Silence is Complicity

Gemeinsame Erklärung der humanitären Beauftragten der Vereinten Nationen in der Nahostregion

Joint Statement by UN Resident and Humanitarian Coordinators in the Occupied Palestinian Territory (OPT), Syria, Yemen and Lebanon

One year ago, we called on those in power to end attacks against humanitarian workers and aid operations. Release all those arbitrarily detained. Safeguard the humanitarian space in the Middle East. That call remains unanswered.

Across the region, civilians, including humanitarian workers, have already endured an unbearable toll of decades of conflict and protracted crises. They are being killed, injured, and attacked in shocking numbers. Violations of international humanitarian law are at an unprecedented level, and impunity has become the norm.

The world is failing humanitarian workers and the people they serve. Since August 2024, at least 446 aid workers were killed, wounded, kidnapped or detained in the Occupied Palestinian Territory, Syria, Yemen and Lebanon. This brings the total number since August 2023 to at least 841 affected workers, including 584 killed, 215 wounded, 38 detained, and 4 kidnapped.

The assault on humanitarian space now includes moves to dismantle multilateral norms, undermine UN‑mandated bodies, and defund institutions tasked with protection and justice.

Even speaking out has become a liability, risking humanitarian access and triggering political retaliation.

Justice has failed for serious violations, whether committed by the same actors or by others emboldened by their impunity. The climate of permissiveness is politically indefensible and morally intolerable. There can be no exceptions to the rules of war. All parties must comply with international humanitarian law and be held accountable.

When we protect humanitarian workers, we are not only protecting the people they serve in the Middle East. We are protecting civilians everywhere, the international system, and the principles that underpin our collective dignity and humanity.

Humanitarians are not giving up, neither should the world.

This World Humanitarian Day, we renew our call—louder, sharper, uncompromising: Respect international humanitarian and human rights laws. Protect those who protect humanity. End impunity or be complicit. The world is watching. #ActForHumanity. Now.

Signatories

Dr. Ramiz Alakbarov, UN Resident and Humanitarian Coordinator for the Occupied Palestinian Territory (OPT), and Officer-In-Charge Special Coordinator for the Middle East Peace Process

Mr. Adam Abdelmoula, UN Resident and Humanitarian Coordinator for Syria

Mr. Julien Harneis, UN Resident and Humanitarian Coordinator for Yemen

Mr. Imran Riza, UN Resident and Humanitarian Coordinator for Lebanon

Libanons fragile Gegenwart

Aktuelles Crisis Group Briefing (Langfassung)

What’s new? Even as a fragile ceasefire holds, Lebanon is grappling with questions raised by the devastating 2023-2024 Israel-Hizbollah war. These include how hard Hizbollah’s opponents will press the weakened group to disarm, as the truce requires, and whether intracommunal tensions provoked by the displacement crisis will subside or flare again. 


Why does it matter? Lebanon has just emerged from two years with no president and only a caretaker government. The new leadership faces enormous economic challenges, including post-war reconstruction, and can ill afford a return to either political paralysis or domestic strife. 


What should be done? The country’s competing camps should move carefully and gradually rather than risk confrontation over Hizbollah’s disarmament. Foreign countries should no longer meddle in this debate. Instead, they can bolster Lebanon’s stability by financially supporting the cash-strapped army and organisations serving the tens of thousands who remain displaced.

„Wir werden ihn besitzen“

So US-Präsident Donald Trump zum Gazastreifen.

Foreign Policy bat zehn Autoren, auf die Ankündigung des US-Präsidenten zu reagieren. Die Frankfurter Rundschau legt die Antworten erstmals in deutscher Sprache vor – zuerst veröffentlicht wurden sie am 6. Februar 2025 Magazin Foreign Policy.

Yousef Munayyer, einem palästinensischen Staatsbürger Israels und Leiter des Programms Palästina/Israel am Arab Center Washington DC

Robert A. Pape, Professor für Politikwissenschaft an der University of Chicago und Direktor des Chicago Project on Security and Threats.

Ahmed Fouad Alkhatib, einem in Gaza ansässigen Schriftsteller, Analyst und Senior Fellow beim Atlantic Council.

Dennis Ross, einem angesehenen Fellow am Washington Institute for Near East Policy.

Khaled Elgindy, Gastwissenschaftler am Center for Contemporary Arab Studies der Georgetown University.

Matthew Duss, dem geschäftsführenden Vizepräsidenten des Center for International Policy.

Dalia Hatuqa, Multimedia-Journalistin aus den USA und dem Westjordanland.

Sara Khorshid, Doktorandin an der Western University in Kanada.

Rala Rharrit, einer ehemaligen US-Diplomatin, die 18 Jahre lang im US-Außenministerium tätig war, bevor sie im April 2024 aus Protest gegen die Gaza-Politik der Biden-Regierung zurücktrat.

Aaron David Miller, Senior Fellow bei der Carnegie Endowment for International Peace.

Führt der Weg über „Abraham“?

Ein Essay über die Bedeutung, Möglichkeiten und Grenzen der sog. Abraham-Accords von Khaled Elgindy (Washington D.C., ehemaliger Senior Fellow und Direktor des Programms für Palästina und palästinensisch-israelische Angelegenheiten am Middle East Institute [MEI]) auf der Seite ipg-jounal.de

Geheimnisvolles Byblos

Die jahrtausendealten Überreste der Stadt Byblos im heutigen Libanon gehören zu den faszinierendsten archäologischen Stätten des Nahen Ostens. Die antike Stadt wird seit rund 150 Jahren erforscht. Nun machte ein französisch-libanesisches Forscherteam eine außergewöhnliche Entdeckung: Unter Byblos ruht seit fast 4.000 Jahren eine riesige, intakte Nekropole …

An der libanesischen Küste liegt eine der ältesten Städte der Welt: Byblos. Mit ihren jahrtausendealten Ruinen aus verschiedenen Epochen und Stilen ist sie seit Mitte des 19. Jahrhunderts eine der bedeutendsten Ausgrabungsstätten des Nahen Ostens. Ende der 2010er Jahre machte ein französisch-libanesisches Team eine ebenso außergewöhnliche wie unerwartete Entdeckung: riesige unterirdische Strukturen, die fast 4.000 Jahre alt sind.

Das Archäologen-Team entdeckte eine weitläufige Nekropole mit monumentalen Grabkammern, die teilweise aus mehreren Einzelkammern bestehen. Die Gräber liegen übereinander und bilden eine Anordnung, die in dieser Region noch nie zuvor entdeckt wurde. Noch erstaunlicher ist, daß die Grabkammern intakt und ungeplündert sind. Die Nekropole enthält noch alle Gebeine und Gegenstände, die die Toten auf ihrer Reise ins Jenseits begleiten sollten.

Diese Gegenstände verraten, daß die Verstorbenen einst zur Elite von Byblos gehörten. Sie zeugen auch von den Verbindungen der Stadtbewohner zum alten Ägypten. Byblos war über Jahrtausende Hauptlieferant eines Rohstoffes, der für die Entwicklung des ägyptischen Reichs eine zentrale Rolle spielte: Bauholz, vor allem Zedernholz. Es war für die Pharaonen unentbehrlich, um Pyramiden, Schiffe und Paläste zu bauen.

Diese Dokumentation begleitet die Ausgrabungen in der Nekropole, die von einem Archäologen-Team des Louvre und der libanesischen Generaldirektion für antike Schätze vorangetrieben werden. Jeder Arbeitsschritt, jede Entdeckung in diesem seit der Bronzezeit verschütteten Labyrinth bringt neue Erkenntnisse über die Blütezeit von Byblos.

Ein Gespräch mit Daniel Gerlach

Interview im ZDF | 28. September 2024

Der Kontext ist entscheidend

Der Nahosthistoriker Lorenzo Kamel im Gespräch auf Quantara.de (jetzt neu unter derm Dach des ifa – Institut für Auslandsbeziehungen, Stuttgart) über die Möglichkeiten der Europäischen Union (EU), die bislang keine nennenswerte Vermittlerrolle im Nahen Osten übernommen hat. Wie könnte sie wirksam zu einer dauerhaften Friedenslösung nach dem Gaza-Konflikt beitragen? Welchen Kurs sollte sie gegenüber autoritären Regimen in der Region einnehmen?

Mustafa al-Kurd

(10. Dezember 1945 – 18. Februar 2023)

Cover LP al-Kurd 1977

In Jerusalem ist der politische Sänger, Komponist und Dichter Mustafa al-Kurd im Kreise seiner Familie gestorben. Seine Lieder, seine Texte werden noch gesungen und erinnert werden, wenn sie endlich Wirklichkeit geworden sind, all der furchtbaren Wirklichkeit unserer Tage zum Trotz.

Oh, Jerusalem,
Du Stadt der Hoffnung
des Lächelns
der Liebe
Sternenhimmel und Freudentänze

Nach Jahren des Exils, der Arbeit mit der PLO etwa in libanesischne Flüchtlingslagern (davon zeugt etwa die oben gezeigte LP, konnte er 1985 in seine Heimat zurückkehren…

CD Fawanis (1993)

Nachruf in Junge Welt (22. Februar 2024)

Deutschlands Nahost-Diplomatie in der Sackgasse …

Christoph Hasselbach analysiert für die Deutsche Welle die Rahmenbedingungen für das deutsche Enagement; die Sackgasse, von der er schreibt, hat aber wohl mehr Enden, als im Artikel erkennbar wird. Was bleibt vom ehemaligen Renommee deutscher Politik nach dem aktuellen Scherbenhaufen?

Am Abend des 10. November

Die International Crisis Group wendet sich speziell dem US-amerikanischen-iranischen Verhältnis zu und beleuchtet mögliche Eskaltionsszenarien:

Mitvim, ein aus dem progressiven israelischen Lager stammendes Politikberatungs- und Forschungsinstitut gibt aus der Sicht des Landes kurze Einschätzungen der regionalen Akteure (A Regional Perspective / Egypt / US / Saudi Arabia / Europe / Iran / Jordan / Turkey / ‚Hellenic Alliance‘ / Lebanon – Die Vereinten Nationen sind nicht daruner [sic])