Zwei eng verflochtene Urkatastrophen

Joseph Croitoru widmet auf qantara.de einen langen, höchst lesenswerten Essay der gemeinsamen Arbeit des israelischen Shoa-Forschers Amos Goldberg und des in Israel lebenden palästinensischen Politikwissenschaftler Bashir Bashir:

Die Katastrophe der Anderen in das eigene Narrativ einbeziehen

Eine Annäherung von Israelis und Palästinensern, die sich beide als Opfergemeinschaften verstehen, wird nach Ansicht von Goldberg und Bashir vor allem deshalb erschwert, weil Shoa und Nakba gleichermaßen zur Legitimation nationaler Ansprüche herangezogen werden. Dennoch sollte es möglich sein, auch die Katastrophe der Anderen – ohne dass der aus den nationalen Traumata abgeleitete „ultimative Anspruch auf Gerechtigkeit“ aufgegeben werden müsste – in das eigene Narrativ einzubeziehen

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Eid al-Adha -ʿīd mubārak!

Eid al-Adha
Gestern Abend hat das dreitätige Opferfest, das wichtigste Fest des islamischen Kalenders, begonnen, es ehrt den ‚Propheten Abraham‘ – ob er über diese Hügel gezogen ist, nach Jerusalem, „gehorsam seinem Gott gegenüber“? – Und, welchen Sohn hatte er dabei? Es bleibt eine ungeheure Herausforderung anzunehmen, daß ER/SIE einen solchen Treuebeweis gefordert hat … egal, um welchen Sohn es ging …

Jedenfalls: ʿīd mubārak!

8. Juli – vor 50 Jahren

Ghassan Kanafani (1936-1972) – Gefeiert, verdammt, erinnert, umstritten, ein Leben wie im Brennglas der unterschiedlichen Narrationen – Zwischen Terror und Literatur – eine Ikone.

Cover Ghassan Kanafani

Die Lektüre „lohnt“ noch immer …

Cover Ghassan Kanafani

Und dazu das Kalenderblatt des Deutschlandfunk.

Rosemary Radford Ruether zu Ehren

13. Juli 2022

|| Eine gesprächsweise Würdigung der am 21. Mai 2022 in den USA verstorbenen großen Befreiungs- und feministischen Theologin, die sich viele Jahrzehnte mit den Fragen der Gerechtigkeit in Israel und Palästina auseinandergesetzt hat ||

Webinar Radforf Ruether

5:00-7:00 pm London / 7:00-9:00 pm Palestine time

Webinar-Link (Sabeel)

Sog. Hoher Besuch

US-Präsident Biden im Nahen Osten – Mitvim Webinar Invitation

President Biden’s Visit to Israel – Insights and Implications

Wednesday, July 6, 2022 from 17:00-18:30 Jerusalem
For any questions, please email vsolkovits@mitvim.org.il
Please register below and the Zoom link will be sent to you prior to the event:
To register for the Zoom, please click here

Weltwoche für Frieden in Palästina und Israel

Weltweit begangen vom 15. – 22. September 2022

Während dieser Woche, in die auch der Internationale Gebetstag für den Frieden am 21. September fällt, sind kirchliche Organisationen, Gemeinden und Gläubige zum gemeinsamen Friedenszeugnis aufgerufen, in dem sie an Gottesdiensten, Bildungsveranstaltungen teilnehmen und mit ihrem Handeln Frieden und Gerechtigkeit für Israelis und Palästinenser/innen unterstützen.

Der Ökumenische Rat der Kirchen – ÖRK/WKK (Genf) lädt Mitgliedskirchen, religiöse Gemeinschaften und zivilgesellschaftliche Organisationen aus der ganzen Welt ein, sich gemeinsam an einer Gebetswoche für einen gerechten Frieden für alle Menschen in Palästina und Israel zu beteiligen. Weltweit sollen Gemeinden und Einzelpersonen, die auf Gerechtigkeit hoffen, sich in dieser Woche zu friedlichen Aktionen zusammenschließen, um ein gemeinsames internationales Zeugnis zu geben.

Abendlicher Blick über Jerusalem Altstadt

ÖRK-Zentralausschuß: Gleiche Rechte für alle Menschen im Heiligen Land

In einer öffentlichen Erklärung zur Situation im Heiligen Land hat der ÖRK-Zentralausschuß „seine aufrichtige Solidarität mit den Mitgliedskirchen und Christinnen und Christen in der Region, die durch ihr Leben und Wirken den christlichen Glauben und das christliche Zeugnis im Heiligen Land bewahren und lebendig halten, sowie mit allen Menschen in der Region zum Ausdruck“ gebracht.

Das ÖRK-Leitungsgremium hat darüber hinaus „alle Mitgliedskirchen und ökumenischen Partner, die Angehörigen der jüdischen und muslimischen Bevölkerungsgruppen und alle Menschen guten Willens [aufgerufen], die ÖRK-Mitgliedskirchen und christlichen Gemeinschaften im Heiligen Land zu unterstützen, weil sie ein unverzichtbarer Bestandteil des vielfältigen multireligiösen und multikulturellen Wesens der Gesellschaft in der Region sind, zu der auch die christliche Präsenz in der Region zählt“.

Der Zentralausschuß begrüßte, daß der ÖRK auch weiterhin die Beziehungen zum Internationalen Jüdischen Komitee für interreligiöse Konsultationen und zum Jüdischen Weltkongress pflege und daß dadurch Gelegenheiten für Austausch und Dialog zu diesen Themen möglich gemacht werden.

Die Erklärung ruft „die Regierung Israels und die israelischen Behörden auf, sicherzustellen, daß alle Menschen, die in ihrem Zuständigkeitsbereich leben, die gleichen Rechte haben, und sicherzustellen, daß zur Rechenschaft gezogen wird, wer Palästinenserinnen und Palästinenser, ihre heiligen Orte und Kirchen, christliche Gemeinschaften, muslimische oder andere Bevölkerungsgruppen angreift oder verletzt, sowie einen freien Zugang zu ihren Gotteshäusern und heiligen Orten sicherzustellen“.

Der Zentralausschuß rief „alle Mitglieder der internationalen Staatengemeinschaft und alle ÖRK-Mitgliedskirchen und ökumenischen Partner auf, sich für geltendes Völkerrecht stark zu machen und gegen die drohenden Zwangsräumungen in Masafer Yatta und die angedrohte Vertreibung von palästinensischen Gemeinwesen in den besetzten Gebieten die Stimme zu erheben“.

Abschließend bekräftigt die Erklärung „die regelmäßige Forderung des ÖRK, die Besatzung zu beenden und gleiche Rechte für alle Menschen in der Region zu gewährleisten“.

Ghassan Kanafani + 1972

Umstrittener Literat und gefeierter Volksheld: Der palästinensische Schriftsteller Ghassan Kanafani
Ein Radio-Feature im Deutschlandfunk Kultur von Anne Françoise Weber

01. Juli 2022 – 19:30 UhrZeitfragen

Er gilt als einer der bedeutendsten arabischen Schriftsteller – und wurde am 8. Juli vor 50 Jahren wegen seiner politischen Aktivitäten ermordet.

Seine Novellen bewegen bis heute eine große Leserschaft, seine Äußerungen als Sprecher der linksextremistischen PFLP, der Volksfront zur Befreiung Palästinas, gingen um die Welt. Ghassan Kanafani gilt als einer der wichtigsten arabischen Schriftsteller – und zugleich verkörperte er das, was er den palästinensischen Befreiungskampf nannte. Vor 50 Jahren, am 8. Juli 1972, wurde er durch eine Autobombe in Beirut ermordet. In einer seiner berühmtesten Kurzgeschichten, „Rückkehr nach Haifa“ beschreibt Kanafani, wie palästinensische Flüchtlinge ihr früheres Haus in der israelischen Küstenstadt aufsuchen. Sie treffen dort auf polnische Einwanderer, die nicht nur das Haus übernommen, sondern auch den bei der Flucht zurückgelassenen Sohn adoptiert haben. Auch israelische Theater haben das Stück inszeniert. Doch ein Denkmal in Kanafanis Geburtsstadt Akko wurde schnell wieder abgebaut – Kritiker sehen in ihm einen Terroristen.

Karten machen Welt

Unsere Wahrhnehmung von Wirklichkeit ist nicht zuletzt durch deren Ab-bildung in Karten geprägt. Was nicht eingetragen ist, scheint es nicht zu geben und fällt allzu leicht dem kollektiven Gedächtnisverklust anheim …

Americans for Peace Now macht darauf aktuell einprägsam aufmerksam: