Bis zum 13. November 2022 auch im Sofa-Kino
Programm und Hintergründe …. https://www.otherisrael.org/

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Wissenschaftsrat bescheinigt Fritz Bauer Institut „beeindruckende Leistungen“
Über ein viele Seiten starkes Lob kann sich das Team des Fritz Bauer Instituts an der Goethe-Universität freuen: Der Wissenschaftsrat bescheinigt dem Institut „beeindruckende Leistungen“ trotz seiner „geringen personellen Ausstattung“ – und regt eine bessere Finanzierung an. Positiv hervorgehoben wird auch die engere Zusammenarbeit mit der Universität, die durch die Kooperationsprofessur ermöglicht wurde.
Hochwertige Forschung und vielfältige Bildungsangebote zu verbinden, dies gelinge dem Fritz Bauer Institut mit geringer personeller Ausstattung sehr gut, heißt es im Bericht des Wissenschaftsrats, der vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst mit der Evaluation des Instituts beauftragt worden war. Die Forschung des Frankfurter Instituts zu nationalsozialistischen Gewaltverbrechen, vor allem zum Holocaust, sowie zum juristischen und gesellschaftlichen Umgang damit nach 1945 sei von hoher Qualität. „Forschung zum Holocaust und die Vermittlung eines kritischen Geschichtsbewusstseins sind auch noch heute und gerade in Deutschland von größter Bedeutung. Hierzu leistet das Fritz Bauer Institut einen wertvollen Beitrag, der künftig noch stärker international ausstrahlen sollte“, wird die Vorsitzende des Wissenschaftsrats, Dorothea Wagner, in einer Pressemitteilung zitiert.
Unter Pandemiebedingungen hatte das Institut seine Vortragsveranstaltungen online angeboten – als Livestream und auch zum Abruf im Nachhinein. Dieses Angebot ist in der Öffentlichkeit auf große Resonanz gestoßen. Die Reichweite konnte vergrößert werden, deshalb empfiehlt der Wissenschaftsrat, das Angebot aufrechtzuerhalten – nicht ohne zu betonen, dass hierfür eine bessere Personalausstattung notwendig wäre. Denn nicht nur der Bildungs- und Vermittlungsbereich des Instituts sei dünn besetzt, sondern insbesondere auch der Bereich der IT, der Digitalisierung und Medienbetreuung. Nur das außergewöhnlich große Engagement der Beschäftigten ermögliche die dennoch umfangreichen und qualitativ hochwertigen Leistungen. Empfohlen wird, die Anzahl der grundfinanzierten Stellen moderat aufzustocken und den Haushalt jährlich so zu erhöhen, dass er mit den steigenden Kosten Schritt halten könne.
„Wir freuen uns über die große Wertschätzung unserer Arbeit“, kommentiert Prof. Sybille Steinbacher, die das Institut seit 2017 leitet und die eigens geschaffene Professur zur „Erforschung der Geschichte und Wirkung des Holocaust“ am Historischen Seminar der Goethe-Universität innehat. „Wir sind ein kleines Institut, machen aber viel. Dass zudem unser Potential erkannt und gewürdigt wird, ist wichtig für uns und schlägt sich hoffentlich in der Erhöhung unserer Mittel nieder.“ Die Evaluierungskommission habe Erwartungen formuliert in Hinblick auf Digitalisierung, Internationalisierung und Vernetzung, die auch bereits auf den Weg gebracht seien. „Dass das aber nicht ohne personellen Aufwuchs geht, wurde von der Kommission bestätigt. Darüber sind wir froh. Uns ist bewusst, dass dies gegenwärtig finanziell schwierige Zeiten sind. Aber gerade für unsere digitalen Angebote, für die schulische und außerschulische Vermittlungsarbeit und für unsere Ausstellungen ist eine Aufstockung dringend notwendig“, so Steinbacher.

Blick in das Archiv des Fritz Bauer Instituts. (Photo: Werner Lott)
Das Fritz Bauer Institut ist 1995 als Stiftung bürgerlichen Rechts gegründet worden. Namensgeber war der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer (1903-1968), der den ersten Frankfurter Auschwitz-Prozess ins Rollen gebracht hat. Im Jahr 2000 wurde das Fritz Bauer Institut als selbständiges Kulturinstitut ein An-Institut der Goethe-Universität. 2017 wurde die Leitung des Instituts erstmals in gemeinsamer Berufung mit der Goethe-Universität besetzt, seither ist Prof. Sybille Steinbacher in dieser Funktion tätig. Seit seiner Gründung verbindet das Fritz Bauer Institut Forschung zum Holocaust und dessen Wirkungs- und Rezeptionsgeschichte eng mit Vermittlung und Dokumentation. Das Institut realisiert Forschungsprojekte, Publikationen, wissenschaftliche und öffentliche Veranstaltungen sowie Wanderausstellungen. In der Lehre am Historischen Seminar der Goethe-Universität ist es ebenfalls engagiert. Finanziert wird das Institut vom Land Hessen und der Stadt Frankfurt, einen weiteren, kleineren Anteil trägt der Förderverein Fritz Bauer Institut e.V., auch die Goethe-Universität beteiligt sich an der Finanzierung durch die Bereitstellung von Infrastruktur. Das Fritz Bauer Institut finanziert seine Forschungsprojekte – darunter gegenwärtig mehrere zur Geschichte Frankfurts im Nationalsozialismus – auch über Drittmittel von Stiftungen und aus öffentlicher Hand. Im Jahr 2020 eingerichtet wurde zudem ein von der Frankfurter Medizinerin Dorothee Freudenberg gestifteter und nach ihr benannter Fonds, aus dem Forschungsvorhaben und Stipendien ermöglicht werden können, vor allem zur Geschichte der „Euthanasie“ im NS-Staat und im besetzten Europa.
Die Ära der Zeitzeug:innen, die aus eigener Anschauung über die Zeit des Nationalsozialismus berichten können, neigt sich dem Ende zu. Für die Erinnerungskultur in Deutschland stehen deshalb große Veränderungen bevor. Welche neuen Wege in diesem Zusammenhang beschritten werden können, will die Musikwissenschaftlerin Prof’in. Drin. Monika Schoop von der Leuphana Universität Lüneburg erkunden. Mit ihrem aktuellen Forschungsprojekt „Musikalische und klangliche Erinnerungsräume in der Post-Witness Era“ geht sie der Frage nach, wie mit Hilfe von Musik und Klang Erinnerungsräume geschaffen werden können.
Der Wissenschaftlerin geht es darum, einen neuen Weg einzuschlagen und sowohl die soziale als auch die klangliche und musikalische Dimension der Erinnerungsräume zu erfassen. Gleichzeitig soll das Projekt eine neue Plattform in Niedersachsen schaffen, um wichtige Akteure der Erinnerungskultur zu vernetzen und einen Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis zu initiieren. Gemeinsam mit den Gedenkstätten Bergen-Belsen, Ahlem und Moringen werden Workshops für nachhaltige Erinnerungsarbeit entwickelt und veranstaltet. Sie dienen dazu, Herausforderungen gegenwärtiger Erinnerungskultur zu thematisieren, Potenziale von Musik und Klang für künftige Erinnerungsarbeit zu reflektieren und Handlungsstrategien zu erarbeiten.
Das Potenzial von Musik und Klang für die Erinnerungsarbeit soll zudem in der Entwicklung spezieller Audioguides in Kooperation mit der Gedenkstätte Ahlem erprobt und genutzt werden. Diese Initiative zielt darauf ab, sowohl die Vergangenheit kritisch zu erinnern, als auch Erinnerungskultur für neue Generationen zugänglich und damit zukunftsfähig zu gestalten. Die Ergebnisse des Projektes sollen veröffentlicht und auf nationalen und internationalen Konferenzen vorgestellt werden.
Wissenschaftliche Ansprechpartnerin: | Leuphana Universität Lüneburg
Konferenz „Strategien gegen Verschwörungsideologien und Desinformation“ am
Freitag, dem 18. November 2022 von 9:00-17:00 Uhr im Deutschen Bundestag
„Gesellschaftliche Krisen und Zeiten der Unsicherheit, wie sie die Corona-Pandemie oder der brutale Krieg Rußlands gegen die Ukraine mit sich bringen, sind ein Nährboden für Fake News und krude Verschwörungsideologien. Aktionen von Corona-Leugner*innen und die rasante Verbreitung von Desinformation im Internet zeigen dies deutlich. Wir nehmen diese Gefahr für unsere Demokratie sehr ernst. Als grüne Bundestagsfraktion wollen wir den Kampf gegen Rechtsextremismus und Verschwörungsideologien sowie für gesellschaftlichen Zusammenhalt entschieden vorantreiben.“
Daher laden wir Sie und euch herzlich zu unserer Konferenz in den Deutschen Bundestag (Paul Löbe-Haus) ein. Anmeldung hier.
Mit dabei: Dr. Konstantin von Notz MdB, Lamya Kaddor MdB, Marina Weisband, Ben Scott, Katharina Nocun, Thomas Haldenwang, …. und viele weitere Abgeordnete und Fachleute.
Die Moderation der Konferenz übernimmt die Journalistin Thembi Wolf.

Ausstellung im Jüdischen Museum Berlin | 21. Oktober 2022 bis 5. Februar 2023

Mit Inside Out zeigt das Jüdische Museum Berlin ab 21. Oktober 2022 eine Ausstellung des israelischen Autors Etgar Keret.
Ausgehend von Erinnerungen an seine Mutter hat Keret Kurzgeschichten verfasst, die im Rahmen der Ausstellung nun erstmals öffentlich präsentiert werden. Die Texte erzählen vom Alltag der Familie in Israel ebenso wie von traumatischen Kriegserlebnissen und Gewalterfahrungen der 1934 in Polen geborenen Mutter.
Die Geschichten werden mit vom Autor ausgewählten Objekten aus den JMB-Sammlungen sowie mit Auftragsarbeiten von zeitgenössischen Künstler*innen, die in Kooperation mit Keret entstanden sind, präsentiert. Das Zusammenspiel von Erinnerungen, Objekten und künstlerischen Installationen eröffnet Besucher*innen neue, emotionsgeladene Assoziationsräume, die bewußt mit klassischen Erwartungen an einen Museumsbesuch brechen.

Ort: Libeskind-Bau EG, Eric F. Ross Galerie – Lindenstraße 9–14, 10 969 Berlin
Kontrovers, sachlich, wahrhaftig – einfache Antworten gibt es nicht
rbb Kultur – Das Magazin | Sa 15.10.22 | 18:30 – Etwas versteckt, und in der Online-Inhaltsangabe aktuell nicht aufgeführt, aber online und trotzdem abrufbar ein Beitrag (ab Minute 24:00) von Norbert Kron, unter anderem im Gespräch mit Susan Neiman zu der aktuellen Neuerscheinung „Historiker streiten – Gewalt und Holocaust – die Debatte“ – (Herausgegeben von Susan Neiman und Michael Wildt, Propyläen Verlag, 368 S. ISBN 9783549100509 – 26,00 €), die auf eine Tagung des Einstein-Forums aus dem Jahr 2021 zurückgeht und die heftige Debatten ausgelöst hatte.

A Laboratory for Jewish Culture
Eight artists representing a diversity of Jewish identities and artistic practices, the works on display pull from literature, opera, film, psychoanalysis, mythology, disability studies, and personal experience. They take history, real and imagined, to explore the rocky, recursive, and often disjointed path from breaking to recovery after trauma. Some artists engage with the moment of rupture, some interrogate the promise of reparation and repair, while others explore the shapes of the broken pieces.
KATJA MEIROWSKY (1920-2012)
Ihrer künstlerischen Begabung folgend, begann Katja Meirowsky 1939 in Berlin Malerei zu studieren. Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft verboten ihr die Nationalsozialisten 1942 die Fortsetzung des Studiums. Im selben Jahr flüchtete sie nach Polen. 1945 kehrte Katja Meirowsky nach Berlin zurück, gehörte zum Kreis der avantgardistischen Künstlerinnen und Künstler der Stadt und beteiligte sich erfolgreich an nationalen und internationalen Ausstellungen.
Der Titel der Ausstellung »Katja Meirowsky – Zurück in die Stadt« verweist auf die gleichnamige Serie von Kohlezeichnungen der Künstlerin aus dem Jahr 1947 und auf ihre zweimalige Rückkehr nach Berlin: 1945 aus dem polnischen Exil und im Jahr 2000 von ihrem fast fünf Jahrzehnte langen Aufenthalt auf der Insel Ibiza. … Mehr dazu bei der Salongalerie »Die Möwe« Auguststraße 50 b – 10119 Berlin
Im Tagesspiegel+ der Artikel dazu:

Holocaust-Überlebende, Shootingstar im Nachkriegs-Berlin, Gründerin der Grupo Ibiza 59:
Die Malerin Malerin Katja Meirowsky wird wiederentdeckt.
Über das spannungsreiche Verhältnis von Anti-Antisemitismus und Postkolonialismus
Podiumsgespräch am 13. Oktober 2022, 19:00 Uhr in der Katholischen Akademie in Berlin
An der Diskussion nehmen teil:
Prof. Dr. Dan Diner,
Profin. Drin. Christina von Braun,
Prof. Dr. Gregor Maria Hoff
Als Gastgeber Prof. Dr. Elad Lapidot.
Die Veranstaltung ist Teil des interreligiösen Dialogprojekts „Kohäsion durch Konflikt“.
Ort: Katholische Akademie in Berlin, Hannoversche Str. 5, 10115 Berlin

Die Leo Baeck Foundation (Berlin), die Eugen-Biser-Stiftung (München), der Lehrstuhl für Fundamentaltheologie und Ökumenische Theologie an der Paris-Lodron-Universität Salzburg und die Katholische Akademie bilden das Netzwerk Religion und Demokratie. Die vier Institutionen nehmen sich in dem über mehrere Jahre angelegten Projekt zentraler Konflikt- und Streitfelder im Verhältnis von Religion und Demokratie an. Theoretische Grundlegung, praktische Bildungs- und Dialogarbeit und öffentliche intellektuelle Debatte werden aufeinander bezogen, um Konfliktlinien des interreligiösen Gesprächs auszuleuchten.
Zeitgenössische Debatten zeigen eine wachsende Spannung zwischen dem theoretischen und politischen Kampf gegen Antisemitismus einerseits und dem theoretischen und politischen Diskurs des Postkolonialismus andererseits.
Anmeldung unter info@bohnen-pa.com.
Deutschland und Israel heute (September 2022)
Eine Studie der Bertelsmann Stiftung (Hrsg.) von Jenny Hestermann, Roby Nathanson und Stephan Stetter
Kostenloser PDF-Download
Deutschland und Israel haben sich in den vergangenen Dekaden in erstaunlicher Weise angenähert und pflegen heute intensive Beziehungen auf allen Ebenen und in den unterschiedlichsten Bereichen. Zugleich sind die deutsch-israelischen Beziehungen auch heute nicht frei von Mißverständnissen und Konflikten. Dies zeigt sich in der Studie: „Deutschland und Israel heute: Zwischen Verbundenheit und Entfremdung”.
Insgesamt sind die deutsch-israelischen Beziehungen heute gute Beziehungen. Allerdings blicken Israelis deutlich positiver auf Deutschland als umgekehrt die deutsche Bevölkerung auf Israel. Und: Gerade bei der jüngeren Generation beider Länder gibt es Anzeichen einer möglichen Entfremdung.