An diesem Gründonnerstag (nach dem westlichen Kalender) einmal eine ganz andere Nachricht, jenseits all der Gewalt, all der Frustration und Hoffnungslosigeit und all dem Schweren, das auf dem Weg zu einem Ostern liegt …
Safe Haven 4 Donkeys was established in 2000 to provide a sanctuary for abandoned and abused donkeys in the Holy Land.The charity also focuses on educating and advising local communities on animal welfare and providing veterinary care and support. Situated in Israeli village Gan Yoshiyya, close to the West Bank, the sanctuary now provides shelter and lifelong care for around 200 unwanted, and often injured, donkeys in Israel and the Occupied Palestinian Territories. ….
The latest publication from the Mitvim Institute/Berl Katznelson Center – the Israeli Initiative:
The Initiative aims to turn the tragedy of October 7th and the ensuing war into a political turning point between Israel, the Palestinians, and the Arab World.
The Israeli Initiative offers a three-phase plan. The first phase focuses on a shift from warfare to rehabilitation. The second phase aims to prepare the ground for a stable settlement. Finally, the third phase outlines a negotiation process over a two-state solution as part of regional normalization process between Israel and the Arab World. The plan was created by the Foreign and Security Team of Mitvim and the Berl Katznelson Foundation, which was established 24 hours after the October 7th massacre, with the support of the New Israel Fund. It was crafted by a group of top-tier diplomatic and security experts with decades of experience.
The Initiative stands out as the first comprehensive alternative published by Israel since the beginning of the war, which provides a voice to the Israeli liberal majority. It aims to serve as a feasible policy plan for those who have long opposed the government’s policies and its unwillingness to offer, or even deal with, political planning for the day after.
The Israeli Initiative not only recognizes the importance of a two-state solution, but also emphasizes its significance in ensuring the safety and security of both Israelis and Palestinians. By presenting a pragmatic approach and considering the evolving dynamics on the ground, this publication sets a new benchmark for future discussions and negotiations.
Felix Teuchert (Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Landesarchiv Baden-Württemberg) schreibt auf H-Soz-Kult eine ausführliche Besprechung von Tim Lorentzen: Bonhoeffers Widerstand im Gedächtnis der Nachwelt.
Felix Teuchert, Rezension zu: Lorentzen, Tim: Bonhoeffers Widerstand im Gedächtnis der Nachwelt Paderborn 2023 , ISBN 978-3-506-70473-3, In: H-Soz-Kult, 11.03.2024, <www.hsozkult.de/publicationreview/id/reb-137799>.
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Michael Sappir über die spiraling absurdity of Germany’s pro-Israel fanaticism
Ein Beitrag auf +972mag über „repression of Palestine solidarity penetrates every sector of life, the state’s liberal self-image is fast becoming a story Germans can only tell themselves.“
Hinweis auf eine Rezension auf orf.at: Nina Goldmann über das Buch von Stefan Seidel: Entfeindet Euch! Auswege aus Spaltung und Gewalt. München (Claudius) 2024 (978-3-532-62897-3) 120 Seiten, 20,00 Euro.
Angesichts zunehmender Kriegs- und Aufrüstungsrhetorik erinnert der deutsche Psychologe und evangelische Theologe Stefan Seidel in seinem neuen Buch „Entfeindet Euch!“ an die menschlichen Fähigkeiten und Möglichkeiten, an einem friedlichen Leben zu arbeiten.
Philippe Currat, Schweizer Experte für den Internationalen Strafgerichtshof im Gespräch mit Elene Servettaz
Die humanitäre Situation im Gazastreifen stellt ein Kriegsverbrechen oder sogar ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit dar, sagt Philippe Currat, Schweizer Experte für den Internationalen Strafgerichtshof. Den Angriff der Hamas vom 7. Oktober kritisiert er scharf, stellt aber klar: Das war kein Völkermord.
Quelle: SWI swissinfo.ch – Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft
Zitat aus seiner Rede zur Verleihung des Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung am 20. März 2024
„Aber nein. Es gibt noch jüdisch-palästinensische Freundschaften, und wo sie existieren, bieten die Forderungen, die sie stellen, Licht. Israelische und palästinensische Freunde konnten nicht so tun, als ob das, was am 7. Oktober geschah, in einem Vakuum geschehen wäre, ebenso wie sie wussten, dass es vor allem für stolze Palästinenser beschämend ist, von diesem Massenmord als „bewaffnetem Widerstand“ zu sprechen. Meine palästinensischen Freunde wissen, dass jeder, der das, was mein Land in Gaza tut, „Selbstverteidigung“ nennt, meine Identität zutiefst beschämt. Israelische und palästinensische Freunde können über das katastrophale Versagen unserer Brüder und Schwestern sprechen, wohl wissend, dass wir, wenn wir unseren Freunden danach nicht mehr ins Gesicht sehen können, auch nicht mehr in den Spiegel sehen können. Freundschaft war immer der Test, der uns vor dem katastrophalen Versagen der Brüderlichkeit und dem grotesken Missbrauch abstrakter Ideen über bewaffneten Widerstand und Selbstverteidigung beschützt hat.“
Neu erschienen bei der Bundeszentrale für politische Bildung Ausgabe 12/2024 – Als PDF zum herunterladen, online zum Lesen oder analog bestellbar
Inhaltsbeschreibung
Am 7. Oktober 2023 verübte die Hamas einen mörderischen Anschlag auf Israel mit über 1200 Todesopfern und verschleppte mehr als 230 Menschen in den Gazastreifen. Bald darauf setzte sich Israel mit einer militärischen Großoffensive gegen die islamistische Terrororganisation zur Wehr. Ein Ende des Kriegs ist seither nicht in Sicht. Vielmehr ist eine Ausweitung der Gewalt zu befürchten, etwa durch mit Iran verbündete Milizen im Libanon und im Jemen.
Als Scharnier zwischen dem östlichen Mittelmeer, der Arabischen Halbinsel und dem Persischen Golf ist der Nahe Osten, historisch betrachtet, ein Schauplatz ethno-religiöser Spannungen, hegemonialer Machtprojektionen und ungewöhnlicher Allianzen. Viele Länder und ihre Gesellschaften sind geprägt von einer gegensätzlichen Dynamik aus Fremdbestimmung und Selbstbehauptung, die zum Teil weit in die Kolonialzeit zurückreicht. Hinzu kommt die wiederkehrende Frage: Wie lässt sich Gewalt durch Verhandlungslösungen verlässlich einhegen?
Widerstand. Jüdische Literatur als Mittel gesellschaftlicher und politischer Teilhabe
Literatur als eine Form der Konfrontation mit der Wirklichkeit und zugleich der Entwicklung von Möglichkeitsräumen über diese Wirklichkeit hinaus, hat sich in der Moderne zu einem der zentralen und vielfältigen Mittel des Widerstands entwickelt. Der Kampf gegen politische, gesellschaftliche oder wirtschaftliche Missstände, wie er der klassischen Widerstandsliteratur eigen ist, wird in seinen Möglichkeiten und seiner Komplexität noch potenziert, wenn sich der Gestus des Widerstands aus einer Situation doppelter Defizienz heraus bildet. Der Status als Teil einer a priori ihrer Rechte nicht sicheren, zeitweise aktiv verfolgten Minderheit konnte und kann ebenso lähmend wirken, wie er andererseits die Notwendigkeit von Widerstand im Bewusstsein von jüdischen und jüdisch gelesenen Literatinnen und Literaten besonders deutlich hervortreten lassen konnte und kann.
Die Ambiguität des Widerstandsbegriffs in der europäisch-jüdischen Literatur hat denn auch zur Folge, dass sich der Ausdruck des Widerstands in ganz unterschiedlicher Weise ausdrückte – er konnte sich einfügen in allgemeine Widerstandsbewegungen wie die marxistische (etwa bei Anna Seghers oder Walter Benjamin), konnte aber gerade auch aufgrund der jüdischen Zugehörigkeit, bzw. Abstammung ein Alleinstellungsmerkmal und Inkompatibilität mit breiter formierten Widerstandsbewegungen markieren (etwa bei Heinrich Heine).
Mit dem Überhandnehmen totalitärer Systeme sowohl in Europa seit den 1920er und dann insbesondere in den 1930er Jahre, von denen gerade aus jüdischer Sicht die NS-Herrschaft in zunehmendem Masse als existenzbedrohend wahrgenommen wurde, erhielt der Begriff des Widerstands eine nochmals weit brisantere Bedeutung, sowohl was die Dringlichkeit wie auch was (v.a. im sich ausweitenden Machtbereich des Dritten Reiches) die Bedrohung betraf, die damit verbunden war. In den ersten Jahrzehnten der Nachkriegszeit wurden gerade bewaffnete oder in anderer Weise aktivistische Erscheinungsformen des Widerstands gegen den NS-Macht- und verfolgungsapparat von verschiedenen Systemen als Legitimationsgrundlage der Gesellschaft instrumentalisiert, was einer Anerkennung subtilerer Formen des Widerstands, wie sie literarisch u.a. in privaten Aufzeichnungen (Tagebüchern, Lyrik, Briefen, privaten Aufzeichnungen etc.) geleistet wurden, lange im Weg stand. (…)