Wichtiger denn je!

Oint Memorial Day 12. Mai 2024

Wer sieht den 7. Oktober wie?

Über die unterschiedlichen Sichtweisen und Einordnungen des 7. Oktober in verschiedenen sozialen Wirklichkeiten in Israel ein Beitrag von Shaul Arieli in Haaretz.

Sami Michael (1927-2024)

Der große, im Irak geborene sephardisch-israelische Dichter und ‚politische Aktivist‘, der auch Vorsitzender der Association for Civil Rights in Israel war, starb am 1. April.

Nachruf in Haaretz

Nach-denken über Bonhoeffer

Felix Teuchert (Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Landesarchiv Baden-Württemberg) schreibt auf H-Soz-Kult eine ausführliche Besprechung von Tim Lorentzen: Bonhoeffers Widerstand im Gedächtnis der Nachwelt.

Felix Teuchert, Rezension zu: Lorentzen, Tim: Bonhoeffers Widerstand im Gedächtnis der Nachwelt Paderborn 2023 , ISBN 978-3-506-70473-3, In: H-Soz-Kult, 11.03.2024,
<www.hsozkult.de/publicationreview/id/reb-137799>.

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+972: … the absurdity of Germany’s pro-Israel fanaticism

Michael Sappir über die spiraling absurdity of Germany’s pro-Israel fanaticism

Ein Beitrag auf +972mag über „repression of Palestine solidarity penetrates every sector of life, the state’s liberal self-image is fast becoming a story Germans can only tell themselves.“

Konferenz Vorschau

Die Gesellschaft für europäisch-jüdische Literaturstudien ruft zu Beitragseinsendung auf. Die nächste Konferenz mit dem Titel „Widerstand. Jüdische Literatur als Mittel gesellschaftlicher und politischer Teilhabe“ wird vom 10. bis 12. Februar 2025 in Basel stattfinden.

Widerstand. Jüdische Literatur als Mittel gesellschaftlicher und politischer Teilhabe

Literatur als eine Form der Konfrontation mit der Wirklichkeit und zugleich der Entwicklung von Möglichkeitsräumen über diese Wirklichkeit hinaus, hat sich in der Moderne zu einem der zentralen und vielfältigen Mittel des Widerstands entwickelt. Der Kampf gegen politische, gesellschaftliche oder wirtschaftliche Missstände, wie er der klassischen Widerstandsliteratur eigen ist, wird in seinen Möglichkeiten und seiner Komplexität noch potenziert, wenn sich der Gestus des Widerstands aus einer Situation doppelter Defizienz heraus bildet. Der Status als Teil einer a priori ihrer Rechte nicht sicheren, zeitweise aktiv verfolgten Minderheit konnte und kann ebenso lähmend wirken, wie er andererseits die Notwendigkeit von Widerstand im Bewusstsein von jüdischen und jüdisch gelesenen Literatinnen und Literaten besonders deutlich hervortreten lassen konnte und kann.

Die Ambiguität des Widerstandsbegriffs in der europäisch-jüdischen Literatur hat denn auch zur Folge, dass sich der Ausdruck des Widerstands in ganz unterschiedlicher Weise ausdrückte – er konnte sich einfügen in allgemeine Widerstandsbewegungen wie die marxistische (etwa bei Anna Seghers oder Walter Benjamin), konnte aber gerade auch aufgrund der jüdischen Zugehörigkeit, bzw. Abstammung ein Alleinstellungsmerkmal und Inkompatibilität mit breiter formierten Widerstandsbewegungen markieren (etwa bei Heinrich Heine).

Gesellschaft für europäisch-jüdische Literaturstudien Screenshot

Mit dem Überhandnehmen totalitärer Systeme sowohl in Europa seit den 1920er und dann insbesondere in den 1930er Jahre, von denen gerade aus jüdischer Sicht die NS-Herrschaft in zunehmendem Masse als existenzbedrohend wahrgenommen wurde, erhielt der Begriff des Widerstands eine nochmals weit brisantere Bedeutung, sowohl was die Dringlichkeit wie auch was (v.a. im sich ausweitenden Machtbereich des Dritten Reiches) die Bedrohung betraf, die damit verbunden war. In den ersten Jahrzehnten der Nachkriegszeit wurden gerade bewaffnete oder in anderer Weise aktivistische Erscheinungsformen des Widerstands gegen den NS-Macht- und verfolgungsapparat von verschiedenen Systemen als Legitimationsgrundlage der Gesellschaft instrumentalisiert, was einer Anerkennung subtilerer Formen des Widerstands, wie sie literarisch u.a. in privaten Aufzeichnungen (Tagebüchern, Lyrik, Briefen, privaten Aufzeichnungen etc.) geleistet wurden, lange im Weg stand. (…)

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Aus der aktuellen Ausgabe der Tel Aviv Review of Books

„Since the turn of the year, Israel’s war against Hamas has morphed from the blunt instruments of missile launches and bombing sorties to the interminable uncertainty of an open-ended campaign of attrition. Gaza, of course, is the primary theater of war. But battles are also being fought elsewhere, in the Hague and at the United Nations—battles of discourse rather than weapons, but similarly characterized by a geo-political rhetoric at odds with the visceral pain created by unmediated violence. …“

Aus dem Gedicht: Joys that Do Not Come des palästinensischen Dichters Marzouk Halabi, translated from Arabic by Raya Kab

In wars
Details die
No rose is there at a window
No rose in a book
Nor is there a rose in a vase
There is no rose on a mass grave

„In the last month, the Tel Aviv Review of Books has published three poems by the Palestinian poet Marzouk Halabi, translated exclusively for us by Raya Kab; Nissim, Olga Lempert’s short story about a man looking for the Messiah in very dark times; an assessment of Shlomo Sand’s A Brief Global History of the Left by Abe Silberstein, his review taking issue with the moral relativism of the political Left; poetry by Orian Zakai and Amiram Cooper—the latter being held hostage in Gaza; and a response by Daniel Solomon to Masha Gessen’s controversial New Yorker essay, Solomon arguing that despite the charged nature of contemporary polemical debate, “moral outrage should never call the tune.” …“

Wie sich Israelis und Palästinenser in Deutschland begegnen

Ein Beitrag von Sarah Judith Hofmann auf der Internetseite der Deutschen Welle (dw.de)

In der Sisyphos-Situation

Auf der Plattform Soziopolis ein langes und anregendes Gespräch zwischen Klaus Holz und Jens Bisky über Antisemitismus nach dem 7. Oktober, den Definitions-Fetisch und antirassistischen Bankrott.

Screensho soziopolis

Die Auseinandersetzung mit dem Text lohnt – und sie ist wichtig, um nicht in eine Dichotomie von Schwarz und Weiß zu verfallen, von gut und böse. Es geht auch in diesem Text nicht darum, jedem Satz zuzustimmen, sondern sich auch selbst immer wieder neu zu befragen …

PDF | Zur PDF-Datei dieses Artikels im Social Science Open Access Repository (SSOAR) der GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften hier.

Zitat vom Ende des Textes:

„Ich halte BDS für ein wirkliches Problem, dennoch kann man nicht sagen, dass BDS in allen Hinsichten antisemitisch ist. Angesichts all der Skandale der letzten Zeit scheint mir fragwürdig zu sein, dass als hinreichender Beleg für Antisemitismus ausreicht, wenn irgendjemand irgendwann mal einen Boykott-Aufruf unterschrieben hat, selbst wenn sich die Leute heute davon deutlich distanzieren. Wir erzeugen insgesamt eine gesellschaftliche und politische Situation, die nur noch schwarz oder weiß kennt. Man geht davon aus, klar zu haben, was Antisemitismus ist, selbst selbstverständlich komplett frei davon zu sein und glasklar einschätzen zu können, dass die Anderen antisemitisch sind. Wir lassen den Gedanken nicht mehr zu, dass es Bereiche gibt, über die wir streiten müssten. So landet man notorisch im simplifizierenden Entweder-Oder. Dabei sollte uns doch bewusst sein, dass sich Demokratie, Bildung und Aufklärung nicht fördern lassen, ohne sich andauernde diskursive Anstrengungen zuzumuten. Wir hingegen reden so gut wie nur noch über Maßnahmen zur Repression. Daher fürchte ich, dass die Antisemitismuskritik im Moment dabei ist, ihre Qualität als Kritik, ihre Tiefenschärfe und ihre Orientierung an Aufklärung und Selbstreflexion zu verlieren.“