Die massiven Völkerrechtsverletzungen der israelischen Siedler gegen die palästinensische Bevölkerung im Westjordanland werden in den meisten deutschen Medien allenfalls am Rande erwähnt. Der Deutschlandfunk hat in einer Audio-Dokumentation zum Thema „Landgrabbing: Die Vertreibung von Palästinensern im Westjordanland“ dieses Vorgehen, das nach dem 7. Oktober stark zugenommen hat, anhand zahlreicher Beispiele dokumentiert.
Ein Lebensmittellaster von Standing Togehter heute auf dem Weg von Tel Aviv zum Gazastreifen!
Today Standing Together will again lead a food and aid convoy to support the starving people of Gaza and the Israeli hostages who are held there. They will go to the border with Gaza with a food truck for and dozens of private cars, and will try to reach the Kerem Shalom passage.
The starvation of the people of Gaza is appalling, and the humanitarian disaster that the government is fostering harms innocent citizens, the hostages who are still being held captive, and will eventually harm us as well: the disaster does not stop at the border.
For months now, extreme organized settlers, encouraged by the government, are working to starve the people of Gaza by blocking aid trucks and harming innocent Gazans and the hostages who are dying in captivity. We must oppose it, we must break the barrier of hunger. please join our efforts.
Last week, around a 1,000 Israeli citizens, bothe Jewish and Palestininan, donated food and aid which we took to our first convoy. We were more than 40 cars heading to the border with Gaza, but the Army and police stopped us 10km from the border. We will not give up. We must take the human path and to make sure no one person on our land dies of starvations.
The Hamas assault on Israel on October 7 and the war it triggered in Gaza–by far the most deadly conflict between Israel and the Palestinians since 1948–are seismic shocks whose impact is yet to be fully understood.
What’s already clear is that the magnitude of these events will have major, long-term repercussions for Israel’s foreign relations, for Israeli-Palestinian relations, for Jewish communities worldwide, and for Israel’s domestic politics and societal relations.
This conference will explore these repercussions, offering insights and analyses from a wide range of speakers. Going beyond the news of the day, the conference will provide viewers from around the world with a much-needed comprehensive, yet nuanced, understanding of how the October 7 attack and resulting war have profoundly changed Israel and its critical relationships in an unprecedented fashion.
Die deutsche Nahost-Wissenschaftlerin zu Besuch im Jüdischen Museum Hohenems Der Mittschnitt (ab Min 10:30) ihres Vortrages auf Youtube, davor eine Einführung des Chefredakteurs der österreichischen Zeitschrift International, Fritz Edlinger.
Die deutsch-israelische Historikerin Tamar Amar-Dahl bespricht das 2023 im Westend-Verlag erschienene Buch „Denk ich an Deutschland… Ein Dialog in Israel“, der beiden Experten auf dem Gebiet des deutsch-israelischen Verhältnisses, Moshe Zuckermann und Moshe Zimmermann, im Online Fachjournal der Geschichtswissenschaft sehepunkte 24 (2024), Nr. 1 [15.01.2024].
Geteilte Meinungen zur Lage in Israel und zum Krieg
Bei der letzten Umfrage des Israel Democracy Institute in (West-)Jerusalem Ende Januar 2024 unter der Bevölkerung in Israel wird die Unsicherheit und Unzufriedenheit mit der politischen Situation im Lande deutlich:
So schätzen mehr als die Hälfte der Befragten eine demokratische Regierungsführung in der Zukunft als pessimistisch ein; unter der arabischen Bevölkerung Israels sind es sogar mehr als drei Viertel. Ähnlich pessimistisch sieht die Bevölkerung die Sicherheitslage: mehr als die Hälfte sehen Israels Sicherheit in der Zukunft eher pessimistisch als optimistisch. Neuwahlen werden zwar vor dem regulären Termin 2026 mehrheitlich bevorzugt, aber hier ist die Stimmung uneinig, ob dies vor Ende des Krieges erfolgen sollte.
Weiteres zu den am 6. Februar 2024 veröffentlichten Umfrageergebnissen / PDF zum Download
Auch wenn es aktuell schwerfällt, sich vorzustellen, daß dieser Krieg ein Ende finden wird (kann/muß …), ist es von großer Wichtigkeit, darüber nachzudenken, was am Tag danach kommt:
Hier zwei Reflexionen zu Thema:
What is a Revitalized Palestinian Authority? – Policy Paper von Yohanan Tzoreff / MITVIM
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Muriel Asseburg (SWP) in einem SWP-Comment zur Zukunft Gazas. Das Papier zeigt die Herausforderungen für eine nachhaltige Stabilisierung des Gazastreifens in den Bereichen Regierungsführung, Sicherheit, Wiederaufbau und politischer Rahmen auf und erläutert, was die EU und ihre Mitgliedsstaaten tun könnten.
„Um in Frieden leben zu können, muß sich Israel endlich mit den Palästinensern arrangieren, und das ist etwas, was Netanjahu während seiner gesamten Karriere abgelehnt hat. In seiner längsten Amtszeit als Ministerpräsident in der Geschichte Israels hat er die palästinensische Nationalbewegung unterminiert und ins Abseits gedrängt. Er hat seinem Volk versprochen, daß es auch ohne Frieden gedeihen kann. Er hat dem Land die Idee verkauft, daß es mit geringen nationalen und internationalen Kosten palästinensisches Land für immer besetzen kann.
Und selbst jetzt, nach dem 7. Oktober, hat er diese Botschaft nicht geändert. Das Einzige, was Netanjahu gesagt hat, ist, daß Israel nach dem Krieg einen „Sicherheitsperimeter“ um den Gazastreifen aufrechterhalten wird – ein kaum verhüllter Euphemismus für eine langfristige Besetzung, einschließlich eines Kordons entlang der Grenze, der einen großen Teil des knappen palästinensischen Landes verschlingen wird.“
Israel’s Self-Destruction. Netanyahu, the Palestinians, and the Price of Neglect
Friedenspreisträger des deutschen Buchhandels von 1975
Wie das Börsenblatt des Deutschen Buchhandels schreibt:
„Der deutsch-französische Politologe und Publizist Alfred Grosser ist tot. Das gab seine Familie bekannt. Grosser starb demnach im Alter von 99 Jahren in Paris. In Frankfurt am Main geboren, floh er als Kind mit seiner Familie 1933 nach Frankreich. In Paris studierte Grosser Politikwissenschaft und Germanistik, lehrte ab 1955 am Institut d’études politiques de Paris. Er war bekannt als Autor journalistischer Texte und zahlreicher Bücher, darunter erschienen „Le Mensch“ (Dietz J-H.W. Nachfahren), „Von Auschwitz nach Jerusalem“ (Rowohlt), „Wie anders ist Deutschland?“ und „Wie anders ist Frankreich?“ (beide C.H.Beck, wo auch seine Autobiografie „Die Freude und der Tod“ publiziert wurde.)
Für seine Rolle als Vermittler wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, dem Großen Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband sowie dem französischen Großkreuz der Ehrenlegion sowie dem Henri-Nannen-Preis.“
Auch zu Fragen des Nahostkonflikts und der israelisch-palästinensischen Beziehungen hat er sich wiederholt kritisch geäußert.
Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main, Lizenz: CC-BY-SA 4.0 DE
Diese Überschrift über einem Beitrag von Lidia Averbukh im Online-Magazin ipg-journal könnte in diesen Tagen vieles meinen. Die Autorin denkt aber an die Rolle der arabisch/palästinnensischen Staatsbürger:innen Israel: „In der Debatte um Israel und Palästina dominiert gefährliches Schwarz-Weiß-Denken. Arabische Israelis machen vor, wie eine Annäherung gelingen kann.“
„Israelische Araber erleiden gerade die Probleme beider Seiten. Am 7. Oktober gab es auch unter ihnen Tote und Geiseln, die von der Hamas verschleppt wurden. Vereinzelt finden sich auch unter den gefallenen Soldaten drusische Israelis. Gleichzeitig sind viele der israelischen Araber mit der Bevölkerung in Gaza verbunden und haben Verluste durch israelische Bomben zu beklagen. Wenn ihre Vertreter es schaffen, in dieser Situation sowohl für Israelis als auch für Palästinenser Akzeptanz zu zeigen, müssen wir im entfernten Europa umso eher dazu fähig sein.“