Ist es ein anderes Land (geworden) …

…. und wohin geht die Reise jetzt in Israel [und Palästina]?

Warum haben die Vorstellungen einer liberalen Demokratie für so viele ihren Glanz verloren, ein Satz, der ja bei weitem nicht nur für Israel gilt, aber was hat es zu bedeuten, das theokratische Modelle von gesellschaftlicher Organisation so viel an Zuspruch finden?

Vorankündigung: diAk-online 15. November 2022 18.00 Uhr

Beim diAk werden wir am 15. November, auch ein geschichtsträchtiger Tag in Israel/Palästina, wenn sich das Ergbnis der Knessetwahlen mit einem kleinen Abstand genauer analysireren mit Katharina Konarek (Universität Haifa) bei diAk-online ins Gespräch kommen, um besser zu verstehen, was sich in Israel gerade verändert (hat) – oder eben auch nicht verändert…

Fritz Bauer Institut beeindruckt

Wissenschaftsrat bescheinigt Fritz Bauer Institut „beeindruckende Leistungen“

Über ein viele Seiten starkes Lob kann sich das Team des Fritz Bauer Instituts an der Goethe-Universität freuen: Der Wissenschaftsrat bescheinigt dem Institut „beeindruckende Leistungen“ trotz seiner „geringen personellen Ausstattung“ – und regt eine bessere Finanzierung an. Positiv hervorgehoben wird auch die engere Zusammenarbeit mit der Universität, die durch die Kooperationsprofessur ermöglicht wurde.

Hochwertige Forschung und vielfältige Bildungsangebote zu verbinden, dies gelinge dem Fritz Bauer Institut mit geringer personeller Ausstattung sehr gut, heißt es im Bericht des Wissenschaftsrats, der vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst mit der Evaluation des Instituts beauftragt worden war. Die Forschung des Frankfurter Instituts zu nationalsozialistischen Gewaltverbrechen, vor allem zum Holocaust, sowie zum juristischen und gesellschaftlichen Umgang damit nach 1945 sei von hoher Qualität. „Forschung zum Holocaust und die Vermittlung eines kritischen Geschichtsbewusstseins sind auch noch heute und gerade in Deutschland von größter Bedeutung. Hierzu leistet das Fritz Bauer Institut einen wertvollen Beitrag, der künftig noch stärker international ausstrahlen sollte“, wird die Vorsitzende des Wissenschaftsrats, Dorothea Wagner, in einer Pressemitteilung zitiert.

Unter Pandemiebedingungen hatte das Institut seine Vortragsveranstaltungen online angeboten – als Livestream und auch zum Abruf im Nachhinein. Dieses Angebot ist in der Öffentlichkeit auf große Resonanz gestoßen. Die Reichweite konnte vergrößert werden, deshalb empfiehlt der Wissenschaftsrat, das Angebot aufrechtzuerhalten – nicht ohne zu betonen, dass hierfür eine bessere Personalausstattung notwendig wäre. Denn nicht nur der Bildungs- und Vermittlungsbereich des Instituts sei dünn besetzt, sondern insbesondere auch der Bereich der IT, der Digitalisierung und Medienbetreuung. Nur das außergewöhnlich große Engagement der Beschäftigten ermögliche die dennoch umfangreichen und qualitativ hochwertigen Leistungen. Empfohlen wird, die Anzahl der grundfinanzierten Stellen moderat aufzustocken und den Haushalt jährlich so zu erhöhen, dass er mit den steigenden Kosten Schritt halten könne.

„Wir freuen uns über die große Wertschätzung unserer Arbeit“, kommentiert Prof. Sybille Steinbacher, die das Institut seit 2017 leitet und die eigens geschaffene Professur zur „Erforschung der Geschichte und Wirkung des Holocaust“ am Historischen Seminar der Goethe-Universität innehat. „Wir sind ein kleines Institut, machen aber viel. Dass zudem unser Potential erkannt und gewürdigt wird, ist wichtig für uns und schlägt sich hoffentlich in der Erhöhung unserer Mittel nieder.“ Die Evaluierungskommission habe Erwartungen formuliert in Hinblick auf Digitalisierung, Internationalisierung und Vernetzung, die auch bereits auf den Weg gebracht seien. „Dass das aber nicht ohne personellen Aufwuchs geht, wurde von der Kommission bestätigt. Darüber sind wir froh. Uns ist bewusst, dass dies gegenwärtig finanziell schwierige Zeiten sind. Aber gerade für unsere digitalen Angebote, für die schulische und außerschulische Vermittlungsarbeit und für unsere Ausstellungen ist eine Aufstockung dringend notwendig“, so Steinbacher.

Blick in das Archiv des Fritz Bauer Instituts. Photo: Werner Lott

Blick in das Archiv des Fritz Bauer Instituts. (Photo: Werner Lott)

Das Fritz Bauer Institut ist 1995 als Stiftung bürgerlichen Rechts gegründet worden. Namensgeber war der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer (1903-1968), der den ersten Frankfurter Auschwitz-Prozess ins Rollen gebracht hat. Im Jahr 2000 wurde das Fritz Bauer Institut als selbständiges Kulturinstitut ein An-Institut der Goethe-Universität. 2017 wurde die Leitung des Instituts erstmals in gemeinsamer Berufung mit der Goethe-Universität besetzt, seither ist Prof. Sybille Steinbacher in dieser Funktion tätig. Seit seiner Gründung verbindet das Fritz Bauer Institut Forschung zum Holocaust und dessen Wirkungs- und Rezeptionsgeschichte eng mit Vermittlung und Dokumentation. Das Institut realisiert Forschungsprojekte, Publikationen, wissenschaftliche und öffentliche Veranstaltungen sowie Wanderausstellungen. In der Lehre am Historischen Seminar der Goethe-Universität ist es ebenfalls engagiert. Finanziert wird das Institut vom Land Hessen und der Stadt Frankfurt, einen weiteren, kleineren Anteil trägt der Förderverein Fritz Bauer Institut e.V., auch die Goethe-Universität beteiligt sich an der Finanzierung durch die Bereitstellung von Infrastruktur. Das Fritz Bauer Institut finanziert seine Forschungsprojekte – darunter gegenwärtig mehrere zur Geschichte Frankfurts im Nationalsozialismus – auch über Drittmittel von Stiftungen und aus öffentlicher Hand. Im Jahr 2020 eingerichtet wurde zudem ein von der Frankfurter Medizinerin Dorothee Freudenberg gestifteter und nach ihr benannter Fonds, aus dem Forschungsvorhaben und Stipendien ermöglicht werden können, vor allem zur Geschichte der „Euthanasie“ im NS-Staat und im besetzten Europa.

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Wir würden auch mit ultraorthodoxen Parteien regieren

„Vor zehn Jahren sagten sie, dass die israelische Linke von Meretz angeführt werde. Heute bangt Ihre Partei um den Einzug in die Knesset. Weshalb stehen die Zeiten so schlecht für Israels Linke?“

Eine Analyse von Markus Bickel, Tel Aviv, Rosa Luxemburg Stiftung

Kulturzeit

Das 3Sat-Magazin „Kulturzeit“ hat den Deutschen Fernsehpreis 2022 in der Kategorie ‚Information‘ gewonnen!

Aktuell (noch bis zum 27.11.) steht in seiner Mediathek ein beachtenswerter Beitrag über die israelische Medienlandschaft.

In der Sendung vom 27. Oktober 2022 ging es um DemocraTV – Israels alternative Medien !

Kulturzeit

Zwei-Staaten? … kein Thema mehr im Wahlkampf in Israel

Während der israelische Premier Yair Lapid auf der Generalversammlung der Vereinten Nationen im September noch betonte, daß Israel einer Regelung mit den Palästinensern sehr offen gegenüberstehe und diese Politik zu befördern sei, und dafür gelobt wurde, ist dies heute kurz vor der Wahl am 1. November kaum noch ein Thema.

Im Gegenteil. Die Gewalt im Westjordanland eskaliert, doch die Frage der Konfliktregelung in Richtung einer Zwei-Staaten-Regelung „schrumpft zum Ende des Wahlkampfs“. Und weiter: „Sogar Premierminister Yair Lapid, der international für seine Unterstützung der Zweistaatenlösung vor den VN gelobt wurde, hat aufgehört, das Thema im Wahlkampf zu vertreten“, schreibt die Kolumnistin Mazal Muallem am 25. Oktober auf dem Nachrichtenportal al Monitor.

Der EU-Vertreter „regret“ / bedauerte die Gewalt des israelischen Militärs im Westjordanland und die Tötung von sechs Palästinensern. Diese Auseinandersetzungen werden anhalten, bis es eine Neuaufnahme von Gesprächen zwischen der israelischen und der palästinensischen Seite gebe und eine entsprechende Regelung vereinbart würde, die die (Sicherheits)Interessen beiden Seiten berücksichtigt.

Inzwischen hat der PLO-Generalsekretär die Botschafter der sog. ‚Münchner Gruppe‘ über die gefährliche Eskalation unterrichtet: Hussain al-Shaikh, der Generalsekretär des Exekutivkomitees der PLO, traf am Dienstag mit den Botschaftern von Ägypten, Jordanien, Frankreich und Deutschland zusammen, wo er sie über die jüngsten Entwicklungen vor Ort informierte. Ziel war einerseits ein Austausch über Mechanismen hinsichtlich der Rolle der Gruppe auf regionaler und internationaler Ebene. Schließlich gehe es darum, gemeinsam dahingehend zu wirken, daß die israelische Seite einseitige Maßnahmen einstellt. Und er dankte den vier Ländern für deren Bemühungen und kontinuierliche Unterstützung für die Notwendigkeit einer politischen Vision, die auf internationaler Legitimität beruht, um die israelische Besatzung zu beenden.

Two-state solution shrinks as campaigning wraps up in Israel

EU expresses regret over killing of six Palestinians during Israeli aggression in West Bank

PLO Secretary-General briefs ambassadors of Munich Group on dangerous Israeli escalation

Erinnerung: Morgen, 25. Oktober

diAk-online: Im Gespräch mit Rasmus Brandt, Ost-Jerusalem | Anmeldung: online@diak.org

DIAK ONLINE RASMUS BRANDT

Neuer Versuch

„Versöhnungsabkommen“ von 14 palästinensischen Fraktionen, darunter Fatah, Hamas, Peoples Party, Palestinian National Initiative und der PFLP, unter algerischer Vermittlung in Algier unterzeichnet.

Mitte Oktober wurde dabei unter anderem vereinbart, daß innerhalb eines Jahres Wahlen (unter Einschluß Ost-Jerusalems) zum Palästinensischen Präsidenten (Ra’is) und zum Palästinensischen Legislativrat (PLC) abgehalten werden sollen … ob es diesmal „funktionieren“ wird, bleibt abzuwarten und liegt sicher nicht nur in den Händen der palästinensischen Seite. Deren gemeinsame Position wäre aber sicher ein wichtiger Bestandteil…

Bedrohliche Mächte oder mächtige Bedrohung?

Konferenz „Strategien gegen Verschwörungsideologien und Desinformation“ am

Freitag, dem 18. November 2022 von 9:00-17:00 Uhr im Deutschen Bundestag

„Gesellschaftliche Krisen und Zeiten der Unsicherheit, wie sie die Corona-Pandemie oder der brutale Krieg Rußlands gegen die Ukraine mit sich bringen, sind ein Nährboden für Fake News und krude Verschwörungsideologien. Aktionen von Corona-Leugner*innen und die rasante Verbreitung von Desinformation im Internet zeigen dies deutlich. Wir nehmen diese Gefahr für unsere Demokratie sehr ernst. Als grüne Bundestagsfraktion wollen wir den Kampf gegen Rechtsextremismus und Verschwörungsideologien sowie für gesellschaftlichen Zusammenhalt entschieden vorantreiben.“

Daher laden wir Sie und euch herzlich zu unserer Konferenz in den Deutschen Bundestag (Paul Löbe-Haus) ein. Anmeldung hier.

Mit dabei: Dr. Konstantin von Notz MdB, Lamya Kaddor MdB, Marina Weisband, Ben Scott, Katharina Nocun, Thomas Haldenwang, …. und viele weitere Abgeordnete und Fachleute.
Die Moderation der Konferenz übernimmt die Journalistin Thembi Wolf.

Jerusalem – so und so…

Die neue australische Regierung widerruft (nach vier Jahren) die Anerkennung West-Jerusalems als Hauptstadt Israels, die britische Regierung unter der neuen, sehr besonders agierenden Ministerpräsidentin, erwägt gerade die Anerkennung…

Hier die Erklärung des Council of the Patriarchs and Heads of the Churches in Jerusalem zu den britischen Überlegungen.

Eine Stadt als Hauptstadt zweier Staaten – warum nicht das anerkennen?

Umdeutung des Islams

Bundesdeutsche Wahrnehmungen von Muslim*innen 1970-2000

Auch online dabei sein ….: https://tinyurl.com/ubn2uhfy. 12. Oktober 2022 – 18.30 Uhr

Der Buchautor Dr. Alexander Konrad (Assoziierter Wissenschaftler am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam) im Gespräch mit Prof. Dr. Udo Steinbach (Leiter des MENA Study Centre der Maecenata Stiftung)

Moderation: Prof. Dr. Frank Bösch, Direktor des Leibniz-Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam

Analog in der DAFG-Geschäftsstelle – Friedrichstraße 185, 10117 Berlin

Die Wahrnehmung des Islams in Deutschland hat Auswirkungen sowohl auf die außenpolitischen Beziehungen zur islamisch geprägten Welt als auch auf die innen- und gesellschaftspolitische Stellung der Musliminnen. Vor diesem Hintergrund stellt Autor Alexander Konrad sein Buch vor, das den Wandel der bundesdeutschen Wahrnehmungen von Musliminnen von den Siebzigerjahren bis zur Jahrtausendwende untersucht. In der anschließenden Diskussion sollen die Fäden seiner zentralen Aussagen in die Gegenwart fortgesponnen werden.

Aus organisatorischen Gründen ist eine Anmeldung (dafg@dafg.eu; Telephon: 030-2064 9413; Fax: 030-2064 8889 oder online) notwendig. Die analoge Teilnehmer:innenzahl ist begrenzt. Eine Anmeldebestätigung wird nicht versandt.