Ruth Achlama mit Bundesverdienstkreuz geehrt

Wer jemals an den gesellschaftlichen Ereignissen in Tel Aviv oder Jerusalem teilgenommen hat, bei denen sich die deutsch-israelische Gemeinde regelmäßig trifft, der ist sicherlich auch dieser kleinen freundlichen grauhaarigen Frau begegnet.

Ruth Achlama, als Renate Böteführ in Quedlinburg geboren und in Mannheim aufgewachsen, lernte nach ihrer Übersiedlung nach Israel 1974 hebräisch. Sie wurde die Stimme der israelischen Literatur in Deutschland. Ihre Übersetzungen der Werke von Yarom Kaniuk, Abraham Jeshoshua, Meir Shalev ebenso wie die jüngerer Autorinnen wie Ayelet Gundar-Goshens Romanen „Löwen wecken“ und „Die Nacht“, aber vor allem auch sämtliche Werke von Amos Oz haben den Deutschen die israelische Literatur nahegebracht. Zuletzt übersetzte sie Tom Segevs monumentale Biographie David Ben-Gurions.

 „Für mich ist Ruth Achlama nicht nur Übersetzerin, sondern führende Mittlerin der neuen hebräischen Literatur auf ihrem Weg in die deutsche Sprache, eine Reise, um deren Schwierigkeiten ich weiß und deren schmerzliche Seiten ich kenne. In mehrfacher Hinsicht verkörpert Ruth Achlama für mich sowohl die Fähigkeit, nicht Sklave der Vergangenheit zu werden, als auch die Anstrengung, dort eine Brücke zu bauen, wo einmal eine war und zerstört wurde.“
Amos Oz in: Yedioth Ahronoth, 17. Dezember 1993.

Bereits 1995 wurde sie mit dem Paul-Celan-Preis geehrt und 2015 erhielt sie den Deutsch-Hebräischen Übersetzerpreis.

Am 17. Januar 2019 überreichte ihr die deutsche Botschafterin Susanne Wasum-Rainer in Tel Aviv das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Wir gratulieren herzlich!

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