Am Abend des 8. Oktober

Die Bilder, die dieser Tag gebracht hat, prägen sich ein, das Leid, der Schmerz, die Leere, die bleiben.
Mit der offiziellen Erklärung des Kriegszustandes ist eine weitere Stufe des Eskalation erreicht.

Auf allen Kanälen finden sich Nachrichten, Botschaften, Erklärungen und Erkärungsversuche…

Wir zitieren hier den aktuellen Brief von

Nadine Quomsieh und Yuval Rahamim,
Co-Directors, Parent Circle: Bereaved Israelis and Palestinians for Peace: (8. Oktober 2023)

We express our deepest and heartfelt condemnation of the violence in the region. The relentless cycle of conflict has inflicted immeasurable pain and suffering on innocent lives. It is a time of great sorrow, knowing that countless families now bear the burden of emptiness in their hearts and the heavy weight of grief due to the tragic loss of their loved ones.

The toll of violence is not just counted in numbers; it is measured in the shattered dreams, the untapped potential, and the irreplaceable bonds severed by these horrifying actions. The victims, both seen and unseen, deserve our unwavering support and empathy as they grapple with the profound trauma inflicted upon them.

It is an undeniable truth that the time has come to change the situation. This region has endured too much pain, too much bloodshed, and too many tears.

It is a moment for all parties involved to reflect on the senselessness of this continued conflict and to recognize the shared humanity that binds us all.

Let us remember that violence begets violence, and the only way forward is through peaceful dialogue, diplomacy, and a commitment to finding common ground. It is a call to action for leaders, communities, and individuals alike to seek solutions that prioritize reconciliation, justice, and lasting peace.

We must also acknowledge the vital role of international cooperation and humanitarian efforts in alleviating the suffering of those affected by the conflict. The international community must stand together, united in its resolve to support the region’s path towards peace and stability.

While words alone cannot mend the wounds or bring back the lives lost, they can serve as a reminder of our collective responsibility to end this cycle of violence. It is incumbent upon us to work tirelessly towards a future where the people of this region can live without fear, where children can grow up in safety, and where the seeds of hope can flourish.

In closing, let us reaffirm our commitment to peace, empathy, and the belief that a better, more peaceful, future is possible. It is our fervent hope that this statement serves as a testament to our shared determination to bring an end to this ugly occupation, the violence and suffering that have plagued this region for far too long.

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Offener Brief an die Ruhr-Universität Bochum

In einer zunehmend aufgeladeneren Debatte in Deutschland scheint ein echter Austausch von Positionen und Überzeugungen immer weniger gewünscht, ja immer weniger möglich. Diffamierungen helfen jedenfalls nicht weiter und auch nicht, die Augen vor den Realitäten in Israel und Palästina zu verschliessen.

Kein Platz für anti-palästinensischen und antimuslimischen Rassismus!

In den kommenden Wochen [Oktober 2023] sollen an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) mehrere Veranstaltungen stattfinden, die sich vorgeblich um das Thema Antisemitismus drehen: zum einen die „Aktionswochen gegen Antisemitismus“ (Zeitraum Oktober-November 2023) und zum anderen der Workshop „Jenseits von Kritik – Israelbezogenen Antisemitismus erkennen undreflektieren“ (18.10.2023)

In Wahrheit aber werden hier der universitäre Rahmen und die einbezogenen Wissenschaftler:innen missbraucht, um jegliche Kritik am Staat Israel und seiner Politik als „antisemitisch“ zu diffamierenund so im Umkehrschluss die von Menschenrechtler:innen und Wissenschaftler:innen attestierte Apartheid und den anhaltenden Kolonialismus in Palästina, die seit Jahrzehnten bestehende militärische Besatzung, den Landraub, den völkerrechtswidrigen Siedlungsbau und die fortlaufenden Menschenrechtsverletzungen durch Tel Aviv zu legitimieren.

Wir, die unterzeichnenden Organisationen und Einzelpersonen, fordern die Leitung, die verantwortlichen Stellen, die Dozierenden und den AStA der Ruhr-Universität Bochum daher auf, von diesen Veranstaltungen in ihrem derzeit geplanten Format Abstand zu nehmen!

Die Wissenschaft inDeutschland hat sich immer wieder für Unrecht einspannen und instrumentalisieren lassen. Folgen Sie dieser Tradition nicht! Beziehen Sie klar Stellung gegen Rassismus, Kolonialismus und Kriegsverbrechen und für Völkerrecht, Selbstbestimmung und einen gerechten Frieden im Nahen Osten!

Der ganze Text (Offener Brief) mit der Liste der unterzeichnenden Initiativen und Einzelpersonen.

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Alice Shalvi (1926-2023)

Die in Deutschland (Essen) als Alice Hildegard Margulies geborene Israel-Preisträgerin, Frauenrechtlerin und Aktivistin starb am 2. Oktober in (West-)Jerusalem.

Aus dem Nachruf in Ha’aretz:

„Born and raised in an Orthodox family, Shalvi had a complicated relationship with Judaism. She belonged to a Conservative congregation and observed Shabbat and kashrut, but never hid the fact that she found the traditional Jewish prayers hard to digest. “The whole concept of God as male, it’s difficult for me,” she said in the 2018 interview. “There are certain things I keep on doing because that’s what we did at home and that’s what distinguishes me as a Jew – my folklore, if you like – but as far as my conception of God is concerned, it’s changed very radically.
During the last decades, Shalvi was an outspoken critic of the occupation of Palestinian territories. Her leftist views were also the reason she was forced out of her job as the principal of the Pelech School. „The worst thing that has happened is that we’ve become an occupying country,” she said. “I think that power corrupts and that to have power over another people and denying freedom that you enjoy yourself to others is sinful. What we have is a very ugly occupation.”

Raus aus Gaza

Eine Reportage von Tania Krämer auf der Seite des Deutschen Welle (dw) über „die schwieirige Flucht nach Europa…

Täglich verlassen Menschen ihre Heimat Richtung Europa – in der Hoffnung, Konflikte, Verfolgung oder wirtschaftliche Not hinter sich zu lassen. Darunter sind auch junge Leute aus dem Gazastreifen.

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Rechtsstaatlichkeit verteidigen, Illiberalismus abwehren

Dienstag, 07. November 2023 | 18.00 – 21.30 Uhr

Wie sich die Zivilgesellschaft in Israel, Deutschland und Europa für die Stärkung von Justiz und Demokratie einsetzt

Strategien und Instrumente illiberaler Akteur:innen sind sich verblüffend ähnlich: Erfahrungen aus Zentraleuropa, Israel und anderen Ländern zeigen, daß Angriffe auf das Fundament rechtsstaatlicher Justizsysteme oft integraler Bestandteil der illiberalen Taktiken zur Aushöhlung der Demokratie sind. Sobald die Kontrollmechanismen der Justiz geschwächt sind, können illiberale Akteur:innen dazu übergehen, die bürgerlichen Freiheiten und insbesondere die Rechte von Minderheiten zu beschneiden. Korruption und Vetternwirtschaft wird hiermit ebenfalls Vorschub geleistet.

Auch Israels rechts-religiöse Regierung verfolgt die Ziele, die Unabhängigkeit der Justiz zu beschneiden, religiösen Pluralismus und die Rechte von Minderheiten und Frauen einzuschränken und die Besiedlung des besetzten Westjordanlandes weiter voranzutreiben. Voraussetzungen für diese Vorhaben sind die Entmachtung des Obersten Gerichtshofes und die Aushöhlung weiterer rechtsstaatlicher Prinzipien. So steht der Umbau des Justizwesens im Mittelpunkt der illiberalen Agenda der aktuellen israelischen Regierung.

Gleichzeitig gibt es sowohl in Israel als auch in Europa eine enorme zivilgesellschaftliche Mobilisierung gegen illiberale und antidemokratische Entwicklungen. In Tel Aviv und vielen anderen Städten in Israel gehen seit Monaten Hunderttausende gegen den antidemokratischen Justizumbau der Netanjahu-Regierung auf die Straße. In Ländern wie Ungarn und Polen haben sich in den letzten Jahren zivilgesellschaftliche Allianzen gebildet, die sich gegen illiberale Entwicklungen und für Rechtsstaatlichkeit stark machen. Auch Deutschland ist von diesen Entwicklungen nicht abgekoppelt.

Vor diesem Hintergrund organisiert der New Israel Fund Deutschland in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung eine Abendveranstaltung, die die illiberalen und antidemokratischen Entwicklungen des letzten Jahrzehnts in Europa und Israel untersuchen und mehr Aufmerksamkeit für die Perspektiven zivilgesellschaftlicher Akteur:innen schaffen will. Im Rahmen der Veranstaltung soll insbesondere diskutiert werden, wie die Zivilgesellschaft es schaffen kann, Versuche, die Rechtsstaatlichkeit zu untergraben, abzuwehren, und die Institutionen und Praktiken der Demokratie zu stärken sowie Minderheitenrechte zu verteidigen. Gleichzeitig soll hierdurch der Aufbau transnationaler zivilgesellschaftlicher Allianzen und das gegenseitige Lernen über bewährte Verfahren für demokratisches und rechtsstaatliches Handeln gefördert werden.

Mit:

  • Michael Sfard (Menschenrechtsanwalt, Tel Aviv)
  • Zsuszanna Szelényi (Direktorin CEU Democracy Institute Leadership Academy, Budapest)
  • Dr. Hasssan Jabareen (Direktor Adalah – The Legal Center for Arab Minority Rights, Haifa)
  • Shira Livne (Unit Director Human Rights bei der Association for Civil Rights in Israel, Tel Aviv)
  • Maximilian Steinbeis (Herausgeber Verfassungsblog, Berlin)

Moderation:

  • Maja Sojref (Geschäftsführerin, New Israel Fund Deutschland) 

Sprache:
Englisch/Deutsch mit Simultanübersetzung

Verhältnis zu Israel und BDS: Kunstfreiheit in Gefahr

Kritische Töne zum deutsch-israelischen Verhältnis werden zunehmend vielstimmiger, ganz aktuell Hans Eichel, ehemals Ministerpräsident in Hessen und Bundesminister der Finanzen. Im Feuilleton der Frankfurter Rundschau einige grundlegende Reflektionen.

Zur Situation palästinenscher Hirten/Beduinen

Orthodox und gegen Bibi

Zu den vielen Facetten der innenpolitischen Entwicklungen in Israel, die das Land gerade verändern, gehört auch diese: Ulrich Gutmaier schreibt in der taz über einen anderen Widerstand von Rechts.

Gedanken zum Neuen Jahr

Rabbi Arik Ashermans (Torat Zedek) Reflexionen an Rosh HaShanah 5784 – als Impuls für die zehn Tage des Nachdenkens bis zu Jom Kiippur.

Combatants for Peace zum Neuen Jahr

„They [these demonstrators that oppose this government] need to recognise the inherent link between what is happening now, and the occupation. The militirisation within society, the apartness of Israelis and Palestinians for decades, and the military oppression of millions of people is what has led us here, this isn’t a sudden crisis that we couldn’t have foreseen“

Auszug aus dem Mailing zum Neuen Jahr von Rana Salman, Palestinian Director und Yonatan Gher, Israeli Director

„Our work in Israel has a clear focus. The weekly demonstrations are attracting hundreds of thousands of people, all proudly declaring their right to a free and democratic state. It’s hard for us to accept. We and others have been warning of a declining trend for decades, as illegal settlements were shrugged off as a problem for later, and international law is arrogantly ignored. There are consequences of our inaction and failure to respond – and they are obvious to all now, which is why we stand up on ladders and loudly declare that there is no democracy with occupation! We repeat ourselves over and over to crowds of people, some that raise an eyebrow and move on, and some that stop to talk.“