Ein spannendes Gespräch auf Instagram
Gideon Levy im Gespräch mit Hanno Hauenstein
Ein spannendes Gespräch auf Instagram
Ein spannendes Gespräch auf Instagram
Mit der Initiative „Make Freedom Ring“ macht Geiger Michael Barenboim auf die humanitäre Katastrophe in Gaza aufmerksam. Viele Landsleute kritisieren ihn dafür. Ende Juli veranstaltet die Initiative ein Benefizkonzert in der Himmelfahrtskirche in München – Ein Beitrag (Kathrin Hasselbeck) auf br-klassik.de

Diskussion mit Moshe Zimmermann, Angelika Timm und Gil Shohat
Analog in der Bibliothek der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Straße der Pariser Kommune 8A
10243 Berlin
02. Juli 2024, 19:00 – 21:00 Uhr oder digital im Livestream – anmeldung erfoderlich
Der israelische Historiker Moshe Zimmermann nimmt den Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 zum Ausgangspunkt, um in seinem neuen Buch eine kritische Bilanz des israelisch-palästinensischen Konflikts und der Geschichte des Staates Israel zu ziehen. Er zeigt historische Linien auf und hinterfragt Optionen für ein künftiges Miteinander jüdischer und palästinensischer Bürgerinnen und Bürger.
Sein Fazit ist sowohl pessimistisch als auch konstruktiv; es sieht nicht nur die regionalen Akteure, sondern auch die internationale Gemeinschaft in der Verantwortung, um dem Teufelskreis von Gewalt und Gegengewalt zu entfliehen.
Angelika Timm, erste Büroleiterin der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Israel, diskutiert mit Moshe Zimmermann über dessen Buch «Niemals Frieden? Israel am Scheideweg». An dem Gespräch beteiligt sich, zugeschaltet aus Tel Aviv, auch Gil Shohat, der gegenwärtige Büroleiter der RLS in Israel.
Eine Anmeldung ist erforderlich, bitte geben Sie bei der Anmeldung im Bemerkungsfeld an, ob die Teilnahme vor Ort oder digital gewünscht ist.

Der Gründer von Holy Land Trust und palästinensische Friedensaktivist Sami Awad im Gespräch mit Sonja Howard „about Germany’s role in the conflict“ and about „more understanding between our deeply intertwined countries“.
Sonja Howard: https://linktr.ee/sonja_howard_official
Wenn auch schon am 6. Juni veröffentlicht und auch nicht auf Berlin beschränkt …
Liste der Unterzeichnenden und Pressemitteilung hier.
Seit dem 7. Oktober 2023 und bis heute ist vieles aus dem Ruder gelaufen – auch die Art, wie innerhalb der offenen, demokratischen Gesellschaften über den Nahostkonflikt geredet oder besser gesagt: nicht geredet wird. Beschuldigungen sind zu oft an die Stelle des Zuhörens und Argumentierens getreten. Menschen werden öffentlich an den Pranger gestellt, wenn sie sich für Diskursfreiheit einsetzen. Diskussionsräume werden bewusst durch Störungen zerstört. Die Scheu, in vielen Fällen inzwischen auch die Angst gegenüber freier Meinungsäußerung wächst auf allen Seiten.
Das muss aufhören: Mit diesem Appell wenden wir uns an Zivilgesellschaft, Politik und Medien. Wir müssen klare Grenzen ziehen gegenüber jeglicher Legitimierung von Gewalt und Menschenrechtsverletzungen – aber wir dürfen auch nicht zulassen, dass offene Diskussion verweigert oder unmöglich gemacht wird. Die Demokratie lebt von einem solchen offenen Diskurs, ohne ihn erstarrt sie.
Die Lage im Nahen Osten fordert auch bei uns die gesamte Gesellschaft heraus. Wir dürfen unser Zusammenleben über Herkunfts- und Kulturgrenzen hinweg nicht gefährden. Wir sollten stattdessen, die Vielfalt der Gesellschaft nutzen, um respektvolles Zusammenleben, aber auch respektvollen Diskurs über Beiträge zum Frieden möglich zu machen. Das fordert uns alle, es ist aber auch eine demokratische Verpflichtung.
Konkret heißt dies:
Wir müssen anfangen, einen kritischen, aber respektvollen und zugewandten Diskussionsstil einzufordern und vorzuleben. Alle, denen das friedliche Zusammenleben in unserer freiheitlichen Demokratie am Herzen liegt, müssen sich für die Achtung der Menschenwürde, für Meinungsfreiheit und einen respektvollen Umgang mit den jeweils Andersdenkenden einsetzen. Verrohung des Diskurses, Polarisierung und aggressiver sprachlicher Ausdruck lösen keine Probleme. Wir müssen anfangen, in unserer Gesellschaft diese Fehlentwicklungen zu korrigieren!

Fania Oz-Salzberger, em. Professorin der Universität Haifa (und Tochter von Amos Oz), zitiert in ihrem Beitrag für das jpg-journal ihren Vater:
„Ich bin weder für Israel noch für Palästina“, pflegte mein Vater zu sagen. „Ich bin für Frieden.“ Doch solange die Gemäßigten schwach bleiben, wird es einen Frieden der Gemäßigten nicht geben.

»Betrieb und Idee«
Das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus (SMWK) fördert das Forschungsprojekt »›Betrieb und Idee‹. Salman Schockens Universum im Jerusalemer Archiv« des Leibniz-Instituts für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow (DI), Leipzig. Die Förderung ermöglicht, das in (West-)Jerusalem bewahrte »Schocken-Archiv« als transnationalen Wissensspeicher zu befragen. Die Geschichte und Struktur des Archivs eröffnen neue Perspektiven auf das Wirken des Unternehmers, Verlegers und Mäzens Salman Schocken. Die Ergebnisse werden zum Themenjahr »Tacheles« 2026 in Sachsen einer breiteren Öffentlichkeit in Form einer Publikation sowie einer Ausstellung zugänglich gemacht.

Photo: Chemnitz 2023 / © AphorismA | B. Doering
Ein quadratisch gestaltetes „S“ zierte bis 1938 die Werbebroschüren der Schocken-Kaufhäuser in Zwickau, Chemnitz und vielen anderen deutschen Städten; ein „ש“ wurde als hebräisches Pendant Ende der 1930er Jahre das Signet des Schocken-Verlags in Jerusalem/Tel Aviv und, wieder als geometrisches „S“, nach 1945 das Erkennungszeichen von Schocken Books New York. „S.“ stehe für „Betrieb und Idee ‚Schocken‘“, konstatierte bereits 1932 der Journalist Hans Siemsen – und legte damit die Fährte, ein Prinzip in der großen Vielfalt der Aktivitäten Salman Schockens zu suchen.
Ausgehend von einem 1907 begründeten Geschäft in Zwickau baute Schocken mit seinem Bruder Simon eine der modernsten Kaufhausketten der Weimarer Republik auf. Er unterstützte Kultureinrichtungen, jüdische Literatur und Forschung, erwarb Bücher, Kunst und Autographen, förderte die Entwicklung der Hebräischen Universität Jerusalem und gründete schließlich 1931/32 mit dem Schocken-Verlag Berlin einen der wichtigsten jüdischen Verlage während des Nationalsozialismus. 1938 brach dieses Leben in Deutschland mit dem erzwungenen Verkauf des Konzerns und der Abwicklung des Verlags ab – und setzte sich in Jerusalem und New York unter völlig anderen Bedingungen fort.
Teilansichten der letzten Bauten des Schocken-Konzerns (ca. 1930) – Schocken Archive,
JTS Schocken Institute for Jewish Research, Jerusalem
Das Archiv, das all dies dokumentiert, rettete Schocken nach Jerusalem. Es bildet heute einen der bedeutendsten und umfangreichsten erhaltenen Archivbestände zur jüdischen Geschichte Deutschlands, speziell Sachsens vor 1945 und ihrer Weiterentwicklung nach dem 2. Weltkrieg. Schockens Wirken zeichnete sich durch enge Verbindungen zwischen einzelnen Tätigkeitsfeldern aus, d.h. durch das Zusammendenken von Ökonomie, Sozialem, Kunst und Literatur. Das DI wird diesen Zusammenhang mit der Forschungsstelle Judentum der Universität Leipzig entlang der Geschichte und der Wissensordnungen des translozierten Archivs herausarbeiten.
Das Projekt basiert auf einer langfristigen Zusammenarbeit zwischen dem Dubnow-Institut, dem JTS Schocken Institute for Jewish Reseach und der Familie Schocken.

Photo: Chemnitz 2023 / © AphorismA | B. Doering
Michael Hesse schreibt in der Frankfurter Rundschau unter dem Titel: Binationaler Staat in Nahost: Eine unmögliche Idee? eine Annäherung an die Überlegungen von Omri Boehm und geht dabei auch noch einmal auf den Brit Shalom, besonders auf den Kreis des ‚Prager Zionismus‘ ein – lesenswert und heute umso mehr bedenkenswert, was einmal alles „denkbar“ war …

Auf der Seite von Feinschwarz sucht Ottmar Fuchs ’nach einem Weg, um im Nahost-Konflikt zweiseitig auf der Seite der Opfer zu stehen und würdigt die darin liegende, konstitutive und zugleich zu riskierende Überforderung‘.
