Solidarische Erinnerung

In eimen Beitrag für die Wochenzeitung Die Zeit (30. Määrz 2021) schreiben Jürgen Zimmerer und Michael Rothberg unter der Überschrift Enttabuisiert den Vergleich!:

…. “ eine [solche Vision] differenzierte[r] Solidarität ist notwendig für eine diverse Gesellschaft. Wissenschaftler und Aktivisten, die versuchen, an die Opfer kolonialer Gewalt zu erinnern und deutsche Städte durch die Umbenennung von Straßennamen zu dekolonisieren, wollen nicht die deutsche Verantwortung für den Holocaust verdrängen. Anstatt uns auf die Entweder-oder-Logik der Provinzialisten von Geschichte und Erinnerung zurückzuziehen, brauchen wir ein Sowohl-als-auch, basierend auf globaler Geschichte, multidirektionaler Erinnerung und rassismuskritischem Aktivismus.“ …

Deutsche Erinnerungskultur mit gravierenden Lücken

Zur Zukunft gehört Erinnerung

75 Jahre nach dem Überfall auf die Sowjetunion – ein ehrenhaftes Gedenken den Millionen Toten des Eroberungs- und Vernichtungskriegs des Deutschen Reiches. Eine von den nicht sehr zahlreichen Beiträgen zum Jahrestag vom ehemaligen Brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck im Tagesspiegel.

Ein Bild aus der Dauerausstellung des empfehlenswerten Deutsch-Russischen Museums Berlin-Karlshorst (Photo: Thomas Bruns, http://www.museum-karlshorst.de/de/dauerausstellung.html):

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Am 22. Juni 2016 jährt sich das „Unternehmen Barbarossa“, der Überfall Nazideutschlands auf die Sowjetunion, zum 75. Mal. Der brutale Feldzug im Osten hat 27 Millionen Menschen das Leben gekostet, zwei Drittel davon Zivilisten. Allein der Blockade Leningrads, die das systematische Aushungern der Bevölkerung zum Ziel hatte, fielen mehr als eine Million Einwohner zum Opfer. Tausende Dörfer und Städte in der Ukraine, in Weißrussland und in Russland wurden zerstört. Beinahe jede Familie in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion hat ihre eigene Geschichte vom schrecklichen Leid, das die Deutschen über sie gebracht haben. Der 22. Juni, der Beginn des bis dato größten und grausamsten Vernichtungskriegs der Menschheitsgeschichte, gerichtet gegen die Völker der Sowjetunion, ist ihr Tag des Gedenkens. Er ist ein Tag der Weltgeschichte.

Quelle:

http://www.tagesspiegel.de/politik/75-jahre-nach-ueberfall-auf-sowjetunion-deutsche-erinnerungskultur-hat-gravierende-luecken/13760010.html