Moshe Zimmermann im Gespräch

Moshe Zimmermann im FR-Gespräch mit Michael Hesse über „die Relativierung des Holocaust durch die Diskussionen um einen Genozid durch Israel und das Verständnis dessen, was Antisemitismus ist“

Eva Schloss-Geiringer (1929-2026) z“l

John Mathew Smith & www.celebrity-photos.com from Laurel Maryland, USA | CC BY-SA 2.0

Eva Schloss (* 11. Mai 1929 als Eva Geiringer in Wien; † 3. Januar 2026 in London) war eine Überlebende der Shoa und wurde durch die spätere Ehe ihrer Mutter mit Otto Frank, dem Vater Anne Franks, als deren Stiefschwester benannt.

Eva Schloss wuchs unter dem Namen Eva Geiringer in einer großbürgerlichen, von ihr als glücklich-harmonisch beschriebenen Familie in Wien auf. Ihre Eltern müssen ein aufsehenerregendes Paar gewesen sein, der Vater war ein Energiebündel und Fitnessfanatiker. Die jüdische Religion spielte wie in vielen anderen Familien eine eher untergeordnete Rolle, aber der Sabbat wurde jeden Freitagabend mit dem Anzünden von Kerzen gefeiert. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme entschlossen sich die Eltern, im Süden der Niederlande eine Schuhfabrik aufzubauen; Eva und ihre Mutter flüchteten im Juni 1938. Im ersten Jahr der Flucht ging sie in Brüssel zur Schule, danach in Amsterdam. Anfangs verstand die Neunjährige kein Wort der fremden Sprache. Als die Deutschen im Mai 1940 Belgien und die Niederlande überfielen und die niederländischen Streitkräfte kapitulierten, saß die Familie plötzlich in der Falle. Die Lage wurde immer gefährlicher, Bruder Heinz hätte deportiert werden sollen, weswegen die Familie mithilfe des niederländischen Widerstandes im Sommer 1942 untertauchte. Ihr Bruder und Vater waren von Eva und ihrer Mutter getrennt versteckt. Ab und zu sahen sie sich; Eva Schloss beschreibt, wie sehr sie ihren drei Jahre älteren Bruder auch wegen seiner Feinfühligkeit und Kreativität mochte, er schrieb Gedichte, komponierte und malte Ölbilder. … (Weiterlesen | https://www.auschwitz.at)

Erinnerung: DienstagsZoom – 6. Januar 2026

Am ersten Dienstag im neuen Jahr, am 6. Januar 2026, wird unser nächster Gesprächsabend auf Zoom stattfinden. Zu Gast haben wir diesmal den Soziologen und Kulturwissenschaftler Dr. Dr. Peter Ullrich, Fellow am Zentrum für Antisemitismusforschung und Senior Researcher im Zentrum Technik und Gesellschaft der TU Berlin. Zuletzt erschien im Wallstein-Verlag der von ihm herausgegebene Sammelband „Was ist Antisemitismus?“. Im Januar wird er mit uns über Antisemitismus im deutschen Nahost-Diskurs und dessen politische Instrumentalisierung sprechen – insbesondere über das Phänomen des „autoritären Anti-Antisemitismus“.
Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr und dauert etwa eine Stunde.

Nächste Veranstaltung:

3. Februar 2026 – Marina Klimchuk, freie Journalistin

Vergangene Veranstaltungen:

7. Oktober 2025 – Sally Azar (Jerusalem), Evangelisch-Lutherische Kirche in Jordanien und im Heiligen Land: Die Situation palästinensischer Christ*innen nach dem 7. Oktober 2023

4. November 2025 – Prof. Dr. Markus Dreßler (Leipzig), Religionswissenschaftler und Türkeiexperte: Türkische Perspektiven auf den Nahostkonflikt und die Antisemitismusdebatte

2. Dezember 2025 – Dr. Maya Rosenfeld (Jerusalem), Soziologin an der Hebräischen Universität in Jerusalem: The Anthropology of Occupation – The Case of Dheheishe Refugee Camp

Dienstag-Zoom – 6. Januar 2026

Am ersten Dienstag im neuen Jahr, am 6. Januar 2026, wird unser nächster Gesprächsabend auf Zoom stattfinden. Zu Gast haben wir diesmal den Soziologen und Kulturwissenschaftler Dr. Dr. Peter Ullrich, Fellow am Zentrum für Antisemitismusforschung und Senior Researcher im Zentrum Technik und Gesellschaft der TU Berlin. Zuletzt erschien im Wallstein-Verlag der von ihm herausgegebene Sammelband „Was ist Antisemitismus?“. Im Januar wird er mit uns über Antisemitismus im deutschen Nahost-Diskurs und dessen politische Instrumentalisierung sprechen – insbesondere über das Phänomen des „autoritären Anti-Antisemitismus“.
Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr und dauert etwa eine Stunde.

Zoom-Link für die Veranstaltung im Blog am 6. Januar

Nächste Veranstaltung:

3. Februar 2026 – Marina Klimchuk, freie Journalistin

Vergangene Veranstaltungen:

7. Oktober 2025 – Sally Azar (Jerusalem), Evangelisch-Lutherische Kirche in Jordanien und im Heiligen Land: Die Situation palästinensischer Christ*innen nach dem 7. Oktober 2023

4. November 2025 – Prof. Dr. Markus Dreßler (Leipzig), Religionswissenschaftler und Türkeiexperte: Türkische Perspektiven auf den Nahostkonflikt und die Antisemitismusdebatte

2. Dezember 2025 – Dr. Maya Rosenfeld (Jerusalem), Soziologin an der Hebräischen Universität in Jerusalem: The Anthropology of Occupation – The Case of Dheheishe Refugee Camp

Der Gazakrieg – Wie das Shoah-Erinnerungskapital verspielt wird

Livestream auf YouTubeyoutu.be/tORsmZIEZ44

Der Zionismus präsentiert sich als absolute Alternative zur »Endlösung der Judenfrage«. Entsprechend schöpft der zionistische Staat aus dem Erinnerungskapital der Shoah seine Rechtfertigung und viele seiner politischen Argumente. Der inflationäre Griff nach diesem Erinnerungskapital verbraucht und verspielt es, besonders seit dem 7. Oktober 2023, mit dem Ergebnis, daß der Zionismus nicht mehr auf diese Erinnerung zurückgreifen kann und er seine Manifestation, den Staat Israel, delegitimiert.

Prof. Dr. Moshe Zimmermann ist Professor emeritus für Neuere Geschichte an der Hebräischen Universität (West-)Jerusalem. Zwischen 1986 und 2012 war er Direktor des Richard-Koebner-Minerva-Zentrums für Deutsche Geschichte.
Jürgen Kaube ist Herausgeber sowie Chef des Feuilletons der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und Träger des Ludwig-Börne-Preises 2015.

Erinnern – wie und wozu?

Stellungnahme Association of Palestinian and Jewish Academics zur Finanzierung und Förderung der NOVA Music Festival Exhibition durch den Berliner Senat

Unter anderem heißt es in dem Text:

„Wir betonen, dass Überlebende von Gewalt Gehör verdienen und traumatische Erfahrungen sorgfältiger und respektvoller Erinnerung bedürfen. Doch eine Erinnerung, die auf selektiver Empathie, politischer Ausblendung und affektiver Manipulation beruht, ist Propaganda. Eine verantwortungsvolle Erinnerungskultur muß die universelle menschliche Würde anerkennen, strukturelle und historische Zusammenhänge einbeziehen und jene analytischen Fähigkeiten fördern, die für ein wirkliches Verständnis und eine multidirektionale Erinnerungspolitik notwendig sind. Sie darf das Leid einer Gruppe nicht instrumentalisieren und gleichzeitig die Existenz und Menschlichkeit einer anderen vollständig negieren.“

Manchmal lohnt der Blick zurück

Wie geht es jüdischen Rückkehrer:innen in Deutschland und wie steht die Bevölkerung zu ihnen? Ist Antisemitismus Vergangenheit?

NDR – Ein Beitrag aus dem Jahr 1959 – Leben in der NachkriegsgesellschaftNDR Retro

Hilft leichtfertiger Umgang bei der Bekämpfung?

„Die Zahl antisemitischer Straftaten in Deutschland steigt, Jud:innen berichten von offener Feindseligkeit. Doch „Antisemitismus” kann auch ein schwerer Vorwurf sein, wenn er mißbraucht wird – etwa um Kritik abzuwehren“.

ARD-Mediathek

Gaza, Israel und Deutschlands Außenpolitik

GIGA Focus Nahost | Nummer 7 | 2025 | ISSN: 1862-3611 – Ein Meinungsbild

Über die Ansichten der in Deutschland lebenden Bevölkerung zum Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und Israels anschließender militärischer Offensive in Gaza ist wenig bekannt. Eine im August 2025 durchgeführte quotierte, repräsentative Online-Umfrage mit 1.050 Befragten gibt Einblicke in die Meinungen darüber sowie in die Bewertung der Medienberichterstattung, das Verständnis von Antisemitismus und die Haltung zur Erinnerungskultur.

Judith Bernstein (1945-2025) z“l

Aufrechter Gang – so läßt sich das Leben Judith Bernsteins treffend beschreiben, lange Jahre mit Ihrem Mann Reiner Bernstein an ihrer Seite – aufrecht in ihrer Haltung für Menschenrechte und Menschenwürde, unerschrocken, wenn es dafür auch galt, israelische (Regierungs-)Politik zu kritisieren. Unvergessen ihr Einsatz zum Frieden zwischen Israelis und Palästinensern, für Dialog und Verständigung, gerade in ihren Stadt München (Jüdisch-Palästinensische Dialoggruppe – https://www.jpdg.de) , unvergessen auch ihr Einsatz für die Genfer Initiative (seit 2003), der an der Vision eines palästinensischen Staates neben Israel festhielt.

Hier noch einmal ein Hinweis auf ein Interview, das Heinz Michael Vilsmeier im Mai 2024 mit ihr geführt hatte (Auch in Buchform erschienen)

Photo: https://interview-online.blog/judith-bernstein – ohne Quelle

Ergänzung 17. November 2025: Nachruf der „Jüdischen Stimme“

Ergänzung 22. November 2025:

EInladung Beerdigung Judith Bernstein