forensische Analysen von Handys bei.““
Im Israel Democracy Institute hat sich Dr. Tehilla Shwartz Altshuler mit der ‚NSO-Affäre‘ befaßt. In ihren beiden Beiträgen (1 und 2) erläutert sie die Vorgänge und fragt, welche Auswirkungen das auf das Image Israels als „Startup-Nation“ haben könnte.
Damit hängen aber weiter reichende Fragen staatlicher Souveränität zusammen: Inwiefern könnten solche globalen Techmonopole wie Amazon und Google dann nicht nur die NSO von ihrer Plattform nehmen, sondern auch die neue staatliche israelische Cloud „abschneiden“?
Tagesschau | FAZ | Computerwoche
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Und hier Auszüge aus der Haaretz-Ausgabe vom 20. Juli 2021 (mit Bezahlschranke):
The Far-reaching Dark Side of Israeli High-tech
Quite a few Israeli companies, aside from NSO, are developing dangerous digital weapons to be sold to the highest bidder, with no proper oversight of their export
Opinion | From Noa Landau
The story of the dark high-tech industry in Israel, which seemingly focuses on preventing terrorism but in practice supplies the means for spying on journalists and human rights activists, doesn’t differ much from the story of the Israeli arms and military-training industry, which has flourished for many years in the most dubious areas of the globe. But while an arms dealer, or military trainer, will not be in a rush to present themself as such as they put rifles and killing machines into the hands of dictators and brutal rebels (“Pleased to meet you, I trade in illegal weaponry that is used to commit massacres in Myanmar”), graduates of the IDF’s technological units, who are employed by companies that trade in digital weapons, wear halos. After all, they’re in high-tech, as their proud parents tell everyone.
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This superficial positive image of the industry has been amplified to a great extent due to Israeli public relations marketing the “Startup Nation.” The new Israelis that the state wants to market abroad are the white-collar IDF veterans, the tech geniuses, those who’ve made a killing in the stock market, secular people from the center of the country who are just the right measure of progressive (“I’m for surrogacy for LGBTQ and against BDS!”).
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It is symbolic that Channel 12 News, the No. 1 nationalist PR machine alongside Yedioth Ahronoth, once again promoted with misty eyes the attractive side of the Israeli cash cow, even as almost every leading newspaper in the world was reporting on an investigation into the contribution of the Israeli (high-tech!) company NSO to government surveillance of hundreds of journalists in various countries.
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