Verschwörungsphantasmen aller Art. In unserer Gegend sollten wir nicht vergessen, woher sie kommen…
Ein Beitrag von Friederike Henjes auf dem Portal Die Eule faßt die Entwicklungen noch einmal zusammen: Über die christlichen Ursprünge antisemitischer Verschwörungstheorien
Nachdem die Bunderegierung ihre Absicht publik gemacht hat in Den Haag im Sinne Israels gegen die Klage Südafrika aufzutreten, hat der Präsident Namibias, Hage Geingob, sich dazu äußerst kritisch geäußert:
“Germany cannot morally express commitment to the United Nations Convention against genocide, including atonement for the genocide in Namibia, whilst supporting the equivalent of a holocaust and genocide in Gaza,” the Presidency remarked in the media statement.
Ein Bericht dazu aus der namibischen Seite The Namibian. Diese Nachricht hat inzwischen von den Arab News bis zu iranischen Seiten, von Al-Jazeera bis Electronik Intifada weite Aufnahme gefunden, keine deutsche Presse hat es bislang (So. 14.1., Nachtrag 18:00: taz (Hier der Link Ausgabe 15. Januar 2024) und Welt haben die Nachricht inzwischen aufgegriffen), ein sprechendes Beispiel dafür, wie der Konflikt unterschiedlich gesehen und gedeutet wird, weit über die israelisch-palästinensische Konfrontation hinaus.
Auch wenn das Feature schon etwas älter ist, manchmal lohnt es sich auch in Dinge noch mal reinzuhören und sie mit dem aktuellen Ohr zu hören: Lange Nacht zu Amos Gitai vom DFKultur
Tom Segev, 1945 als Sohn eines aus Deutschland eingewanderten Paares in Jerusalem geboren, zählt zu den herausragenden Publizisten Israels. Der promovierte Historiker hat zahlreiche Monographien vorgelegt, die sich mit der Geschichte Israels und Palästinas befassen, etwarem: „Die siebte Million“, „Ben Gurion“, und „Es war einmal Palästina“.„Jerusalem Ecke Berlin“ heißt sein 2022 auf Deutsch erschienenes Erinnerungsbuch.
Im Gespräch mit Michael Hesse schaut er auf die Entwicklungen in seinem Land und räumt auch eigene Fehler ein. (Interview in der Frankfurter Rundschau): „Der Krieg muß sofort enden“
Ein herausforderndes Interview hat Naomi Klein Hanno Hauenstein gegeben (veröffentlicht in der Frankfuter Rundschau), das zum Nachdenken anregen müßte, (ohne es gleich damit abzutun, was die Publizisten unterschreibt, unterstützt und gefordert hat).
„Die Geschichte, an die Deutschland sich erinnert, bleibt unvollständig, weil sie den Holocaust als radikalen Bruch mit den anderen genozidalen Zuckungen der europäischen Geschichte verklärt. Deshalb hat die deutsche Erinnerungskultur heute zunehmend diese eingefrorene Qualität. Die Lehre, die sich aus ihr ableitet, besteht im Kern aus einem Regelwerk über Antisemitismus, das in meinen Augen nicht annähernd elastisch genug ist, um auf neue Bedrohungslagen zu reagieren.“
„It is time for a new voice to rise concerning the Israeli-Palestinian conflict. We are two Palestinian-Israeli Citizens, who are unapologetic about our views, and our vision for a better future for both Israelis and Palestinians. Join us as we record as the war is going on in Israel and Gaza, as we delve deep into the roots of the war, and the way forward. Follow us on Instagram.“
Auch Nach-hören lohnt sich, das Gespräch mit Alon-Lee Green und Rula Daoud von Standing Together am 17. Dezember läßt sich hier finden … keine verschwendete Zeit, da zuzuhören…:
In ihrer Mail dazu schreiben sie:
„Wow! Over 1,800 viewers from all over the world tuned in yesterday to hear our vision as a movement and what we are doing right now, on the ground. We are excited to share that during the webinar over 250 people joined our new global community – Friends of Standing Together, and many more decided to contribute one-time donations. We are very grateful to receive so much support from all of you, this enables us to continue our work and grow our movement.“
Nach Räumen zu suchen, die bleiben, nach Möglichkeiten, verschiedene, unterschiedliche, ja gegensätzliche Positionen auszuhalten, erst einmal „nur“ auszuhalten, wird immer schwieriger. Aus der Arbeit der Barenboim-Said-Akademie berichtet Michael Barenboim, seines Zeichens auch Konzertmeister des „West-Eastern Divan“ Orchestra, in einem Gespräch mit dem Deutschlandfunk.
Sicher wert, auch eine solche Datumsgelegenheit (ARD Programm) zu nutzen, noch einmal darauf zu schauen, wie „wir“ (West-)Deutschen mit den Täter:innen umgegangen sind, wieviel von der Normalität und Alltäglichkeit des Grauens wirklich aufgearbeitet wurde, bevor die große Identifiaktion mit den Opfern begonnen hat. Wäre da nicht noch einiges an Hausaufgaben zu machen, oder wieder zu machen? (Im ARD Fernsehen heute Abend und noch mit verschiedenen Wiederholungen).
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Katja Maurer erinnert auf der medico-Seite zu Recht daran: „Kritische Erinnerungspolitik müsste sich heute rückbesinnen, ihre eigene Geschichte reflektieren und Ort für radikales Denken und Infragestellen werden, statt selbstgewiss Wahrheiten zu verkünden.“ (aus: Kommentar; Schuld ohne Sühne).