Antisemitismus und Shoah – Zwischen Historisierung und Gegenwartsbezug

Vortrag und Gespräch zum 79. Jahrestag der Wannsee-Konferenz | Januar 2021

Einführung: Prof. Dr. Michael Wildt, Humboldt Universität, Beiratsvorsitzender der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz: „Volksgemeinschaft und Antisemitismus“

Deborah Hartmann im Gespräch mit Michael Wildt, Marina Chernivsky und Eva Gruberová.

Die Veranstaltung wird am 20. Januar 2021, 19:00 Uhr (MEZ) als Livestream in Deutsch mit simultaner Übersetzung ins Englische und in deutsche Gebärdensprache stattfinden. Über die Chat-Funktion können Fragen an die Teilnehmer*innen gestellt werden. Anmeldung bis zum 19. Januar 2021 per Mail: veranstaltungen[at]ghwk.de.

Die Wannsee-Konferenz jährt sich am 20. Januar 2017 zum 75. Mal

Das Protokoll der Wannsee-Konferenz vom 20. Januar 1942 ist ein erschütterndes Dokument des nationalsozialistischen Rassenwahns. Wann genau die Ermordung der europäischen Juden durch die Vertreter des Nazi-Apparatus beschlossen wurde, ist jedoch auch 75 Jahre danach unter Historiker(inne)n noch umstritten.

Peter Klein, Professor für Holocaust Studies am Touro College in Berlin, hat in der letzten Ausgabe der ZEIT (3/2017) die Vorgeschichte der Konferenz und den dabei deutlich werdenden Machtkampf innerhalb der NS-Hierarchie nachverfolgt sowie die unterschiedlichen Annahmen der Expert(inn)en gegenüber der Bedeutung und Aussagekraft des Schriftstücks verglichen.

Er kommt zu dem Ergebnis, daß

(d)as Wannsee-Protokoll (…) das einzige erhaltene amtliche Dokument (ist), das dieses Menschheitsverbrechen als arbeitsteilige Tat deutlich formuliert. Eine Antwort auf die Frage, wann genau der Genozid beschlossen wurde, bietet der Text jedoch auch bei genauester Lektüre nicht.