Erinnerung: Moshe Zuckermann im Gespräch

Heute 18.00 Uhr – Anmeldung noch unter online@diak.org

diAk-online – 10. Januar 2022

Alles nicht so schlimm – oder kalter Staatsstreich?

Mit der neuen Regierung ist der historische Gründungskompromiß Israels offensichtlich an ein Ende gekommen.  Die Vorstellung eines demokratischen jüdischen Nationalstaates, der durch eine Friedenslösung seine Grenzen sichern könnte, erodierte in den letzten Jahren zusehends.

Mit der Ankündigung der Annexion der Westbank und einer nationalreligiösen Aufladung der Politik in allen Bereichen des öffentlichen Lebens droht Israel nicht nur seine demokratische Konstitution zu verlieren, sondern auch die Traditionen eines liberalen Zionismus über Bord zu werfen.

Vortrag und Gespräch mit dem deutsch-israelischen Soziologen und Philosophen Moshe Zuckermann, Tel Aviv.

Dienstag, 10. Januar 2023 – 18.-19.00 Uhr

Wir schicken vor der Veranstaltung den Zoom-Link an diejenigen, die sich angemeldet haben: online@diAk.org

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Vorankündigung:

Am Dienstag, 17. Januar 2023 – 18.-19.00 Uhr ist Amjad Mitri unser Gast und spricht über die aktuelle Situation auf der palästinensischen Seite.

Die letzten gehen … II

Gestorben: Philomena Franz „Kämpferin für das Gedenken“

Am 30. Dezember 2022 starb die vor einem Jahrhunder in Biberach in eine Sinti-Familie von Musikern geborene Überlebende. Ihre Erinnerungen an die Zeit im Konzentrationslager – 1943 wurde sie von den Nazis nach Auschwitz verschleppt, wo ein Großteil ihrer Familie starb – teilte sie in Vorträgen und Büchern.

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Auschwitz-Überlebender Mordechai Papirblat gestorben

Er überlebte rund 900 Tage im Vernichtungslager Auschwitz und erzählte später Schülerinnen und Schülern von seinen Erlebnissen.

In der Nacht auf den 27. Dezember 2022 ist Mordechai Papirblat im Alter von 99 Jahren verstorben.

Eine Würdigung auf „seiner“ Seite und auf spiegel.de.

Kurzbiographie

„Der 1923 geborene Mordechai Papirblat wurde als 17-jähriger ins KZ Auschwitz eingeliefert, zuvor war er aus dem Warschauer Ghetto geflohen. Vor dem Krieg hatte er sich viel handwerkliches Geschick durch Arbeiten, aber auch durch Beobachten angeeignet. Auch sprachlich war er sehr begabt und lernte mehrere Sprachen zu verstehen und sich darin zu verständigen. Beides kam ihm auch im Lager immer wieder zugute, so daß er bedrohlichen Situationen immer wieder entgehen konnte. Mit Humor und eisernem Willen trotzte er Willkür und Hunger. Im Januar 1945 konnte er vom Todesmarsch fliehen, und kehrte durch Schnee und Kälte in seine Heimatstadt heim. Aber von der einst großen Familie war nur er allein übrig geblieben. 1946 wanderte Mordechai Papirblat nach Palästina aus. Im Unabhängigkeitskrieg wurde er schwer verletzt, doch gleichzeitig fand er durch dieses Unglück einen kleinen Rest seiner Familie wieder.“ ….

Bekenntnisse deutscher Normalos von 1934 online

Der Berliner Zeitung erinnert – aus gegebenem Anlaß … an eine Publikation aus dem Jahr 2018 – und mit dem Link zu den Online-Daten:

„Vor 90 Jahren gesammelt, von der Stanford University digitalisiert: Hunderte individuelle Texte, die offenbaren, was normale Leute an Hitlers Ideen faszinierte.“

„Die (.) der großen Öffentlichkeit zugängliche Sammlung birgt Teile der Antwort auf die Frage, wie die Deutschen zu einem Volk wurden, das Raub und Massenmord als begrüßenswerte Methoden staatlichen Handelns erachtete. Die meisten der Schreiber werden sich über die sozialpolitischen Großtaten der Naziregierung ebenso gefreut haben wie über das Verschwinden der Juden. An der Kleinteiligkeit der Biogramme mögen Wissenschaftler verzweifeln.

Aber wer heute wissen möchte, warum nationalistische Ideen wieder Massen ergreifen, wird in den politischen Lebensberichten deutscher Normalos von 1934 einige Antworten finden. Was nervt heute? Parteiengezänk, laute Minderheiten, unfähige Politiker. Wir sehen den Zorn der Abgehängten, den Neid der Zukurzgekommenen, die Furcht vor neuer Konkurrenz, Abstiegsängste. Und erkennen sie wieder.“

Die letzten gehen …

Auschwitz-Überlebender Mordechai Papirblat gestorben

Er überlebte rund 900 Tage im Vernichtungslager Auschwitz und erzählte später Schülerinnen und Schülern von seinen Erlebnissen.

In der Nacht auf den 27. Dezember 2022 ist Mordechai Papirblat im Alter von 99 Jahren verstorben.

Eine Würdigung auf „seiner“ Seite und auf spiegel.de.

Kurzbiographie

„Der 1923 geborene Mordechai Papirblat wurde als 17-jähriger ins KZ Auschwitz eingeliefert, zuvor war er aus dem Warschauer Ghetto geflohen. Vor dem Krieg hatte er sich viel handwerkliches Geschick durch Arbeiten, aber auch durch Beobachten angeeignet. Auch sprachlich war er sehr begabt und lernte mehrere Sprachen zu verstehen und sich darin zu verständigen. Beides kam ihm auch im Lager immer wieder zugute, so daß er bedrohlichen Situationen immer wieder entgehen konnte. Mit Humor und eisernem Willen trotzte er Willkür und Hunger. Im Januar 1945 konnte er vom Todesmarsch fliehen, und kehrte durch Schnee und Kälte in seine Heimatstadt heim. Aber von der einst großen Familie war nur er allein übrig geblieben. 1946 wanderte Mordechai Papirblat nach Palästina aus. Im Unabhängigkeitskrieg wurde er schwer verletzt, doch gleichzeitig fand er durch dieses Unglück einen kleinen Rest seiner Familie wieder.“ ….

Rund war der Ball damals auch, aber…

Über die Aufarbeitung ihrer Nazi-Vergangenheit beim 1. FC Nürnberg

Ein Bericht auf Tagessschau.de von Anja Bühling (BR).

Nicht die Augen verschließen

Und nicht den falschen Propheten folgen …

Im Podcast Weltzeit von Deutschlandfunk Kultur widmet sich Judith Poppe einem ungewöhnlichen, unbeliebten und sehr widerstänigen Thema, das nichtsdestotrotz oder gerade deswegen viel mehr Beachtung erfahren muß, auch wenn in Zeiten wie diesen es wenig aussichtsreich erscheint, die Regierungen dafür zu gewinnen:

Palästina: Das Tabuthema Holocaust

Bücher über die Shoa gibt in Palästina kaum. Wer über ihn informieren möchte, gilt schnell als einer, der die israelische Besatzung normalisiert, und muß sich auf Todesdrohungen einstellen. Einige Intellektuelle versuchen es trotzdem.

Unter anderem geht es um die Arbeit von Mohammed Dajani, der nicht zuletzt durch seine Reise mit palästinensischen Studierenden nach Auschiwtz bekannt wurde und um seine Arbeit mit und in der Nichtregierungsorganisation Wasatia.

(c) Photo: R.Zimmer-Winkel 2022

oder um den Filmemacher Mohammed Alatar, der 2022 auch mit seinen Arbeiten und Ideen auf Deutschlandreise war; von ihm stammen die Filme The Iron Wall, Jerusalem – the East Side Story, Broken und über Michel Sabbah, eh. Lat. Patriarch von Jerusalem.

Hier kann das das Audio von DLF Kulturheruntergeladen werd en.

Mehrheit – wofür?

Der Spagat – für die einen, Quadratur des Kreises den anderen -, ob Israel ein jüdischer Staat, ein demokratischer Staat oder ein jüdisch-demokratischer Staat sei, bewegt das Land seit Anbeginn. Die neue Regierung des Jahres 2023 und die sie tragende parlamentarische Mehrheit kann – und wird? – das Land umbauen.

Ein Gastbeitrag im Tagespiegel von Suzie Navot, Professorin für Verfassungsrecht und Vizepräsidentin des Israel Democracy Institute, zu diesem Thema, das uns in den nächsten Monaten sicher noch oft beschäftigen wird.

Ausriß Tagesspiegel

Auch nach 75 Jahren

… gibt es keinen „Schlußstrich“ – und darf es auch nicht geben

Die Justiz ist kein Instrument der Rache, und zugleich bleibt doch immer eine Kluft zwischen Recht(sprechung) und Gerechtigkeit. Auch die helfenden Hände, die „nur“ am Schreibtisch saßen, blieben nicht sauber.

Vielleicht kann sich die heute Verurteilte entschliessen, ihre „Bewährung“ zu einer Reflexion zu nutzen, an der auch die Gesellschaft teilhaben könnte…?

https://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-1130227.html

Eine ehemalige Sekretärin im NS-Konzentrationslager Stutthof (in der von Danzig) ist am 20. Dezember 2022 vom Landgericht Itzehoe wegen Beihilfe zum Mord in mehr als 10.500 Fällen schuldig gesprochen worden: Zwei Jahre auf Bewährung, nach Jugendstrafrecht für die damals 18 bzw 19jähhrige Täterin.

Playing with Fire

… und es gibt viel leicht Entzündliches in der ‚Heiligen‘ Stadt‘ …

Alarming developments in coalition agreements and promised ministerial appointments following the Israeli elections in November have left many of us rightfully worried about the future of Israeli democracy and human rights in the region.

The incoming government, comprised of far-right extremist and Jewish supremacist politicians, is shaping up to give their parties profound power and control over a wide range of politically sensitive and explosive issues in East Jerusalem, the West Bank, and within the Green Line.

What does this mean for Jerusalem and the prospects for peace?

Ir Amim invites you to join us for a virtual event exploring the implications of the incoming government on Jerusalem and what it means for civil society organizations active in pursuing justice, equality, and the end of the occupation.

The event will take place on Zoom on Sunday, December 18th @ 12:30 Eastern US | 17:30 London | 19:30 Jerusalem
Register Here for Our Upcoming Virtual Event on Dec 18

** Zoom link will be sent upon registration **

Featuring the expert analyses of:

Professor Naomi Chazan, Professor Emerita of Political Science – Hebrew University of Jerusalem & former MK

Nivine Sandouka, Regional Chief of Staff – ALLMEP & Board Director – Hoqoqna