Open Letter: Against cultural destruction in Gaza and the West Bank

Open letter from archaeologists, antiquities researchers, and museum curators against cultural destruction in Gaza and the West Bank

In recent days we have learnt of the total destruction of a building housing the archaeological store-rooms of the École Biblique in Gaza, an act that necessitated the urgent and apparently partial relocation of tens of thousands of items, causing damage whose extent is still unknown. This is a continuation of the policy of destruction and annihilation in the Gaza Strip that has also targeted heritage sites (according to the latest reports, about 110 historical buildings, archaeological sites, and other cultural properties have been severely damaged or completely destroyed), mostly with no known connection to military needs.

Such actions, which contravene the rules of warfare as set forth in international conventions, add to the ongoing Israeli violation of international law in the occupied territories (Judea and Samaria), and to the constraint on the activities of Palestinian archaeological authorities in areas under the Palestinian Authority’s control (Areas A and B). These circumstances have resulted in the neglect of many cultural properties, their appropriation by nationalist elements, and their partial or complete destruction.

In view of the imminent planned destruction of Gaza city and the damage to heritage sites of local and global significance throughout the Gaza Strip, which continues decades of destruction and neglect of Palestinian cultural heritage within the State of Israel and the West Bank, we, professionals in the fields of heritage, call upon the Government of Israel and the military to:

  • Immediately stop the demolition of the Gaza Strip, the destruction of its cultural treasures, and the attempt to cleanse it of any presence other than Jewish.
     
  • Resume adherence to international law, particularly those conventions that dictate the proper treatment of cultural heritage during armed conflicts and occupation —treaties that have been ratified by the State of Israel.
     
  • End the rule of settler gangs and the ongoing annexation of heritage sites in the West Bank and enable Palestinian archaeological enforcement in areas under the Palestinian Authority’s control.

The heritage of Palestine/the Land of Israel belongs to all the natives of the land, as well as to all who have made it their home and have a stake in its future. Muslims, Christians, and Jews have lived in this land and sustained it for centuries and millennia: It is our duty to maintain the heritage of the land in all its diversity, for the sake of our future and that of our descendants.
Singed

Prof. Rafi Greenberg
Dr Tawfiq Da’adli
Dr Dotan Halevy
Dr Chemi Shiff
Alon Arad

World Week for Peace in Palestine and Israel

The World Week for Peace in Palestine and Israel is an annual WCC event held during the third week of September. This year from Saturday 20 to Friday 26 September 2025. The week aims to encourage people of faith to pray for, and work towards, an end to Israeli oppression and allowing both Palestinians and Israelis to live in peace.

Theme 2025 – “We must give account.”

Musik für Menschlichkeit

Musik für Menschlichkeit

Missionstatement

Johannes Friedrich (1948-2025) r.i.p.

1985 wurde Friedrich Propst an der Evangelische Gemeinde deutscher Sprache zu Jerusalem. Dort wirkte er bis 1991 als Repräsentant der EKD in Israel, im Westjordanland und Gaza (Palästina) sowie in Jordanien. Propst Johannes Friedrich pflegte den interreligiösen Dialog mit Juden und Muslimen sowie den interkonfessionellen Dialog mit einer Vielzahl christlicher Religionsgemeinschaften.

Nach einer Zeit als Dekan in Nürnberg, wurde Friedrich Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.

Die Zeit in Jerusalem habe ihn stark geprägt, so sagte er selbst:

„Das war für mich, aber auch für meine Frau und meine Töchter die wichtigste Zeit in unserem Leben“, sagt Friedrich rückblickend – schöne, aber durch die politischen Umstände zugleich auch schwierige Jahre. Für ihn durchaus eine Herausforderung: „Zum ersten Mal in meinem Leben durfte ich mich politisch zu diesem Konflikt nicht äußern, weil ich ja für beide Seiten ansprechbar bleiben mußte. Ich habe erst als ich zurück war, gemerkt, daß das doch eine unglaubliche Spannung war, in der ich gelebt habe.“ (Aus dem Nachruf im Bayerischen Rundfunk)

Die Macht des Wortes

School for Peace – Update August 2025


Liebe Freundinnen und Freunde,

aus unseren Terminologie-Workshops wissen wir, wie tiefgreifend unsere Wortwahl bei der Beschreibung von Konflikten Menschen beeinflusst. Ob wir etwas Genozid, ethnische Säuberung oder Kriegsverbrechen nennen, solche Bezeichnungen sind nicht nur semantisch – sie haben schwerwiegende politische und emotionale Bedeutungen auf der ganzen Welt. Wir wollten verstehen, warum das so wichtig ist. Und nun wissen wir, dass eine Situation zu bezeichnen einen Wunsch widerspiegelt: den Wunsch nach Anerkennung, nach Wandel, nach Verantwortlichkeit, nach internationaler Verantwortung. Menschen beschreiben mit Begriffen nicht nur, was geschieht, sondern sie pochen zugleich darauf, dass etwas geschehen muss – dass Gerechtigkeit geschaffen werden muss.
Wir sehen, dass überall auf der Welt Menschen glauben, sich „für eine Seite entscheiden“ zu sollen – dass sie sich nur mit einer Seite solidarisieren und sich gegen die andere stellen sollen. Doch uns, deren Arbeit im jüdisch-palästinensischen Dialog verwurzelt ist, aus der wir Stärke gewinnen, ist klar, dass die Realität so zu sehen, wie sie ist – eben nicht bedeutet, einseitig Partei zu ergreifen. Rechenschaft für Kriegsverbrechen oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit einzufordern ist nicht Ausdruck einer Feindseligkeit gegenüber einem Volk – es ist ein Grundsatz, der die Menschenrechte und moralische Klarheit unterstützt. Beim Streben nach Gerechtigkeit geht es nicht um Spaltung; es geht um die Verteidigung universeller Werte und um die Anerkennung aller Menschen, die von Gewalt und Unterdrückung betroffen sind. Darin liegt für uns die ethische Verpflichtung beider Seiten: Leben zu retten, Gerechtigkeit zu schaffen und Heilung für die Opfer zu ermöglichen; und einen Pfad der Rechenschaftslegung und der Transformation für die Täter zu eröffnen – sodass alle in Würde und Hoffnung weitergehen können.

Die entsetzlichen Berichte aus Gaza zerreißen das Herz und sind unstrittig. Der Hunger und die Vernichtung – von Leben, Häusern und ganzen Gemeinschaften – müssen sofort aufhören.
Die 1948 vertriebenen/geflüchteten Palästinenser werden vom Staat systematisch zum Schweigen gebracht und ein Klima geschaffen, das viele lähmt und ihnen die Sprache verschlägt; zugleich fühlen sie sich schuldig, während sie die Auslöschung und Zerstörung ihres Volkes und ihre eigene Ohnmacht erleben. Mittlerweile unterstützen jüdische Israelis entweder aktiv die fortdauernde Gewalt, oder ziehen Verleugnung oder Vermeidung vor, anstatt sich der Realität und ihrer Rolle darin zu stellen. In den vergangenen Wochen, im Angesicht des schrecklichen Hungers, sind wir Zeugen starken Widerstands aus beiden Gruppen geworden – und doch ist dies angesichts des Ausmaßes der Grausamkeiten traurigerweise nicht genug.

Wir rufen jeden Einzelnen von Euch auf: Tut alles, was Euch möglich ist, um diese Grausamkeiten zu beenden und Leben zu retten!

Wenn Ihr nicht wisst, wie, helfen wir Euch gern, darüber nachzudenken, wie Eure Resourcen – Eure Stimme, Eure Zeit, Eure Netzwerke, Eure Geldmittel – etwas bewirken können.

In diesem Brief findet Ihr eine Übersicht über unsere Aktivitäten auch unter diesen unerträglichen Bedingungen, aufrechterhalten durch die Hoffnung und die Überzeugung, dass ein anderer Weg sowohl möglich als auch notwendig ist.


Mit freundlichen Grüßen – Roi Silberberg, Direktor, School for Peace

Übersetzung ins Deutsche ©Ulla Philipps-Heck für Freunde von NSh-WaS e.V., August 2025

Nachtrag

Erklärung der Dorfgemeinschaft und der Bildungseinrichtungen von Neve Shalom ∙ Wahat al-Salam zum Krieg und den fortdauernden Grausamkeiten

Steuern als Druckmittel …

Der Streit zwischen den Kirchen und der (West-)Jerusalemer Stadtverwaltung hat einen neuen Höhepunkt erreicht:

„The city of Jerusalem earlier this month froze the bank accounts of the Greek Orthodox Patriarchate of Jerusalem, the church body that represents around half of all Palestinian Christians and is a major landholder in Israel.

Ein Bericht David I. Klein auf dem Portal RNS | Religion News Service.

Photo: B. Doering

Berliner Fundstück

Möglich: Ja. Erlaubt: Sachbeschädigung. Geboten: … mhh….

Photo: R.H.

„Palästinensische Freiheit und israelische Sicherheit gehen Hand in Hand“

Ein Interview auf Kontrast.at mit der in Berlin lebenden, in West-Jerusalem aufgewachsenen Aktivistin Vered Berman.

Anual Report 2024

Zum blättern

Ein deutscher Bischof zur Siedlergewalt

Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Naher und Mittlerer Osten der Deutschen Bischofskonferenz, äußerte sich mit deutlichen Worten zu den jüngsten Übergriffen extremistischer Siedler im Westjordanland:

„In diesen Tagen ist die mehrheitlich christliche Stadt Taybeh im Westjordanland in die Schlagzeilen geraten. Sie ist das vorerst letzte Beispiel für die unerträglichen Übergriffe extremistischer jüdischer Siedler auf palästinensische Orte. Längst handelt es sich nicht mehr um Einzelfälle, sondern um die Alltagserfahrung der dort ansässigen Bevölkerung, die eingeschüchtert werden soll, um sie zur Auswanderung zu veranlassen.

Die Gefahr, die von randalierenden Siedlern ausgeht, verschärft die Lebenssituation der Palästinenser, die ohnehin von der systematischen Zerstückelung der Infrastruktur im Westjordanland und der drastischen Einschränkung der Bewegungsfreiheit betroffen sind.

Der israelische Staat muss endlich seiner Verantwortung gerecht werden: Die Übergriffe müssen verhindert und Straftäter zur Verantwortung gezogen werden. Andernfalls wird nicht nur das internationale Renommee Israels beschädigt, sondern jeder Rest an Zukunftshoffnung, der unter den Palästinenser noch gegeben sein mag, zerstört. So ist ein Frieden in der Region auch langfristig undenkbar.

Angesichts des jüngsten Vorfalls sollte auch nicht vergessen werden, dass das christliche Leben ein wichtiger Bestandteil des palästinensischen Volkes ist. Es darf nicht vollständig aus der Region verschwinden!“