29. November

Dieses Datum stellt bekanntlich mit der Entscheidung der Vereinten Nationen für die Teilung des bis dato britischen Mandats eine historische Zäsur dar.

Wie läßt sich heute, 73 Jahre danach, an diesen Tag erinnern, mit all dem was geschehen ist und geschieht im Hintergrund, mit all den gescheiterten Hoffnungen, den vergebenen Chancen, dem gelungenen und dem verunmöglichten Leben von so vielen – ohne zu naiv, zu plakativ zu erscheinen?

Es ist ein komplexes Verhältnis geworden, zwischen Israelis und Palästinenser(inne)n, zwischen Juden, Muslimen und Christen, Männern wie Frauen, Menschen aus dem „Orient“ und dem „Okzident“.

Aber: Menschen können Strukturen verändern, Strukturen des Denkens, Strukturen der Macht und der Gewohnheit. Auch wenn es lange Wege sind, beginnen sie alle immer wieder und gegen alle Widerstände neu und mit dem ersten Schritt.

Die Online-Plattform +0972mag, die oft durch wichtige und verändernde Beiträge ausgezeichent ist, hat akutell einen Beitrag eingestellt, der für diesen heutigen Tag bestens geeignet ist:

A Palestinian guide to Jewish American allyship

As American Jews increasingly enter the Palestinian rights movement, the power dynamics between the two groups often lead to tensions. One activist opens up about the complexities of navigating those dynamics, and what Jews should be doing to center Palestinian voices.

Rainer Zimmer-Winkel

Entschleunigend und fast ein wenig puritanisch

Marian Brehmer über einen Sufi-Musiker mit einer Mission

Den Atem des Ney-Spielers bewahren – so ist der lesenswerte Beitrag auf der Onlineplattform Quantara überschrieben. La Mélancolie Royale ist eine einstündige Sufi-Meditation auf der Rohrflöte des großen türkischen Virtuosen Kudsi Ergüner – der auch auf Youtube zu hören ist als ein Mitschnitt eines Konzertes an der Franz Liszt Hochschule in Weimar – eine gute Gelegenheit an diesem heutigen Sonntag zwischen Reformationstag und Allerheiligen ….

Mit immer mehr Waffen zum Frieden in der Region?

Immer neue Rekorde im Waffenkauf im Nahen Osten – Neue Zahlen veröffentlicht von der britischen Regierung. Middle East Eye hat die Zahlen aufbereitet: In den letzten zehn Jahren hat der Nahe Osten mehr Geld für ‚Verteidigung‘ ausgegeben, als jede andere Region in der Welt!

https://www.middleeasteye.net/sites/default/files/defence%20imports%20by%20region.png

Zum vollständigen Bericht hier.

US-Wahlen und palästinensischer Pessimismus

Die USA sind noch immer einer der wichtigsten Akteure, wenn es um Diplomatie und Mediation in Nahost geht. Spätestens seit dem Camp David Abkommen zwischen Israel und Ägypten unter Vermittlung von Jimmy Carter hat jeder US-Präsident eine prägende Rolle im Konflikt gespielt. Die im November stattfindenen Wahlen werden wieder ein neues Kapitel für die Nahostpolitik bedeuten, unabhängig von deren Ausgang. Nichtsdestotrotz scheint die Stimmung in den palästinensischen Gebieten dem gegenüber gleichgültig bis pessimistisch, aus berechtigten Gründen. Emily Judd mit einer Analyse für Al Arabiya.

Auch ein Splitter der Beziehungen im Dreieck

Das Wort (und die Wirklichkeit dahinter) Kolonialisten hat heute zu Recht keinen guten Klang. Wie eng oder weniger eng der Bezug zu ‚Kolonisten‘ ist, lohnt sich zu studieren. So lohnt es sich auch einmal solche Erinnerungen und Aufbereitungen zu lesen, wie sie Internetseite Deutsche Kolonisten bietet, hier zum Stichwort: Palästina. Ohne hier allem zuzustimmen enthält die Seite interessante historische Facetten.

Achtungszeichen

Fortgesetzte deutsch-französische Kooperation

Die Außenminister Deutschlands und Frankreichs trafen am Donnerstag, 24. September 2020, ihre Kollegen Ägyptens und Jordaniens und bekräftigten, daß sie zu den Beschlüssen der Vereinten Nationen zur Regelung des Israel-Palästina-Konfliktes und der Arbeit der VN-Unterorganisationen in Nahost stehen. Die Hauptakteure waren erwartungsgemäß nicht präsent. Die veröffentlichte Erklärung ist dennoch als eine deutliche Positionierung der Interessen der beiden zentralen europäischen Staaten zu werten.

Kartell Hisbollah?


Zum einen selbst ernannte Schutzmacht der schiitischen Gläubigen, zum anderen selbst ernannte Speerspitze im Kampf gegen Israel: die Hisbollah hat nicht nur erheblichen Einfluß auf Politik und Alltag in Libanon und Israel, sondern agiert offenbar weltweit, wie eine Recherche des Spiegel ergeben hat. Internationale Finanznetzwerke und Kollaborationen mit Drogenkartellen in Südamerika machen die ‚Partei Gottes‘ zu einer globalen Akteurin, dessen Profite hauptsächlich in Aufrüstung und Machtausbau fließen.