They don’t want revenge
Solche Stimmen gehen leicht verloren oder unter, aber sie haben einen wichtigen Platz, +972.mag hat einige in ihrem Mailing zusammen getragen!

They don’t want revenge
Solche Stimmen gehen leicht verloren oder unter, aber sie haben einen wichtigen Platz, +972.mag hat einige in ihrem Mailing zusammen getragen!

Auch in so schwierige Tagen, deren Ende noch nicht abzusehen ist, gibt es brennende Fragen und dringende Analysen, gerade mit Blick auf den Gaza-Streifen und die menschlichen Katastrophen, die dort jetzt täglich geschehen – Gibt es einen Weg aus der Spirale von Gewalt und Vernichtung…?
Dalia Scheindlin (Policy fellow at The Century Foundation) fragt in Ha’aretz in einem langen Artikel danach, ob die Blockade richtig war/ist, was die Perspektiven sind, wie mit Fehlern umzugehen sein wird – ohne einfache Antworten zu haben….:
















(Screensho, 23.10.2023 (c) Haaretz)
Dieser Krieg ist ein Weckruf für alle denkenden Personen
Etgar Keret ist einer der bekanntesten Autoren Israels und hat sich immer wieder für einen Frieden mit den Palästinensern ausgesprochen. Ein Gespräch über das, was der Krieg ihn gelehrt hat – und welche Art von Solidarität er sich nun wünscht. (rbb, 21. Oktober 2023)
[Auszug:]
Welche Art von Solidarität wünschen Sie sich?
Ich würde mir wünschen, dass Menschen ihre Augen und ihr Herz öffnen, reflektieren, kritisch sind, wenn sie helfen wollen. Ich habe das Gefühl, dass wir in einer Zeit leben, in der Aktivismus bedeutet, jemand anderen zu beleidigen und anzugreifen. Hier im Nahen Osten haben wir Bedürfnisse. Wirkliche Bedürfnisse. Aktivismus heißt also Medikamente schicken, Freiwilligenarbeit leisten. Ich schätze jeden, der Freiwilligenarbeit für Palästinenser leistet und der Israelis hilft. Wenn man etwas machen möchte: Macht etwas, das menschlich ist.

Zur Ergänzung ein Interview mit E.Keret im Stern (13. Oktober 2023).
DIe Zerissenheit und die Spannung aushalten, die Menschen nicht auch noch in unseren Herzen trennen, ernstnehmen, wie unterschiedlich die Zugänge sind, wie verschieden die Verbindungen sind und wir am Gemeinsamen, am Zusammendenken festhalten wollen, dazu zwei Hinweise:
Die Wochenzeitung DIE ZEIT bringt Stimmen junger Deutsch-Palästinenserinnen, die es aktuell noch schwerer als sonst haben, gehört, gewürdigt zu werden.

Rabbiner Andreas Nachama (Berlin) im Interview mit dem Tagesspiegel:


(…)

Mit wieder neuen blutigen Bildern dieses Tages und Abends … drei kleine Hinweise, auch wenn es so schwer ist, etwas zu sagen:
Zenith:
Es gibt sie Israelis und Palästinenser, die sich für eine Zukunft in Frieden und Gerechtigkeit einsetzen. Vom John Lyndon

***
Hanno Hauenstein bei ak – analyse und kritik

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Genozidforscher Omer Bartov über die Terroranschläge der Hamas und die Verantwortung der israelischen Regierung.

In der Tat, was könnte noch gesagt werden, das nicht schon gesagt ist und die Situation irgendwie erträglicher machen würde … und dennoch!!!
Der heutige kurze Brief der Combantants for Peace
The light in the darkness – our message of hope:


(Links über die Onlineseite, nicht über den obigen Screenshot!)
Seit einer Woche wühlt die aktuelle Gewaltspirale Menschen an unterschiedlichen Orten und in den verschiedensten Kontexten auf. Verzweiflung der Angehörigen, Wut über das Leid, aber auch Aktionismus, um etwas zu tun angesichts des Furchtbaren.
Auch wir haben keine Antwort, auch keine „Lösung“, auch wir ringen in dieser Woche um Fassung und um Solidarität.
Vier kleine Hinweise an diesem Abend, (zwei davon) die in unsere eigene Wirklichkeit zurückführen:
# . Beim Freitagsgebet in der Dar Assalam-Moschee in Neukölln ruft Imam Mohamed Taha Sabri am Freitag zu Vernunft auf. (ein für den Berliner Tagsspiegel eher ungewöhnlicher Artikel von Frank Bachner).
# . Stefan Hunglinger versucht in der taz eine vorsichtige und respektvolle Annährung an den Kosmos „Sonnenallee“, Neukölln in all der Komplexität und Widersprüchlichkeit (auch mit einer Sequenz von/zu Mati Shemoelof).
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Über Zusammenstehen und -arbeiten in diesen Tagen im ‚Heiligen Land‘: Netta Ahituv und Nadin Abou Laban am 12. Oktober 2023 in einem Beitrag in Haaretz (ausnahmsweise auch einmal als Datei zum herunterladen)

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Martin Griffiths, Under-Secretary-General for Humanitarian Affairs and Emergency Relief Coordinator, resümiert aus der Sicht der Vereinten Nationen diese „furchtbare Woche und hält uns, hällt allen den Spiegel vor:
„The past week has been a test for humanity, and humanity is failing“

Daran festhalten, daß eine andere Welt möglich ist, daß Menschen anders miteinander umgehen können, daran festhalten, daß Leid nicht trennen muß…
Wir haben schon öfter (hier schon in 2016!) in diesem Blog auf den Parents Circle hingewiesen. Heute bringt Malte Lehming im Berliner Tagesspiegel einen aktuellen Bericht zu deren Arbeit.

Die Bilder, die dieser Tag gebracht hat, prägen sich ein, das Leid, der Schmerz, die Leere, die bleiben.
Mit der offiziellen Erklärung des Kriegszustandes ist eine weitere Stufe des Eskalation erreicht.
Auf allen Kanälen finden sich Nachrichten, Botschaften, Erklärungen und Erkärungsversuche…
Wir zitieren hier den aktuellen Brief von
Nadine Quomsieh und Yuval Rahamim,
Co-Directors, Parent Circle: Bereaved Israelis and Palestinians for Peace: (8. Oktober 2023)
We express our deepest and heartfelt condemnation of the violence in the region. The relentless cycle of conflict has inflicted immeasurable pain and suffering on innocent lives. It is a time of great sorrow, knowing that countless families now bear the burden of emptiness in their hearts and the heavy weight of grief due to the tragic loss of their loved ones.
The toll of violence is not just counted in numbers; it is measured in the shattered dreams, the untapped potential, and the irreplaceable bonds severed by these horrifying actions. The victims, both seen and unseen, deserve our unwavering support and empathy as they grapple with the profound trauma inflicted upon them.
It is an undeniable truth that the time has come to change the situation. This region has endured too much pain, too much bloodshed, and too many tears.
It is a moment for all parties involved to reflect on the senselessness of this continued conflict and to recognize the shared humanity that binds us all.
Let us remember that violence begets violence, and the only way forward is through peaceful dialogue, diplomacy, and a commitment to finding common ground. It is a call to action for leaders, communities, and individuals alike to seek solutions that prioritize reconciliation, justice, and lasting peace.
We must also acknowledge the vital role of international cooperation and humanitarian efforts in alleviating the suffering of those affected by the conflict. The international community must stand together, united in its resolve to support the region’s path towards peace and stability.
While words alone cannot mend the wounds or bring back the lives lost, they can serve as a reminder of our collective responsibility to end this cycle of violence. It is incumbent upon us to work tirelessly towards a future where the people of this region can live without fear, where children can grow up in safety, and where the seeds of hope can flourish.
In closing, let us reaffirm our commitment to peace, empathy, and the belief that a better, more peaceful, future is possible. It is our fervent hope that this statement serves as a testament to our shared determination to bring an end to this ugly occupation, the violence and suffering that have plagued this region for far too long.
***
Eigentlich war für die beiden Tage heute und morgen etwas ganz anderes für den Blog vorgesehen.
Die Realität von Gewalt und der Glauben, daß es eine militärische „Lösung“ geben könnte, holt die Menschen vor Ort (und uns in Europa) ein [- wieder einmal]. Und viele Zivilistinnen und Zivilisten zahlen dafür einen hohen Preis.
Haggai Matar vom israelisch(-palästinensischen) Internetmagazin +972 mag, beschreibt es heute auf deren Seite so:
„Nicht trotz, sondern gerade wegen des Horrors müssen wir unseren Kurs ändern“
+972mag – Screenshot (7. Oktober 2023)