„Von den ehemaligen Sowjetstaaten über Afrika bis zum Nahen Osten gibt es keine Wahl, keinen Konflikt und keine Verhandlung, zu denen Moskau nichts zu sagen hätte. Ob mittels Social-Media-Kampagnen, diplomatischen Gesprächen oder Handels- und Militärabkommen: der Kreml scheint fest entschlossen, zu alter Größe zurückzufinden. Seine Ziele hatte Wladimir Putin bereits 2007 auf der Münchener Sicherheitskonferenz angekündigt. Er fühlte sich von seinen westlichen „Partnern“ despektierlich behandelt und unterschätzt, prangerte das Vormachtstreben der Vereinigten Staaten an und prophezeite das Ende der unipolaren Weltordnung. Seitdem sorgt der Kreml-Chef für die Sicherung der russischen Grenzen und bezieht außenpolitisch ganz unverhohlen Stellung, ohne daß ihm andere Staaten Einhalt gebieten. Es besteht kein Zweifel: Der russische Bär ist zurück auf dem internationalen Parkett!“
Wie nur wenige Staaten, hat Israels Regierung in den ersten Tagen nach dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine die akzeptierten Handlungsmuster auf diplomatischem und internationalem politischen Gebiet beibehalten. Auch bot Premierminister Naphtali Bennet sofort an, daß Israel zwischen beiden Kriegsparteien als Vermittler agiert.
Zu den Motiven dafür mag die gegenseitige Akzeptanz Rußlands und Israels und ihrer jeweiligen regional- und geopolitischen Interessen in der Region und darüber hinaus zählen, darunter die bisher bewährte israelisch-russische Koordination betreffs Syrien, und die historischen Verbindungen ebenso wie die gegenwärtigen vielfältigen Beziehungen und Kontakte auf offizieller staatlicher wie auch gesellschaftlicher Ebene.
Dazu zählen auch die persönlichen Kontakte: Mehr als ein Fünftel der israelisch-jüdischen Bevölkerung stammen aus der Sowjetunion und deren Nachfolgestaaten, sind nach Israel eingewandert, pflegen bis heute enge Kontakte zu ihren Herkunftsgebieten und sind durch russisch(sprachig)e Medien über die Ereignisse in Rußland und der Ukraine bei Bedarf ausführlicher und u.U. weit klarer informiert als durch übersetzte und komprimiert wiedergegebene Nachrichtenmeldungen.
Israels Regierung wird die internationalen Sanktionen – vorerst – nicht mittragen. So übernimmt die Regierung nun die ausgefallene Versicherung für die Fluggesellschaft EL AL, damit diese ihre Fluglinie Tel Aviv-Moskau vorerst weiterführen wird.
Zuvor hatte Außenminister Jair Lapid angewiesen, für den Fall, daß russische Geschäftsleute Anfragen stellen könnten, um die Sanktionen zu umgehen, diese Anfragen abwegig beschieden werden sollten.
Gleichwohl steht Israel für jüdische ukrainische Staatsbürger:innen auf der Flucht vor dem Krieg offen. Der frühere Ministerpräsident und Likudvorsitzende Benjamin Netanjahu geht hingegen weiter. Er fordert, allen ukrainischen Personen, die Zuflucht in Israel beantragen, ein Kurzzeitvisum zu erteilen und verweist auf die guten Beziehungen zwischen Israel und der Ukraine. Bereits seit Jahren seien die israelische und die ukrainische Wirtschaft eng verbunden. Viele israelische Unternehmen beschäftigten Entwicklungsteams mit ukrainischer Basis und, wie Netanjahu anführt, schätzungsweise bis zu 50.000 Programmierer:innen.
Danach fragt die International Crisis Group und bietet anhand des Abstimmungsverhaltens der Länder in den Vereinten Nationen bei der Resolution zur Verurteilung Rußlands (141:35:5, 12 Staaten nahmen an der Abstimmung nicht teil) einen Überblick über die Konsequenzen des russischen Einmarschs.
Hier beginnt der Einordung mit den Golfstaaten, es folgen der Iran und Israel.
Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine werden die geopolitischen Karten im Nahen und Mittleren Osten neu gemischt. Dazu paßt die Annäherung zwischen Israel, der Türkei und den Turkstaaten Zentralasiens.
Dazu ein Analyse von James M. Dorsey, Senior Fellow am Middle East Institute der National University of Singapore auf Qantara.
Mit dem Online-Programm aus Kunstausstellung, Dichterlesung, Film und Livestreams stellen wir Ihnen gleichzeitig Pierre Boulez Saal Online vor, unsere neue digitale Plattform. Alle Kundinnen und Kunden, die Karten für die Arabic Music Days erworben haben, erhalten für 15 Tage kostenlosen Zugang.
Zum fünften Mal laden die Arabic Music Days dazu ein, ein abwechslungsreiches Programm mit Instrumentalmusik, Gesang, bildender Kunst, Film und Dichtung aus dem arabischsprachigen Raum zu entdecken – analog und digital. Egal ob nah oder fern, wir freuen uns, wenn Sie weiterhin mit so viel Begeisterung dabei sind wie in den vergangenen Jahren.
Online Diskussion von Americans for Peace Now mit Rabbi Jill Jacobs and Hadar Susskind
Donnerstag, 24. Februar 2022- 19.00 Uhr – Thursday, February 24, at 1:00 pm Eastern Time
A Very Brief Guide to Antisemitism
American Jewish organizations have been intensifying their efforts to fight antisemitism as hateful rhetoric proliferates worldwide.
Unfortunately, some of these groups are increasingly weaponizing the fight against antisemitism to quash legitimate criticism of Israeli policies and practices, violating free speech, and suppressing vital conversations regarding Israel’s imperfections.
T’ruah, the Rabbinic Call for Human Rights, and Americans for Peace Now are actively working, within America’s Jewish community and beyond, to fight that trend, to draw the line between antisemitism and legitimate criticism of Israel. T’ruah recently published a useful Very Brief Guide to Antisemitism to help better understand the phenomenon and to help tell the difference between legitimate criticism of Israel and anti-Israel attitudes that cross the line and constitute antisemitism. Join the CEOs of T’ruah and APN, Rabbi Jill Jacobs and Hadar Susskind, this Thursday, February 24th, at 1:00 pm EasternTime to discuss this troubling trend as well as their organizations’ response to it.
Statement of the Humanitarian Country Team on the imminent eviction of the Salem Family in Sheikh Jarrah in East Jerusalem
Joint Statement
United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs occupied Palestinian territory
Jerusalem, 18 February 2022
Today, representatives of the Humanitarian Country Team in Palestine, comprising United Nations Agencies and international and Palestinian NGOs, met with the Salem family in the occupied East Jerusalem neighbourhood of Sheikh Jarrah. The family of 12, including six children and the elderly mother, Fatima Salem – all of whom are Palestine refugees – faces eviction during March from their family home of 70 years.
The announcement of the scheduled eviction has recently raised tension in the Jerusalem neighbourhood, with clashes involving Palestinian residents, Israeli settlers, and Israeli Security Forces resulting in property damage, multiple injuries and arrests, including the arrest of eight children since Friday 11 February. The Salem family itself and their neighbours have been subject to attacks with pepper spray and stones resulting in injury and property damage.
The Salem family is one of 218 Palestinian families, comprising 970 individuals, including 424 children, living in East Jerusalem, mainly in the neighbourhoods of Sheikh Jarrah and Silwan, that are currently facing the threat of forced eviction by the Israeli authorities.
The United Nations has repeatedly called for a halt to forced evictions and demolitions in the occupied West Bank, including East Jerusalem: under international humanitarian law, forcible transfers of protected persons by the occupying power are forbidden regardless of their motive.
Active steps must be taken to de-escalate the situation before another crisis erupts; we urge all political and community leaders to refrain from provocative action and rhetoric. Israeli authorities must take steps to ensure the protection of civilians, including Palestine refugees.
For more information, please contact Ofir Feuerstein at feuerstein@un.org