
| So for now, we wish you Ramadan Kareem, Pesach Sameach, and Happy Easter. In Peace & Solidarity from Israel/Palestine |
| Rana SalmanPalestinian Director Yonatan Gher Israeli Director |

Nemi El-Hassan – danach. Ein Beitrag in der ARD-Mediathek
Die TV-Journalistin Nemi El-Hassan steht kurz vor einem großen Karrieresprung, als ein Bericht der BILD-Zeitung alles verändert: Photos von 2014 zeigen, daß sie am antisemitischen Al-Quds-Tag teilgenommen hat. Es folgt eine öffentliche Gesinnungsprüfung und eine extrem polarisierte Debatte in sozialen Medien. Die Ursprünge der Vorwürfe sind fraglich, doch eine inhaltliche Auseinandersetzung damit findet kaum statt. ZAPP zeigt an diesem Fall: Die Mechanismen sozialer Medien verhindern einen konstruktiven Dialog über das akute Thema Antisemitismus. (Zweiter Teil der Serie „Verurteilt im Netz“.)
Mimi Reinhardt mit 107 Jahren verstorben, sie war im Krieg Oskar Schindlers Sekretärin, die ihm half, Juden und Jüdinnen zu retten.
Im biblischen Alter von 107 Jahren verstarb Mimi Reinhardt. Im Krieg hatte sie für den Industriellen und bekannten Judenretter Oskar Schindler Listen mit den Namen von Juden angefertigt, die in Schindlers Fabriken zur Arbeit eingeteilt und damit vor den Nazis gerettet werden sollten. Die Todesnachricht wurde von Reinhardts Familie publik gemacht.
Die in Österreich geborene Mimi Reinhardt, selber eine Jüdin, war von Schindler persönlich angeworben worden und arbeitete für ihn bis 1945. Nach dem 2. Weltkrieg zog sie zuerst nach New York, doch 2007 beschloß sie, nach Israel zu ihrem einzigen, in Tel Aviv lebenden Sohn Sacha Weitman zu übersiedeln, der damals als Soziologieprofessor an der Universität Tel Aviv arbeitete.
Schindler, der 1974 verstarb, ist vom israelischen Holocaust-Museum «Yad Vashem» zum «Gerechten unter den Völkern» ernannt worden, ein Titel, der an Nichtjuden vergeben wird für ihren Einsaz zugunsten des jüdischen Volkes im Krieg. Mit den Listen, die Mimi Reinhardt für Schindler anfertigte, konnten rund 1.300 Juden das Leben gerettet werden. Mit seinem Einsatz hatte Schindler sein eigenes Leben wesentlich gefährdet.
Jacques Ungar (Tachles)
Rezension von „Antisemitismus gegen Israel“
Auf der Plattform
setzt sich Charlotte Wiemann ausführlich mit dem 2021 in der Hamburger Edition erschienenen Band der beiden Autoren Klaus Holz und Thomas Haury auseinander (424 S. | 35,00 EUR | ISBN 978-3-86854-355-1)
Außergewöhnlicher Doku-Filmabend: „Birgitta’s Friends – border crossings“ (70 Min.) von Christian Kogler
Dienstag, den 05. April, 19.00 – 21.00 Uhr.
Christian Koglers beeindruckender Dokumentarfilm „Birgitta’s Friends – border crossings“ hat mit großem Erfolg im Juni 2021 am Festival „Crossing Europe“ in Linz teilgenommen.
Birgitta, eine österreichische Frau, deren Leben durch ihre Jahre in Israel geprägt wurde, beschließt, ihre fünf Freund:innen aus dieser Zeit wiederzusehen. Fünf Freund:innen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Um nur die beiden Gegenpole aufzuzeigen: Wir lernen Noah kennen, der die Shoah überlebt hat und ein konservativer Zionist ist. Und Mohamed, der seit seiner Kindheit in der Widerstandsbewegung Palästinas aktiv ist. Dazwischen die anderen drei, die irgendwo in Israel und Palästina leben.
Gespräche zwischen Birgitta und ihren Freunden, unterlegt mit beeindruckenden Dokumentarszenen aus wichtigen Lebenssituationen, vermitteln uns die sie prägenden Lebenserfahrungen. Es entsteht der, vielleicht naive, Plan, zum Abschluß ein Treffen aller fünf Protagonist;innen an einem Ort durchzuführen.
In den spannenden 70 Minuten des Films liefert Christian Kogler uns keinen Kommentar, keine Stellungnahme. Allein der Balanceakt der Gegenüberstellung unterschiedlicher Personen genügt, die Zuschauer:innen zu fesseln. Zum Schluß scheitert der Plan des gemeinsamen Treffens. Aber der Film endet mit der Aussage, vielleicht könne es beim nächsten Versuch gelingen. Selbst im Scheitern hört die Hoffnung nicht auf.
Es wird eine kurze Einführung geben, anschließend den Film (per Vimeo-Link), im Anschluss steht Christian Kogler für ein Gespräch zur Verfügung.
Freunde von Neve Shalom – Wahat al-Salam: Anmeldung unter: freunde@wasns.de
Zwar haben „an keinem Ort der Welt Friedensorganisationen von allein eine historische Veränderung und Transformation herbeigeführt“, wie Tamar Herman vom Israeli Democracy Institute in [West-Jerusalem mit Blick auf die Geschichte bemerkt, doch sie sind wichtiger denn je. Zochrot, Schalom Achschav, das Israelische Komitee gegen Hauszerstörung, Yesh Gvul und weitere israelische Organisationen sind seit Jahrzehnten aktiv. Sie setzen sich für eine „gemeinsame Zukunft von Palästinensern und Israelis ein“. Johannes Zang war vor Ort und berichtet von der Situation der Organisationen und deren schwierigen Tätigkeit im Alltag.
Selenskys Rede, gerichtet an die Abgeordneten der Knesset in (West-)Jerusalem
In seiner Analyse dieser Rede untersucht Anshelm Pfeffer die Motivation Selenskys, in einer Art Kampagne die Parlamente der westlichen Welt zu addressieren, u.a. das House of Parliament in London, den US-amerikanischen Kongress, den deutschen Bundestag etc. Diese Kampagne, so Pfeffer, ziele weniger darauf ab, bestimmte Entscheidungen der Abgeordneten auf den Weg zu bringen, als das Gewissen und die Aufmerksamkeit der Welt auf sein Land gerichtet zu sehen. Sie gleiche damit einer medialen Inszenierung, um im Fokus der Weltöffentlichkeit zu bleiben.
„Perhaps the most important component of Zelenskyy’s Knesset address was the repeated warning at the end of the dangers of “indifference” to Ukraine’s plight. He may have only four years of experience in politics, but he knows full well by now that speeches to parliaments, not just the Israeli one, are not going to change governments’ cold, calculated and pragmatic policies. That isn’t the reason Zelenskyy’s talking to parliaments.“
Zum gleichen Thema der Beitrag „Ein ungeheuerlicher Vergleich“ auf german-foreign-policy.com.
Nachtrag: 24. März 2022
Beitrag von Rachel Sharansky Danziger auf dem Blog der Times of Israel:
„Yes, Zelensky misspoke, but that really doesn’t matter – What matters is how Israel handles the present moment – and whether its actions will stand the test of time“
Mit dem Österreichisches Institut für internationale Politik – oiip trauern wir um einen hochgeschätzten Kollegen und Wissenschaftler: Dr. John Bunzl, der am 22. März 2022 gestorben ist.
Bunzl wurde 1945 als Sohn einer österreichisch-jüdischen Industriellenfamilie im Exil in London geboren und wuchs nahe der Papierfabrik seiner Familie im niederösterreichischen Pernitz auf. Nach dem Abitur in Wien und studierte Soziologie und Politikwissenschaften in Innsbruck.
John Bunzl war Wissenschaftler mit Leib und Seele und war in seinen Themenbereichen hoch angesehen. Mit besonderem Engagement setzte sich John Bunzl gegen Ungerechtigkeiten und die für die Anliegen der Palästinenser:innen ein und erntete dafür nicht immer Anerkennung. Für sein Umfeld war er stets da und hatte ein offenes Ohr für sämtliche Anliegen.
„Stets setzte er sich dafür ein, daß die Perspektive der Palästinenser und deren Leid durch die Vertreibung auch von jüdischer Seite anerkannt werden. In den letzten Jahren wurde ihm auch der Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit und Islamophobie ein zentrales Anliegen“ – so würdigte ihn die österreichische Tageszeitung Der Standard in ihrem Nachruf.
Mit Dankbarkeit denken wir die Beiträge zurück, die er im Rahmen der diAk-Publikationen zur Verfügung gestellt hat.
Neu gegründetes Hilfsnetzwerk will unterstützen
Deshalb haben sich auf Initiative des Vereins KONTAKTE-KOHTAKTbI rund 30 Gedenkstätten, Museen sowie verschiedene Initiativen und Vereine aus der ganzen Bundesrepublik dazu entschlossen ein Hilfsnetzwerk für Überlebende der NS-Verfolgung in der Ukraine aufzubauen, um schnell und unbürokratisch den hochbetagten Opfern der NS-Ausbeutungs- und Vernichtungspolitik und ihren Familien zu helfen. Zu vielen haben die im Netzwerk vertretenen Einrichtungen seit einigen Jahren und Jahrzehnten Kontakt. Zudem brauchen unsere langjährigen Partnerorganisationen nicht nur in der Ukraine, sondern auch in Russland und Belarus Unterstützung: Für ihr Personal, aber auch bei der Sicherung ihrer Arbeitsergebnisse, Archivalien und Daten.
Für diesen Zweck wurde ein Spendenkonto eingerichtet, welches von dem Berliner Verein KONTAKTE-KOHTAKTbI, der seit vielen Jahren Erfahrungen mit Spendenauszahlungen in dieser Region hat, treuhänderisch verwaltet wird.
Die Koordination des Netzwerkes wird freundlich unterstützt von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ).
Eine Internetseite, auf der fortlaufenden über den aktuellen Stand unserer Aktionen unterrichtet wird, findet sich hier: www.hilfsnetzwerk-nsverfolgte.de
#ÜberlebendeNSVerfolgungUkraine
In memoriam Herbert C. Kelman s. A. | (* 18. März 1927 in Wien; † 1. März 2022 in Cambridge, Massachusetts)
Ofer Zalzberg, Autor verschiedener Beiträge in unserer Zeitschrift israel & palästina, seines Zeichens Middle East program director at the Herbert C. Kelman Institute for Interactive Conflict Transformation,
erinnert in einem persönlichen Nachruf an der jüngst verstorbenen Friedens- und Konfliktforscher.
Herbert C. Kelman, a social psychologist who pioneered the fields of peace studies and conflict resolution, holding dozens of Israeli-Palestinian dialogue workshops over the last 40 years, died March 1, 2022 at 94.
Prof. Kelman was born in Vienna, where already as a boy he studied Hebrew language and literature. He was active in a Zionist youth group affiliated with the Religious Kibbutz Movement.
He fled Austria with his family roughly a year after Nazi Germany’s 1938 annexation, eventually launching a new chapter of his life in New York. His deep interest in social psychology was shaped by the traumatic events of World War II and the Holocaust.
Kelman – with whom I exchanged ideas and didn’t always agree – was a towering figure in the area of conflict studies stressing that human beings are not infinitely malleable. Rather, they hold on to certain nonnegotiables for which they are ready to die and kill.
One cannot, it follows, compel people to embrace certain values or behaviors, even when the price is incredibly high. Indeed, efforts to negotiate resolution solely based on interests fail in conflicts involving such nonnegotiables. Worse, they risk escalating them.
Kelman consequently posited that addressing conflict requires structured interaction between the parties so that they adequately appreciate their adversaries’ profound human needs, as well as their own.
Durable accommodation can be achieved only after such carefully facilitated encounters. Repeated foreign-policy failures seeking to subdue people into positions they cannot embrace have underlined the relevance of Kelman’s scholarship.
Herb began his work with influential Israelis and Palestinians in the late 1970s when, much like today, political prospects for a peace agreement seemed dim. Still, he sought avenues for achieving progress despite the reputational risks of tackling core-conflict issues with decision-makers on both sides. The very fact of his meetings with Yasser Arafat in Beirut in the early ‘80s was both groundbreaking and controversial.
So was his convening of Israeli and Palestinian leaders to explore ways to move toward mutual recognition and address core-conflict issues. During and between workshops his wife, Rose Brousman Kelman, indefatigably assisted him.
Legions of scholars speak of Herb as their mentor, confiding deep appreciation of his transformative contribution to their personal development. While I did not study under him, I did experience this caring quality of his.
I sometimes differed with his approach on significant issues, such as advocating conflict transformation rather than conflict resolution, while working mostly in the local offices and homes of the parties to the conflict rather than in workshops abroad. Plus I called for moves beyond liberal peacemaking so as to include non-liberal worldviews, notably religious ones. But even when I differed with his approach, he continued to generously support my professional and academic growth.
Kelman became one of the most influential scholars and educators in social psychology and conflict studies, securing senior positions at Harvard, training numerous academics and authoring a raft of groundbreaking books and articles. His CV suggests that he won every possible academic award for research, yet he was clearly most moved when he gained increasing recognition in his Austrian homeland over the last two decades.
Herb recounted how tears came to his eyes when he read a request by a prominent Vienna-based organization for conflict transformation: It was renaming the institute after him. The institute’s Austrian leaders, Wilfried Graf and Gudrun Kramer, who lived in Jerusalem at the time, saw this as a way to continue Herb’s work between Vienna and Jerusalem – under new conditions and in new forms. They noted that this was also symbolic acknowledgment of Austria’s wrongdoing against the Jews and a re-welcoming of Herb’s thoughtful academic contribution by the nation that chased him away.
I feel fortunate to have known him, to have exchanged views with him both theoretically and politically, and to currently work at the Herbert C. Kelman Institute for Interactive Conflict Transformation. He was a truly kind man, of utmost integrity, with incredible sensitivity to people’s human needs, whatever their origins. A real mensch.