Vorhang auf!

In Berlin und Potsdam – Open Air und Kinosaal.

„Zwei Städte, zwei Festivalzentren, elf Tage: das 27. Jüdische Filmfestival Berlin und Brandenburg präsentiert sich vom 12. bis 22. August 2021 kompakt mit 46 Filmen und vier Serien.“

„Bei der Festival-Eröffnung feiert nicht nur SHIVA BABY (US/2020) Premiere, sondern auch das „neue“ JFBB. Nach 26 erfolgreichen Jahren, in denen Gründerin Nicola Galliner das JFBB zum größten jüdischen Filmfestival in Deutschland gemacht hat, treten Doreen Goethe und Andreas Stein mit ihrem Team und viel Elan in die Fußstapfen der langjährigen Festivalleiterin.“

Im August läßt sich in „reichlich Prominenz beim JFBB blicken – deutsche und internationale Stars besuchen das Jüdische Filmfestival und präsentieren feierlich ihre Premieren. Sie alle eint das Interesse an jüdischen Themen und die Vorfreude auf das live stattfindende Festival.

Im Schwarz-Weiß-Biopic LIEBER THOMAS von Andreas Kleinert über Thomas Brasch glänzen die deutschen Filmstars Albrecht Schuch (SYSTEMSPRENGER, BERLIN ALEXANDERPLATZ) und Jella Haase (FACK JU GÖTHE, KOKON).

Rachepläne schmiedet August Diehl (INGLOURIOUS BASTERDS) im actionreichen Polit-Thriller PLAN A: eine jüdische Untergrundgruppierung plante nach Kriegsende, das Trinkwasser in mehreren deutschen Städten zu vergiften – nach einer wahren Geschichte.

Harvey Keitel und Udo Kier sind in der bereits mehrfach gekrönten Romanverfilmung THE PAINTED BIRD des tschechischen Regisseurs Václav Marhoul zu sehen. Persönlich zu Gast sein wird Anna Unterberger (GUNDERMANN) bei der Präsentation des Wettbewerbsspielfilms 200 METERS, einer internationalen Koproduktion des palästinensischen Regisseurs Ameen Nayfeh, der ebenfalls zu Gast sein wird.

Am JFBB seine Europapremiere feiert das dokumentarische Porträt IRMI, in dem Hanna Schygulla, Ikone aus dem filmischen Werk von R.W. Fassbinder, der bereits verstorbenen deutsch-jüdischen Protagonistin Irmi Selver ihre Stimme leiht. Und auch ihre prominente Kollegin Katharina Thalbach ist stimmlich beim JFBB zu Gast: sie spricht die verstorbene Mutter des Regisseurs in WHO’S AFRAID OF ALICE MILLER?.

Granden wie Schauspielerin Sharon Brauner und die Sängerinnen Nana Mouskouri und Jocelyn B. Smith erinnern uns in Marc Boettchers BELINA – MUSIC FOR PEACE nicht nur an das Lebenswerk der polnisch-jüdischen Sängerin Belina (1925-2006), sondern auch an die verbindende Kraft der Musik.

In der JFBB-Sektion ZEITREISE ist die DEFA-Produktion DIE SCHAUSPIELERN (1988) zu sehen, mit der Corinna Harfouch ihren Durchbruch auf der Leinwand feierte. Der israelisch-britische Kreativ-Koch und Chef-Pâtissier Yotam Ottolenghi, dessen heiß begehrten Kochbücher inzwischen in fast keiner Küche mehr fehlen, steht im Zentrum der Dokumentation OTTOLENGHI UND DIE VERSUCHUNGEN VON VERSAILLES.

Ein Zeitzeugengespräch im Potsdamer Filmmuseum mit Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff und dem Auschwitz-Überlebenden Leon Schwarzbaum, der im Februar seinen 100. Geburtstag feierte, sowie zwei Werkstattgespräche mit dem israelischen Filmemacher Yehonatan Indursky (u.a. Netflix-Serie SHTISEL), der beim JFBB seine Serie neue AUTONOMIES zeigt, finden sich außerdem im Rahmen**programm.“

*** https://jfbb.info/blog ***

Union !

Vom Donnerstag, 12. August – Sonntag, 15. August 2021 dreht sich der neuen Nahe Osten in Berlin: Das Middle East Union Festival läßt mit Literatur, Diskurs und Musik, mit Performance, Poesie, feministischen und queeren Diskussionen mit Gästen aus aller Welt – analog und digital – eine Vision zum Greifen nah erscheinen und lädt dazu ein, Ideen der Utopie frei zu erkunden.

Logo Middle East Union

Geschichte vergeht nicht

Ein Forschungsprojekt widmet sich Tausenden Büchern von Shoa-Opfern, die diese in Berlin zurücklassen mußten.

Ein Beitrag von Andreas Förster in der Frankfurter Rundschau

„Hölzerne Munitionskisten stehen in einem Raum, jede ist gut einen Meter lang und etwa 50 Zentimeter breit. Ihre graue Farbe ist abgeschabt, das Holz rissig, die metallenen Ecken sind angerostet. Aber es liegen keine Patronen oder Granaten darin, sondern Bücher. Tausende. Kleine und große, viele mit grauen, schmucklosen Buchdeckeln, andere mit kunstvoll gestaltetem Einband. Alte Bücher in alten Kisten. Ein Schatz?“

Virtuelle Ausstellung

Leben im Exil“ – so heißt es in der Digitalen Kunsthalle von ZDFkultur. Sie erzählt die bewegenden Geschichten von neun Menschen: von Irma und Hanns W. Lange, Mutter und Sohn; von den Antifaschist*innen Hubertus Prinz und Helga Prinzessin zu Löwenstein; dem Schriftsteller Walter Meckauer und seiner Familie; dem Photographen Eric Schaal und der späteren Bestsellerautorin Stefanie Zweig. Sie alle waren aufgrund ihrer jüdischen Herkunft oder politischen Haltung gezwungen, während der NS-Zeit aus Deutschland zu fliehen.

Anhand ausgesuchter Objekte und Dokumente aus dem Deutschen Exilarchiv 1933–1945 – die sich sozusagen digital ergehen lassen – zeichnet die Ausstellung ihre Lebenswege nach. Die Ausstellung ist ein gemeinschaftlich kuratiertes Projekt zwischen dem Deutschen Exilarchiv und ZDFkultur (-> soviel nur nebenbei zum Inflationsausgleich für die öffentlich-rechtlichen Programme….)

Photo: ZDF Digital, Patrick Pees

Universität!

Anerkennung von Dar al-Kalima (Bethlehem) als Universität – die Krönung vieler Jahre des Engagements, Hoffung ein Gesicht zu geben und eine Adresse – Herzlichen Glückwunsch!

Mehr zum Hintergrund von Dar al-Kalima in unserer Themenausgabe von israel & palästina: 25 Jahre Dar al-Kalima (Heft 2-3/2020)

Ist möglicherweise ein Bild von Torte

Kalender August 2021

Zum sechsten Mal erschien in israel & palästina | Zeitschrift für Dialog ein Bildbegleiter für das ganze Jahr. 2016 haben wir auf Andere Visionen geschaut. 2017 Erfahrungen aus der Arbeit der Combatants for Peace zum Thema genommen, 2018 waren es Visual Correspondences, zweier junger Frauen, 2019 waren alte Postkarten als Träger für die unterschiedlichen Narrationen zu sehen. 2020 haben uns Photographien von Felix Koltermann durch die realen und imaginierten Landschaften begleitet.

2021 begleiten Gedichte – jeweils in arabisch, deutsch und hebräisch – uns als Dreiklang durch das Jahr, zusammen mit Photos von Andreas Schröder zu jedem Monat. Beim AphorismA Verlag sind noch ein paar letzte Exemplare verfügbar.

Der August bringt ein Gedicht von Rose Ausländer: Im Umkreis … ich gehe auf | und unter | im Gebet

Einfach mal von oben

Ein ’sehenswerter‘ Bericht auf der Seite https://www.israel21c.org über die Arbeiten des Photographen Roni Kiperman.

Twelf gorgeous views of Israel from above – ‘There is something terribly exciting about seeing places for the first time from above. Everything looks completely different from the sky,’ photographer Roni Kiperman.

The Bahá’í Gardens in Haifa as seen from above.Photo © Roni Kiperman

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The MIDDLE EAST UNION Festival

Berlin – und digital: 12.-15. August 2021 – Progammseite

Kann und darf man:frau: aus dem heutigen Berlin einen in Frieden und Gleichheit geeinten Nahen Osten imaginieren? Über nationale Grenzen, religiöse und sprachliche Unterschiede hinweg? Das viertägige Middle East Union Festival läßt mit Literatur, Diskurs und Musik, mit Performance, Poesie, feministischen und queeren Diskussionen mit Gästen aus aller Welt diese Vision zum Greifen nah erscheinen und lädt dazu ein, Ideen der Utopie frei zu erkunden.

Logo Middle East Union

Jüdische Musiken

So betitelte die Zeitschrift „Melodie und Rhythmus“ den Heftschwerpunkt, in dem Klezmer neben jüdischen Partisanenliedern und religiöser jüdischer Musik steht:  

„In der Musikkultur reicht die »jüdische Dimension«, wie Moshe Zuckermann die Präsenz des Jüdischen in der Diaspora und im zionistischen Staat bezeichnet, weit über Klezmer und jiddische Lieder hinaus. Nicht zuletzt hat die Leiderfahrung der Juden Eingang in neue Genres, etwa den Punk, gefunden, und der Kontrast zwischen den Identitäten der »Welt von Gestern« und des modernen Israels wird in vielen sehr unterschiedlichen Musiken hörbar.“

Alle Textbeiträge des Heftes und weitere Audiobeiträge sind abrufbar im Netz:

M&R gedenkt aber auch des politischen und künstlerischen Wirkens der vor im Juli 2021 verstobenen hoch geachteten Esther Bejarano und bringt Veranstaltungen und Interviews mit ihr.

Mit Maiglöckchen und Zahnbürste im Gepäck?

Ein Essay von Gundula Schiffer im Online Magazin für übersetzte Literatur: TraLaLit über hebräische Literatur in Deutschland einst und jetzt – denn Berlin ist wieder ein literarisch-kulturelles Zentrum geworden….