Kontrovers, sachlich, wahrhaftig – einfache Antworten gibt es nicht
rbb Kultur – Das Magazin | Sa 15.10.22 | 18:30 – Etwas versteckt, und in der Online-Inhaltsangabe aktuell nicht aufgeführt, aber online und trotzdem abrufbar ein Beitrag (ab Minute 24:00) von Norbert Kron, unter anderem im Gespräch mit Susan Neiman zu der aktuellen Neuerscheinung „Historiker streiten – Gewalt und Holocaust – die Debatte“ – (Herausgegeben von Susan Neiman und Michael Wildt, Propyläen Verlag, 368 S. ISBN 9783549100509 – 26,00 €), die auf eine Tagung des Einstein-Forums aus dem Jahr 2021 zurückgeht und die heftige Debatten ausgelöst hatte.
Auf der immer lesenswerten Online-Plattform Perlentaucher findet sich aktuell ein Essay, der an den Untergang des alten Smyrna (das heute Izmir heißt) vor hundert Jahren, im September 1922 erinnert.
Peter Matthews nutzt eine Besprechung von Giles Milton: Das Inferno von Smyrna – Wie der Traum einer Vielvölkerstadt in Flammen aufging. Aus dem Englischen von Tobias Gabel. Darmstadt (Wbg Theiss) 2022, 464 Seiten, 38,00 Euro (978-3-8062-4493-9) zu einer kleinen Einführung in die zerstörte Welt der Levante …
Ihrer künstlerischen Begabung folgend, begann Katja Meirowsky 1939 in Berlin Malerei zu studieren. Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft verboten ihr die Nationalsozialisten 1942 die Fortsetzung des Studiums. Im selben Jahr flüchtete sie nach Polen. 1945 kehrte Katja Meirowsky nach Berlin zurück, gehörte zum Kreis der avantgardistischen Künstlerinnen und Künstler der Stadt und beteiligte sich erfolgreich an nationalen und internationalen Ausstellungen.
Der Titel der Ausstellung »Katja Meirowsky – Zurück in die Stadt« verweist auf die gleichnamige Serie von Kohlezeichnungen der Künstlerin aus dem Jahr 1947 und auf ihre zweimalige Rückkehr nach Berlin: 1945 aus dem polnischen Exil und im Jahr 2000 von ihrem fast fünf Jahrzehnte langen Aufenthalt auf der Insel Ibiza. … Mehr dazu bei der Salongalerie »Die Möwe« Auguststraße 50 b – 10119 Berlin
Über das spannungsreiche Verhältnis von Anti-Antisemitismus und Postkolonialismus
Podiumsgespräch am 13. Oktober 2022, 19:00 Uhr in der Katholischen Akademie in Berlin
An der Diskussion nehmen teil:
Prof. Dr. Dan Diner, Profin. Drin. Christina von Braun, Prof. Dr. Gregor Maria Hoff Als Gastgeber Prof. Dr. Elad Lapidot.
Die Veranstaltung ist Teil des interreligiösen Dialogprojekts „Kohäsion durch Konflikt“.
Ort: Katholische Akademie in Berlin, Hannoversche Str. 5, 10115 Berlin
Die Leo Baeck Foundation (Berlin), die Eugen-Biser-Stiftung (München), der Lehrstuhl für Fundamentaltheologie und Ökumenische Theologie an der Paris-Lodron-Universität Salzburg und die Katholische Akademie bilden das Netzwerk Religion und Demokratie. Die vier Institutionen nehmen sich in dem über mehrere Jahre angelegten Projekt zentraler Konflikt- und Streitfelder im Verhältnis von Religion und Demokratie an. Theoretische Grundlegung, praktische Bildungs- und Dialogarbeit und öffentliche intellektuelle Debatte werden aufeinander bezogen, um Konfliktlinien des interreligiösen Gesprächs auszuleuchten.
Zeitgenössische Debatten zeigen eine wachsende Spannung zwischen dem theoretischen und politischen Kampf gegen Antisemitismus einerseits und dem theoretischen und politischen Diskurs des Postkolonialismus andererseits.
Deutschland und Israel haben sich in den vergangenen Dekaden in erstaunlicher Weise angenähert und pflegen heute intensive Beziehungen auf allen Ebenen und in den unterschiedlichsten Bereichen. Zugleich sind die deutsch-israelischen Beziehungen auch heute nicht frei von Mißverständnissen und Konflikten. Dies zeigt sich in der Studie: „Deutschland und Israel heute: Zwischen Verbundenheit und Entfremdung”.
Insgesamt sind die deutsch-israelischen Beziehungen heute gute Beziehungen. Allerdings blicken Israelis deutlich positiver auf Deutschland als umgekehrt die deutsche Bevölkerung auf Israel. Und: Gerade bei der jüngeren Generation beider Länder gibt es Anzeichen einer möglichen Entfremdung.
Die mythologischen Hintergründe des Nationalsozialismus und der Einfluß von esoterischen Weltbildern und Mythen auf die Ideologie des »Dritten Reiches«
Digitale Restaurierung: Stiftung Deutsche Kinemathek, Maxi Zimmermann, Martin Körber
Ein ungeschriebenes Kapitel in der Geschichte des »Dritten Reiches«: In einem der Kulträume der ehemaligen SS-Ordenszentrale Wewelsburg ist es zu finden: ein Runenzeichen, das von der rechten Szene als »Schwarze Sonne« verklärt wird und für Himmlers Todesbrigaden vermutlich ein mystisches Symbol für Wiedergeburt und geistige Erweckung nordischen Geistes war. In diesen Räumen sollten Rituale und Kultfeiern stattfinden, in denen man die Erhabenheit des »arischen Lichtes« gegen die »jüdisch-bolschewistische Finsternis« beschwor. Mythenforschung, Sakralarchitektur, Lichtdome, Fackelzüge und Symbolik des Dritten Reiches galten nicht nur der Propaganda, sondern vor allem der suggestiven Vertiefung dieses fast religiösen Missionsgedankens.
Der Film ist eine chronologische Reise zu den Ursprüngen der Nazi-Ideologie und sucht zahlreiche »Kultorte« auf. Z.T. noch nie gezeigtes Bild- und Archivmaterial beleuchtet die Verflechtung von nordisch Verbrämtem, Mythologie und Rassismus. Fachleute und Zeitzeugen ergänzen diese visuelle Reise in den bizarrsten Untergrund abendländischer Geschichte.
Weder Projektionen, noch das Verschließen der Augen, noch schräge Einseitigkeiten bringen uns zurück in einen Stand „davor“ – der Zivilsationsbruch unserer Geschichte bleibt eine Wunde, die es immer wieder und immer wieder neu anzugehen gilt – ohne je die eine Antwort zu finden …:
Heiner Roetz, seines Zeichens emeritierter Professor der Sinologie und in den 1970er Jahren in der „Frankfurter Szene“ akitv, lädt in beeindruckender Weise zu einer solchen Reflektion in einem Beitrag in der Frankfurter Rundschau ein: „Nach dem Holocaust: Die Last den anderen aufbürden. Die deutsch-israelische Freundschaft ist angespannt. Die unappetlichen Seiten der deutschen Solidarität mit Israel„