Welche Interessen hat die russische Regierung?

Von den ehemaligen Sowjetstaaten über Afrika bis zum Nahen Osten gibt es keine Wahl, keinen Konflikt und keine Verhandlung, zu denen Moskau nichts zu sagen hätte. Ob mittels Social-Media-Kampagnen, diplomatischen Gesprächen oder Handels- und Militärabkommen: der Kreml scheint fest entschlossen, zu alter Größe zurückzufinden.
Seine Ziele hatte Wladimir Putin bereits 2007 auf der Münchener Sicherheitskonferenz angekündigt. Er fühlte sich von seinen westlichen „Partnern“ despektierlich behandelt und unterschätzt, prangerte das Vormachtstreben der Vereinigten Staaten an und prophezeite das Ende der unipolaren Weltordnung. Seitdem sorgt der Kreml-Chef für die Sicherung der russischen Grenzen und bezieht außenpolitisch ganz unverhohlen Stellung, ohne daß ihm andere Staaten Einhalt gebieten. Es besteht kein Zweifel: Der russische Bär ist zurück auf dem internationalen Parkett!“

Eine sehenswerte Doku von Arte.

Bis 16. März 2022 in der Mediathek und TV-Ausstrahlung am 11. März 2022, 9:40 Uhr bei Arte.

Interessen und die Pflicht, zu verhandeln

Wie nur wenige Staaten, hat Israels Regierung in den ersten Tagen nach dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine die akzeptierten Handlungsmuster auf diplomatischem und internationalem politischen Gebiet beibehalten. Auch bot Premierminister Naphtali Bennet sofort an, daß Israel zwischen beiden Kriegsparteien als Vermittler agiert.

Zu den Motiven dafür mag die gegenseitige Akzeptanz Rußlands und Israels und ihrer jeweiligen regional- und geopolitischen Interessen in der Region und darüber hinaus zählen, darunter die bisher bewährte israelisch-russische Koordination betreffs Syrien, und die historischen Verbindungen ebenso wie die gegenwärtigen vielfältigen Beziehungen und Kontakte auf offizieller staatlicher wie auch gesellschaftlicher Ebene.

Dazu zählen auch die persönlichen Kontakte: Mehr als ein Fünftel der israelisch-jüdischen Bevölkerung stammen aus der Sowjetunion und deren Nachfolgestaaten, sind nach Israel eingewandert, pflegen bis heute enge Kontakte zu ihren Herkunftsgebieten und sind durch russisch(sprachig)e Medien über die Ereignisse in Rußland und der Ukraine bei Bedarf ausführlicher und u.U. weit klarer informiert als durch übersetzte und komprimiert wiedergegebene Nachrichtenmeldungen.

Israels Regierung wird die internationalen Sanktionen – vorerst – nicht mittragen. So übernimmt die Regierung nun die ausgefallene Versicherung für die Fluggesellschaft EL AL, damit diese ihre Fluglinie Tel Aviv-Moskau vorerst weiterführen wird.

Zuvor hatte Außenminister Jair Lapid angewiesen, für den Fall, daß russische Geschäftsleute Anfragen stellen könnten, um die Sanktionen zu umgehen, diese Anfragen abwegig beschieden werden sollten.

Gleichwohl steht Israel für jüdische ukrainische Staatsbürger:innen auf der Flucht vor dem Krieg offen. Der frühere Ministerpräsident und Likudvorsitzende Benjamin Netanjahu geht hingegen weiter. Er fordert, allen ukrainischen Personen, die Zuflucht in Israel beantragen, ein Kurzzeitvisum zu erteilen und verweist auf die guten Beziehungen zwischen Israel und der Ukraine. Bereits seit Jahren seien die israelische und die ukrainische Wirtschaft eng verbunden. Viele israelische Unternehmen beschäftigten Entwicklungsteams mit ukrainischer Basis und, wie Netanjahu anführt, schätzungsweise bis zu 50.000 Programmierer:innen.

Siehe: Times of Israel / Jerusalem Post

Eine globale Krise?

Danach fragt die International Crisis Group und bietet anhand des Abstimmungsverhaltens der Länder in den Vereinten Nationen bei der Resolution zur Verurteilung Rußlands (141:35:5, 12 Staaten nahmen an der Abstimmung nicht teil) einen Überblick über die Konsequenzen des russischen Einmarschs.

Hier beginnt der Einordung mit den Golfstaaten, es folgen der Iran und Israel.

Die Türkei und Israel blicken nach Zentralasien

Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine werden die geopolitischen Karten im Nahen und Mittleren Osten neu gemischt. Dazu paßt die Annäherung zwischen Israel, der Türkei und den Turkstaaten Zentralasiens.

Dazu ein Analyse von James M. Dorsey, Senior Fellow am Middle East Institute der National University of Singapore auf Qantara.

Siehe auch Herzog in der Türkei.

Zeit gekauft – Blick auf Sheikh Jarrah

Zwangsräumung von Palästinenser:innen ausgesetzt

Die Lage von palästinensischen Familien in Ostjerusalem, die von Räumungen bedroht sind, könnte sich entspannen. Laut einem Urteil dürfen die Bewohner:innen vorerst bleiben – so lange bis die Eigentumsrechte geprüft sind – ein Verfahren, daß sich lange hinziehen kann und damit prinzipiell Möglichkeiten für eine politische Regelung eröffnet… ob diese gewollt sein wird, muß sich zeigen.

Hier der Bericht von Benjamin Hammer, ARD-Studio Tel Aviv, auf tagesschau.de.

Arabic Music Days: Analog & Digital

… auch wenn die Gedanken zur Zeit woanders sind

Arabic Music Days: Analog & Digital

Mit dem Online-Programm aus Kunstausstellung, Dichterlesung, Film und Livestreams stellen wir Ihnen gleichzeitig Pierre Boulez Saal Online vor, unsere neue digitale Plattform. Alle Kundinnen und Kunden, die Karten für die Arabic Music Days erworben haben, erhalten für 15 Tage kostenlosen Zugang.

Zum fünften Mal laden die Arabic Music Days dazu ein, ein abwechslungsreiches Programm mit Instrumentalmusik, Gesang, bildender Kunst, Film und Dichtung aus dem arabischsprachigen Raum zu entdecken – analog und digital. Egal ob nah oder fern, wir freuen uns, wenn Sie weiterhin mit so viel Begeisterung dabei sind wie in den vergangenen Jahren.

Es ist nicht nur die Rheorik…

… die geschichtlichen „Vergleiche“ können schon erschrecken. Aber der Schrecken ist auch so groß genug: Yad Vashem zur Nazi-Rhetorik im Konflikt.

Welche Chancen hat die Idee?

The Beilin-Husseini Holy Land Confederation Plan (February 21, 2022)

Auf der Seite von Peace Now finden sich „klare Antworten auf schwierige Fragen“ mit Yossi Alpher.

Ab 1. März …

… ist die Einreise über Tel Aviv wieder (uneingeschränkt) möglich …

„As Omicron wave wanes, Israeli government decides to admit foreign citizens of all ages, regardless of vaccination status, subject to virus testing.

A Very Brief Guide to Antisemitism

Online Diskussion von Americans for Peace Now mit Rabbi Jill Jacobs and Hadar Susskind

Donnerstag, 24. Februar 2022- 19.00 Uhr – Thursday, February 24, at 1:00 pm Eastern Time

A Very Brief Guide to Antisemitism

American Jewish organizations have been intensifying their efforts to fight antisemitism as hateful rhetoric proliferates worldwide.

Unfortunately, some of these groups are increasingly weaponizing the fight against antisemitism to quash legitimate criticism of Israeli policies and practices, violating free speech, and suppressing vital conversations regarding Israel’s imperfections.

T’ruah, the Rabbinic Call for Human Rights, and Americans for Peace Now are actively working, within America’s Jewish community and beyond, to fight that trend, to draw the line between antisemitism and legitimate criticism of Israel. T’ruah recently published a useful Very Brief Guide to Antisemitism to help better understand the phenomenon and to help tell the difference between legitimate criticism of Israel and anti-Israel attitudes that cross the line and constitute antisemitism. Join the CEOs of T’ruah and APN, Rabbi Jill Jacobs and Hadar Susskind, this Thursday, February 24th, at 1:00 pm Eastern Time to discuss this troubling trend as well as their organizations’ response to it.

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