Zu den Perspektiven Palästinas

Drin. Muriel Asseburg, Senior Fellow in der Forschungsgruppe Naher/Mittlerer Osten und Afrika bei der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin, hat ein neues Papier zur aktuellen Situation und den Perspektiven für eine palästinensische Staatlichkeit vorgelegt. Darin finden sich auch eine Reihe konkreter Vorschläge für die deutsche Politik.

Im Ergebnis sind ein Ende der Besatzung, palästinensische Eigenstaatlichkeit und eine israelisch-palästinensische Konfliktregelung nicht abzusehen. Vielmehr sind ein Zusammenbrechen des in Oslo für die interimsperiode vereinbarten Konfliktmanagements und eine erneute Eskalation der Gewalt zu befürchten.

Der gesamte Text, ein Beitrag in der Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V. (DGVN) (Hg.), Israel und Palästina in den Vereinten Nationen, Berlin 2018, S. 105-110, findet sich hier.

 

Vortrag: …. reißt die Mauern ein …

… zwischen ‚uns‘ und ‚ihnen‘ ….

Mittwoch, 27. Juni 2018 | 19.30 Uhr | Georgenkirchstraße 69

Mati Shemoelof spricht in Berlin

Eintritt frei | Eröffnung der Veranstaltungsreihe: Wir erinnern …
Zwischen Nakba und Staatsgründung, zwischen Israel und Palästina


Mati Shemoelof stammt aus Israel und lebt inzwischen in Berlin. Als Mizrachi (ein Jude aus der arabischen Welt) nimmt er uns mit auf seine Gedankenwege über „die“ und „wir“ angesichts von 70 Jahren Staat Israel und 70 Jahren Nakba der Palästinenser.

Jahre über Jahre habe ich in Israel gebraucht, um zu verstehen, wie meine Familie aus den Geschichtsbüchern gelöscht und in der Gesellschaft marginalisiert worden ist. Auch wenn sie als Juden in den jüdischen Staat eingewandert waren, blieb ihnen, aus der arabischen Welt kommend, die Erfahrung einer Art von Diaspora nicht erspart, in dem Land, daß ihre Heimat sein sollte.
Diese Erfahrung hat mich aufmerksam werden lassen für die Diaspora anderen Gruppen, seien es Syrer in Berlin oder andere, aber besonders für die Palästinenser(inn)en von 1948 und 1967. Und noch einmal mehr berührt von denen, mit denen ich in meiner zweiten Diaspora in Berlin lebe.
Reden werde ich also aus der Sicht eines Israeli, der außerhalb von Israel lebt, außerhalb des Lagers, und außerhalb der Mauern von Yerushalaym / al-Kuds.“

Shemoelof_27-6-2018_Plakat

Spiel mit dem Haß

In einem lesenswerten Gastbeitrag wendet sich Ofer Waldmann, seines Zeichens Vorsitzender des deutschen Zweigs  des NIF (New Israel Fund), in der Wochenzeitung DIE ZEIT gegen die Politik „seines Mininsterpräsidenten“.

Er schließt seine Sicht auf die Politik des gerade abgereisten Gastes aus Tel Aviv mit den Worten:

„Netanjahu wird möglicherweise feststellen, dass seine Politik ihn in eine Sackgasse geführt hat. Sein steter Abschied aus dem wertebasierten europäischen Kollektiv schwächt seine Fähigkeit, Unterstützung für seine Iran-Politik zu finden. Und Angela Merkel hätte der deutsch-israelischen Freundschaft einen wertvollen Dienst erwiesen, wenn sie ihren Gast daran erinnert hätte, dass zur deutschen Staatsräson nicht nur das Existenzrecht Israels als jüdischer, sondern auch als demokratischer Staat gehört.“

 

Kalender 2018 | Juni

An dieser Stelle präsentieren wir wieder ein Blatt aus dem diAk-Kalender für das Jahr 2018 (erschienen als Ausgabe IV/2017) – ein Gespräch in Bildern…

Juni

Luli (* 4.7.1985)  and Yehudit (* 6.2.1985) met at the age of 18. Tey like to think of themselves as childhood fiends. Both born in Israel, they have each gone their separate path and their fiendship has become one of overseas. Te project ‘Visual Correspondences’ was born afer a conversation in which the two observed that the different choices they have made in life, and the places they have been, places they have called home cast a light on both the similarities and differences of their visual observations.
Using their phones, they began writing each other ‘picture messages’. Each picture
is answered with a picture. Te text was later atached to the pictures.

Aktuelle Stimmen: Avnery und Chazan

Die folgenden beiden Beiträge setzen sich mit den innerisraelischen Zuständen angesichts der Vorkommnisse an der Grenze zu Gaza und der neuen US-amerikanischen Politik im Nahostkonflikt auseinander.

Der israelische Journalist, Schriftsteller und ehemalige Knessetabgeordnete Uri Avnery reflektiert in dem Beitrag „Gush Shalom in Israel on Gaza“ wie er sich als Jugendlicher in Gaza heute verhalten würde.

Der demnächst 95 Jahre alte Friedensaktivist, der die Organisation Gush Shalom jahrelang anführte, zieht Parallelen zu seiner Zeit in der Irgun, der Untergrundorganisation, die mit Terrormethoden für die Errichtung eines jüdischen Nationalstaates kämpfte. Er kommt zu dem Schluss, dass er heute an der Grenze zu Gaza demonstrieren und sein Leben riskieren würde. Der Artikel ist zugleich eine Anklage der israelischen Gesellschaft, die die Tötungen an der Grenze ohne große Proteste hinnimmt.
(Die Artikel von Avnery lassen sich auch abonnieren)

Naomi Chazan, Politikwissenschaftlerin, ehemalige Direktorin des New Israel Fund und stellvertretende Sprecherin in der Knesset analysiert in ihrem Beitrag den Umgang mit den Protesten innerhalb Israels. Sie sieht in den Reaktionen besonders gegen die Demonstrationen der arabischen Israelis eine Gefahr für die bürgerlichen Freiheiten der israelischen Gesellschaft. Die hohe Akzeptanz, die die Politik von Donald Trump  in Israel erfährt, ist für sie ein Indiz für eine fehlende ausdrucksstarke und schlagkräftige Opposition innerhalb Israels.

Bundestagsdebatte 2018 zu 70 Jahre Israel

Am 26. April 2018 diskutiert der Deutsche Bundestag zun Thema 70 Jahre Staat Israel. Die zwei Anträge (von CDU/CSU, SPD [und wirklich: FDP] sowie der von den Grünen und der Linken gemeinsam getragene Antrag finden sich als Bundestagsdrucksache; interessant ist es zu schauen, welche Passagen gemeinsam sind und welche Punkte sich unterscheiden.

Fresh Thinking for Old Problems

Neue Studie von Mitvim

logo_mutvim

Mit einem Vorwort von Itamar Rabinovich stellt die Autorin Drin. Dahlia Scheindlin, eine Forscherin, die seit vielen Jahren weltweit zu Konfliktsituationen gearbeitet hat, in dieser neuen Publikation des israelischen Think tanks Mitvim, hre Einschätzungen zu Comparing Conflicts to Advance Israeli-Palestinian Peace (mit Blick auf die Situationen und Erfahrungen in Zypern, Serbien-Kosovo und Bergkarbach (Nargorno-Karabakh) vor. Scheindlin gehört zu den Gründerinnen des +972 Magazins, wo sie auch weiterhin regelmäßig veröffentlicht, darüber hinaus ist sie auch im The Tel Aviv Review podcast on TLV1 radio, engagiert.

Der gesamte englische Text kann an dieser Stelle herunter geladen werden.


 

Störung für den Frieden…

Filmvorführung DISTURBING THE PEACE | 24. April 2018 | 19.00 Uhr |Georgenkirchstraße 70 (BMW)

Nach einer gewaltfreien Demonstration von palästinensischen und israelischen
Friedensaktivist_innen der Graswurzelbewegung ‚Combatants for Peace‘ (dt. „Kämper für den Frieden“) werden zwei der Beteiligten verhaftet. Ihnen wird vorgeworfen, die öffentliche Ordnung, den Frieden gestört zu haben.

Was muß das für ein Frieden sein, der durch eine gewaltfreie Demonstration gestört werden kann? Wenn der aktuelle Status quo in Israel und Palästina ein Frieden sein soll, muß er dann nicht gestört werden?

Der Dokumentarfilm DISTURBING THE PEACE (dt. ‚Landfriedensbruch‘) porträtiert einige dieser Menschen, die vermeintlich den Frieden stören. Der Film handelt von Israelis und Palästinenser_innen, die in den Konflikt hineingeboren wurden, die darauf
eingeschworen waren, einander Feind zu sein und dieses Schicksal nun herausfordern. Gemeinsam sind sie die ‚Combatants for Peace‘. Ehemalige Kämpfer_innen der beiden Konfliktparteien, heute jedoch geeint in einem anderen Kampf um einen
gerechten Frieden. DISTURBING THE PEACE begleitet filmisch die ‚Combatants for Peace‘ bei diesem mutigen Unterfangen und beleuchtet ihren Pfad zur Gewaltlosigkeit.
Dabei fordert er auch die Zuschauer und Zuschauerimnen heraus ihre Einstellungen,
Narrative und ihren eigenen Beitrag zu einer gerechteren Welt zu beleuchten.

Der Jerusalemsverein im Berliner Missionswerk, das EAPPI-Netzwerk Deutschland und die Friends of Combatants for Peace Germany laden zu einer Vorführung des Filmes ein.

Im Anschluß besteht die Gelegenheit, sich mit den Einladenden auszutauschen, die Runde wird von Rainer Zimmer-Winkel (diAk) moderiert.

** Eintritt frei! **

… a Fortress, but Not Yet a Home

„Wir singen auf Hebräisch und Arabisch den gleichen Vers“

 

Seit 2006 wird einen Tag vor dem israelischen Unabhängigkeitstag und parallel zum offiziellen Erinnerungstag (Jom ha-Zikaron) in Tel Aviv ein ‚Alternativer Erinnerungstag‘ begangen, an dem  nicht nur der israelischen, sondern auch der palästinensischen Opfer von Krieg und Gewalt gedacht wird.

An dem diesjährigen alternativen Gedenken (18. April 2018), organisiert durch die zivilgesellschaftlichen Organisationen Combatants for Peace [Korrigiert: fehlerhafterweise stand in der ersten Version: Breaking the Silence] und Berieved Parents Circle – Families Forum, nahmen ca. 6.000 Menschen, darunter zahlreiche Palästinenser(innen) teil. Im Bericht der Times of Israel ist soar von 8.000 Teilnehmenden die Rede.

David Grossman, einer der bedeutendsten israelischen Schriftsteller, hielt die bewegende Abschlußrede, deren vollständigen englischem Text die israelische Tageszeitung Ha’aretz zugänglich macht.

Auch auf dem Blog +972 findet sich ein lesenswerter Beitrag über das Ereignis.

Nachtrag: Die FAZ vom 19. April 2018 veröffentlicht die deutsche Übersetzung der Rede: „Wie wir hier zu Hause sein können“ (Übersetzung: Andreas Platthaus) auf Seite 11. Online zugänglich hier.

Wer die Rede hören und sehen will – mit Untertiteln in englisch und arabisch!

[Stand: 19. April frei zugänglich (bislang) nur in der Druckausgabe].

Während wir an der ‚Grenze‘ zu Gaza…

schreckliche Bilder sehen ‚müssen‘ …, … ereignet sich in Hebron eine andere Wirklichkeit: Freedem Seder in Occupied Hebron:

„Holding the Freedom Seder was not just a call for an end to the occupation but “an affirmation of our commitment to working to the end the occupation,” explained Daniel Roth, a member of All That’s Left and one of the event’s organizers,

Jewish tradition, identity, and culture form the crux of why Roth is working to build a just peace and end the occupation, he added. “A Freedom Seder that weaves together ancient tradition with modern tradition and brings the storytelling at the center of Passover to contemporary struggles is deeply compelling for me.”