Heute vor 100 Jahren…

… Matthias Erzberger wird ermordet! – 26. August 1921/2021

„Der aus Buttenhausen (Württemberg) stammende Matthias Erzberger war auch in den eigenen Reihen umstritten. Er hatte den Mut, im November 1918 den von den militärischen Verlierern des Ersten Weltkriegs geforderten Waffenstillstand zu unterzeichnen.“ (Rudolf Morsey – FAZ am 29.12.2013)

Bundesarchiv, Bild 146-1989-072-16 / Kerbs, Diethart / CC BY-SA 3.0 DE

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte am 17. August 2021 zu einer Diskussionsveranstaltung in Erinnerung an die Ermordung von Matthias Erzberger vor 100 Jahren eingeladen.

Nach einer einleitenden Ansprache des Bundespräsidenten ging es in dem Gespräch (Videomitschnitt) um Fragen von Hass und Gewalt als Gefahren für die Demokratie. Darüber diskutierte der Bundespräsident mit

  • Wilhelm Heitmeyer, Gründer und viele Jahre Direktor des Instituts für Konflikt- und Gewaltforschung an der Universität Bielefeld,
  • Stefanie Middendorf, Historikerin an der Freien Universität Berlin,
  • Marina Weisband, Publizistin und Beteiligungspädagogin,
  • Andreas Wirsching, Professor für Neueste Geschichte an der Universität München und Direktor des Instituts für Zeitgeschichte.

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Hier noch ein Zeugnis der Hetze durch die Nationalsozialisten:

Nach der Beerdigung: NSDAP-Hetze vom 9. September 1921
Bild: Haus der Geschichte BW, Stuttgart

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Und ein Hinweis auf eine Neuerscheinung:

Michael Seemann:
»Erzberger« – Der gehasste Versöhner

Ch. Links Verlag | 9783962891169 | 25,00 €

­Matthias Erzberger war einer der Gründerväter der Weimarer Republik, beendete mit seiner Unterschrift unter den Waffenstillstandsvertrag den Ersten Weltkrieg und kämpfte danach für die Annahme des Versailler Vertrags. Im Spätsommer 1921 wurde er bei einem Urlaubsspaziergang von zwei Rechtsradikalen wegen seines Einsatzes für den Frieden ermordet. Während Hunderttausende Menschen in ganz Deutschland gegen den Mord demonstrierten, den sie als schweren Angriff auf die junge Demokratie sahen, nahmen ihn viele andere mit unverhohlener Freude auf. Benjamin Dürr zeichnet das anschauliche Porträt eines Politikers, der als Populist begann und als Staatsmann endete, und eines Landes auf dem spannungsvollen Weg in die Moderne.

»Nach Otto von Bismarck das nächste gestaltungsmächtige politische Individuum, zuerst des späten Kaiserreichs, dann der frühesten Republik.« Robert Leicht, Die Zeit

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Zum Jahrestag der Ermordung:

Veröffentlichung der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages (PDF)

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Ein Beitrag in der Frankfurter Rundschau.

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Und noch ein Hinweis auf eine Tagung aus dem Jahr 2011

Tagungsbericht von Andreas Morgenstern (Stuttgart)

‚Nun danket alle Gott für diesen braven Mord‘

Matthias Erzberger: Ein Demokrat in Zeiten des Hasses

Stuttgarter Symposion, Haus der Geschichte Baden-Württemberg
Stuttgart (24./25.11.2011)

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