Wiederaufbau von Gaza

Palästinensische Perspektiven – Im Rahmen des gemeinsamen Projekts „Palästinensische Perspektiven auf den Wiederaufbau von Gaza“ veröffentlichten die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) und die Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) umfassende Analysen zur Wiederaufbau- und Zukunftsplanung des Gazastreifens.

Die Studien beleuchten erstmals die Bedürfnisse und Prioritäten der Palästinenser_innen für die Zeit nach dem Ende des noch andauernden Kriegs. Insgesamt elf Beiträge widmen sich zentralen Themenbereichen, die für den Wiederaufbau entscheidend sind.

Folgende Texte (veröffentlicht zwischen August und November) stehen zum Herunterladen zur Verfügung:

Hilles, Ahmed H.: Reconstruction and environment
Arafah, Nur: Donor engagement: past, present and future
Lahlouh, Alaa: Governance and political reform
Misyef, Misyef Jamel: Restoring Palestinian economic unity
Besaiso, Mamoun: Reconstruction governance – lessons learned
Bashir, Nuha: Reconstruction of the education sector
Iriqat, Dalal: Towards an inclusive political system
Abu Zaiter, Walaa: Women at the heart of Gaza’s rebirth
Dalalsha, Ibrahim: Security arrangements for long-term stability
Al Qeeq, Farid: Urban planning after the war

Themenportal „Rechte Gewalt“

Digitale Aufarbeitung rechter Gewalt: Start des „Themenportals Rechte Gewalt“

FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur GmbH

Rechte Gewalt ist kein neues Phänomen. Sie zieht sich durch die Geschichte Deutschlands, sowohl in der Bundesrepublik als auch, weniger bekannt, in der DDR. Ereignisse wie der NSU-Komplex, das Oktoberfestattentat oder die rassistischen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen sind fest im kollektiven Gedächtnis verankert. Sie stehen für Hunderte, wenn nicht Tausende Vorfälle, die seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs Menschenleben forderten, Traumata hinterließen und tiefe gesellschaftliche Wunden schlugen – und dennoch oft in Vergessenheit geraten sind. Viele dieser Fälle sind nur unzureichend dokumentiert oder der breiten Öffentlichkeit unbekannt.

Um diese dunklen Kapitel der deutschen Geschichte ins Bewußtsein zu rücken, entsteht nun das Themenportal „Rechte Gewalt“. Diese neue Plattform schafft einen zentralen digitalen Ort, um das Wissen über rechtsextreme und rechtsterroristische Gewalt zu bündeln, zu bewahren und zugänglich zu machen.

Zum 1. Januar 2025 beginnt FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur – gemeinsam mit dem Bundesarchiv und dem Landesarchiv Baden-Württemberg die Arbeit an diesem bedeutenden Projekt.

Das „Themenportal Rechte Gewalt“ entsteht als Teil des Archivportals-D in der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB). Mit diesem Vorhaben wird ein wichtiger Beitrag zur gesellschaftlichen Aufarbeitung und zum Erinnern geleistet; „Um die Ursachen rechter Gewalt zu verstehen und langfristig eine inklusivere Erinnerungskultur zu fördern, ist es unerläßlich, historische und zeitgenössische Quellen digital verfügbar zu machen“, erklärt Matthias Razum, Bereichsleiter e-Research von FIZ Karlsruhe.

Die Einrichtung des Themenportals findet ihre Grundlage im 2021 geschlossenen Koalitionsvertrag der Bundesregierung. Darin heißt es: „Wir treiben auch innerhalb der Bundesregierung die weitere Aufarbeitung des NSU-Komplexes energisch voran und bringen ein Archiv zu Rechtsterrorismus in Zusammenarbeit mit betroffenen Bundesländern auf den Weg.“

Das Projekt adressiert die multiperspektivische Erschließung rechter Gewalt – von rechtsextremen Gruppierungen und ihren Taten bis hin zu den Betroffenen und Opfern. Es wird Archivalien staatlicher Stellen und zivilgesellschaftlicher Organisationen bündeln, eine Übersicht über vorhandene Quellen bieten, Zugänge für Forschung und Bildung schaffen und die Digitalisierung relevanter Dokumente vorantreiben.

Zu den besonderen Herausforderungen des Projekts gehört die Definitionsfrage: Der Begriff „rechte Gewalt“ wird in Deutschland erst seit den 1990er Jahren bewußt verwendet, was die historische Einordnung und Kategorisierung von Quellen erschwert. Zudem erfordert das Thema eine äußerst sorgfältige Betrachtung, da es politisch und gesellschaftlich stark diskutiert wird.

FIZ Karlsruhe wird die technische Realisierung des Themenportals verantworten. Geplant sind:

  • ein Nachweis von ca. 800 Vorfällen rechter Gewalt, interaktiv aufbereitet mittels Zeitstrahl und Karten,
  • die Einbindung von digitalisierten Archiv- und Metadaten zu diesen Vorfällen sowie
  • die Anpassung des „Einfachen Erschließungs- und Zugriffssystems“ (EEZU), um kleinen Archiven die Bereitstellung relevanter Inhalte zu ermöglichen.

Das Bundesarchiv übernimmt die Projektleitung und steuert die inhaltliche Konzeption des Themenportals. Das Landesarchiv Baden-Württemberg trägt mit seiner Expertise zur redaktionellen und systematischen Erschließung sowie zur Integration der zivilgesellschaftlichen Archive bei, unter anderem mit seiner Dokumentationsstelle Rechtsextremismus.

Die Entwicklung des Portals wird durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien finanziert. Diese Förderung ermöglicht die Realisierung eines Prototyps bis Mitte 2026 mit vertieften Informationen zu drei bis vier Vorfällen rechter Gewalt. Geplant ist ein späterer Ausbau der Inhalte und Funktionalitäten. Insgesamt wurde ein mehrjähriger Projektzeitraum angesetzt, der perspektivisch eine dauerhafte Integration in die bestehenden Infrastrukturen der Deutschen Digitalen Bibliothek vorsieht.

FIZ Karlsruhe bringt dabei seine Erfahrung aus ähnlichen Projekten ein, darunter das Themenportal „Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts“, bei dem ebenfalls die Infrastruktur und technische Federführung bereitgestellt wird. Gleichzeitig wird exemplarisch der Workflow mit dem „Einfachen Erschließungs- und Zugriffssystem für kleine und mittlere Archive“ (EEZU) umgesetzt. Dieses System ermöglicht es auch kleineren Archiven ohne eigene IT-Infrastruktur, sich am Portal zu beteiligen und ihre Bestände zu integrieren.

Das Portal schließt eine wichtige Lücke in der historischen Aufarbeitung. Es greift Themen wie die NSU-Morde, die „Baseballschlägerjahre“ der 1990er Jahre und die rechtsextreme Szene in Ost- und Westdeutschland auf. Darüber hinaus wird es als Ressource für Wissenschaft, Medien und Bildungsinstitutionen dienen und damit langfristig zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts beitragen.

Neu erschienen: Luxemburg Beiträge

Seit Oktober 2023 wütet im Gazastreifen ein verheerender Krieg. Die Informationen über die hohe Anzahl ziviler Opfer, die Vertreibung nahezu der gesamten Bevölkerung innerhalb des Küstenstreifens, das Ausmaß an Zerstörung von Gebäuden, Infrastruktur und landwirtschaftlichen Flächen, die Hungersnot sowie der Ausbruch von Polio übersteigen unser Vorstellungsvermögen und sind kaum auszuhalten….

(Weiterlesen) | Link zum PDF der Broschüre

VN-Winterplan für Gaza

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock und ihre Kollegen aus Frankreich, Jean-Noël Barrot und aus und Großbritannien, David Lammy, verlangen die Öffnung von Grenzübergängen sowie eine „sofortige, sichere und ungehinderte Verteilung humanitärer Hilfe“.

Der Wortlaut des Schreibens war aktuell (3.12.) online (noch?) nicht verfügbar/auffindbar, auf der Seite des Auswärtigen Amtes fand sich kein Hinweis.

Israel hat in der Stellungnahme – auf die in den üblichen Wegen, nicht auf Twitter – geantwortet werde, zurückgewiesen.

Of Pain, Vision and Hope

We invite you to join us for a conversation featuring Yonatan Zeigen, peace activist, son of the late peace leader Vivian Silver, and founder of the Vivian Silver Impact Award, alongside this year’s newly announced award recipients: Dr. Rula Hardal and May Pundak, co-directors of A Land for All – Two States, One Homeland.

This special event will be facilitated by John Lyndon, ALLMEP’s Executive Director.

Together, they will reflect on their efforts to halt the ongoing catastrophe and their unwavering commitment to building a shared future between the river and the sea.

This conversation will explore how we can all contribute to laying the foundations for peace and equality, carrying forward the torch of Vivian Silver’s legacy.

Event Details:
Date: Tuesday, December 10th
Time: 9 PM Jerusalem Time (GMT+2) | 2 PM EST | 11 AM PST

Hinweis: A Land for All ist das Monatsbild unseres Kalenders im April 2025

… sich der Mitleidlosigkeit verweigern

Ein Essay von Drin. Dagmar Pruin (Brot für die Welt) am 21.11.2024

Ein lesenswerter Text, nicht jedem Wort muß/kann man:frau zustimmen, aber das Ringen um ein ‚aushalten‘, das sollte anstecken!

Ein kleines Zitat

„Unsere (i.e. Brot für die Welt) Projektpartner versuchen weiterhin zusammenzustehen – und das ist so unendlich schwer. Wenn sie das tun, das aushalten, wie könnten wir nicht unermüdlich weiterarbeiten und sie unterstützen? Wenn sie das Gemeinsame und den Zusammenhalt im Krieg versuchen zu bewahren und sich gemeinsam auf die eine Seite, die Seite des friedlichen Miteinanders, stellen, wie können wir es wagen, der Komplexität auszuweichen und eine Dualität zu beschwören, die es so nicht gibt?“

Kinder-Bilder, Kinder-Kunst …

Giorgia Valente und Veronica Neifakh schreiben auf Medialine über Bilder, die Kinder in diesen Tagen schaffen …

Noch eine Sicht auf Hannah Arendt

Auf dem Youtub-Kanal des Deutschen Koordinierungsrats der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit findet sich jetzt der Mitschnitt eines Akademieabends mit Dr. Monika Boll, Prof. Dr. Helmut König und Prof. Dr. Thomas Meyer (Berlin/München)

Hier der Link zur Aufzeichnung: youtu.be/dWLM7b23V6M?si=Bv9kosQEpjzJVo9m.

Eine Stimme aus Jordanien

A Horizon of Violence – so lautet der Titel eines längeres Essays von Ursula Lindsey (Amman), keine einfache Lektüre …

Er ist erschienen in einer Serie bei der Open Society Foundations.

Ursula Lindsey is a reporter, essayist and book reviewer who largely writes about North Africa and the Middle East, where she has lived for the last two decades. After living in Egypt and Morocco, she is now based in Amman, Jordan. She is a frequent contributor to The New York Review of Books and a co-host of the BULAQ podcast, which focuses on Arabic literature in translation.

Kein neues Phänomen, aber …

Neues Video der International Crisis Group zur steigenden Siedlergewalt