Neue Wege im Deutschunterricht

in neues Buch für Studierende und Lehrkräfte zeigt, wie Nationalsozialismus und Holocaust im Deutschunterricht zeitgemäß vermittelt werden können. Mitherausgeber ist Professor Dieter Wrobel von der Uni Würzburg.

Wer zu einer älteren Generation gehört, hatte in der Regel Eltern oder Großeltern, welche die Zeit des Nationalsozialismus selbst erlebt hatten und davon erzählen konnten. Für die Schülerinnen und Schüler von heute gilt das nicht mehr – die Ära der Zeitzeugen geht zu Ende.

Auch die herkömmlichen Formate der Erinnerungskultur – wie Gedenkveranstaltungen oder Kranzniederlegungen – erreichen Jugendliche kaum oder gar nicht. Stolpersteine und Straßen- oder Platznamen sind zwar gut sichtbar, bieten den Betrachtern aber oft keinen Kontext.

Wissen muss neu aufgebaut werden

„Für junge Menschen muss das Wissen über die Nazi-Herrschaft und den Holocaust darum didaktisch neu aufgebaut werden, auch im Deutschunterricht“, sagt Professor Dieter Wrobel, Leiter des Lehrstuhls für die Didaktik der deutschen Sprache und Literatur an der Universität Würzburg. Sein Team und er bilden unter anderem Lehramtsstudierende aus, die später an den Schulen Deutsch unterrichten.

Wie aber kann eine zeitgemäße Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus aussehen? Diese Frage beantwortet der neue Sammelband „Praktiken der Erinnerung. Holocaust und Nationalsozialismus im Deutschunterricht der Zukunft“. Dieter Wrobel hat ihn gemeinsam mit den Professorinnen Anja Ballis (LMU München) und Anette Sosna (Universität Greifswald) herausgegeben.

Der Sammelband zeigt unter anderem, welche Möglichkeiten Comics, Graphic Novels, Filme und multimediale Lernformate für den Schulunterricht bieten. Die Autorinnen und Autoren hinterfragen diese Formate aus fachdidaktischer, interdisziplinärer und literaturwissenschaftlicher Perspektive und geben praxisorientierte Impulse für die Gestaltung des Unterrichts. Dabei haben sie besonders die nächste Generation von Lehrkräften im Blick – „denn deren Überzeugungen und Zugänge zur Erinnerungskultur sind ja ebenfalls anders als bei früheren Generationen“, so Dieter Wrobel.

Drei Beispiele für den Unterricht

Der Würzburger Deutschdidaktiker zeigt in einem Beitrag des Buches zusammen mit Dr. Michael Veeh von der LMU München exemplarisch auf, wie mit Comics und anderen Bild-Text-Verbünden Geschichte vermittelt werden kann. Hier drei Beispiele:

* In der Graphic Novel „Der Duft der Kiefern“ (2021) berichtet Bianca Schaalburg von einer Spurensuche in der Geschichte ihrer Familie. Im Mittelpunkt steht nicht die Opferperspektive, sondern die Frage nach einer möglichen Rolle ihres längst verstorbenen Großvaters als Täter. Das Werk ist teils als Collage angelegt, in die Fotos von Stolpersteinen und andere Bilder einbezogen sind.

* An dem Comic-Projekt „Wie geht es dir?“ (2025) hat eine größere Gruppe von Künstlerinnen und Künstlern mitgewirkt. Es zielt auf eine Auseinandersetzung mit der aktuellen politischen Situation in Nahost nach dem 7. Oktober 2023 ab, stellt aber immer wieder Verbindungen zum Holocaust her.

* Alexandra Klobouks „Das geheime Erni-Buch“ (2025) schließlich ist ein hybrides Medium zwischen Graphic Novel und Bilderbuch. Es erzählt die Erfahrungen des Holocaust-Überlebenden Ernst Otto Krakenberger für ein jüngeres Zielpublikum.

Angeknüpft an die „Paderborner Erklärung“

Das Herausgabeteam knüpft mit seinem Band an die „Paderborner Erklärung“ von 2022 an: Darin fordert der Fachverband Deutsch des Deutschen Germanistenverbands eine verbindliche Verankerung von Holocaust-Literatur in den Lehrplänen aller Schularten, gerade auch mit Blick auf das Ende der Zeitzeugenschaft und neue mediale Formen des Erinnerns. Der Verband plädiert ebenfalls dafür, fiktionale Comics, Filme oder digital gespeicherte Zeitzeugen-Interviews in den Unterricht miteinzubeziehen.

Der Sammelband ist 2026 im Wissenschaftlichen Verlag Trier erschienen. Auf den Webseiten des Verlags steht er als Open-Access-Publikation zur Verfügung.

„Praktiken der Erinnerung. Holocaust und Nationalsozialismus im Deutschunterricht der Zukunft“, herausgegeben von Anja Ballis, Anette Sosna und Dieter Wrobel als Band 15 der Reihe „DDG – Beiträge zur Didaktik der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur“. 274 Seiten,

37,50 Euro (Print), ISBN Print: 978-3-98940-109-9 / ISBN Open Access: 978-3-98940-110-5

Die ewige Schrift

Aussstellung vom 21. Aug 2025 — 31. Oktober 2026

Im Zentrum steht ein in jeder Hinsicht außergewöhnlicher Vorgang: Der vollständige Schreibprozeß einer Sefer Tora – der handgeschriebenen Rolle der fünf Bücher Mose – wird öffentlich sichtbar gemacht.

Auf dem Vorplatz des Stadtmuseums Dresden entsteht in einem eigens konzipierten, gläsernen Schreibpavillon über 18 Monate hinweg ein Werk, das in jüdischer Tradition als heilig gilt – und nun zum Anlaß für Austausch, Lernen und gemeinsame Erfahrungen wird.

Hier schreibt ein Sofer Stam – ein ausgebildeter Schreiber heiliger Texte – auf koscherem Pergament nach den überlieferten Regeln der Halacha, Buchstabe für Buchstabe, in höchster Präzision und mit tiefer geistiger Konzentration. Ein Akt, der sonst im Verborgenen geschieht, wird so zum kulturellen Ereignis, das die Stadtgesellschaft mit einbezieht – als Zeugin, Fragende, Teilhabende.

Erinnerung: DienstagZoom – 7. April 2026

Im Gespräch mit Ahmad Shihabi: Journalismus nach dem 7. Oktober

Ahmad Shihabi wuchs in einem palästinensischen Flüchtlingslager südlich von Damaskus auf. Er absolvierte eine Ausbildung im Bereich Informatik, wurde dann Journalist. Während des syrischen Bürgerkriegs floh er nach Deutschland und arbeitet heute als Redakteur für die Neue Ruhr Zeitung (NRZ), vor allem zur politischen Situation im Nahen Osten, deren Auswirkungen auf Deutschland sowie zu Flucht und Migration.

In unserem diAk-Gespräch wollen wir mit ihm über seine Wahrnehmung der letzten zweieinhalb Jahre sprechen: Wie war es für ihn, als palästinensischer Journalist nach dem 7. Oktober in Deutschland zu berichten?
Was ist seine Perspektive auf die deutsche Berichterstattung zu Israel/Palästina, Syrien oder Iran?
Gemeinsam wollen wir über deutschen Journalismus, Debattenkultur und den Nahostkonflikt nachdenken. 

Das Gespräch findet am 7. April 2026 von 19 bis 20 Uhr auf Zoom statt.

Das Gespräch findet in deutscher Sprache statt. Eine vorherige Anmeldung ist nicht notwendig, der Link für den R ZW lädt Sie zu einem geplanten Zoom-Meeting ein.


https://zoom.us/j/93995057319?pwd=e2PhYEbV5K6FbQM7fg0OX6dHLuFGQx.1

Meeting-ID: 939 9505 7319
Kenncode: 6M1DtX

Kalender 2026 – April

israel & palästina – Zeitschrift für Dialog | Ausgabe 4-2025

Gaza Skate Team was founded by Rajab Al-Reefi in 2017 as a skateboarding collective that supports young people in the Gaza Strip.

Rajab began skateboarding in 2015 when an Italian organisation – Gaza Freestyle – visited and built a wooden mini ramp in his hometown of Gaza City. Since then, Rajab and other local skaters have been building ramps and holding skate classes wherever they can – and since October 2023 have continued to do so amongst incredibly difficult circumstances.

gofund.me/1621cce8 | : @teamskate | : gaza_skate_team | https://www.skatepal.co.uk/what-we-do

Es war das elfte Mal, daß im Rahmen von israel & palästina | Zeitschrift für Dialog ein Photobegleiter in Kalenderform für das kommende Jahr erschienen ist:

Kalender 2026


DienstagZoom – 7. April 2026

Im Gespräch mit Ahmad Shihabi: Journalismus nach dem 7. Oktober

Ahmad Shihabi wuchs in einem palästinensischen Flüchtlingslager südlich von Damaskus auf. Er absolvierte eine Ausbildung im Bereich Informatik, wurde dann Journalist. Während des syrischen Bürgerkriegs floh er nach Deutschland und arbeitet heute als Redakteur für die Neue Ruhr Zeitung (NRZ), vor allem zur politischen Situation im Nahen Osten, deren Auswirkungen auf Deutschland sowie zu Flucht und Migration.

In unserem diAk-Gespräch wollen wir mit ihm über seine Wahrnehmung der letzten zweieinhalb Jahre sprechen: Wie war es für ihn, als palästinensischer Journalist nach dem 7. Oktober in Deutschland zu berichten?
Was ist seine Perspektive auf die deutsche Berichterstattung zu Israel/Palästina, Syrien oder Iran?
Gemeinsam wollen wir über deutschen Journalismus, Debattenkultur und den Nahostkonflikt nachdenken. 

Das Gespräch findet am 7. April 2026 von 19 bis 20 Uhr auf Zoom statt.

Das Gespräch findet in deutscher Sprache statt. Eine vorherige Anmeldung ist nicht notwendig, der Link für den Zoom-Raum ist: 

https://zoom.us/j/93995057319?pwd=e2PhYEbV5K6FbQM7fg0OX6dHLuFGQx.1

Meeting-ID: 939 9505 7319
Kenncode: 6M1DtX

Nach Hitler.

18.09.2024 – 31.01.2027 Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

Rezension für H-Soz-Kult von Chloe Paver (Faculty of Arts, Humanities, and Social Sciences, University of Exeter)

Was ist heute Faschismus?

Ein Beitrag in der ARD Mediathek aus dem Magazin ttt.

Die Philosophin Eva von Redecker definiert und erklärt den Rechtsruck unserer Gegenwart.

Ein Rechtsruck geht um die Welt – überall gewinnen autoritäre Kräfte an Macht und Einfluss. In der Folge werden Minderheiten ausgegrenzt oder körperlich angegriffen. Aber welche Entwicklungen in der Gesellschaft begünstigen dies? Der Faschismus der Gegenwart ist nicht mit dem der Vergangenheit zu vergleichen, er hat eine neue Gestalt, die nicht leicht zu erkennen und noch schwerer zu erklären ist. Mit „Dieser Drang nach Härte“ hat die Philosophin Eva von Redecker eine Analyse des neuen Faschismus vorgelegt, der hilft, ihn zu entschlüsseln und Strategien der Gegenwehr zu entwickeln.

Screenshot aus ttt - Eva von Redecker

Walid Ahmad Salih Khalidi (1925-2026)

In Erinnerung an den großen Historiker und „politischen Menschen“, hier die Würdigung durch den Educational Bookshop in Ost-Jerusalem.

„With the passing of Walid Khalidi, Palestine loses one of its most faithful custodians of memory. Born in Jerusalem (1925), Khalidi devoted a lifetime to rescuing a shattered landscape from oblivion, restoring through patient scholarship the names, lives, and textures of a world others sought to erase. He wrote and edited more than twenty books; among them, Before Their Diaspora and the monumental All That Remains stand as seminal works. The institution he helped build, the Institute for Palestine Studies, embodies his conviction that history can be an act of quiet defiance—a refusal to allow villages to vanish into statistics or lives to dissolve into silence. His passing marks the end of a rare intellectual life, yet Palestinians will continue documenting their past and charting their future; the Palestine he preserved in words endures, steadfast in the memory he refused to surrender. We extend our condolences to ourselves, to our book community, and to his family—dear friends and colleagues.“

Und einiges in Wikipedia

Kalender 2026 – März

israel & palästina – Zeitschrift für Dialog | Ausgabe 4-2025

Gaza Little Lights provides long term support to between 60 – 90 malnourished infants monthly in North and
South Gaza.
https://chuffed.org/project/114252 – Instagram:gazalittlelights

Es war das elfte Mal, daß im Rahmen von israel & palästina | Zeitschrift für Dialog ein Photobegleiter in Kalenderform für das kommende Jahr erschienen ist:

Kalender 2026