Ab 28:28 min gibt es einen Bericht über einen jüdischen Überlebenden, der israelische Juden/Jüdinnen nach Nazareth führt und das gemeinsam mit einer arabischen Israelin/Paästinenserin …. Die Sendung will Opfern eine Stimme geben…. – auf beiden Seiten!
Israel verbietet die Tätigkeit der UNRWA auf seinem Territorium und damit defacto auch in Palästina – ein alter „Widersacher“ soll damit erledigt werden
Hier einmal die Stellungnahme des britischen Premierminister:
Prime Minister’s Office, 10 Downing Street and The Rt Hon Sir Keir Starmer KCB KC MP London, 28 October 2024
The UK is gravely concerned at the UNRWA bills that Israel’s Knesset has passed. This legislation risks making UNRWA‘s essential work for Palestinians impossible, jeopardising the entire international humanitarian response in Gaza and delivery of essential health and education services in the West Bank.
The humanitarian situation in Gaza is simply unacceptable. We need to see an immediate ceasefire, the release of the hostages and a significant increase in aid to Gaza.
Under its international obligations, Israel must ensure sufficient aid reaches civilians in Gaza.
Only UNRWA can deliver humanitarian aid at the scale and pace needed. We pay tribute to the 222 UNRWA staff who have lost their lives in the conflict. UNRWA has a UN mandate to support Palestinian refugees. We urge Israeli lawmakers to ensure that UNRWA can continue to deliver its essential work.
Mit Blick auf die Siedler-Konferenz in Israel am Montag (Siehe unseren Blogbeitrag vom 22. Oktober 2024) hier ein Beitrag von Maxi Beigang (sogar) im Tagesspigel: Nordgaza liegt in Trümmern: „Hier gibt es Tod in allen Arten und Formen“
„Seit drei Wochen kommen kaum mehr Hilfslieferungen in den Norden des Gazastreifens, Menschen verbrennen bei lebendigem Leib oder verhungern auf der Flucht. Wie die Palästinenser das Grauen erleben.“
Rachel Fink schreibt auf Haaretz über die heutige (22.10.2024) Konferenz „Preparing to Resettle Gaza“,- in Anwesenheit verschiederner israelischer Minister (Regierungsmitglieder!) – hier ein Auszug:
„On Monday morning, hundreds of settlement-supporting Israelis, many with their gaggle of young children in tow, headed down to the southern border for a special Sukkot-themed celebration. Over two days, they gathered in temporary huts to discuss permanent resettlement. Of the Gaza Strip, that is. „Every single sliver of it,“ as one speaker declared.
Hers was just one of a slew of comments jockeying for the title of most incendiary statement made during the event. „We will sun ourselves on the sandy beaches of the Gazan coastline,“ another contender proclaimed. Conference organizer Daniella Weiss has bigger plans. ‚We know from the Bible that the real borders of Greater Israel are the Euphrates and the Nile,‘ she said to the audience, who cheered enthusiastically. ‚And the sooner we make this a reality, the better.‘„
Shireen Najjar und Neriya Mark sind zu Gast bei der Jahresversammlung 2024 der Freunde und Freundinnen von Neve Shalom ∙ Wahat al-Salam.
Shireen Najjar und Neriya Mark gehören beide zur zweiten Generation der Dorfgemeinschaft von Neve Shalom ∙ Wahat al-Salam, dem einzigen Ort in Israel, wo jüdische und palästinensische Israelis vollkommen gleichberechtigt miteinander leben und arbeiten. Beide gehören sie zu Gründerfamilien, beide sind im Dorf aufgewachsen und in die binationale, zweisprachige Grundschule gegangen – und beide haben in ihrem Beruf und in der Dorfgemeinschaft Verantwortung übernommen.
während seit nunmehr einem Jahr Krieg um uns herrscht, während eine neue Offensive an unserer Nordgrenze vorbereitet wird, während die Vertriebenen auf beiden Seiten, die Geiseln und Opfer im Süden [Gazastreifen] ihrem Schicksal überlassen bleiben; während die rechts-extremistische Regierungskoalition ihre Macht wieder festigt; während die Regierung den Willen der Bevölkerung ignoriert und Situationen herbeiführt, die Vergeltung an ihren eigenen Bürgerinnen und Bürger einladen
scheint wenig zu sagen übrig zu bleiben.
Nichtsdestotrotz sind wir der Meinung, es ist Zeit, wieder unsere Stimme zu erheben und klar zu benennen, wo wir stehen.
Unsere politische Führung berauscht sich anscheinend an dem Amoklauf gegen die Hezbollah-Führung, bei dem der Tod unschuldiger Zivilisten in Kauf genommen wird. Sie wiederholt ihr Mantra. „Durch die Anwendung von Gewalt werden wir unsere Bürger:innen wieder nach Hause an der Nordgrenze unseres Landes bringen.“ Der Einmarsch in den Libanon hat jedoch zu mehr Toten geführt, zu mehr Vertriebenen nördlich der Grenze und zu mehr Bomben auf das Gebiet südlich der Grenze; zugleich trägt er kaum dazu bei, die Grenze zum Libanon für Israelis sicherer zu machen. Das Planziel ist nicht Frieden sondern eine „verbrannte Erde“-Politik im Gazastreifen und im Libanon.
Unsere Regierung kokettiert mit einem Krieg gegen den Iran; jede Aktion und Reaktion eskaliert die Lage. Uns wird gesagt, ein regionaler Krieg sei möglich. Ein solcher Krieg wird nicht eintreten, weil „jemand die Kontrolle über die Lage verloren hat“, sondern weil jemand von dem Gewaltausbruch profitiert, weil Leben billig geworden ist, und politische Macht teuer.
Wie in der Vergangenheit bringen solche Aktionen vielleicht vorübergehend Ruhe, doch sie nähren die Hass-Spirale.
Nur durch Friedensverhandlungen können wir tatsächlich sicher und vertrauensvoll in unserem Häusern leben. Gewalt löst unsere Probleme nicht; sie schützt keine Grenzen. Nur wenn alle Menschen hier das gleiche Recht haben, frei in ihrem Land zu leben, werden wir unser Leben wieder aufbauen können. Nur bei vollständiger Gleichberechtigung und Gerechtigkeit für alle in unserem eigenen Land können wir Anderen Ratschläge geben.
Es gibt sehr viel zu tun.
Hoffnung schöpfen wir aus Geschichten wie der von Jonathan Zeigen, dessen Mutter, unsere liebe Freundin Vivian Silver, im Oktober 2023 [von der Hamas] getötet wurde. Über seinen Weg zum Friedensaktivist wurde in der New York Times berichtet. Andere haben Vivians Aufruf zu handeln aufgenommen, einen Vivian-Silver-Friedenpreis gestiftet und geschworen, weiterhin „den Frieden zu erklären“ und nicht den Krieg.
Hoffnung gibt uns die große Zahl junger Menschen, darunter viele junge Bewohner aus unserem Dorf, die in verschiedenen Friedensorganisationen arbeiten.
Hoffnung geben uns die täglichen und wöchentlichen Proteste, u.a. an Kreuzungen überall im Land, seit ein Massenprotest in Tel Aviv wegen des Krieges verboten wurde.
Auch wenn wir aus dem Entscheidungsprozess ausgeschlossen sind, der über Tod und Leben von uns allen entscheidet – wir sind davon überzeugt, dass unsere Zeit kommen wird, und dass dann den Menschen zugehört wird.
Wir wünschen all denen, die das Jüdische Neujahr feiern, und uns allen miteinander ein Ende des Krieges und ein Jahr des Friedens.
Mit herzlichen Grüßen
Samah Salaime
… ist Leiterin des Öffentlichkeitsbüros von Neve Shalom – Wahat al-Salam, der Oase des Friedens.
„Es gilt, sich für radikale Empathie mit den israelischen Opfern des 7. Oktober sowie mit den seitdem zu beklagenden Zehntausenden Opfern auf palästinensischer und libanesischer Seite und für das Ende der Gewalt im Schatten dieses Traumas einzusetzen. Denn es ist das Einzige, was uns in dieser schier hoffnungslosen Zeit noch Hoffnung gibt. Dazu heißt es treffend im Grundsatzdokument der palästinensisch-jüdischen Bewegung Standing Together: Where there’s a struggle, there is hope.“
The State of Israel is in the midst of the most difficult period in its history, under a reckless leadership headed by a man whose only promise he has made and kept to his people was to live by the sword. In remarks made at a new year’s cabinet meeting, Prime Minister Benjamin Netanyahu briefly mentioned the 101 hostages whom he has abandoned to suffering and death in Hamas‘ tunnels in the Gaza Strip, half of whom are no longer alive.
Under its thoughtless leadership, Israel is taking giant steps towards a regional war, while the world keeps asking itself: What does it want? Where is it heading?
Ayman Safadi, the Jordanian foreign minister, best captured those feelings in a speech that has gone viral across the globe but has been completely ignored by Israel. At a press conference following a joint celebration by Arab representatives during the UN General Assembly session, Safadi exercised his right to speak and say things all Israelis must hear.
„The Israeli prime minister came here today and said that Israel is surrounded by those who want to destroy it,“ he began. „We’re here — members of the Muslim-Arab committee, mandated by 57 Arab and Muslim countries — and I can tell you very unequivocally, all of us are willing to guarantee the security of Israel in the context of Israel ending the occupation and allowing for the emergence of a Palestinian state.“
This is not to say that Hamas did not seek to vanquish Israel, that Hezbollah is not a bitter and cruel enemy or that Iran is not seeking the worst for us, but Safadi has served to remind us of an undeniable truth: Under its long years of rule by Netanyahu, Israel has not lifted a finger for the sake of peace with the Palestinians, but the reverse.
„Do they have a narrative other than ‚I’m going to continue to go to war and kill this and kill that‘?“ he asked. „Ask any Israeli official what their plan is for peace, you’ll get nothing because they’re only thinking of the first step – we’re going to destroy Gaza, inflame the West Bank, destroy Lebanon. After that, they have no plan. We have a plan, we have no partner for peace in Israel.“
On the eve of Rosh Hashanah 5785, when the only horizon Israel’s leaders offer is war, we can only hope that in the coming year we will be blessed with a profound change in leadership and a new vision for the country. May this year and its troubles soon be over.
The above article is Haaretz’s lead editorial, as published in the Hebrew and English newspapers in Israel.