Jüdische Musiken

So betitelte die Zeitschrift „Melodie und Rhythmus“ den Heftschwerpunkt, in dem Klezmer neben jüdischen Partisanenliedern und religiöser jüdischer Musik steht:  

„In der Musikkultur reicht die »jüdische Dimension«, wie Moshe Zuckermann die Präsenz des Jüdischen in der Diaspora und im zionistischen Staat bezeichnet, weit über Klezmer und jiddische Lieder hinaus. Nicht zuletzt hat die Leiderfahrung der Juden Eingang in neue Genres, etwa den Punk, gefunden, und der Kontrast zwischen den Identitäten der »Welt von Gestern« und des modernen Israels wird in vielen sehr unterschiedlichen Musiken hörbar.“

Alle Textbeiträge des Heftes und weitere Audiobeiträge sind abrufbar im Netz:

M&R gedenkt aber auch des politischen und künstlerischen Wirkens der vor im Juli 2021 verstobenen hoch geachteten Esther Bejarano und bringt Veranstaltungen und Interviews mit ihr.

Zur Deutungshoheit: Was ist jüdisch?

Jewish Israeli Dissent in Leipzig

Einen spannenden Beitrag: Israelis challenging the German left’s anti-Palestinian politics hat der Berliner Schriftsteller Mati Shemoelof auf +972 vorgelegt: „Rejecting the German left’s pro-Israel alignment, a group of Jewish Israelis in Leipzig are backing up Palestinians against attacks on their activism“!

Wer entscheidet, was eine „erlaubte‘, was eine ‚zulässige‘, was eine ‚richtige‘ jüdische Haltung ist: Ein Lehrstück!

Themenheft World Literature Today

Palestine Voices (WLT) – Gasteditor: Yousef Khanfar

Aus dem Vorwort:

In “Palestine Voices,” we present a continuum that reaches back to such legendary figures as Edward Said, Mahmoud Darwish, Ghassan Kanafani, and many more, with less attachment to the Nakba but more freedom for exploration and imagination. Some of the language used by Palestinians to describe the political situation they face, like occupation, apartheid, ethnic cleansing—especially in light of the violence in Gaza, the West Bank, and East Jerusalem in May 2021—might seem inflammatory to some, but the daily reality matches the rhetoric they use. In Sahar Mustafah’s story “The Bodies,” the deceased Palestinian men lying in a morgue relate the manner of their deaths: shot through the chest or the back of the head, suffocated by soldiers in the back of an armored truck, run over by a bulldozer. Mustafah’s brilliant literary sketch humanizes the men, helping us as readers to empathize with their humanity despite the unspeakably dehumanized fate of their bodies. As Najwan Darwish writes in his poem “The Shelling Ended,” it is as if “Forgiveness has ended, / and mercy is bleeding outside of time.”

Liberale Tradition und Faschismus

Der europäische Faschismus wird üblicherweise als ein Angriff auf die liberale Politik, Kultur und Wirtschaft beschrieben. Ishay Landa, Professor für Geschichte an der Open University of Israel, betont hingegen die lange vernachlässigte Wesensverwandtschaft zwischen liberaler Tradition und Faschismus. Weit davon entfernt, die Antithese des Liberalismus zu sein, war der Faschismus sowohl in seiner Ideologie als auch in seiner Praxis dialektisch dem Liberalismus, insbesondere seiner wirtschaftlichen Variante, verhaftet.

Landa untermauert seine These durch eine prägnante Lesart politischer Denker von Locke und Burke bis hin zu Proudhon, Bagehot, Sorel und Carl Schmitt. Der Faschismus, so Landa, war das organische Ergebnis von Entwicklungen, die zum Großteil innerhalb der liberalen Gesellschaft und Ideologie stattfanden. Er war der extreme Versuch, die Krise des Liberalismus zu lösen, indem man dessen innere Widersprüche durchbricht, um die Bourgeoisie auf diese Weise vor sich selbst zu retten.

Ishay Landa ist Historiker an der Israeli Open University. Im Zentrum seiner wissenschaftlichen Arbeit als Ideenhistoriker steht die Rekonstruktion der intellektuellen Genealogie des Faschismus und seine komplexe Beziehung zur Geistesgeschichte des Westens. Sein neues Buch Der Lehrling und sein Meister. Liberale Tradition und Faschismus, ist in der deutschen Übersetzung von Raul Zelik am 7. Juli beim Dietz Verlag Berlin, aus dessen Pressemitteilung hier auch zitiert wird, erschienen.

„Eliterecht und Massenpflicht“, so betitelt die Tageszeitung Junge Welt den Auszug aus dem ersten Kapitel des Buches von Ishay Landas.

Zusammen denken heißt auch zusammen erinnern

Erinnerungszeremonie am Montag, 12. Juli 2021

Am Montag, 12. Juli 2021 findet die zweite gemeinsame online veranstaltete Zeremonie der Compatants for Peace zur Erinnerung an die Nakba statt, der bei vorheriger Registrierung live beigewohnt werden kann.

Mit Maiglöckchen und Zahnbürste im Gepäck?

Ein Essay von Gundula Schiffer im Online Magazin für übersetzte Literatur: TraLaLit über hebräische Literatur in Deutschland einst und jetzt – denn Berlin ist wieder ein literarisch-kulturelles Zentrum geworden….

Arabische Literatur in Berlin

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9. JULI 2021 | „7-8 p.m. CEST“ ++++ You can simply show up at the YouTube page to join.

This panel shines a spotlight on Berlin as a centre of Arabic-language literary production. Prose writer Haytham El-Wardany, playwright Liwaa Yazji, and Arabic-German translator Sandra Hetzl will reflect on the recent upsurge of Arabic writing taking place in the city and discuss themes and styles that emerge in this body of work, and the inspiration they find for their own practice.

Auch nicht-analog, ein Besuch lohnt sich

Yiddish Book Center home

Einladung einmal durch diese Site zu stöbern, da ist viel Spannendes, Berührendes und Schönes dabei …

„The Yiddish Book Center was founded in 1980 by Aaron Lansky, then a twenty-four-year-old graduate student of Yiddish literature (and now the Center’s president). – In the course of his studies, Lansky realized that untold numbers of irreplaceable Yiddish books—the primary, tangible legacy of a thousand years of Jewish life in Eastern Europe—were being discarded by American-born Jews unable to read the language of their Yiddish-speaking parents and grandparents. So he organized a nationwide network of zamlers (volunteer book collectors) and launched a concerted campaign to save the world’s remaining Yiddish books before it was too late.“

Freundschaft, jüdisch-palästinensisch …

in diesen Tagen | Eine Geschichte von Dina Kraft (Tel Aviv) im Forward

(Vier Artikelim Monat können frei gelesen werden)

Podcast: Mark Rothko

Auch „nur“ (englisch) zu hören, macht Eindruck – Über einen der größten Maler den 20. Jahrhundert, geboren 1903 in Lettland …

How did a little boy from Latvia become one of the greatest and most original painters of the 20th century?

Annie Cohen-Solal, author of the Jewish Lives biography Mark Rothko: Toward the Light in the Chapel, offers a fascinating exploration of the life and work of one of America’s most enigmatic postwar visual artists

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Und wer ein wenig weiter’gehen‘ will: Rothko Chapel (Youtube) eine Komposition von Morton Feldman