60 Jahre Auschwitzprozeß

Sicher wert, auch eine solche Datumsgelegenheit (ARD Programm) zu nutzen, noch einmal darauf zu schauen, wie „wir“ (West-)Deutschen mit den Täter:innen umgegangen sind, wieviel von der Normalität und Alltäglichkeit des Grauens wirklich aufgearbeitet wurde, bevor die große Identifiaktion mit den Opfern begonnen hat. Wäre da nicht noch einiges an Hausaufgaben zu machen, oder wieder zu machen?
(Im ARD Fernsehen heute Abend und noch mit verschiedenen Wiederholungen).

Screenshot ARD

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Katja Maurer erinnert auf der medico-Seite zu Recht daran: „Kritische Erinnerungspolitik müsste sich heute rückbesinnen, ihre eigene Geschichte reflektieren und Ort für radikales Denken und Infragestellen werden, statt selbstgewiss Wahrheiten zu verkünden.“ (aus: Kommentar; Schuld ohne Sühne).

diAk-online – Zur aktuellen Situation

Zur aktuellen Situation in Israel/Palästina

Dienstag, 5. Dezember 2023, 18:00-19.00 Uhr

Politikwissenschaftler an der Universität Kaiserslautern, ehemals diAk-Vorstand und Leiter des Büros der Böll Stiftung in Tel Aviv

Der 7. Oktober und der Einbruch des Terrors in das Kernland Israels hat das Land in eine Schockstarre versetzt. Zuvor war Israel in zwei Lager geteilt und seine demokratischen Kräfte haben sich ausdauernd gegen den Demokratieabbau der rechten Regierung Netanyahu zur Wehr gesetzt. Die äußeren und inneren Folgen der Katastrophe zu bewältigen, scheint zurzeit ein neues nationales Einheitsgefühl zu erzeugen.

Allerdings melden sich immer mehr kritische Stimmen zu Wort. Das Versagen der rechtsextremen Regierung vor und nach dem 7.Oktober scheinen diese zu diskreditieren.

Das Vertrauen in das Sicherheitssystem und die Wehrhaftigkeit ist erschüttert. Das Versagen des Militärs und der Sicherheitskontrolle hat weitreichende Folgen für das Selbstverständnis Israels.

Gleichzeitig läßt sich die Gegenwart des ungelösten Konflikts nicht mehr verdrängen. Wie der Konflikt bearbeitet wird, ob Konzepte ziviler Konfliktbearbeitung eine Chance haben werden, hängt auch wesentlich von der inneren Verfaßtheit Israels ab, insbesondere inwieweit der aggressive Nationalismus zurückgedrängt werden kann und einem anderen Staatsverständnis Platz macht.

Am Abend des 24. November

Krieg ist immer ein Krieg der Bilder… an diesem Abend wieder einmal: Befreite Geiseln, entlassene Gefangene … wer sieht mit welchem Blick worauf / darauf? Haaretz – von der eigenen Regierung unter Druck wegen ihrer Berichterstattung (!) – bindet in die Updates eigene Bilder und das von der Hamas veröffentlichte Bildmaterial ein …

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Nachdenklich und lesenswert, was Lydia Bothe auf www.ipg-journal.de schreibt.

Am Abend des 23. November

Wartend auf den Morgen … auf daß das Warten nicht wieder vergebich sein möge – Und die Zeit bis Dienstag klug und menschlich genutzt werden möge…

Hier bei uns gibt es noch viel zu reden und zu besprechen, und das meint nicht vom jeweils anderen Bekenntnisse und Positionen abzuverlagen, auch nicht wenn es das Staatsoberhaupt tun zu müssen glaubt.

Ein wirklich lesenswertes Gespräch von Alena Jabarine und Tomer Dotan-Dreyfus in der ZEIT – sich nicht spalten lassen:

Am Abend des 4. November

Während das Kämpfen weitergeht, Menschen sterben und kein Ausweg aus der Spirale der Gewalt in Sicht scheint, drängt die Frage nicht nur nach dem ‚Warum‘, sondern auch, was die Ereignisse der 7. Oktober verändert haben.

Eva Ilouz, französisch-israelische Professorin für Soziologie u.a. an der Hebräischen Universität, schreibt in der israelischen Tageszeitung Haaretz am 2. November 2023

Daraus hier die bemerkenswerten Schlußsätze:

„I do not hold this [seing the context] position, but this is exactly my point: I do not hold it precisely because I refuse to “contextualize” the Palestinian pain at having lost their land. To truly appreciate and understand their tragedy, to have full respect for their loss, I need to suspend the context. I ask you to do the same for me.

Many Arabs, within Israel and without, have shown the compassion the doctrinal left has so shockingly lacked. They have stood by our side. It is them with whom we must build a party of humanity determined to bring justice and peace. The global left has made itself irrelevant from now on.“

Zum 7. Oktober 2023

Der diAk verurteilt das menschenverachtende Massaker durch Terroristen der Hamas und des Islamischen Dschihad vom 7. Oktober 2023.

Die neuerliche Explosion von Gewalt und Tod in Israel und Palästina macht uns fassungslos und es ist schwer, angesichts dessen Worte zu finden. Unser Mitgefühl ist bei den Menschen, die Angehörige verloren haben, bei den Verletzten und bei den verschleppten Geiseln.

Seit dem Tag des Anschlages haben wir auf unserem täglichen Blog (,Am Abend des …ʻ) versucht, Stimmen zu veröffentlichen, die die Zerrissenheit der Menschen, die Ängste und Befürchtungen, die Trauer, Schmerz und die Wut nicht in Handlungsunfähigkeit und Empathielosigkeit aufgehen lassen.

Zur Situation in Israel und Palästina

Nach dem Tod von so vielen Menschen aus Israel und aus dem Gazastreifen und einer wachsenden Zahl von Toten auf der Westbank, können wir den Schmerz, die Bitterkeit und die Wut auf allen Seiten nachvollziehen und sehen uns vor der Herausforderung der Empathie mit allen Leidenden. Wir stellen uns dem moralischen Gebot, Leid auf beiden Seiten wahrzunehmen. Alle Menschen in der Region haben ein Recht auf ein Leben in Sicherheit und Frieden.

Mit unseren Partner:innen und Freund:innen aus Israel und Palästina verbindet uns die Sorge, daß der erneute Teufelskreis der Gewalt und das Vertrauen auf Sicherheit durch militärische Übermacht die Aussicht auf ein Leben in Frieden zerstören.

Hunger, verweigerte Versorgung und Vertreibung dürfen keine Kriegswaffe sein. Das humanitäre Völkerrecht und insbesondere der Schutz von Zivilist:innen gelten für alle Menschen, auch und gerade in Zeiten der Gewalt.

Debatte in Deutschland

Die erinnerungspolitischen Auseinandersetzungen in Deutschland entwickeln sich in eine Richtung, die uns Sorgen bereiten. Der zur ,Bürgerpflichtʻ erklärte Kampf gegen Antisemitismus ,der anderenʻ steht in der Gefahr, rassistische Klischees zu bedienen und verstellt den Blick auf den Antisemitismus in weiten Teilen der deutschen Gesellschaft.
Gleichzeitig besteht die Gefahr, daß erinnerungspolitische Leitlinien von universalistischen und menschenrechtlichen Prinzipien einer Militarisierung und aggressivem Nationalismus geopfert werden. Für uns gilt: ,Never again means never again for everybodyʻ.

Die Ereignisse seit dem 7. Oktober haben viel Leid und Zerstörung gebracht. Sie dürfen aber nicht alles zerstören, was in den letzten Jahren und Jahrzehnten mühsam von mutigen und engagierten Menschen aufgebaut und erreicht wurde. Dazu gehört auch die Bereitschaft anzuerkennen, daß es in Israel und Palästina nicht nur ein Narrativ, sondern eine Vielzahl persönlicher Perspektiven und Erfahrungen gibt. Wir sehen mit Sorge, daß die Debatte und Wahrnehmung in Deutschland in einfache Freund-Feind-Denkmuster zurückfällt. Dabei hat sich die Komplexität des israelisch-palästinensischen Verhältnisses nicht am 7. Oktober aufgelöst.

Ein Rückfall in ein simples Schwarz-Weiß-Denken wird all jenen nicht gerecht, die sich auf palästinensischer Seite gegen die Hamas stellen und unter ihrer Herrschaft leiden, ebenso wenig denjenigen Israelis gegenüber, die sich seit Jahren mutig gegen die Besatzung und den Rechtsruck in der israelischen Gesellschaft stellen. Wir wollen und müssen gerade jetzt denjenigen zuhören, die sich für friedliche und konsensuale Regelungen aussprechen.

Nur eine Zukunftsperspektive für beide Völker mit dem Existenzrecht Israels und der Schaffung eines eigenständigen palästinensischen Staates und ernsthaften politischen Verhandlungen mit einer Unterstützung durch die Internationale Gemeinschaft
können vielleicht die Hoffnung auf einen dauerhaften Frieden, der ein Mindestmaß an Gerechtigkeit und Menschenwürde für alle Seiten zu verwirklichen sucht, neu entfachen.

Fundamentalisierung von Religion(en)

Mit wachsender Sorge beobachten wir, wie religiöse Sprache und eschatologische Begrifflichkeiten in die politische Auseinandersetzung immer weiter Einzug halten (,Verheißenes Landʻ, ,Heiliger Kriegʻ, ,Amalekʻ u.a.) Wir werben dafür, einen gesellschaftlichen Raum zu schaffen, der die religiösen Empfindungen aller achtet und ihnen Raum läßt, der aber in der politischen Auseinandersetzung dem rationalen Diskurs um einen gerechten Interessenausgleich den Vorrang läßt. Vormoderne Konzepte, die Argumente der vernunftmäßigen Begründung entziehen wollen, dürfen Auseinandersetzungen nicht dominieren. Dabei muß die Frage, wieviel Säkularität den Religiösen und wieviel Religion den Säkularen zugemutet werden muß, neu und weiter diskutiert werden.

Ausblick

Der diAk versucht seit 1978 im Rahmen seiner Möglichkeiten, Räume der Begegnung, des Austauches und der Verständigung zu schaffen. Die Notwendigkeit, Deutschland, Israel und Palästina zusammenzudenken, bleibt unverändert bestehen.

Berlin, 31. Oktober 2023

Rechtsstaatlichkeit verteidigen, Illiberalismus abwehren

Dienstag, 07. November 2023 | 18.00 – 21.30 Uhr

Wie sich die Zivilgesellschaft in Israel, Deutschland und Europa für die Stärkung von Justiz und Demokratie einsetzt

Strategien und Instrumente illiberaler Akteur:innen sind sich verblüffend ähnlich: Erfahrungen aus Zentraleuropa, Israel und anderen Ländern zeigen, daß Angriffe auf das Fundament rechtsstaatlicher Justizsysteme oft integraler Bestandteil der illiberalen Taktiken zur Aushöhlung der Demokratie sind. Sobald die Kontrollmechanismen der Justiz geschwächt sind, können illiberale Akteur:innen dazu übergehen, die bürgerlichen Freiheiten und insbesondere die Rechte von Minderheiten zu beschneiden. Korruption und Vetternwirtschaft wird hiermit ebenfalls Vorschub geleistet.

Auch Israels rechts-religiöse Regierung verfolgt die Ziele, die Unabhängigkeit der Justiz zu beschneiden, religiösen Pluralismus und die Rechte von Minderheiten und Frauen einzuschränken und die Besiedlung des besetzten Westjordanlandes weiter voranzutreiben. Voraussetzungen für diese Vorhaben sind die Entmachtung des Obersten Gerichtshofes und die Aushöhlung weiterer rechtsstaatlicher Prinzipien. So steht der Umbau des Justizwesens im Mittelpunkt der illiberalen Agenda der aktuellen israelischen Regierung.

Gleichzeitig gibt es sowohl in Israel als auch in Europa eine enorme zivilgesellschaftliche Mobilisierung gegen illiberale und antidemokratische Entwicklungen. In Tel Aviv und vielen anderen Städten in Israel gehen seit Monaten Hunderttausende gegen den antidemokratischen Justizumbau der Netanjahu-Regierung auf die Straße. In Ländern wie Ungarn und Polen haben sich in den letzten Jahren zivilgesellschaftliche Allianzen gebildet, die sich gegen illiberale Entwicklungen und für Rechtsstaatlichkeit stark machen. Auch Deutschland ist von diesen Entwicklungen nicht abgekoppelt.

Vor diesem Hintergrund organisiert der New Israel Fund Deutschland in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung eine Abendveranstaltung, die die illiberalen und antidemokratischen Entwicklungen des letzten Jahrzehnts in Europa und Israel untersuchen und mehr Aufmerksamkeit für die Perspektiven zivilgesellschaftlicher Akteur:innen schaffen will. Im Rahmen der Veranstaltung soll insbesondere diskutiert werden, wie die Zivilgesellschaft es schaffen kann, Versuche, die Rechtsstaatlichkeit zu untergraben, abzuwehren, und die Institutionen und Praktiken der Demokratie zu stärken sowie Minderheitenrechte zu verteidigen. Gleichzeitig soll hierdurch der Aufbau transnationaler zivilgesellschaftlicher Allianzen und das gegenseitige Lernen über bewährte Verfahren für demokratisches und rechtsstaatliches Handeln gefördert werden.

Mit:

  • Michael Sfard (Menschenrechtsanwalt, Tel Aviv)
  • Zsuszanna Szelényi (Direktorin CEU Democracy Institute Leadership Academy, Budapest)
  • Dr. Hasssan Jabareen (Direktor Adalah – The Legal Center for Arab Minority Rights, Haifa)
  • Shira Livne (Unit Director Human Rights bei der Association for Civil Rights in Israel, Tel Aviv)
  • Maximilian Steinbeis (Herausgeber Verfassungsblog, Berlin)

Moderation:

  • Maja Sojref (Geschäftsführerin, New Israel Fund Deutschland) 

Sprache:
Englisch/Deutsch mit Simultanübersetzung

Verhältnis zu Israel und BDS: Kunstfreiheit in Gefahr

Kritische Töne zum deutsch-israelischen Verhältnis werden zunehmend vielstimmiger, ganz aktuell Hans Eichel, ehemals Ministerpräsident in Hessen und Bundesminister der Finanzen. Im Feuilleton der Frankfurter Rundschau einige grundlegende Reflektionen.

Neues Interview-Portal „Oral-History.Digital“ gestartet

An der Freien Universität Berlin ist am Montag (25. September 2023) offiziell die neue Online-Plattform „Oral-History.Digital“ (oh.d) an den Start gegangen. Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Interviewportal ermöglicht Forschenden und historisch Interessierten den Zugriff auf bisher schwer zugängliche Zeitzeugeninterviews aus unterschiedlichen Institutionen und Projekten.

„Oral-History.Digital“ umfaßt derzeit über 2.000 Interviews unter anderem von Verfolgten des Nationalsozialismus, aber auch Berliner Museumsmitarbeiter:innen, Bergarbeitern im Ruhrgebiet, Professor:innen und Punks, DDR-Bausoldaten oder Geflüchteten aus der Ukraine. Der weitere Ausbau der Plattform ist geplant.

Museen, Universitäten und Stiftungen können auf die neue Plattform ihre Audio- und Video-Interviews mit Transkripten oder Begleitmaterialien hochladen, mit Werkzeugen für Transkription oder Verschlagwortung bearbeiten sowie für Bildung und Wissenschaft bereitstellen. Interessierte aus Forschung, Bildung und Öffentlichkeit wiederum können die Interviews über Filter- und Volltextsuche sammlungsübergreifend durchsuchen, mit Untertiteln ansehen, annotieren und zitieren.

Die narrativen Interviews der Oral History sind eine wichtige Quelle für die Geschichtswissenschaft und andere Disziplinen, aber auch für Ausstellungen und Bildungsprojekte. Sie waren bislang jedoch über viele Institutionen verstreut und mitunter schwer auffindbar, oft schlecht erschlossen und nur vor Ort zugänglich. „Oral-History.Digital“ macht diese Interviews nun als audiovisuelle Forschungsdaten auffindbar, zugänglich und nachnutzbar.

Eine differenzierte Zugangskontrolle schützt die Persönlichkeitsrechte der Interviewten. Die Langzeitarchivierung gewährleistet die dauerhafte Verfügbarkeit der Dateien.

Sechs Partnerinstitutionen arbeiten in oh.d zusammen. Mit der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin, dem Archiv „Deutsches Gedächtnis“ der FernUniversität Hagen und der Werkstatt der Erinnerung an der Forschungsstelle für Zeitgeschichte Hamburg bringen die größten Oral History-Einrichtungen in Deutschland ihre Sammlungsbestände ein. An der Universität Erlangen wird das Portal für eine Studie zur Migrationsgeschichte erprobt. Das Bayerische Archiv für Sprachsignale an der Universität München bietet Langzeitarchivierung und Spracherkennung, der Lehrstuhl für Medieninformatik der Universität Bamberg unterstützt die Schnittstellen zu Normdaten.

Entwickelt wird oh.d gemeinsam mit fast 30 Pilotarchiven, u.a. dem Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung, dem Haus der Geschichte des Ruhrgebiets, dem Westfälischen Landesmuseum für Industriekultur, den KZ-Gedenkstätten Buchenwald und Flossenbürg, den Staatlichen Museen zu Berlin und den Universitäten Halle, Erfurt und Bochum. Sie bringen ihre jeweils einzigartigen Interviewsammlungen ebenso ein wie ihre vielfältigen Erfahrungen und Anforderungen.

Der Präsident der Freien Universität Berlin, Prof. Dr. Günter M. Ziegler, betonte: „Mit dem Portal `Oral-History.Digital‘ macht die Freie Universität Berlin eine große Vielfalt lebensgeschichtlicher Zeugnisse zu unterschiedlichen Geschichtsepochen zugänglich. Zugleich unterstützt die Plattform Forschungsprojekte innerhalb und außerhalb der Universität bei der Archivierung, Erschließung und Bereitstellung von Zeitzeugen-Interviews. Für unsere Universität ist das ein weiterer wichtiger Schritt beim Ausbau ihrer Expertise im Bereich von Erinnerungskultur, Oral History und Digital Humanities. Dieser Ausbau begann vor 17 Jahren: 2006 haben wir das ‚Visual History Archive‘ der USC Shoah Foundation zugänglich gemacht. Die FU war damals die erste Einrichtung außerhalb der USA, an der Forschende, Lehrende und Studierende mit diesen 53.000 Video-Interviews mit Überlebenden des Holocausts und anderer Genozide arbeiten konnten. Später wurden auch die 4.000 Überlebenden-Interviews aus dem renommierten Fortunoff Archive der Yale University nutzbar. Mit der Bereitstellung dieser kostbaren Zeugnisse bekannte und bekennt sich die FU zu ihrer historischen Verantwortung als ‚Freie‘ Universität in der ehemaligen Hauptstadt des nationalsozialistischen Deutschlands.“

Der Leitende Direktor der FU-Universitätsbibliothek, Dr. Andreas Brandtner, sagte: „Die Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin verfügt damit in diesem Bereich über eine weithin sichtbare Besonderheit, die wir nachhaltig festigen und perspektivisch zu einem Oral History-Zentrum weiterentwickeln wollen. Dabei blicken wir auch ein wenig in die USA: Dort sind Oral History-Abteilungen bereits seit den 1970er Jahren ein wichtiger Bestandteil von Universitätsbibliotheken, etwa in Yale, Columbia oder Berkeley. “

Das Projekt „Oral-History.Digital“ wird seit 2020 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. In einer zweiten Förderphase bis 2026 wird die User-Community erweitert und die Software konsolidiert; neue Funktionalitäten werden die Editions- und Suchmöglichkeiten weiter optimieren. Die Freie Universität Berlin wird die Infrastruktur als wissenschaftliche Dienstleistung für Forschende und Archivpartner langfristig anbieten und ausbauen.

Vor Ort die Dinge besser verstehen

Die DVPB Rheinland-Pfalz bietet eine Studienreise / Fortbildung nach Israel-Palästina an. Die Reise richtet sich an Lehrkräfte, aber auch an alle anderen politisch Interessierten.

Thematisch geht es darum, einen differenzierten Einblick in beide am Nahost-Konflikt beteiligten Gesellschaften zu ermöglichen und die Gegebenheiten, Emotionen, Narrative sowie Friedensmöglichkeiten sowie -hemmnisse kennen zu lernen um den Konflikt insgesamt besser zu verstehen. 

Für Anmeldungen und Rückfragen: michael.sauer@dvpb-rlp.de.

Durchführung der Reise und Begleitung vor Ort: Rainer Zimmer-Winkel, AphorismA Agentur