Weltgebetstag 2024

Seit über hundert Jahren – Eine der größten ökumenischen Bewegungen der Welt bringt jeweils am 1. Freitag des Monats März Menschen unter dem Gedanken „Informiert Beten“ zusammen. Nach 1994 ist auch 2024 wieder das palästinensische Komitee mit der Erarbeitung der Liturgie beaufragt worden.

Jetzt entscheidet das „Deutsche Komitee“ anders und „für die Schwestern“ …

Hier die Stellungnahme des Berliner Jerusalemsvereins:

Logo Jerusalemverein

Am Abend des 8. Dezember

Chanukka, zweiter Abend, … Hochfest Mariä Empfängnis – und zugleich wird in Gaza gekämpft, werden weiter Raketen geschossen …

Wer wünscht sich derzeit nicht Geschichten, die Hoffnung im Nahostkonflikt machen, auch für unser Zusammenleben hier in Deutschland? Genau die bringt heute das Kulturmagazin Aspekte (ZDF) für die Norbert Kron gerade in Israel und im Westjordanland war… Er schriebt dazu „Für mich, dem das Land und die Menschen dort nach vielen Besuchen persönlich so am Herzen liegt, war diese Drehreise eines der bedeutendsten Erlebnisse meiner journalistischen Arbeit überhaupt. Nach 4 Jahren konnte ich nicht nur meine Freunde in dieser angespannten Zeit wiedersehen, sondern unglaublich engagierte Menschen treffen, die sich gegen die Konfrontation zwischen Israelis und Palästinensern stemmen und Versöhnungsgesten gerade jetzt weiter vorantreiben. Wie die ‚Combatants for Peace‘, ehemalige Soldaten und militante Aufständische, die die Waffen weggeworfen haben und die ich bei ihrem Treffen in Beit Jalla begleiten durfte. Dies und noch viele andere starke Brückenbauer, auch hier in Deutschland, heute im TV & ab 21 Uhr online.“

Screenshot zu ZDF Aspekt

Am Abend des 18. November

Demonstrationen und Debatten, Kämpfe und Gewalt gehen weiter, den einen ist ein Waffenstillstamd Verrat, den anderen der einzig gangbare Weg.

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Neben diesen Nachrichten heute einmal ein Hinweis auf ein Ereignis, daß ohne die letzten Wochen wohl so schnell nicht geschehen wäre. Am 21. Oktober bereits beschlossen, wurde die Versöhnung der beiden (griechisch-orthodoxen) Patriarchate am Mittwoch, 15. November 2023 bei / durch den Besuch (Bericht) einer Delegation in Amman vollzogen:

„Patriarch John X of Antioch and All the East, charged with a task Metropolitan Athanasios of Latakia and its Dependencies, and Ephrem, Metropolitan of Aleppo and Alexandretta and their Dependencies of visiting Amman, the capital of the Hashemite Kingdom of Jordan.

Their task was to bring to the Church of Jerusalem a message of fraternal love and the restoration of ecclesiastical communion between the Patriarchate of Antioch and the Patriarchate of Jerusalem. (…) „

(Bericht auch auf Vatican News).

[In einer früheren Fassung war der Besuchstag in Amman irrtümlich mit dem 16.11.23 angegeben].

Am Abend des 8. November

Die Ereignisse der letzten Wochen lassen auch hierzulande die Menschen nach Worten suchen, das Geschehene und das Geschehende zu „begreifen“ und einen Blick auf die Konsequenzen und das ‚zu Tuende‘ werfen. Pfr. Andreas Goetze, lange Jahre Landeskirchlicher Pfarrer für das interreligiöse Gespräch in Berlin (EKBO), jetzt tätig im Zentrum Ökumene EKHN/EKKW in Frankfurt/Main, hat das in einem Beitrag für das Portal Die Eule versucht, es gibt eben trotz allem keine einfachen Antworten in der komplexen Gemengelage des ‚Nahen Ostens‘ und unserer Beziehungen dorthin und dorther…

Am Abend des 3. November

Zu den unterschiedlichen Perspektiven heute die Stimme eines palästinensischen Anwalts für eine friedliche Koexistenz aus Anlaß der Massaker der Hamas und des Krieges im Gazastreifen. Das Interview mit Sari Nusseibeh, Philosophie-Professor aus Jerusalem, führte Inge Günther, es ist am 2. November 2023 erschienen in der Frankfurter Rundschau.

Sari Nusseibeh 2012

Photo: Prof. Sari Nusseibeh, 2012 (Leipziger Buchmesse: Quelle: Wikipedia / Creative-Commons-Lizenz)

Am Abend des 15. Oktober

Der heutige kurze Brief der Combantants for Peace
The light in the darkness – our message of hope:

Am Abend des 14. Oktober

Seit einer Woche wühlt die aktuelle Gewaltspirale Menschen an unterschiedlichen Orten und in den verschiedensten Kontexten auf. Verzweiflung der Angehörigen, Wut über das Leid, aber auch Aktionismus, um etwas zu tun angesichts des Furchtbaren.

Auch wir haben keine Antwort, auch keine „Lösung“, auch wir ringen in dieser Woche um Fassung und um Solidarität.

Vier kleine Hinweise an diesem Abend, (zwei davon) die in unsere eigene Wirklichkeit zurückführen:

# . Beim Freitagsgebet in der Dar Assalam-Moschee in Neukölln ruft Imam Mohamed Taha Sabri am Freitag zu Vernunft auf. (ein für den Berliner Tagsspiegel eher ungewöhnlicher Artikel von Frank Bachner).

# . Stefan Hunglinger versucht in der taz eine vorsichtige und respektvolle Annährung an den Kosmos „Sonnenallee“, Neukölln in all der Komplexität und Widersprüchlichkeit (auch mit einer Sequenz von/zu Mati Shemoelof).

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Über Zusammenstehen und -arbeiten in diesen Tagen im ‚Heiligen Land‘: Netta Ahituv und Nadin Abou Laban am 12. Oktober 2023 in einem Beitrag in Haaretz (ausnahmsweise auch einmal als Datei zum herunterladen)

Haaretz

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Martin Griffiths, Under-Secretary-General for Humanitarian Affairs and Emergency Relief Coordinator, resümiert aus der Sicht der Vereinten Nationen diese „furchtbare Woche und hält uns, hällt allen den Spiegel vor:

Vereinte Nationen

Am Abend des 13. Oktober

Nicht zu verwechseln mit den sog. Abraham Accords sind die Abraham Iniatives, ihr heutiger Newsletter und sein kooperativer Geist mögen in diesen Schabbat begleiten….

Dear Friends,

During this impossible time, it is easy to feel paralyzed. As we navigate the waves of grief and fear, I continue to be moved by the determined insistence of my friends and colleagues in Israel that a shared future for Jewish and Palestinians is not only something to work towards in the future when times are easier, but a dedicated practice that can help guide us through this impossible time.

I am proud to share that in the face of this immeasurable horror, we have achieved so much as a community this week.

We are using lessons learned from May of 2021 to foster cooperation at the municipal level:

Our Co-Deputy CEOs, Ruth Lewin Chen and Shahira Shalaby, are serving as coordinators for a Municipal Work Team, organized by the Joint Society Organizations Forum, which wrote and distributed recommendations to local leaders for violence prevention and the promotion of mutual aid
These recommendations included monitoring social media for misinformation; ensuring that police forces are protecting all citizens and preventing extremists from entering mixed cities; adjusting welfare services according to the needs of mixed cities; and promoting cooperation between the leaders of Arab and Jewish towns

We are participating in the Negev Situation Room and other coalitions of organizations in Arab civil society to ensure that the needs of Palestinian citizens are met. This work includes:

Documenting cases of violence, discrimination, and harm against Palestinian citizens
Expanding trainings in the mental healthcare system and connecting with service providers
Monitoring fake news on social media
Liaising with leaders in Arab society and politics, particularly to address the lack of shelters in the Negev, which the Home Front command claims cannot be placed in unrecognized villages

We are ensuring that shared life is protected:

We are working with our partners in the Ministry of Education to help navigate the points where Jewish and Arab students will come together in our Shared Learning Initiative
We offered invitations to Arab and Jewish psychologists to speak to mixed classrooms and Arab teachers at Jewish schools on the complexity of this moment
We continue to fight bills in the Knesset that promote a racist agenda using the cover of conflict

We are encouraging the incredible young people we have worked with in the past to take positions of leadership:

We have connected those who graduated from our personal security courses in Tel Sheva, Rahat, and Kseifa with volunteer trainings led by the Home Front Command so they can assist in maintaining security during emergencies in their neighborhoods

We must continue our work in this moment and stay rooted in our ideals of shared society and equality. Thank you for standing with us.

In solidarity,

Jimmy Taber | International Development Director

Am Abend des 10. Oktober

Daran festhalten, daß eine andere Welt möglich ist, daß Menschen anders miteinander umgehen können, daran festhalten, daß Leid nicht trennen muß…

Wir haben schon öfter (hier schon in 2016!) in diesem Blog auf den Parents Circle hingewiesen. Heute bringt Malte Lehming im Berliner Tagesspiegel einen aktuellen Bericht zu deren Arbeit.

Vor Ort die Dinge besser verstehen

Die DVPB Rheinland-Pfalz bietet eine Studienreise / Fortbildung nach Israel-Palästina an. Die Reise richtet sich an Lehrkräfte, aber auch an alle anderen politisch Interessierten.

Thematisch geht es darum, einen differenzierten Einblick in beide am Nahost-Konflikt beteiligten Gesellschaften zu ermöglichen und die Gegebenheiten, Emotionen, Narrative sowie Friedensmöglichkeiten sowie -hemmnisse kennen zu lernen um den Konflikt insgesamt besser zu verstehen. 

Für Anmeldungen und Rückfragen: michael.sauer@dvpb-rlp.de.

Durchführung der Reise und Begleitung vor Ort: Rainer Zimmer-Winkel, AphorismA Agentur