UNRWA zur aktuellen Lage

UNRWA Generalkommissar Philippe Lazzarini in der BLICK Print und Online Ausgabe vom 22. Mai 2021

Wir fügen dem Hinweis auf diese Schweizer Veröffentlichung noch einige Zeilen des UNRWA-Vertreters in Brüssel hinzu:

UNRWA verurteilt aufs schärfste unbegründeten Vorwürfe und haltlosen Unterstellungen gegen seine Neutralität und seine Mitarbeiter. Unsere lokalen Mitarbeiter in Gaza, aber auch im Libanon und Syrien, riskieren Ihr Leben um humanitäre Hilfe der notleidenden Bevölkerung zu bringen, und dies in Zeiten einer Corona Pandemie.

Als eine VN Organisation, die humanitäre Hilfe leistet, ist Neutralität ein entscheidender Aspekt unserer Mission, da sie unsere Basis ist, die seit 70 Jahren sichere Operationen im Libanon, in Syrien, Jordanien, im Westjordanland, einschließlich Ost-Jerusalem und im Gazastreifen ermöglicht.  Wir haben rigorose Verfahren und einen starker rechtlichen Rahmen, der die Neutralität gegenüber dem Personal, Dritten, der Nutzung der Einrichtungen und der Bereitstellung von Hilfe für die Begünstigten gewährleistet. Neutralität ist für uns lebenswichtig.

Neutralität bei UNRWA bedeutet, dass es Einschränkungen für die Bereitstellung von Hilfe für alle Personen gibt, die auf der konsolidierten Liste des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen aufgeführt sind. Regelmäßige Überprüfungen der Namen aller UNRWA-Mitarbeiter, registrierter Palästina-Flüchtlinge, Empfänger von Mikrokrediten, Lieferanten und anderen Zahlungsempfängern werden anhand der konsolidierten Liste des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen durchgeführt. Wir haben eine vertrauliche Zusammenarbeit mit all unseren Gastländern, wie auch mit Israel, welches unsere täglich Arbeit unterstützt.

Unsere Gastländer, wie auch Israel, sind für die Sicherheit unserer Arbeit mitverantwortlich und wissen genau wer für UNRWA arbeitet. Bis Ende 2018 unterzog die USA die UNRWA einer jährlichen anti-Terror Überprüfung – ein Standardverfahren für US-Auslandshilfe – welche UNRWA ohne Beanstandung absolviert hat. Dies wird nun, wo die USA als Geldgeber zurück gekehrt sind auch wieder der Fall sein.

Mit besten Grüßen und Frohe Pfingsten!
Matthias Burchard | director – unrwa representative office to the european union

Auch in Deutschland …

Auch in Deutschland fand der ‚Krieg im Nahen Osten‘ statt. Er wurde und wird geführt zwischen den Verteidigern unhinterfragbarer Solidarität mit Israel und den ‚Befreiern Palästinas von der zionistischen Unterdrückung‘.

Differenzierungen sind nicht gefragt, es herrscht Haß, es wird mit Unterstellungen gearbeitet und die Gewißheit auf der richtigen Seite der Weltgeschichte zu stehen, wird mit Zähnen und Klauen verteidigt. Wieder gerieren sich die Deutschen als Friedensmacht und benutzen die Kriege und Krisen im Nahen Osten doch nur als Projektionsfläche für ihre eigenen, auch 75 Jahre nach Weltkrieg und Shoa nicht aufgelösten Identitätsprobleme.

Meron Mendel, Leiter des Anna-Frank-Zentrums in Frankfurt am Main stellt in seinem Beitrag für die FAZ diese Verbindung her zwischen diesen deutschen Befindlichkeiten und der hoch emotionalisierten Reaktion auf den erneuten Krieg in Israel und Palästina.

Aus der Presse der letzten Tage

Leseempfehlungen

Auch sie wollen ohne Terror leben – Artikel auf ZEIT ONLINE

In weiten Teilen der Öffentlichkeit gibt es keine Empathie für Palästinenser. Doch kann es in Nahost keinen Frieden geben, wenn nicht auch ihre Rechte gesichert werden

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Einseitigkeit auf dem Dach des [Wiener] Kanzleramts?

Besser als das Hissen der israelischen Flagge wäre es gewesen, in Europa Verbündete für eine starke europäische Friedensinitiative zu suchen und an politischen, ökonomischen und moralischen Grundlagen für Frieden zu arbeiten (Heinz Fischer)

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Die Menschen sind den Bombardierungen ausgeliefert“

Mit den Raketenangriffen auf Israel will die Hamas Stärke zeigen, sagt Nahostexpertin Muriel Asseburg. Doch damit schadet sie auch den Palästinensern.

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Und ein Photo von der US-amerikanischen Website Tikkun.org (The Prophetic Jewish, Interfaith & Secular Voice to Heal and Transform the World)

A future of dignity and hope on both sides of the border

Stimmen aus Wahat al-Salam/Neve Shalom

Wo auch jetzt konstruktive Perspektiven gelebt werden

In Neve Shalom/Wahat al-Salam zeigen seit über 40 Jahren jüdische und palästinensisch-arabische Israelis jeden Tag aufs Neue – und auch jetzt –, daß eine tragfähige Regelung des Konfliktes zwischen Israel und den Palästinensern möglich ist.

Die folgenden Texte, die der Verein „Freunde von Neve Shalom/Wahat al-Salam e.V.“ zusammengestellt hat, zeigen beeindruckend, wie das Friedensdorf mit der derzeitigen katastrophalen Lage umgeht. Dazu im folgenden

Im Gespräch: Combatants for Peace

Einstige Kämpfer streiten für Frieden in Nahost | ZDFheute live

„Sie waren bereit, für ihr Land zu töten – aber dann legten sie die Waffen nieder“

Bei der Graswurzelbewegung „Combatants for Peace“ (CFP) treten ehemalige israelische Soldatinnen und Soldaten und palästinensische Widerstandskämpferinnen und -kämpfer gemeinsam für Frieden ein. ZDFheute live spricht im Zuge der Eskalation des Nahostkonfikts mit Sulaiman Khatib und Yair Bunzel von Combatants for Peace. Khatib ist Palästinenser, als Teenager attackierte er israelische Soldaten. Dafür saß er zehn Jahre lang im Gefängnis. Der Israeli Bunzel kämpfte in der israelischen Armee. Heute setzen sich beide für Gewaltfreiheit, Gerechtigkeit und Dialog bei Combatants for Peace ein. Seit Jahrzehnten stehen sich Israelis und Palästinenser in dem territorialen Konflikt gegenüber. Welche Lösungsvorschläge gibt es im Nahostkonflikt? Und wie realistisch sind sie?

Dem widmet sich ZDF heute live in einem Stream mit Combatants for Peace – hier zum wieder anschauen auf Youtube.

Die Orientalisierung des heiligen Landes

[zait wa: zaʕtar]Festival mit palästinensischer Kunst und Kultur wird fortgesetzt

… oder Wie hat der Blick westlicher christlicher Reisender dazu beigetragen, das heutige Bild von Palästina in Europa zu prägen?

Ruth und Boaz – Photo: American Colony, Photo Department, um 1910 (Beit Sahour)

Samstag, 22. Mai 14 Uhr
FORUM Factory, Besselstraße 13-14, 10969 Berlin – online

Christliche europäische Männer reisten in den Nahen Osten auf der Suche nach dem Land, wie es in dem ihnen heiligen Buch beschrieben war. Einige prominente Reisende, und hier vor allem Gustaf Dalman, legten ganze Archive an, die heute meist an theologischen Fakultäten von Universitäten, darunter Berlin und Greifswald, untergebracht sind.

Was waren ihre Vorstellungen zu dieser Zeit, dem Beginn der Fotografie durch Reisende (ca. 1900-1913), wie haben die damaligen Bilder der arabischen Völker, hier der einheimischen Palästinenser, zu der Art und Weise beigetragen, wie sie heute noch dargestellt werden? Und wie prägt dies die Art und Weise, wie Europäer das umstrittene Land, das einst allseits als Palästina bekannt war, heute sehen und beurteilen, und in der sie sich zu ihm verhalten?

Podiumsgäste: Dr. Bashar Shammout, Irit Neidhardt – Moderation: Cora Jostings

A message to the true friends of the Palestinians

Andere Stimmen zu hören, hinter, vor, neben und trotz allem Kriegslärm, ist nicht nur wünschenswert und nötig, es gibt auch die Kraft, nicht aufzugeben etwas zur Transformation der Situation beizutragen, wenn es auch nur ein sehr kleines Jota sein kann.

Hier ein kleines Zitat aus einem Brief von Mohammed Altlooli, den die Jungle World auf ihre Site gestellt hat:

„Then, we see demonstrations in Europe, where people call very horrible slogans against Jews and Israel. We hear the same hatred we hear in the propaganda channels of Hamas. Anyone who is a friend of us should not talk like this! We don’t want and deserve such friends! Since a very long time so many people claim they are our friends, but in reality they just hate Israel and the Jews. This is not only wrong and against our intentions and beliefs, it also harms the just cause of the Palestinian people: We want to live in peace, dignity and self-determination, side by side with the Israelis. We want justice and freedom. We don’t want war and destruction.“

Gewalt, Raketen und ein neuer Erzbischof

Eine Momentaufnahme zur Situation in Israel und Palästina, unter diesem Titel hat das evangelische Magazin Zeitzeichen aus Anlaß der Ergreifung des Bischöflichen Stuhls in anglikanischen Diözese von Jerusalem durch den neuen Bischof, des palästinensischen Erzbischof Hosam Elias Naoum, Reflektionen und Gedanken des ehemaligen Propstes in Jerusalem und jetzigen Nahostreferenten der Evangelischen Mission in Solidarität (EMS) und Geschäftsführers des Evangelischen Verein für die Schneller-Schulen, Pfr. Dr. Uwe Gräbe online gestellt.

Konfliktstillstand als pragmatisches Ziel

Ein Kommentar von Reinhard Schulze auf Journal21

„Es braucht mehr Mut, Fantasie und Entschlossenheit, [den] zivilen Weg zu gehen, als es braucht, um mit Bomben Häuser zu zerstören und mit Raketen auf Siedlungsgebiete zu feuern. Der militärische Weg wird nur zu einer Atempause führen, der zivile Weg könnte eine Lösung bringen.“

Hier der nicht sehr lange aber sehr bemerkenswerte Text!

Frieden zwischen Israel und Palästina?

Der VN-Sicherheitsrat wird von den USA blockiert

Karin Leukefeld bringt einen ausführlichen Bericht von der gestrigen Tagung des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen; die Sitzung wird am 18. Mai 2021 fortgesetzt.