Welche ‚Schranken‘ wollen wir?

The Far-reaching Dark Side of Israeli High-tech

Die Meldungen verschiedener deutscher Medien, daß auch das BKA Spionage-Software beim israelischen Unternehmen NSO gekauft habe, dürften kaum jemanden überraschen. Relevanter für Deutschland dürfte die Frage nach dem Einsatz der Software durch das BKA sein. Steuerzahler:innen sollten hierzu und zu sog. Staatstrojanern mehr erfahren als hinter der Bezahlschranke abgelegte Artikel.

Das „Pegasus-Projekt“

Im Mittelpunkt der Recherche steht die Software „Pegasus“, die von der israelische Firma NSO entwickelt wurde. Nach eigenen Angaben stellt sie das Programm nur staatlichen Stellen zur Verfolgung von Kriminellen oder Terroristen zur Verfügung.

Im Rahmen des Pegasus-Projekts“ haben Journalist:innen eine Liste von mehr als 50.000 Telephonnummern analysiert, zu denen die Pariser Non-Profit-Organisation Forbidden Stories und Amnesty International Zugang bekommen hatten. Bei den Nummern handelt es sich um Ziele, die Kund:innen der Firma als mögliche Ziele für Überwachungsmaßnahmen eingegeben haben.

An der Recherche beteiligt waren in Deutschland die Wochenzeitung Die Zeit“, die Süddeutsche Zeitung“, NDR und WDR. Weltweit waren Medien wie die Washington Post“ in den USA, der britische Guardian“ sowie Le Monde“ in Frankreich beteleigt. Koordiniert wurde die Zusammenarbeit von Forbidden Stories. Das Security Lab von Amnesty International trug technische Unterstützung und die forensische Analysen von Handys bei.““

Im Israel Democracy Institute hat sich Dr. Tehilla Shwartz Altshuler mit der ‚NSO-Affäre‘ befaßt. In ihren beiden Beiträgen (1 und 2) erläutert sie die Vorgänge und fragt, welche Auswirkungen das auf das Image Israels als „Startup-Nation“ haben könnte.

Damit hängen aber weiter reichende Fragen staatlicher Souveränität zusammen: Inwiefern könnten solche globalen Techmonopole wie Amazon und Google dann nicht nur die NSO von ihrer Plattform nehmen, sondern auch die neue staatliche israelische Cloud „abschneiden“?

Tagesschau | FAZ | Computerwoche

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Und hier Auszüge aus der Haaretz-Ausgabe vom 20. Juli 2021 (mit Bezahlschranke):

The Far-reaching Dark Side of Israeli High-tech

Quite a few Israeli companies, aside from NSO, are developing dangerous digital weapons to be sold to the highest bidder, with no proper oversight of their export

Opinion | From Noa Landau

The story of the dark high-tech industry in Israel, which seemingly focuses on preventing terrorism but in practice supplies the means for spying on journalists and human rights activists, doesn’t differ much from the story of the Israeli arms and military-training industry, which has flourished for many years in the most dubious areas of the globe. But while an arms dealer, or military trainer, will not be in a rush to present themself as such as they put rifles and killing machines into the hands of dictators and brutal rebels (“Pleased to meet you, I trade in illegal weaponry that is used to commit massacres in Myanmar”), graduates of the IDF’s technological units, who are employed by companies that trade in digital weapons, wear halos. After all, they’re in high-tech, as their proud parents tell everyone.

This superficial positive image of the industry has been amplified to a great extent due to Israeli public relations marketing the “Startup Nation.” The new Israelis that the state wants to market abroad are the white-collar IDF veterans, the tech geniuses, those who’ve made a killing in the stock market, secular people from the center of the country who are just the right measure of progressive (“I’m for surrogacy for LGBTQ and against BDS!”).

It is symbolic that Channel 12 News, the No. 1 nationalist PR machine alongside Yedioth Ahronoth, once again promoted with misty eyes the attractive side of the Israeli cash cow, even as almost every leading newspaper in the world was reporting on an investigation into the contribution of the Israeli (high-tech!) company NSO to government surveillance of hundreds of journalists in various countries.

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