Der Orient – Wiege des Christentums

Noch bis 11. Juli in der arte Mediathek

Eine wichtige, eine legitime Stimme!

Yazan Khalili im Gespräch mit Hanno Hauenstein von der Berliner Zeitung

[Berliner Zeitung] „Vor wenigen Wochen ist die unsachliche Debatte um vermeintlichen Antisemitismus in den Reihen der Documenta eskaliert. Ende Mai wurde der Ausstellungsraum des Kollektivsin Kassel mit Graffiti beschmiert. Der Akt des Vandalismus richtet sich offenbar gezielt gegen das palästinensische Kollektiv. Die Zahl „187“ und der Name „Peralta“ wurden dabei auf mehrere Wände gesprüht. Wandoberflächen wurden mit einem Feuerlöscher beschädigt.

The Question of Funding war in den vergangenen Monaten auf einem obskuren Online-Blog in die Kritik geraten, Antisemitismus nahezustehen. Die Kritik wurde weitestgehend unkritisch von deutschsprachigen Mainstream-Medien wie Zeit und Welt übernommen. Wir sprachen anlässlich der Eröffnung der Documenta mit einem prominenten Vertreter des palästinensischen Kollektivs, Yazan Khalili.“

Trotz – oder wegen – allem: Brücken bauen mit Gesang

Jede Woche treffen sich jüdische, christliche und muslimische Jugendliche, um gemeinsam zu singen. Und das mitten in einer Stadt, in der Israelis und Palästinenser oft Konflikte austragen.

Aus Jerusalem berichtet Anja Koch auf der Plattform Qantara.

Die Humboldt Universität und ihre Geschichte

Humboldt-Universität legt Publikation zu ihrem Umgang mit dem nationalsozialistischen ‚Generalplan Ost‘ vor

Die Geschichte der Friedrich-Wilhelms-Universität und späteren Humboldt-Universität zu Berlin (HU) ist eng verwoben mit Zeiten des Aufbruchs, der Freiheit, der Innovation. Aber auch Hörigkeit gegenüber staatlicher Macht und Verstrickung in Unrecht, Rassismus, Antisemitismus und Kriegsverbrechen prägen die Geschichte der Humboldt-Universität.

Dazu gehört auch die wissenschaftliche Begründung und Herleitung für den sogenannten „Generalplan Ost“. Zwischen 1940 und 1943 ließ Reichsführer SS Heinrich Himmler insgesamt fünf Varianten zur gewaltsamen Umgestaltung Osteuropas durch Wissenschaftler:innen der damaligen Berliner Universität entwerfen. Zusammen bildeten sie den Planungskomplex „Generalplan Ost“. Schlüsselfigur dieser Planungen war der Nationalsozialist, Agrarwissenschaftler und Professor an der Berliner Universität Konrad Meyer.

Enges Verhältnis zwischen Wissenschaft und Nationalsozialismus

Opferverbände, Politiker:innen, Aktivist:innen und Bürger:innen erwarten von der Humboldt-Universität zu Berlin seit langem einen genauen Blick auf den Umgang mit diesem Kriegsverbrechen. Im Auftrag des Präsidiums sowie der Historischen Kommission der HU hat der Geschichtswissenschaftler Dr. Sven Oliver Müller – der zu Themen der Gewalt im Ersten und Zweiten Weltkrieg forscht – nun eine Publikation zu den Hintergründen mit dem Titel „Wissenschaft plant Kriegsverbrechen. Der Umgang der Humboldt-Universität zu Berlin mit dem nationalsozialistischen Generalplan Ost“ veröffentlicht.

Das Buch handelt von der Entstehung des „Generalplan Ost“ im Zweiten Weltkrieg und vom Umgang mit diesem Kriegsverbrechen nach 1945. Der massenmörderische Plan zielte auf die Besiedlung des von NS-Deutschland eroberten und besetzten Osteuropa. Die Arbeit von Sven Oliver Müller beleuchtet im Wesentlichen zwei Aspekte. Zum einen das enge Verhältnis von Wissenschaft und Nationalsozialismus im Zweiten Weltkrieg. Zum anderen richtet sich der Blick auf das Interesse der Akteure in der Wissenschaft nach dem Zweiten Weltkrieg (insbesondere der HU), sich der Verantwortung für dieses Kriegsverbrechen nicht stellen zu wollen.

Wichtige Ergebnisse sind:

1.           Die Täter:innen des Massenmordes im Zweiten Weltkrieg waren nicht nur nationalsozialistische Politiker:innen oder Offiziere. Es waren auch viele renommierte Wissenschaftler:innen an der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin. Der Massenmord wurde auch deshalb möglich, weil Wissenschaftler:innen die Pläne dafür ausarbeiteten und sich persönlich daran beteiligten.

2.           Mit Erfolg argumentierten Vertreter:innen der späteren Humboldt-Universität und ebenso die beteiligten Wissenschaftler:innen nach 1945, dass man die eigene Forschung zu trennen habe von dem Völkermord der Wehrmacht und ihrer Helfer:innen in Osteuropa. Die Wissenschaft sei doch politisch unbelastet. Ein großer Teil der Forscher:innen arbeitete auch in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) weiter, andere setzten in der Bundesrepublik Deutschland (BRD) ihre Karriere fort. Ab den frühen 1950er Jahren gab es in der DDR wie in der BRD kaum noch Prozesse gegen Kriegsverbrecher:innen. Hier unterscheidet sich die HU kaum von anderen Universitäten in Deutschland.

3.           Die Universität als Institution schützte sich schließlich nicht mehr durch ihr Schweigen. Im Jahr 2002, also 60 Jahre nach der Übergabe des „Generalplan Ost“ an Heinrich Himmler, gab es zwei öffentliche Stellungnahmen. Zum einen vom Dekan der Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät (Prof. Dr. Jens-Uwe Nagel) und zum anderen vom Präsidenten der Universität selbst (Prof. Dr. Jürgen Mlynek). Beide betonten die Mitschuld und die Verantwortung der eigenen Institution und ihrer Mitglieder für die Beteiligung am Vernichtungskrieg des Deutschen Reiches. Bereits Ende 2001 gab es dazu Initiativen von Studierenden der HU.

4.           Ziel der Publikation ist es, die Debatte darüber nicht zu einem Abschluss zu bringen, sondern intensiv fortzuführen. Der Autor Sven Oliver Müller schlägt vor, dass die HU – unterstützt von der Forschung, aber auch vom Staat und Opferverbänden – die Chance nutzt, mehr über dieses Kriegsverbrechen zu verstehen, um der Gegenwart zu nützen. So fehlt bis heute eine Biografie über den Haupttäter Prof. Dr. Konrad Meyer und ebenso eine vergleichende Forschung, die den Umgang der HU mit NS-Verbrechen zu der Vergangenheitsaufarbeitung anderer deutscher Universitäten ins Verhältnis setzt.

Die ehemalige Präsidentin der Humboldt-Universität Prof. Dr.-Ing. Dr. Sabine Kunst stellte in ihrer Amtszeit die Weichen für eine eingehende Untersuchung über die Rolle der HU beim „Generalplan Ost“ – und zwar über die Zäsur 1945 hinaus. Hintergrund war, dass die Nachfragen zur Aufarbeitung aus dem öffentlichen und politischen Raum nicht abbrachen.

Manches ist nun durch die Publikation bekannt geworden. Gleichzeitig aber sind die Wissenslücken gewaltig und die Art und Weise des Verschweigens der Forscher:innen nach 1945 wird erst im Ansatz erkennbar.

„Die vorliegende Veröffentlichung liefert einen wichtigen Beitrag zum Umgang der Humboldt-Universität mit dem Thema nach 1945“, sagt Prof. Dr. Peter Frensch, kommissarischer Präsident der HU. „Unser Selbstverständnis als HU wird erst wirklich lebendig und aufrichtig, wenn es auch die ehrliche Auseinandersetzung mit den dunklen Zeiten einschließt. Die Aufarbeitung des Umgangs der Humboldt-Universität mit dem „Generalplan Ost“ verstehen wir aber nicht nur als Blick zurück. Es geht auch um einen Blick nach vorn. Es geht darum, wie wir unserer Verantwortung künftig gerecht werden wollen und uns glaubwürdig gegen Antisemitismus, Rassismus, Krieg und Verbrechen gegen die Menschlichkeit positionieren können.“

Blick auf die Opfer in Mittel- und Osteuropa richten

Eine wichtige Aufgabe der heutigen Gesellschaft ist es, in dieser Gewaltgeschichte die Täter:innen, den Blick auf die Opfer in Mittel- und Osteuropa und schließlich die Vernetzung zwischen Wissenschaft und Politik genau zu analysieren. Angesichts der Zunahme an radikalen politischen Bewegungen, an Rassismus und Antisemitismus in Deutschland sollten Grundlagen und Auswirkungen des „Generalplan Ost“ deutlicher als bislang erkannt werden.

Wissenschaftliche Visionen, rassistische Bevölkerungspolitik, wirtschaftliche Ausbeutung und Massenmord griffen beim „Generalplan Ost“ ineinander. Ziel war die Schaffung einer deutschen Agrargesellschaft in Polen, in weiten Teilen der damaligen Sowjetunion und im Baltikum. Deutschen Siedler:innen sollte ein neuer „Lebensraum“ erschlossen werden, indem man die Gebiete der slawischen Bevölkerung kolonisierte und die Menschen dort zur Arbeit zwang, deportierte oder ermordete.

Weitere Informationen:

Ein Podiumsgespräch an der HU mit Historiker:innen, die zum „Generalplan Ost“ geforscht haben, beleuchtete am 15. Juni 2022 einige Aspekte von dessen Entstehung und Wirkung. Prof. Dr. Isabel Heinemann hielt einen Vortrag und Prof. Dr. Michael Wildt leitete die Diskussion zwischen Prof. Dr. Gabriele Metzler, Dr. Jörg Morré und PD Dr. Sven Oliver Müller. Diskutiert wurde, warum und auf welche Art und Weise herausragende Experten in Berlin ihr Wissen, ihre Fähigkeiten und die Infrastruktur der Universität nutzten, um einen Völkermord in Osteuropa zu planen.

Notwendig ist der Blick auf den Umgang mit diesem Kriegsverbrechen an der Humboldt-Universität zu Berlin nach dem Zweiten Weltkrieg. Es geht dabei auch um den Wissenschaftsbetrieb in der Deutschen Demokratischen Republik wie in der Bundesrepublik Deutschland. Dabei wurde auch das neue Buch von PD Dr. Sven Müller zu diesem Thema vorgestellt.

Zum weiterlesen

A.B. Yehoshua (1936-2022) z”l

in memoriam

Am heutigen 14. Juni 2022 ist der große israelische Dichter und politische Aktivitist gestorben – r.i.p.

Hier der Nachruf in Haaretz, dem auch das Photo von Tomer Appelbaum entstammt

Nachrufe von Peter Münch in der SZ und von Jakob Hessing in der FAZ

Hayati

Es gibt auch andere Nachrichten... there is a place for you and me …

Link to all platforms: https://nanadisc.lnk.to/Hayati

Yael Deckelbaum: Today I am doing an act of love, and releasing “Hayati”, with a video clip that was filmed along the wall of Bethlehem.

It is clear to me as day light that this creation needs to be released.

I feel a great privilege to strengthen the voice that sees the other side, and makes room to grieve this reality as it is now, and still holds the faith that things can change through the power of love and healing.

I have been collaborating with Meera Eilabuni for many years now, and I appreciate our friendship deeply.

During the making of this video we met Razan Munayer, who is an amazing woman, and hosted us with great generosity.

I heard true stories from real people, and I cried allot.

To this I add a blessing that the walls of fear will melt within us, and that we will learn to live in peace.

Inside me I already feel that another wall has melted.

Thank you to all the amazing people that took part in this creation, credits in the first comment

In ihren eigenen Worten

Alexandra Senfft schreibt in der Haaretz über einen neuen Film mit Interviews mit den letzten noch lebenden Nazis …

Unrepentant Nazis, in Their Own Words

The sense of urgency is palpable. The old Nazis are dying‘: How aBritish film-maker launched a decade-long project to interview the last Nazi eyewitnesses to the Holocaust, and why Germany refused to fund him

Ende April gab es schon einen Beitrag von Alexandra Senfft zum Film in der Berliner Zeitung, allerdings hinter der Bezahlschranke.

Das Heilige Land – ein realer Ort?

BILDER VON PALÄSTINA – Ein Workshop mit Irit Neidhardt
Autorin, Kuratorin und Referentin

Ein Ibn Rushd Workshop – Anmeldung

Samstag 4. Juni 2022 von 10.00-17.00 Uhr in den
Interkulturanstalten, Ulmenallee 35, Berlin-Westend

Von Palästina haben alle ein Bild, sei es photographisch, filmisch, politisch, religiös oder eine ganz private Erinnerung. Bilder aus oder über Palästina sprechen viele Menschen emotional an. Wenn Palästina bei privaten oder gesellschaftlichen Zusammenkünften zur Sprache kommt, verlaufen Debatten meist hitziger als Gespräche über andere Länder.

Woher rührt der enge Bezug und was hat er mit den Bildern zu tun, die uns umgeben?

Anhand von Bildern, die hauptsächlich vor der Nakba, der Vertreibung und Flucht der Palästinenerser:innen 1948, entstanden sind, geht es in dem Workshop um die Frage, wer Palästina wann und zu welchem Zweck dargestellt hat. Es geht um christlich- religiöse Photographie ebenso wie um britisch-koloniale und zionistische Bilder sowie palästinensische Alltags- und Pressephotographie

Wir begegneten uns als Feinde, die miteinander reden wollten

FES Veranstaltung – 09. Juni 2022 – 18.00 Uhr Friedrich-Ebert-Stiftung, Hiroshimastraße 28, 10785 Berlin, Konferenzsaal Haus 2

Bassam Aramin und Rami Elchanan im Gespräch / Lesungaus Apeirogon (von Colum McCann): Roland Schäfer

Ein Apeirogon ist eine zweidimensionale, geometrische Form mit einer unendlichen Anzahl von Seiten. Ähnlich facettenreich ist Colum McCanns gleichnamiger „hybrider Roman“, der biografische mit fiktionalen Elementen vereint. Das Werk erzählt die jüngere Geschichte des Nahost-Konflikts mit all seinen Tragödien anhand der Schicksale von Rami Elchanan, einem Israeli, und Bassam Aramin, einem Palästinenser. Bassam und Rami stehen zunächst auf verschiedenen Seiten, was sie jedoch zusammenbringt und ihre Freundschaft begründet, ist der geteilte Schmerz über den Verlust einer Tochter. Ramis Tochter wurde bei einem Selbstmordattentat getötet, während Bassams Tochter von der israelischen Armee getötet wurde. Apeirogon folgt in 1001 Textfragmenten der Geschichte der beiden Väter, ihrem Umgang mit der Trauer und der Arbeit hin zur Versöhnung von Israelis und Palästinensern

Registrieren Sie sich unter folgendem Link. Anmeldeschluß ist der 31.Mai 2022.

Soldaten erzählen…

Noch bis zum 22. Juli 2022 in der Mediathek von Arte – keine einfache Kost, wahrlich!

Israel als Besatzungsmacht – Soldaten erzählen

arte: „Der israelische Regisseur Avi Mograbi läßt Soldaten berichten, die an einer militärischen Besetzung beteiligt waren. Dabei wird deutlich, wie eine kolonialistische Okkupation der palästinensischen Gebiete im Westjordanland funktioniert und welche Logik damit verbunden ist.“