Es gibt kein Entrinnen aus der Gegenseitigkeit

Der israelische Historiker Gadi Algazi reflektiert in seinem Beitrag auf Jacobin.de, daß die drohende Massenvertreibung der palästinensischen Bevölkerung für beide Seiten verheerende Folgen haben und eine neue Spirale der Gewalt auslösen wird.

„Nichts kann die Reziprozität aufheben. Wenn wir keine positive Gegenseitigkeit schaffen, werden wir in einem blutigen Kreislauf der negativen Gegenseitigkeit gefangen bleiben. Die Besetzten und Enteigneten sind vielleicht nicht in der Lage, sich gegen die Übermacht einer Armee zu wehren, die bereits auf die neuen Weltuntergangsbomben wartet, die die in Gaza bereits getesteten ersetzen sollen. Wir sollten uns jedoch daran erinnern, was Experten zu Beginn dieses Krieges sagten: Ein erheblicher Teil der Munition der Hamas wurde aus Resten israelischer Munition hergestellt, aus Bomben, die auf Gaza abgeworfen worden waren und nicht detoniert sind.
Wichtiger noch: Ein Vernichtungskrieg sät tödlichen Hass. Wir, die Bürger des Staates der Herren, waren nicht immun und werden auch nie immun sein. Wir bleiben zerbrechlich, menschlich. Jeder Einzelne von uns wird den Preis dafür zahlen müssen, vor allem die Wehrlosen, die Schwachen und die Armen. »Denn sie haben den Wind gesät, und sie werden den Sturm ernten.«“

Unter dem Titel: We must choose reciprocity of pain or reciprocity of life, ist eine englische Fassung des Beitrages unter academie.edu zu finden, hebräisch erschien der Text bei Haaretz, auch eine arabische Fassung ist vorhanden.

Save the date: 29. April 2025 | Joint Memorial

Von der Taktik zur Liebe(sehe)

In einem Interview in der Frankfurter Rundschau befragt Inge Günther den israelischen Shoa-Forscher Amos Goldberg über die Beziehungen seines Landes zu Ultrarechten aus aller Welt und warum er Genozid-Vorwürfe für stichhaltig hält, auch wenn Gaza nicht Auschwitz ist.

Dafür braucht es heute einen AStA …

Save the Date: Academia Under Attack

Konferenz für Wissenschaftsfreiheit und internationale Solidarität

12./13. April 2025, Universität HamburgWeitere Informationen

Beiträge unter anderem von Profin. Drin. Drin . Aleida Assmann (Anglistik und Allgemeine Literaturwissenschaft, Uni Konstanz, Mitglied der Steuerungsgruppe der Jerusalem Erklärung zum Antisemitismus), Prof. Michael Barenboim (Barenboim-Said-Akademie, Association of Palestinian and Jewish Academics), Hanno Hauenstein (Journalist, Berlin), Prof. Dr. Werner Ruf (Politikwissenscha

Panels:

  1. The Destruction of Gaza’s Educational Infrastructure & Sustaining Higher Education
  2. Akademische Freiheit in der autoritären Wende
  3. Wissenschaft in der „Zeitenwende”: Militarisierung oder zivile Entwicklung?
  4. Freedom of the Press? How German media have been covering the Gaza War
  5. Wissenschaftliche Zusammenarbeit für Konfliktlösung und gerechten Frieden

Die deutsche Überforderung mit dem Israeldiskurs seit dem 07.10.

Ontologische Dissonanz: Ein lesenswerter Meinungsbeitrag von Peter Lintl, hier ein Zitat daraus, der ganze Beitrag findet sich bei Budrich Journals.

„Um dieser komplexen, moralisch sensiblen wie auch emotional angespannten Situation zu begegnen, muss offensiver eine Debatte geführt werden, wie man historische Verantwortung und universelle Werte, sowie Antisemitismustheorie und Realkonflikt zusammen denken kann.

Eine der größten Herausforderungen wird darin bestehen, wie in den partikularen Blickwinkeln der historischen Verantwortung Israel als Konfliktakteur stärker wahrgenommen und reflektiert werden kann. Zudem muss auf gesellschaftlich-innenpolitischer Ebene das Verhältnis von Antisemitismus zum realen Konflikt besser bestimmt werden (vgl. Lintl/Ullrich 2024). In diesem Kontext muss auch stärker debattiert werden, welchen Platz palästinensische Positionen in Deutschland finden können.“

… trotzdem da!

Kinder aus verbotenen Beziehungen zwischen Deutschen und Kriegsgefangenen oder Zwangsarbeiter*innen

Ein überregionales Forschungs- und Ausstellungsprojekt der
Gedenkstätte Lager Sandbostel in Niedersachsen

… on the Rubble of my Home

Ein Interview mit Tasneem Abu S. auf den Blog ( – von dem es auch eine Abo-Variante gibt …!) von Hanno Hauenstein

Stopping Israel’s War in Gaza

On 18 March, Israel resumed bombing Gaza, upending a two-month ceasefire. Returning to war promises little but more death and destruction. The U.S. should insist on restoring the truce and endorse the Arab League plan for Gaza as the basis for a more permanent peace. …. weiterlesen

Andere Stimmen! (IV)

Combatents for Peace: These words do not represent us

(K)Eine Alternative zum Krieg?

Veranstaltungsort: Rosa-Luxemburg-Stiftung
Straße der Pariser Kommune 8A | 10243 Berlin

02. April 2025, 19:00 – 21:00 Uhr | Anmeldung erwünscht

Die israelische Gesellschaft ist eine Kriegsgesellschaft. Sie ist daran gewöhnt, militärische Lösungen als alternativlos zu sehen, als Grundbedingung für die Existenz des Staates und ihre Sicherheit. Mit jedem Krieg und jeder Generation vertieft sich das militärische Denken und bildet die Grundlage für die Bereitschaft zu weiteren Kriegen und für die Dehumanisierung von Palästinenser*innen. Was sind die Grundlagen für die Langlebigkeit militaristischen Denkens in der Gesellschaft? Was sind seine Folgen? Wie wirkt sich der Militarismus auf unterschiedliche Teile und Gruppen in der israelischen Gesellschaft aus?

as Israel-Büro der Rosa-Luxemburg-Stiftung hat sich diesen und weiteren Fragen in einem neuen Reader der angenommen: dieser möchte sowohl den Ursprüngen und Erscheinungsformen des militaristischen Diskurses in Israel als auch seiner gesellschaftlichen Funktion nachgehen. Wir lassen dabei progressive israelische Stimmen zu Wort kommen, die infolge ihrer Analyse des israelischen Militarismus in seinen unterschiedlichen Ausprägungen auch Alternativen zum gegenwärtigen unhaltbaren Status quo aufzeigen. In dieser Podiumsdiskussion wollen wir einerseits die Schwerpunkte des Readers vorstellen und diskutieren, andererseits aber auch die Verbindung herstellen zu den Erfahrungen von Menschen in Israel aus unterschiedlichen Perspektiven

Panelist*innen:

  • Rela Mazali, Friedensaktivistin und Forscherin, u.a. für «New Profile» u. Beitragende zum Reader
  • Tali Konas, Co-Herausgeberin des Readers und Redakteurin für die Homepage der RLS Israel (www.rosalux.org.il )
  • Donia Abbas, Projektmanagerin im Israel-Büro der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Tel Aviv

Moderation:

  • Gil Shohat, Leiter des Israel-Büros der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Tel Aviv

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache mit deutscher Verdolmetschung statt.