Art Spiegelman

‚Maus‘ oder die Hölle von Auschwitz – Der Kult-Comic von Art Spiegelman
Arte Mediathek

Eine Shoa-Geschichte in Comicform? „Maus – Geschichte eines Überlebenden“ von Art Spiegelman thematisiert erstmals die Schoah in der Mainstreamkultur und gilt bis heute als Meilenstein in der Geschichte des Comics. In „Maus“ erzählt Art Spiegelman die Geschichte seines Vaters, eines polnischen Juden, der Auschwitz überlebte und anschließend in die USA emigrierte.

Das Erscheinen der beiden „Maus“-Bände von Art Spiegelman in den Jahren 1986 und 1991 glich einer kleinen Revolution: Erstmals wurde die Shoa in einem Comic thematisiert. Art Spiegelman erzählt darin die Geschichte seines Vaters Wladek, eines polnischen Juden, der das Vernichtungslager überlebte und nach dem Krieg in die USA auswanderte.
Der (auto-)biographisch und historisch angelegte Comic war eines der ersten Werke eines Vertreters der „zweiten Generation“, deren Eltern die Shoa überlebten. Art Spiegelman thematisierte darin die Bedeutung von Zeitzeugenberichten für die Traumaverarbeitung nachfolgender Generationen, noch bevor sich Historiker der Frage annahmen. Damit demonstrierte er auch die dokumentarische Macht des Genres.
Keine Frage – mit „Maus“ hat Art Spiegelman die Comicgeschichte geprägt und das Genre um eine ganz neue formelle Freiheit bereichert. Der Comic gilt seit „Maus“ als vollwertige literarische Gattung, der einem Roman oder einem Film in nichts nachsteht.

Regie. Pauline Horovitz – Frankreich 2024

Wichtiger denn je!

Oint Memorial Day 12. Mai 2024

Wer sieht den 7. Oktober wie?

Über die unterschiedlichen Sichtweisen und Einordnungen des 7. Oktober in verschiedenen sozialen Wirklichkeiten in Israel ein Beitrag von Shaul Arieli in Haaretz.

Sami Michael (1927-2024)

Der große, im Irak geborene sephardisch-israelische Dichter und ‚politische Aktivist‘, der auch Vorsitzender der Association for Civil Rights in Israel war, starb am 1. April.

Nachruf in Haaretz

Nach-denken über Bonhoeffer

Felix Teuchert (Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Landesarchiv Baden-Württemberg) schreibt auf H-Soz-Kult eine ausführliche Besprechung von Tim Lorentzen: Bonhoeffers Widerstand im Gedächtnis der Nachwelt.

Felix Teuchert, Rezension zu: Lorentzen, Tim: Bonhoeffers Widerstand im Gedächtnis der Nachwelt Paderborn 2023 , ISBN 978-3-506-70473-3, In: H-Soz-Kult, 11.03.2024,
<www.hsozkult.de/publicationreview/id/reb-137799>.

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+972: … the absurdity of Germany’s pro-Israel fanaticism

Michael Sappir über die spiraling absurdity of Germany’s pro-Israel fanaticism

Ein Beitrag auf +972mag über „repression of Palestine solidarity penetrates every sector of life, the state’s liberal self-image is fast becoming a story Germans can only tell themselves.“

Konferenz Vorschau

Die Gesellschaft für europäisch-jüdische Literaturstudien ruft zu Beitragseinsendung auf. Die nächste Konferenz mit dem Titel „Widerstand. Jüdische Literatur als Mittel gesellschaftlicher und politischer Teilhabe“ wird vom 10. bis 12. Februar 2025 in Basel stattfinden.

Widerstand. Jüdische Literatur als Mittel gesellschaftlicher und politischer Teilhabe

Literatur als eine Form der Konfrontation mit der Wirklichkeit und zugleich der Entwicklung von Möglichkeitsräumen über diese Wirklichkeit hinaus, hat sich in der Moderne zu einem der zentralen und vielfältigen Mittel des Widerstands entwickelt. Der Kampf gegen politische, gesellschaftliche oder wirtschaftliche Missstände, wie er der klassischen Widerstandsliteratur eigen ist, wird in seinen Möglichkeiten und seiner Komplexität noch potenziert, wenn sich der Gestus des Widerstands aus einer Situation doppelter Defizienz heraus bildet. Der Status als Teil einer a priori ihrer Rechte nicht sicheren, zeitweise aktiv verfolgten Minderheit konnte und kann ebenso lähmend wirken, wie er andererseits die Notwendigkeit von Widerstand im Bewusstsein von jüdischen und jüdisch gelesenen Literatinnen und Literaten besonders deutlich hervortreten lassen konnte und kann.

Die Ambiguität des Widerstandsbegriffs in der europäisch-jüdischen Literatur hat denn auch zur Folge, dass sich der Ausdruck des Widerstands in ganz unterschiedlicher Weise ausdrückte – er konnte sich einfügen in allgemeine Widerstandsbewegungen wie die marxistische (etwa bei Anna Seghers oder Walter Benjamin), konnte aber gerade auch aufgrund der jüdischen Zugehörigkeit, bzw. Abstammung ein Alleinstellungsmerkmal und Inkompatibilität mit breiter formierten Widerstandsbewegungen markieren (etwa bei Heinrich Heine).

Gesellschaft für europäisch-jüdische Literaturstudien Screenshot

Mit dem Überhandnehmen totalitärer Systeme sowohl in Europa seit den 1920er und dann insbesondere in den 1930er Jahre, von denen gerade aus jüdischer Sicht die NS-Herrschaft in zunehmendem Masse als existenzbedrohend wahrgenommen wurde, erhielt der Begriff des Widerstands eine nochmals weit brisantere Bedeutung, sowohl was die Dringlichkeit wie auch was (v.a. im sich ausweitenden Machtbereich des Dritten Reiches) die Bedrohung betraf, die damit verbunden war. In den ersten Jahrzehnten der Nachkriegszeit wurden gerade bewaffnete oder in anderer Weise aktivistische Erscheinungsformen des Widerstands gegen den NS-Macht- und verfolgungsapparat von verschiedenen Systemen als Legitimationsgrundlage der Gesellschaft instrumentalisiert, was einer Anerkennung subtilerer Formen des Widerstands, wie sie literarisch u.a. in privaten Aufzeichnungen (Tagebüchern, Lyrik, Briefen, privaten Aufzeichnungen etc.) geleistet wurden, lange im Weg stand. (…)

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Aus der aktuellen Ausgabe der Tel Aviv Review of Books

„Since the turn of the year, Israel’s war against Hamas has morphed from the blunt instruments of missile launches and bombing sorties to the interminable uncertainty of an open-ended campaign of attrition. Gaza, of course, is the primary theater of war. But battles are also being fought elsewhere, in the Hague and at the United Nations—battles of discourse rather than weapons, but similarly characterized by a geo-political rhetoric at odds with the visceral pain created by unmediated violence. …“

Aus dem Gedicht: Joys that Do Not Come des palästinensischen Dichters Marzouk Halabi, translated from Arabic by Raya Kab

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No rose is there at a window
No rose in a book
Nor is there a rose in a vase
There is no rose on a mass grave

„In the last month, the Tel Aviv Review of Books has published three poems by the Palestinian poet Marzouk Halabi, translated exclusively for us by Raya Kab; Nissim, Olga Lempert’s short story about a man looking for the Messiah in very dark times; an assessment of Shlomo Sand’s A Brief Global History of the Left by Abe Silberstein, his review taking issue with the moral relativism of the political Left; poetry by Orian Zakai and Amiram Cooper—the latter being held hostage in Gaza; and a response by Daniel Solomon to Masha Gessen’s controversial New Yorker essay, Solomon arguing that despite the charged nature of contemporary polemical debate, “moral outrage should never call the tune.” …“

Wie sich Israelis und Palästinenser in Deutschland begegnen

Ein Beitrag von Sarah Judith Hofmann auf der Internetseite der Deutschen Welle (dw.de)