„Bis heute ist al-Andalus ein Kampfbegriff“

Exzellenzcluster „Religion und Politik“ an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

Islamwissenschaftlerin Maribel Fierro ist neue Hans-Blumenberg-Gastprofessorin am Exzellenzcluster „Religion und Politik“ – Öffentlicher Abendvortrag am 16. Mai 2023 zur Instrumentalisierung der islamischen Geschichte Europas in Konflikten bis heute – Veranstaltung im Themenjahr „Religiöse Dynamiken“

Die Islamwissenschaftlerin Prof. Dr. Maribel Fierro ist neue Hans-Blumenberg-Gastprofessorin am Exzellenzcluster „Religion und Politik“. Sie befasst sich an der Universität Münster mit der islamischen Geschichte Europas und deren Instrumentalisierung in politischen und religiösen Konflikten bis heute, wie Historiker Prof. Dr. Wolfram Drews ankündigte. „Instrumentalisiert wird die Erinnerung an die historische Region al-Andalus in Südspanien, die zwischen dem 8. und 15. Jahrhundert unter muslimischer Herrschaft stand und oft als Symbol für friedliches Zusammenleben in multireligiösen Gesellschaften gesehen wurde und wird. Heute ist al-Andalus ein Kampfbegriff, einerseits im Einsatz gegen Islamophobie, andererseits gegen die Herausforderungen multikultureller und multireligiöser Gesellschaften.“ Maribel Fierro spricht darüber in einem öffentlichen Abendvortrag am 16. Mai.

Der Vortrag „The politics of al-Andalus“ in englischer Sprache beschäftigt sich mit unterschiedlichen Instrumentalisierungen der islamischen Geschichte Spaniens für politische Zwecke und trägt den Untertitel „Islam and the Iberian Peninsula and the use and abuse of the past“.

Die Teilnahme ist vor Ort möglich oder, nach Anmeldung unter veranstaltungenEXC@uni-muenster.de, via Videoplattform „Zoom“. Historiker Wolfram Drews führt aus, „Maribel Fierro hat zahlreiche wissenschaftlich breit rezipierte Publikationen zur Rolle von Gewalt in politischen und religiösen Konflikten und zum Verhältnis von Wissen, Häresie und politischer Kultur im islamischen Westen vorgelegt.“ Indem sie ihre Forschungsergebnisse mit den Mitgliedern des Exzellenzclusters diskutiere, könne sie den Arbeiten im Themenjahr „Religiöse Dynamiken“ in epochenübergreifender Perspektive wichtige Impulse geben.

„Das verlorene Paradies“

Die Wissenschaftlerin zeigt in ihrem Vortrag an verschiedenen Beispielen, wie sich das Konzept „al-Andalus“ in den Erinnerungskulturen verschiedener Gesellschaften der Neuzeit niedergeschlagen hat: „Während das Konzept im Spanien des 19. Jahrhunderts einerseits als das fundamental ‚Andere‘, andererseits als Symbol für Vielfalt verwendet wurde, betrachtete man es in der islamischen Welt als ‚verlorenes Paradies‘“, erläutert Wolfram Drews. Für die Juden Mitteleuropas wiederum wurde Sefarad, die hebräische Bezeichnung für die Iberische Halbinsel, zu einem positiv konnotierten Bezugspunkt für das vermeintlich friedliche Zusammenleben von Angehörigen unterschiedlicher religiöser Bekenntnisse. Heute ist das al-Andalus oft zum Reizwort in Debatten über multikulturelle Gesellschaften geworden.

Hans-Blumenberg-Gastprofessorin Maribel Fierro

Die Islamwissenschaftlerin Maribel Fierro ist Forschungsprofessorin am Zentrum für Geistes- und Sozialwissenschaften innerhalb der größten öffentlichen Forschungseinrichtung Spaniens, dem Consejo Superior de Investigaciones Científicas in Madrid. Zu ihren Büchern gehört die 2021 erschienene Biographie eines almohadischen Kalifen mit dem Titel „ʿAbd al-Muʾmin. Mahdism and Caliphate in the Islamic West“. Zum Programm der Blumenberg-Gastprofessur gehört auch eine Masterclass am 17. Mai, die sich mit lokalen Kontexten des andalusischen Islams und den von ihm ausgelösten globalen Dynamiken beschäftigt „The politics of al-Andalus: Muslims in the Iberian Peninsula, local contexts and global dynamics”.

Die „Hans-Blumenberg-Gastprofessur für Religion und Politik“ ist benannt nach dem Münsteraner Philosophen Hans Blumenberg (1920–1996). Sie soll die interdisziplinäre Diskussion am Exzellenzcluster vertiefen und innovative Impulse aus der internationalen Forschung nach Münster bringen. In den vergangenen Jahren hatten etwa Prof. Dr. Sarah Stroumsa (Hebrew University Jerusalem), Prof. Dr. Linda Woodhead (Lancaster University, Großbritannien), Prof. Dr. Jóhann Páll Árnason (La Trobe University, Melbourne, Australien) und Prof. Dr. Mark Juergensmeyer (University of California, Santa Barbara, USA) die Gastprofessur inne.

Anmeldung: Abendvortrag „The politics of al-Andalus: Islam and the Iberian Peninsula and the use and abuse of the past” Dienstag, 16.05.2023 | 18:15 Uhr | Hörsaalgebäude des Exzellenzclusters, Raum JO 1, Johannisstraße 4, 48143 Münster

Teilnahme per Videoplattform Zoom: Anmeldung bis zum Vortragstag unter veranstaltungenEXC@uni-muenster.de

This is where we stand

A Sabeel Reflection on Antisemitism

Am 19. April 2023 hat Sabeel, ein ökumenisches palästinensisches Zentum für Befreiungstheologie, das aus der anglikanischen Kirche heraus entstanden ist, online sein neues Buch vorgestellt, die Veranstaltung wurde aufgezeichnet und ist bei Youtube nachhörbar.

Eine deutsche Ausgabe diese Reflektionen, die das Ergebnis mehrjähriger Überlegungen sind, wird 2023 im AphorismA Verlag erscheinen.

Solche und solche Feuer

Die reinigende, die „heilige“ Kraft des Feuers?

Ostern – orthodoxer Kalender – 2023 – Während in der Altstadt von Jerusalem die Gläubigen versuchen, die zahlenmäßigen Begrenzungen, die von der israelischen Besatzungmacht erlassen wurden, um Zeuge/Zeugin des Heiligen Feuers aus der Grabeskapelle in der Auferstehungskirche zu werden, zu durchbrechen (Ha’aretzbericht), verbrennen anderenorts junge (jüdische) Israelis ihre Einberufungsbescheide …

Die reinigende, die „heilige“ Kraft des Feuers?!

Ein anderes, ein neues Judentum?

Ein Essay in Haaretz von Menachem Klein, emeretierter Professor der Politikwissenschaft an der Bar Ilan Universität

„There is no precedent in Jewish history for the existence of a Jewish state that constitutes a regional power and rules another people. Never before has the Jewish people possessed a combination like this of sovereignty, power and control, which are being exploited to oppress another people.“

„As long as Jewish nationalism is bound up with Judaism as a historic religion and people, equality and partnership of non-Jews in sovereignty cannot be seen as just a secular phenomenon involving a division of power and government. One could of course argue against the self-determination of the State of Israel as a Jewish state, and endeavor to divorce it completely from historic Judaism and from the ideology and practice of Jewish supremacy. Separation of that kind would create an Israeli nation in which all the citizens are equal – a far-reaching move that has failed in the past, in society and in the Supreme Court.“

Graffiti – gab es auch früher schon

An diesem Freitag, Karfreitag, Pessach, Ramadan – in Gedanken in Jerusalem

Auf den Wänden hinab zur Kreuzauffindungskapelle, bei den Stufen zur armenischen Helena-Kapelle

Freiheit – und Gerechtigkeit

An Pessach (und Gründonnerstag und Ramadan und …) eine Reflexion von Rabbiner Arik Asherman

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Hier noch Ergänzungen vom 7. April 2023

Tief gespalten

SWP-Podcast 03. April 2023

Wie sich der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern verschärft

Im Schatten der aktuellen Regierungskrise in Israel spitzt sich der Nahostkonflikt weiter zu. Welche Positionen gibt es und wie haben sie sich verändert? Was ist die Haltung der rechts-religiösen israelischen Regierung? Darüber diskutieren Peter Lintl und Muriel Asseburg mit Dominik Schottner.

Link zum Podcast über die Seite der SWP

Außenpolitik und Religion. Aktuelle Herausforderungen

Online-Gesprächsreihe der Katholischen Akademie in Berlin | 05. April 2023 – Uhrzeit: 12:02 – 13:00 Uhr

Abt Nikodemus Schnabel OSB, Dormitio Abtei Jerusalem, in der Reihe: zwei nach zwölf. Gespräch über Gott und die Welt

Religionen sind ebenso ein politischer Konflikt- wie ein Friedensfaktor, woraus unschwer folgt, dass Außenpolitik auf religiöse Expertise nicht verzichten kann. Auf welchem Weg sichert sich die Außenpolitik dieser Expertise? Sind sich die Religionen ihrer politischen Versöhnungskraft bewusst, und wie realisiert sich diese in internationalen Beziehungen? Wie lässt sich die Aufmerksamkeit für dieses Feld verstetigen? Über diese Fragen spreche ich mit Nikodemus Schnabel, dem neuen Abt der Dormition Abbey in Jerusalem. Dass wir auch über die politische und religiöse Lage in Israel sprechen werden, versteht sich von selbst. Von Oktober 2018 bis Oktober 2019 war Schnabel als Berater in dem damals geschaffenen Referat „Religion und Außenpolitik“ im Auswärtigen Amt in Berlin tätig.

Nikodemus Schnabel ist Abt der Benediktinerabtei Dormitio in Jerusalem und Direktor des Jerusalemer Instituts der Görres Gesellschaft (JIGG).

Die Veranstaltung wird mittels der Videokonferenzplattform ZOOM durchgeführt. Informationen zum Umgang mit Nutzerdaten finden Sie in der Datenschutzerklärung von ZOOM unter folgendem Link: https://explore.zoom.us/de/privacy/

Sie können dem Zoom-Meeting hier oder telefonisch unter +49 69 5050 0951 beitreten. Eine Anleitung zur Funktionsweise von Zoom-Veranstaltungen finden Sie hier.

Meeting-ID: 861 3354 3694
Kenncode: 920436

Gerne können Sie das Gespräch auch live auf Youtube verfolgen unter:https://youtube.com/live/sqGn-4tMWXE

Auch eine Demonstration

Palmsonntag in Jerusalem – Heute im gestern für morgen … – ohne die Gegenwart zu vergessen!

Hier eine Miniatur den Einzugs Jesu in die Heilige Stadt aus dem Brandenburger Evangelistar, mehr dazu beim Faksimile-Verlag Quaternio (Luzern) (oder auf Facebook)

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Und am Ende des Ganges vom irdischen Ölberg hinab in die Stadt die Ansprache des Lateinischen Patriachen im Garten von St. Ann, dem Haus der Weißen Väter (MAfr.), nahe dem Stephanstor in der Altstadt

König David und D.T.

Angesichts von Justiznachrichten aus den USA mag man:frau sich in Europa – vielleicht nicht nur da – mancherorts die Augen reiben, was alles noch denkbar und sagbar scheint …

Auf der Seite des US-amerikanischen Forward findet sich dieser Beitrag von Mira Fox über die Gedankwelt der/von ‚Evangelikalen‘ – Endzeit um die Ecke ….