diAk-online – Dr. Steffen Hagemann – 26. Juli 2022

… Biden ist zuhause, Israel vor Neuwahlen, und Palästina?

Wir sprechen im Zoom mit Dr. Steffen Hagemann, dem Leiter des Büros der Heinrich Böll-Stifung Tel Aviv über Perspektiven – oder über keine Perspektiven…

Dienstag, 26. Juli 2022 – 18-19.00 Uhr – Anmeldung: online@diak.org

Das „Schlagloch“ der taz

Ein Text von Georg Diez am 20. Juli 2022: „Anklagepunkt: ‚BDS-Nähe'“

Ein höchst lesenswerter Beitrag, in der „Hitze“ dieser Tage, aber einer Hitze, die wahrscheinlich leider nicht in ein paar Tagen erst mal vorbei sein wird:

„…wenn das alles in Ausschüssen im Bundestag vom Hörensagen zu politischer Realität wird, dann hat hier längst eine gefährliche Eigendynamik eingesetzt, Kurzschlüsse einer sich selbst hysterisierenden Hysterieproduktion.“

Geschichte in Geschichten – und doch Gegenwart

Eine „Kleinigkeit“ zum 20. Juli oder wie der Weg von Kreuzberg nach Hamburg und zu dem Dortmunder jüdischen Rechtsanwalt Dr. Otto Salomon Elias (geb. 1876) führt, der sich im April 1933 im (Gestapo-)Gefängnis das Leben nahm …

Gelegentlich ist der Autor dieser Zeilen auch als Antiquar unterwegs, bibliophil erkrankte Menschen sind dafür anfällig. Gestern Abend war ich dabei, den Blogbeitrag für den heutigen 20. Juli 2022 vorzubereiten, ein wichtiger Tag im deutschen Gedächtniskalender und ein Tag, der eine Neigung hat, idealisiert zu werden, so wichtig und bedeutsam er auch war. Dieser „große“ Widerstand darf den „kleinen“ alltäglichen Faschismus eben nicht vergessen lassen.

Mir fiel bei Durchsicht eines Buchbestandes, der uns aus einem Nachlaß überlassen worden worden, ein Band auf, zuerst weil er etwas Reinigung und Pflege bedurfte. Mir war schnell klar, dieses Buch würde ich nicht verkaufen wollen, sondern mit zu mir nehmen …

Ein schönes Frontispiz jeweils, ein Faksimile (Schriftprobe) von beiden Autoren, ein Halbledereinband mit Goldprägung, vergoldeter Kopfschnitt, farbiger Vorsatz, Leseband (Meyers Klassiker-Ausgaben), o. J. (etwa um 1892?), Novalis‘ Werke. Fouqué’s Undine / Novalis (d. i. Friedrich Leopold v. Hardenberg, 1772 – 1801) / Fouqué (d.i. Friedrich de la Motte Fouqué, 1777 – 1843) Leipzig – Wien (Bibliographisches Institut):

Mein Blick viel natürlich auf das Ex Libris, zum einen, weil ich sie ein wenig sammle, aber besonders, weil sie wie die Marquette so wunderbar zum Buch gehören und dem Papier Geschichte geben.

Der Name sagte mir nichts, das Künstlersignet oben rechts kannte ich auch nicht. So führte der Weg an diesem frühen Abend des 19. Juli 2022 „natürlich“ ins Netz.

Eben gerade war in Hamburg eine Austellung eröffnet worden, die „mein“ Buch in einen weiten Horizont stellte. Gastgeber und Gäste waren wohl noch beisammen an der Elbe, als mir das Schicksal von Dr. Otto Salomon Elias (1876-1933) klar wurde und das seiner Bücher (und sich nebenbei das Ex libris erschloß: „Das ausgesprochen schöne Exlibris stammt vom Maler und Graphiker Walter Buhe. Buhe, ein Schüler von Emil Orlik, war 1920-1947 Professor für angewandte Grafik in Leipzig“).

Verfolgungsgeschichte ist kein Abstraktes, Vergangenes – sie holt uns immer wieder ein, damit wir nicht vergessen! Die Geschichte dieses Buches ist noch nicht zu Ende.

Die Geschichte dieses Buches ist noch nicht zu Ende.

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Immer wieder: Was wir wie – oder auch nicht – erinnern

Neuerscheinung Andreas Hackl – Bei Interesse am Erwerb: Mail genügt

The Invisible Palestinians: The Hidden Struggle for Inclusion in Jewish Tel Aviv

Within the heart of the Jewish city of Tel Aviv, there is a hidden reality—Palestinians who work, study, and live as an unseen minority without access to equal urban citizenship.

Grounded in the everyday lives of Palestinians in Tel Aviv, The Invisible Palestinians offers an ethnographic critique of the city’s self-proclaimed openness and liberalism. Andreas Hackl reveals that Palestinians‘ access to the social and economic opportunities afforded in Tel Aviv depends on keeping a low profile, which not only disrupts opportunities for true urban citizenship but also draws opposition from other Palestinians. By looking at the city from the perspective of this hidden urban minority, Hackl uncovers a critical opportunity to imagine and build a more inclusive and just future for Tel Aviv. 

An important read, The Invisible Palestinians explores the marginalized urban presence of both Palestinian citizens of Israel and Palestinian laborers from the West Bank in this quintessential Jewish Israeli city. Hackl reveals a highly diverse Palestinian population that includes young people, manual workers and middle-class professionals, residents and commuters, students, artists, and activists, as well as members of an underground Palestinian LGBT community who carefully navigate their place in a city that refuses to recognize them.

Andreas Hackl is a Lecturer in Anthropology of Development at the University of Edinburgh. His research has been published in leading academic journals such as World DevelopmentAmerican Ethnologist, and Social Anthropology. He has worked as a consultant with the International Labour Organization and as a newspaper correspondent based in Jerusalem.

Nach Biden – diAk-online

Niemand wird – auch nicht von der amtierenden US-Regierung und schon gar nicht von diesem US-Präsidenten – bei diesem Besuch Schritte erwartet haben, die sich irgendwie in Zusammenhang mit dem Begriff Gerechtigkeit bringen lassen würden, dafür waren die Almosen für die palästinensische Seite fast großzügig zu nennen, ein Muster, das wir ja gut aus der deutschen Politik kennen. Freuen wird des die Menschen, die medizinische Hilfe brauchen, auch wenn der politische Preis dafür eben auch zu zahlen ist. [Aber Staaten haben eben Interessen, keine Moral]

Mit ein paar Tagen Abstand wollen wir am 26. Juli (18.00 Uhr) mit Steffen Hagemann, Leiter des Büros der Heinrich Böll Stiftung Tel Aviv, über die Entwicklungen sprechen, zum einen mit dem Blick auf den anstehenden Wahlkampf, aber auch auf die regionalen Entwicklungen.Interessant wird dabei sein zu verfolgen, ob die saudische Position, wie sie beim Besuch Bidens formuliert wurde,

Times of Israel: A senior Saudi minister described normalizing ties with Israel as a “strategic option,” while clarifying that a two-state solution between Israel and the Palestinians was a “requirement” before Riyadh would formalize ties with Jerusalem.

Perspektiven für Veränderungen enthält.

Über den Stand der Renovierungsarbeiten der Auferstehungskirche

Das Christian Media Center hat aus Anlaß einesGrabungsbesuches der Oberhäupter der Kirchen einen Filmbericht veröffentlicht, der einen kleinen Einblick in laufenden Arbeiten gibt.

Dazu ein Bericht auf der Seite der Holy Land Christian Ecumenical Foundation.

Gemeinsam (ge)denken

Erinnerung ist immer politisch: Kreisau / Krzyżowa heute

Der Jahresbericht 2021, der in diesem Jahr erstmalig als gemeinsames Projekt der Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung, der Kreisau-Initiative e. V. sowie der Freya von Moltke-Stiftung für das Neue Kreisau vorbereitet wurde, ist ab sofort online zugänglich (Hier der Link zum PDF-Download). Anlaß ist der 80. Jahrestag des ersten Treffens des Kreisauer Kreises zu Pfingsten 1942 im „Berghaus“ auf Gut Kreisau.

Unsere Debatten (über uns) und jenes Land dort…

Hanno Hauenstein in der Berliner Zeitung noch einmal über: Hijacking Memory.

Wie eine Konferenz Engpässe deutscher Debatten aufzeigt

„Druckwellen der „Hijacking Memory“ Konferenz wirken noch nach. Die Tagung, die vor knapp einem Monat am Haus der Kulturen der Welt stattfand und sich mit der Erinnerung an den Holocaust und ihrer politischen Instrumentalisierung auseinandersetzte, startete mit einer Differenzierung: „Keine jüdische Person, nirgends, wird die reale Gefahr des Antisemitismus anzweifeln“, erklärte Susan Neiman, die Direktorin des Einstein Forums und eine der drei Konferenz-Organisatorinnen. „Doch wir sind überzeugt, dass die Instrumentalisierung des Antisemitismus-Vorwurfs auf zynische Weise für nationalistische Zwecke eingesetzt wird….“

Gemeinsame Erklärung

Gemeinsame Erklärung der Außenministerien
Belgiens, Dänemarks, Deutschlands, Frankreichs, Irlands, Italiens, der Niederlande, Schwedens und Spaniens

„Am 22. Oktober 2021 hat Israel sechs palästinensische Zivilgesellschaftsorganisationen als terroristische Organisationen eingestuft. Terrorismusvorwürfe oder Vorwürfe, Verbindungen zu terroristischen Gruppen zu unterhalten, müssen ausnahmslos mit der größtmöglichen Ernsthaftigkeit behandelt werden. Daher war es geboten, diese Einstufungen sorgfältig und umfassend zu überprüfen. Aus Israel gingen keine wesentlichen Informationen ein, die es rechtfertigen würden, unsere Politik in Bezug auf die sechs palästinensischen zivilgesellschaftlichen Organisationen auf der Grundlage der Entscheidung Israels, diese Organisationen als „terroristische Organisationen“ einzustufen, zu widerrufen. 

Sollten gegenteilige Belege zur Verfügung gestellt werden, würden wir dementsprechend handeln. Solange solche Belege nicht vorliegen, werden wir unsere Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft in den besetzten Palästinensischen Gebieten und unsere deutliche Unterstützung für sie fortführen. Eine freie und starke Zivilgesellschaft ist für die Förderung demokratischer Werte und für die Zwei-Staaten-Lösung unerlässlich.“

Pressemitteilung des Auswärtigen Amtes, Berlin, 12. Juli 2022